Leserstimmen zu
Fuchs 8

George Saunders

(38)
(20)
(10)
(3)
(0)
€ 12,00 [D] inkl. MwSt. | € 12,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)

Parabel über die Menschheit

Von: amara5

13.09.2020

Ein Fuchs schreibt einen Brief an die Menschen und erzählt seine Geschichte. Wie er dazu kam, "Mänschisch" zu lernen als er den Menschen beim Lesen von Gute-Nacht-Geschichten am Fenster zugesehen hat, wie er von dem Rieseneinkaufszentrum erfahren hat, das seinen Fuchsfreunden den Lebensraum zerstört und wie er sich mit dem gutmütigen Fuchs 7 auf den Weg zu den Menschen macht, von denen er eigentlich Gutes denkt, und was ihm dabei Herzzereißendes passiert. Fuchs 8 war schon immer ein bisschen der Träumer und Fantast unter seinen Rudelgenossen, aber sein Plan war zukunftsweisend gedacht. Denkt man am Anfang noch, es könnte sich um ein Kinderbuch handeln (ein hochwertiges, wunderschönes Cover und zahlreiche Illustrationen von Chelsea Cardinal), wird man beim Lesen eines Besseren belehrt. Der Fuchs hat zwar eine lustige Lautschrift und beschreibt so manches mänschisches (Konsum-)Verhalten in urkomischer Erzählweise, aber der Inhalt ist sehr traurig-verstörend und wird zum Ende hin auch nicht aufgelöst. So rüttelt George Saunders' gelungene Fuchsgeschichte gerade mit dem Spiel des Naiven sehr auf und zeigt auf das zerstörerische Verhalten der Menschen. Ein Antimärchen über Tod, Umweltzerstörung und Verantwortung, das aufschreckt und lange nachwirkt - Fuchs 8 wartet noch auf Antwort auf seinen Brief.

Lesen Sie weiter

Ungesehen sitzt er vor dem Fenster eines Hauses und lauscht den Geschichten, die aus dem Innern zu ihm dringen. So lernt er, die Sprache der Menschen zu sprechen, zu lesen und zu schreiben. Was bei einigen nun vielleicht Erinnerungen an den Spracherwerb von Frankensteins Monster erweckt, wird dieses Mal jedoch von einem Wesen angewandt, das um einiges kleiner ist als das Monster aus Frankenstein: Es ist ein Fuchs, der die menschliche Sprache lernt. Fuchs 8 wird dieser besondere Fuchs genannt, denn alle Mitglieder seines Rudels tragen eine Zahl in ihrem Namen. Und dieser Fuchs ist nicht nur, wenn es um die Geschichten der Menschen geht, sehr neugierig. Seine Neugier begleitet ihn das ganze Buch über, zum Guten und zum Schlechten. »Zuers möchte ich sagen, Enschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks! Und schreibe oder buchstabire deshalb nich perfekk.« Und dieser Fuchs hat einige Fragen an uns. Fuchs 8 Art zu sprechen und zu schreiben scheint im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, doch in Windeseile verfliegt dieser Eindruck, denn das, was dieser Fuchs zu erzählen hat, ist um einiges wichtiger, als die Wörter, in die er es kleidet. Und für einen Autodidakten ohne Gesprächspartner macht er seine Sache doch sehr gut. »Ir solltet mal di vilen nich netten Sachen hören di ein Ber in Berisch sagt wärend er ein jakt, wärend man gerade noch um ein Har in den Bau schlüpft und versucht, vor den anderen Fülsen nich gleich loszuhoilen.« Es ist schwer, über ein Buch zu schreiben, das einen verzaubert hat. Zuallererst will Fuchs 8 eines klarstellen: Füchse sind nicht so, wie Märchen sie darstellen, nicht listig und schlau – auch bei Bären, Eulen und vor allem Hühnern weichen unsere Märchen von seinen Erfahrungen ab. »Wir legen keine Hüner rein! Wir sind sehr offen und erlich mit Hünern! Mit Hünern haben wir ein super fären Dil, der get so: Si machen di Aja, wir nehmen di Aja, si machen noie Aja.« In all seiner Einfachheit und Kürze rührt George Saunders Fuchs 8. Es ist kein lautes Buch, das mit wichtig klingelnden Begriffen und Fachwörtern auf sich aufmerksam machen will, sondern ein sehr leises Buch: Fuchs 8 kann die Dinge, die er sieht und erlebt, nicht erklären. Doch er hat nach vielen, vielen Abenden vor einem Fenster die Sprache der Menschen erlernt, um seine Erlebnisse mitzuteilen und diese fragen zu können: oft amüsant und liebevoll formuliert.

Lesen Sie weiter

Fuchs 8 ist ein Tagträumer, der freundlich und aufgeschlossen durch‘s Leben geht. Er ist fasziniert von den Menschen und ihrer Sprache und eignet sich diese an, indem er abends immer wieder seinen Wald verlässt und am Fenster lauscht, während eine Menschenmama ihren Kindern Gute Nacht-Geschichten vorliest. Die anderen Füchse belächeln ihn und können das nicht verstehen. Als eines Tages der Wald einem großen Einkaufszentrum zum Opfer fällt und somit das Leben des gesamten Rudels auf dem Spiel steht, trifft Fuchs 8 eine folgenschwere Entscheidung. Er schnappt sich seinen besten Kumpel, Fuchs 7, und läuft mit ihm guter Dinge zum Einkaufszentrum, um dringend benötigte Nahrung zu besorgen. Dort angekommen wird sein Glaube an das Gute im Menschen jedoch erschüttert, und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war... Fuchs 8 hat eine dermaßen liebenswerte, naive Sicht auf die Dinge, dass man ihn direkt ins Herz schließt. Er sieht nur das Gute im Menschen und es bricht mir fast das Herz, als er so jäh von ihnen enttäuscht wird. Trotz allem, was ihm widerfährt, verliert er nicht die Hoffnung und so schreibt er uns Menschen einen bewegenden Brief und zwar auf „mänschisch“, so wie er es gelernt hat. Selten habe ich ein so ungewöhnliches, emotionales Büchlein gelesen, das auch noch lange nachwirkt. Großes Lob hier auch an den Übersetzer - amerikanisches mänschisch in deutsch zu übertragen war sicher eine besondere Herausforderung! Bitte lest selber! Lasst euch von Fuchs 8 berühren!

Lesen Sie weiter

"Das machte mir ein gutes Gefül, so als könnten Mänschen Libe fülen und zeigen. Mit anderen Worten, Hoffnung für di Zukunf von der gansen Erde!" Fuchs 8 beobachtet Tag für Tag eine Menschenfamilie, eignet sich so nach und nach die Sprache der Menschen an, studiert ihr Verhalten, lernt, was die Menschen über Füchse und über andere Tiere denken. Eines Tages wird der Lebensraum der Füchse für den Bau einer Shopping-Mall zerstört, die Nahrungsgrundlage bricht für die Füchse weg, immer mehr Tiere sterben, und so beschließt Fuchs 8, seine Sprachkenntnisse zu nutzen, um zur Mall zu gehen und mit den Menschen zu reden. ‚Fuchs 8‘ ist ein sehr besonderes Buch, das schon stilistisch aus dem Rahmen fällt, denn hier erzählt Fuchs 8 selbst seine Geschichte, und er tut dies mit einer Schriftsprache, die voller Fehler steckt, da er so schreibt, wie er die Wörter von den Menschen aufgeschnappt hat. Ich habe bereits ‚Lincoln im Bardo‘ von George Saunders gelesen, und ich kann mich noch gut erinnern, dass ich nach der Lektüre eher ratlos war, was ich von dem Roman halten soll, dass ich aber gleichzeitig das Gefühl hatte, dass ich ein solches Buch nie zuvor gelesen hatte, dass Saunders auf sehr unkonventionelle Weise eine Geschichte erzählt hat. ‚Fuchs 8‘ wird ähnlich ungewöhnlich erzählt, ist meiner Meinung nach aber deutlich eingängiger als ‚Lincoln im Bardo‘, was sicherlich auch an der Kürze des Buches und an den schönen Illustrationen von Chelsea Cardinal liegt. Mit ‚Fuchs 8‘ hält man ein wunderschönes Büchlein mit einem sehr kreativen Umgang mit Sprache in den Händen. Leicht zu lesen fand ich es wegen der (beabsichtigten) Schreibfehler nicht, aber es wirkt aufgrund der besonderen Sprache authentisch und stimmig, ist zudem stilistisch, inhaltlich und in Bezug auf die vermittelte Botschaft gelungen. George Saunders: Fuchs 8. Aus dem amerikanischen Englisch von Frank Heibert. Mit Illustrationen von Chelsea Cardinal. Luchterhand Literaturverlag, 2019, 56 Seiten; 12 Euro.

Lesen Sie weiter

Zum Nachdenken

Von: Collaine

09.04.2020

Dieses wundervolle Buch hat mich tief bewegt. Wir können alle noch viel über Liebe und Gemeinschaft von Fuchs 8 lernen. Ich werde nicht allzu viel verraten. Fuchs 8 war schon immer ein bisschen anders als die anderen Füchse, ein Tagträumer mit einem großen Interesse an den Menschen. Er lernte "mänschisch" indem er sich in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlesen. Als für den Bau eines Einkaufszentrums der Heimatwald der Füchse zerstört wird und die Nahrung knapp wird, zieht Fuchs 8, begleitet von Fuchs 7, los um Hilfe bei den Menschen zu finden... Fazit: Eine rührende Kurzgeschichte, liebenswert erzählt, absolut lesenswert!

Lesen Sie weiter

Fuchs trifft Mensch

Von: Ina Richter

17.03.2020

Fuchs 8 ist ein Tagträumer, der freundlich und aufgeschlossen durch‘s Leben geht. Er ist fasziniert von den Menschen und ihrer Sprache und eignet sich diese an, indem er abends immer wieder seinen Wald verlässt und am Fenster lauscht, während eine Menschenmama ihren Kindern Gute Nacht-Geschichten vorliest. Die anderen Füchse belächeln ihn und können das nicht verstehen. Als eines Tages der Wald einem großen Einkaufszentrum zum Opfer fällt und somit das Leben des gesamten Rudels auf dem Spiel steht, trifft Fuchs 8 eine folgenschwere Entscheidung. Er schnappt sich seinen besten Kumpel, Fuchs 7, und läuft mit ihm guter Dinge zum Einkaufszentrum, um dringend benötigte Nahrung zu besorgen. Dort angekommen wird sein Glaube an das Gute im Menschen jedoch erschüttert, und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war... Fuchs 8 hat eine dermaßen liebenswerte, naive Sicht auf die Dinge, dass man ihn direkt ins Herz schließt. Er sieht nur das Gute im Menschen und es bricht mir fast das Herz, als er so jäh von ihnen enttäuscht wird. Trotz allem, was ihm widerfährt, verliert er nicht die Hoffnung und so schreibt er uns Menschen einen bewegenden Brief und zwar auf „mänschisch“, so wie er es gelernt hat. Selten habe ich ein so ungewöhnliches, emotionales Büchlein gelesen, das auch noch lange nachwirkt. Großes Lob hier auch an den Übersetzer - amerikanisches mänschisch in deutsch zu übertragen war sicher eine besondere Herausforderung! Bitte lest selber! Lasst euch von Fuchs 8 berühren!

Lesen Sie weiter

Rührende Geschichte

Von: Nicole aus Bad Bevensen

06.03.2020

Dieses wundervolle Buch hat mich tief bewegt. Wir können alle noch viel über Liebe und Gemeinschaft von Fuchs 8 lernen. Ich werde nicht allzu viel verraten, weil ich der Meinung bin ihr solltet es auf jeden Fall selber lesen. Fuchs 8 war schon immer ein bisschen anders als die anderen Füchse, ein Tagträumer mit einem großen Interesse an den Menschen. Er lernte "mänschisch" indem er sich in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlesen. Als für den Bau eines Einkaufszentrums der Heimatwald der Füchse zerstört wird und die Nahrung knapp wird, zieht Fuchs 8, begleitet von Fuchs 7, los um Hilfe bei den Menschen zu finden... Nicht die beste Idee... Fazit: Eine rührende Kurzgeschichte, liebenswert erzählt, absolut lesenswert!

Lesen Sie weiter

Ein Fuchs, der einen Brief an die Menschen schreibt. Klingt wie ein Märchen? Oder ein Kinderbuch? Ist es aber keineswegs. Dafür ist das Thema dahinter zu ernst und zu wichtig. Klar, Kinder können das Buch auch lesen, fraglich ist nur, ob sie es dann schon verstehen. Kleine Kinder sicher nicht, ältere Kinder ganz bestimmt. "Fuchs 8" von George Saunders ist ein wirklich kleines, kurzes Buch. Das es aber in sich hat! Fuchs 8 war immer schon neugierig und ein bisschen anders als die anderen Füchse seiner Gruppe. So hat er die menschliche Sprache gelernt, weil er sich gern in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlasen. Die Macht der Worte und Geschichten befeuert seine Neugier auf diese Wesen, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben, und sie finden kaum noch Nahrung. Dem stets belächelten Tagträumer Fuchs 8 bleibt nur eines: Er beschließt, seine Fuchsfamilie zu retten, und macht sich auf den Weg zu den Menschen. Wie schon gesagt: es ist ein kleines Buch, gerade einmal 56 Seiten. Es beinhaltet viele schöne Illustrationen in schwarz-weiß (lediglich der Fuchs bzw. die Füchse sind orange). Fuchs 8 richtet seinen Brief an einen Menschen in der Hoffnung zu erfahren, warum die Menschen so sind, wie sie sind oder ob sie vielleicht doch ganz anders sind und er das nur nicht verstanden hat. Es geht um Liebe, um Freundschaft, um Familie, um Natur, um Umweltschutz und darum, dass wir Menschen den Tieren den Lebensraum wegnehmen und auch manchmal grausam zu den Tieren sind. Der Brief von Fuchs 8 hat mich tief berührt. Er ist so geschrieben, wie Fuchs die menschliche Sprache eben versteht - quasi in Lautsprache - und teilweise recht schwierig zu lesen, aber mächtig lustig auf jeden Fall. Fuchs 8 ist so ein liebes, einfaches, wundervolles Wesen und er schreibt einfach nieder, was er erlebt hat und wie seine Gedanken dazu sind. Auf sehr naive, aber auch sehr tiefgründige Art und Weise. Ich musste oft lachen, mir aber auch mal ein Tränchen wegwischen. Dieses kleine Buch hat mein Herz im Sturm erobert, von der ersten Seite an bis zur letzten und ich werde es garantiert in Ehren halten. Und später mal meinem Enkel vorlesen, wenn er ein bisschen älter ist und es verstehen kann. Von mir aus absoluter Überzeugung 5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine absolute Leseempfehlung. Ein Buch, das zu Herzen geht und einfach nur wunderschön ist!

Lesen Sie weiter