Rezensionen zu
Die Geschichtensammlerin

Jessica Kasper Kramer

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Die Autorin verwebt aus meiner Sicht geschickt die Märchenwelt eines Kindes mit historischen Ereignissen des kommunistischen Rumäniens. Diese gewählte Form vermittelt die Umstände unter diesem Regime eindringlich ohne emotional zu sehr zu bedrücken. Die Leichtigkeit des Kindes in an dieser Stelle sehr hilfreich und gestaltet die Atmosphäre bittersüß. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Spannend, überraschend, erinnernd

Von: Wunderland80

11.01.2021

Dieses Buch hat mich sehr gefesselt, mich an alte Bräuche und Rituale zurück erinnert. Die Hauptfigur verarbeitet ihr erlebtes in Geschichten und es wird nochmal deutlich wie wichtig Überlieferungen von Generation zu Generation ist. Ein wirklich tolles Buch zum mitfiebern.

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Wir in Deutschland erfahren im Normalfall nicht viel über die jüngere Geschichte des europäischen Auslands. In "Die Geschichtensammlerin" wird die Geschichte Rumäniens der letzten 100 Jahre, aber hauptsächlich im Jahr 1989 aus der Sicht eines ca 10 Jahre alten Mädchens erzählt. Alle Anekdoten und Begebenheiten wurden der Authorin von rumänischen Freunden erzählt, so dass dieses Werk sehr authentisch rüber kommt. Für mich als Leserin, die der deutschen Geschichte einfach müde geworden bin, war dieses Buch lehrreich und erfrischend.

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Mit den Augen eines Kindes

Von: Mia0511

27.11.2020

Die Geschichten Sammlerin ist ein wundervolles Buch über Kreativität, Traumbildern und den Blick auf die Welt aus den Augen eines Kindes heraus. Das alles in einer Zeit und einem Land, wo Individualität und Kreativität nicht gewünscht sind, zeigt umso mehr wie schwierig solche Regime und Zeiten gerade auch für Kinder sein können. Wunderbar und ein tolles Buch für die gesamte Familie.

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Geschichte gut aufgearbeitet

Von: rastaman21

28.08.2020

Ein sehr berührendes Buch, das zwischen Märchen und der Realität wechselt. Zu lesen, wie es war, in der Zeit Ceausescu zu leben und was alles getan wurde, damit man nicht auffällt bzw. verhaftet wird. Letztendlich zeigt sich aber doch, wenn sich ein unterdrücktes, armes und hungriges Volk erhebt und den Umsturz herbeiführen kann.

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Es ist eine schöne Idee, gut geschrieben, leicht zu lesen. Man freundet sich mit der Protagonistin an, wird in ihre Gefühlslage versetzt und fiebert mit. An sich kann ich das Buch sehr empfehlen - nur ist es nichts für mich. Ich hatte andere Erwartungen, mich konnte das Buch nicht fesseln. Trotzdem denke ich, dass es vielen anderen eine Freude bereiten kann und vielleicht auch für dich genau das Richtige ist.

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Die Geschichtensammlerin

Von: Oliver Hoffmann

21.08.2020

Die zehnjährige Ileana liebt Geschichten, Märchen und Gedichte, sie schreibt sie auf und sammelt diese Texte wie Schätze. Doch Ileana lebt im kommunistischen Rumänien des Jahres 1989, in dem die Menschen in ständiger Angst leben, Lebensmittel immer knapp sind und zu jeder Zeit der Strom ausfallen kann. In dieser Zeit sind Geschichten ein gefährliches Gut, sodass Ileanas wertvolle Sammlung von ihrem Vater vernichtet wird und sie schließlich zu ihren Großeltern aufs Land geschickt wird, um dort in Sicherheit zu sein. Doch die Securiatate dringt nur wenig später bis in die Wäldern der Karparten vor, so dass Ileana genauso schlau und listig sein muss wie ihre Namensvetterin aus ihrem geliebten Märchen, um ihre Familie zu retten. Die Autorin verwebt in ihrem Debütroman »Die Geschichtensammlerin« Erzählfäden aus dem historischen Genre mit rumänischer Folklore und märchenhaften Passagen zu einem fesselnden zeitgenössischen Roman. Die Geschichte ist im Jahr 1989 in Rumänien angesiedelt und trägt sich somit im Jahr der blutigen Revolution gegen den neostalinistischen Diktator Ceaușescus und die kommunistische Politik des Regimes zu. Als Erzählerin und Hauptprotagonistin fungiert die zehnjährige Ileana, die nach der jüngsten Prinzessin aus ihrem Lieblingsmärchen benannt wurde, tatsächlich gab es wirklich einmal eine rumänische Prinzessin mit diesem Namen (es gibt allerdings keinen Bezug zum Märchen im Roman). Als Tochter eines Literaturprofessors liegt ihr die Liebe zu Geschichten bereits in den Genen und so schreibt und sammelt Ileana Erzählungen und Märchen in einer glitzernden Mappe, die ihr alles bedeutet. Die bedrückenden Kapitel werden immer wieder von den Erzählungen, die Ileana sammelt und natürlich dem Märchen über die listige Prinzessin aufgelockert, welche perfekt mit der historischen Geschichte verschmelzen. Jessica Kasper Kramers Erzähl- und Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, doch an manchen Stellen bricht die Verwendung von zu moderner Sprache und Redewendungen die Buchmagie, denn Wörter wie beckackt, verzapft oder Schiss haben, wollen nicht so recht zum nostalgischen Bild dieser Zeit passen und verleihen dem Werk etwas Entrücktes. »Die Geschichtensammlerin« ist ein bemerkenswertes Romandebüt, das mit einer fesselnden Mischung aus Historie, Folklore und Märchen begeistert.

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Ileana ist die Protagonistin dieses herausragenden Romans von Jessica Kaspar Kramer. Sie lebt mit ihren Eltern im kommunistischen Rumänien 1989 in einer kleinen Wohnung in einem Vielparteienhaus. Diese Wohnung wurde ihnen nach der Enteignung zugewiesen. Zurückhaltend leben sie dort und versuchen nicht aufzufallen. Ileana vertreibt sich die meiste Zeit des Tages mit dem Schreiben und Niederschreiben von Geschichten. Dabei handelt es sich um Märchen, um geschichtliche Ereignisse oder gefährliche Wahrheiten, über die sich die noch sehr junge Ileana nicht bewusst ist. Bereits zu Beginn des Buches wird ihr geliebter Onkel Andrei verschleppt. Der Vater ist sich sicher, dass er tot ist. Rasch wird klar, dass durch die Verschleppung Andreis nun auch das Leben der dreiköpfigen Familie in Gefahr ist. Ileanas Sammlung aus Geschichten, ein dickes Buch mit unzähligen losen Seiten, wird daher vom Vater vernichtet und das junge Mädchen zu Verwandten aufs Land geschickt. Allerdings lässt auch dann die Securitate, der Sicherheitsdienst des damaligen Rumäniens, nicht von Ileana ab. Sie folgen ihr bis in die Wälder der Karpaten... Das Buch wurde als Mischung zwischen "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak und "Der Schatten des Windes" angepriesen. Dadurch wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. "Der Schatten des Windes" ist eines meiner großen Lebenslesehighlights. Bis in die frühen Morgenstunden konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen. "Die Bücherdiebin" hatte mich damals zutiefst berührt und berührt mich bis heute. Zu Beginn meines Blogs "Aig an taigh" zierte sogar eine Fotografie aus diesem Roman meine Headline. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit gut gewebtem Magischen Realismus begegnen wir der jungen Ileana und reisen mit ihr in die Karpaten. Dort lernt die Zehnjährige nicht nur ihre Großeltern kennen, sondern erkennt, dass sie eine selten Gabe im Zusammenhang mit dem Erzählen von Geschichten besitzt. Gemeinsam mit dem Dorf, in das sie aufgenommen wurde, kämpft sich um Gerichtigkeit und Schutz vor dem Regime, stets umhüllt von der Atmosphäre des Magischen Realismus. Ich freue mich schon jetzt auf einen weiteren Roman von Jessica Kaspar Kramer! Die Professorin für Angelistik beweist viel Talent und ich werde dieses Buch hüten wie einen Schatz!

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