Rezensionen zu
Das Transzendente in der Psychotherapie

Johannes B. Schmidt

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Bei einem Trauma-Seminar von Dami Charf weckte Johannes B. Schmidt (Diplom-Psychologe und Psychotherapeut) meine volle Aufmerksamkeit. Er sprach als Therapeut genau jene Problemfelder an, die mir als psychologische spirituelle Beraterin und Privatmensch begegnen und wo ich ansetzen darf und kann. So erfuhr ich Therapie-Methoden besitzen weniger einen Einfluss auf Erfolg als ein positiveres erlebtes Alltagsleben außerhalb der Therapiestunde. Es stimmt schon: Nach der Therapie ist vor der Therapie. Spiritualität und der Mensch (Therapeut wie auch Klient) selbst sind ausschlaggebend und psychologische Allgemeinbildung in der Gesellschaft wünschenswert. Soviel zur Vorgeschichte und dann weckte dieses Buch mein Interesse, über Spiritualität und Präsenz im therapeutischen Wirken mehr zu erfahren. Es richtet sich als Fachbuch direkt an Therapeuten. Jene, die es werden wollen sowie Interessierte. Es ist ein Einblick in die Möglichkeit der therapeutischen Begegnung durch einen sakralen Raum und Intimität. Dabei blickt der Autor in verschiedene Glaubenssysteme, Methoden und Erkenntnisse. Abgerundet von vielen praktischen Beispielen und Erfahrungen verschiedener Therapeuten-Kollegen zeigt er auf eine etwas außer Acht gelassenen Wahrheit, welche hinter der fast schon „heiligen Arbeit“ und Transzendenz in der Psychotherapie zwischen den Teilnehmenden steckt. Spoiler: Baddabing! Hier wird eine Brücke geboten zwischen Theorie und Praxis, die ich bei vielen seiner Kollegen schmerzlich vermisse. Denn spirituelle Berater können maximal Samen streuen und schutzgärtnerische Tipps verteilen, die eine therapeutische Arbeit und Begegnung unterstützen.

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Dieses Buch öffnet eine Dimension, die im therapeutischen Kontext immer noch wenig Beachtung findet. Es beinhaltet eine Dichte von erlebten Seinserfahrungen und Anbindung an das Transzendente. Es ist wohltuend, diesen Teil in Verbindung mit Therapie zu thematisieren, da in diesen Räumen, Johannes B. Schmidt nennt es auch da wo es Still wird, etwas geschehen kann, dass man Heilung nennen könnte, da eine strukturelle Veränderung geschieht. Entlastung tritt ein. Angereichert mit vielen Interviews von Therapeuten, die tiefe Einblicke in diese Welt öffnen und uns daran teilhaben lassen. Persönliche Erfahrungen aus Sitzungen des Autors sind beschrieben und lassen uns Teilhaben, da wo intime Begegnung stattfindet. Intimität im Kontext von Tiefe, Verletzlichkeit, tief empfundener Liebe und Präsenz. Mir hat das Buch geholfen Worte zu finden für etwas das ich täglich erlebe, das mich bereichert und immer wieder tief berührt. Vielen Dank für das wertvolle Wirken für traumatisierte Menschen, die diese Achtsamkeit und Anbindung brauchen um das Schreckliche hinter sich lassen zu können. Ich wünsche mir, dass viele Therapeuten sich dieser Welt öffnen.

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Es ist das tiefe Anliegen des Autors, uns die Wirksamkeit der Transzendenz in der Therapie (und natürlich auch im Leben allgemein) nahe zu bringen. Unbeschreibbares zu beschreiben – das ist natürlich nicht einfach. Im Zentrum des Buches dazu Interviews mit Therapeuten, die uns das Unsagbare näher bringen. Der Rahmen bildet dann die Ausführungen zur Transzendenz mit persönlichen Eindrücken und Erfahrungen - gefestigt durch wesentliche Zitate. Transzendenz in der Psychotherapie: vom Ich nicht zu Gott (der ja seit Nietzsche tot ist), sondern zum Göttlichen im Du. Und natürlich entsprechend auch zum Wir – was den Zugang zur traumatisierten Welt ermöglicht. Hoffentlich lernen wir, dieses universelle Heilmittel anzuwenden, um unsere eigenen Verletzungen, diejenigen unserer Mitmenschen und die der Erde über die Transzendenz heilsam anzugehen. JBS sei gedankt für seine so wichtigen Impulse, die am besten im praktischen Setting umgesetzt und erfahren werden können.

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