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Rezensionen zu
Die Schwestern von Marzahn

Christiane Tramitz

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€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

So ist das Leben

Von: Gartenhexe

29.10.2020

Lange habe ich das Buch von einem Stapel auf den anderen gelegt und konnte mich nicht durchringen, tatsächlich mit dem Lesen anzufangen. Aber ich bin froh, daß ich es dann doch getan habe. Klare Worte, eine schöne Sprache, manchmal auch erschreckend. Schwer ist es, nichts zu haben und ganz unten zu sein... Die Autorin schafft es super, die Schicksale der handelnden Personen zu verbinden. Im Nachhinein: ich bin dankbar, das ich dieses Buch als Testleserin bekommen habe.

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Millieustudie

Von: Gartenfee

15.06.2020

Inhalt: Ein Mann, der nichts zu geben hat – zwei Mädchen, die alles brauchen – eine einzigartige Freundschaft Fabian Krüger, arbeitslos, von seiner Frau verlassen und einsam, trifft auf der Treppe seines Plattenbaus auf zwei kleine magere Mädchen, die sich ausgesperrt haben. Obwohl er genug eigene Sorgen hat, kümmert er sich zunehmend um die Schwestern, er kauft von seinem wenigen Geld Essen für sie, macht Hausaufgaben mit ihnen. Er sorgt fast ein Jahr für die Kleinen, bis sie plötzlich verschwunden sind. Mithilfe der anderen Bewohner des Plattenbaus kommt Krüger zu einer schrecklichen Erkenntnis. Sein Leben erfährt eine jähe Wendung, auch weil es zwei Ordensschwestern gibt, die den Marzahnern seit 1992 in ihrer „Lebensberatungsstelle“ Hilfe anbieten. Ihre Mission lautet: Wunden heilen. Die Bestsellerautorin Christiane Tramitz erzählt eine ebenso berührende wie erschreckende Geschichte, die exemplarisch für das Leben vieler Menschen in Deutschland steht. Zugleich ist es eine hoffnungsvolle Geschichte voller Liebe und Zuversicht, die zeigt, wie sich Menschen in den schwierigsten Situationen umeinander kümmern – und dass dann tatsächlich Wunden geheilt werden können. Ich wohne auch in Berlin, in einer netten Gegend mit vielen Ein- und Mehrfamilienhäusern. Was ich in diesem Buch über Marzahn erfahren habe, war nicht wirklich etwas Neues. Aber anhand der Schicksale des Ehepaars Krüger wurde mir verdeutlicht, wie schnell es doch auch mal unverschuldet bergab gehen kann. Die Wege der beiden, die sich nach dem Tod des Kindes trennten (erst zwischenmenschlich dann auch räumlich), werden hier in unterschiedlicher Erzählweise gezeigt. Dieses Buch ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern lässt mich doch etwas nachdenklich zurück...

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wie Wahr

Von: StupStup

20.03.2020

super buch. super geschichte. danke das ich dabei sein durfte. in diesem buch steckt das "ganz" normale leben drin. kaum vorstellbar wie schnell man im leben von oben nach unten fallen kann. Einfach wow und damit echt weiter zu empfehlen.

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Fabian Krüger hat alles verloren. Seinen Sohn, seinen Job, seine Frau. Mit dem Untergang der DDR ging sein Leben zugrunde. Seitdem sitzt er in den Plattenbauten von Marzahn. Versäuft sein weniges Geld, hadert mit seinem Schicksal. Bis er eines Tages die Töchter einer Nachbarin kennen lernt, die sich um den Haushalt alleine kümmern müssen. Aus anfänglicher Ablehnung wird eine seltsame Freundschaft. Marzahn, kein Ort, der berühmt für wohlbehütet aufwachsende Kinder und niedrige Arbeitslosenzahlen ist. Wer hier lebt, ist ganz unten angekommen – und doch hat man Stolz, manche haben eine Beschäftigung, der sie nachgehen und zwischen all der gegenseitigen Ablehnung zwischen den Menschen, die hier leben, gibt es Bekanntschaften und zarte Freundschaften. Für die meisten ist der Weg zur Tafel wie ein Spießrutenlauf; wer zum ersten Mal dorthin geht, weint, schämt sich, hofft, nicht erkannt zu werden. So ergeht es auch Fabian Krüger. Der Mann hat außer seinen Saufkumpanen nichts mehr, woran sein Herz hängt. Sein Sohn starb vor vielen Jahren, er verlor seinen Job, als die Grenze geöffnet und alles durch moderne Technik ersetzt wurde. Dann verließ ihn seine Frau, die Liebe seines Lebens. Krüger wohnt alleine in der Platte, seit über 30 Jahren in der gleichen Wohnung, die einmal so teuer und wertvoll gewesen ist und nun verwaist nur noch einen einzigen Bewohner beheimatet. Er ist verbittert, was vollkommen verständlich ist, und schichtet die Münzen auf kleine Türmchen auf, so viel hat er noch, so viel kann er in Bier investieren. Doch dann sitzen eines Tages die zwei Mädchen aus dem achten Stock auf der Treppe, morgens, mittags und abends und Krüger hat tief in sich ein Herz, Mitgefühl, Empathie. Die Mutter ist ins Krankenhaus gekommen, die Mädchen haben keinen Schlüssel, Krüger öffnet die Wohnungstür. Der Beginn einer Freundschaft. Sie lassen Drachen fliegen, sie lernen und spielen zusammen, sie kochen. Langsam heilen jahrzehntealte Wunden – und doch ist keine Freude von Dauer. Gleichzeitig gibt es zwei Ordensschwestern, die sich in Marzahn um die hungernden Seelen kümmern, auch um Krügers Frau, die nach langer Zeit, nach vielen Tränen, Schreien, Wut und Enttäuschung endlich ihre Geschichte erzählen kann. Die Geschichte ihrer Ehe, ihres Sohnes, ihres Lebens davor und danach. Die Schwestern von Marzahn ist ein empathisches Werk, das Hoffnungslosigkeit spürbar werden lässt. Perspektiven gibt es keine, zu eingefahren ist man im Trott aus Geld zählen und über die Runden kommen, dass man den Blick nicht heben kann – wohin auch? Gleichzeitig ist der eigene Kummer zu groß, die Enttäuschungen und Wunden sind tief, so dass man nicht auf andere achtet, weil man es einfach nicht kann – und es ist immer besser, sich nicht einzumischen. Wie es an anderer Stelle heißt: „Marzahn ist überall„, das gilt auch hier, denn die Botschaft ist klar: Aufeinander zu achten, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, damit Wunden heilen können – und manches gar nicht erst passiert. Statt die Nase zu rümpfen und wegzuschauen, ist die (Lebens-)Geschichte hinter den Menschen ausschlaggebend. Das Buch ist flüssig geschrieben und nimmt den Leser mit nach Marzahn, in die trostlose Siedlung der Hoffnungslosigkeit.

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Tolles Buch

Von: Susanne

12.06.2019

Sehr beeindruckend und spannend, aber stimmt den Leser auch sehr nachdenklich. Ich bin sehr schockiert, dass es solche Schicksale in einer Stadt des Überflusses (Berlin) gibt

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Was heißt es, in Europas größter Plattenbausiedlung nach der Wiedervereinigung zu leben? Der Roman von Christiane Tramitz versucht die Antwort auf diese Frage ausgehend von zwei katholischen Schwestern im Zeitraum von 28 Jahren zu finden. Die Schwestern hatten zuvor ihren Dienst in den Slums von Lima geleistet, bevor sie nach der Wende ihren Dienst in Berlin-Marzahn antraten. Aber ihre Geschichte soll nur die Verbindung zu drei exemplarisch ausgewählten Schicksalen von über 100.000 darstellen. In stark voneinander abgegrenzten Geschichten, die sich spannend lesen, möchte der Leser mehr erfahren, aber dann springt die Handlung im folgenden Kapitel zur nächsten Familie. Der Versuch einer Sozialstudie gelingt sehr gut, wenn auch durch die Kapitelgliederung eine gewisse Abgehacktheit entsteht. Alle, die nie Marzahn gesehen haben, alle die Berlin nur von den Touristenplätzen kennen, alle, die wissen wollen, wie schwer das Leben mit Hartz IV im anonymen Plattenbau verläuft, werden hier Antworten finden.

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Lesenswert

Von: Melly

15.05.2019

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Krüger aus der DDR, die in Berlin Marzahn lebt. Sie wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt (Marie Krüger - die Ehefrau, Fabian Krüger - der Ehemann und von zwei Ordensschwestern, die nach Marzahn kommen, um zu helfen - sie lernen die Krügers kennen, als diese ihren Sohn Thilo verlieren). Das Buch ist sicherlich keine Entspannungslektüre für zwischendurch, sondern regt zum Nachdenken an. Man wird wachgerüttelt, bekommt einen Einblick in das Leben in der DDR und was es bedeutet, im Leben ganz unten angekommen zu sein. Ab und zu waren mir die Sprünge der Perspektiven etwas groß und manche Entwicklungen zwischen den Charakteren hätte ich gerne detaillierter gelesen (z.B. die Beziehung zwischen den Mädchen und Fabian und auch die Gedanken und Gefühle der Mädchen). Trotzdem fand ich das Buch spannend und habe es innerhalb weniger Tage Stück für Stück "verschlungen". Von mir gibt es also eine klare Empfehlung für alle, die nicht nur an Gutwetterlektüre mit happy end interessiert sind.

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Nostalgie

Von: Margarita

09.05.2019

Das Buch ist in einer reinen Sprache verfasst. Der Alltag der Protagonisten ist sehr detailliert, bis auf die letzte Münze beschrieben. Das Buch erinnerte mich an die sozialistische Literatur.

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