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Rezensionen zu
Opferstunde

Nicole Neubauer

Kommissar Waechter (4)

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Kriminalroman mit Lokalkolorit

Von: mirabellaparadise

05.04.2021

In diesem bayrischen Kriminalroman mit Lokalkolorit, der u.a. im Obdachlosen-Milieu spielt, geht es um Stalking, Gaslighting, Narzissmus, Scheidungskriege und Kindesentzug. Typische regionale Schreckgestalten wie der Krampus und Auszüge vom DRACHENZÄHLERLIED spielen eine große Rolle. Mehrere alleinerziehende Mütter werden in kurzen Zeitabständen Opfer eines Serienmörders. Auf den ersten Blick gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Sehr schnell stellt sich heraus, dass einige Ex-Männer der Frauen einem Verein von Trennungsvätern angehörten: Väter, die sich ungerecht behandelt oder ausgebeutet fühlen und auf Rache bzw. Gerechtigkeit aus sind. Ein brisantes Thema, da man weiß, dass in der Realität einige Frauen tatsächlich ungerechtfertigt Kindesmissbrauch als Druckmittel verwenden. Aber führt diese Spur tatsächlich zu dem Täter? Den ermittelnden Kommissar Hannes Brandl finde ich sehr unsympathisch. Während er mit seiner neuen Lebensgefährtin versucht, ein alternatives Lebensmodell jenseits von Konventionen auf dem Land zu führen und seine drei kleinen Kinder vergöttert, hat er mit seiner 16jährigen Tochter aus erster Ehe jahrelang keinen Kontakt. Obwohl seine vier Kinder kurzzeitig „entführt“ oder „vermisst“ und seine Hühner getötet werden, handelt er nicht so, wie ich es von einem Vater, insbesondere wenn er der Kripo angehört, erwarten würde. Überraschenderweise sind in dieser Story zwei ältere Damen, von denen eine unter Inkontinenz und Demenz leidet, die wahren Heldinnen. Der lockere Schreibstil sorgt für einen leichten Lesefluss. Nicht so gut gefallen hat mir, dass die Autorin in diesem Krimi zwar viele interessante Themen oberflächlich streift, aber nicht in die Tiefe geht.

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"Opferstunde" von Nicole Neubauer hat mich gefesselt - genau wie die Vorgänger der Autorin. Menschen, denen man alles nimmt, wozu sind sie fähig ??? Zwei Frauen werden beim Joggen ermordet. Unter der Wittelsbacher Brücke sind Obdachlose, sie sind die einzigen Zeugen der Tat. Die Kommissare Wächter und Brandlermitteln wieder. Hass und Aggression schlagen ihnen entgegen und es passieren seltsame Dinge. Brandl wird verfolgt und jemand schleppt seine Tochter davon. Alles muss irgendwie miteinander zu tun haben. Er versucht, den Stalker aus der Reserve zu locken ... Da ist ein Väterverein, der sich vordergründig um die Rechte der Väter kümmert. Beide Frauen mussten nach der Scheidung um ihre Kinder kämpfen ... Genial gemacht - psychologisch angehauchter Kriminalroman - fesselnd zu lesen, spannend und immer wieder in andere Richtung driftend. Hat mich gefangen genommen und bestens unterhalten. Die Charaktere sind sehr gut in ihren Handlungen beschrieben und so auch die Szenen, die bildhaft beschrieben sind und fesselnd spannend zu lesen. Leseprobe: ======== "Gern." Elli köpfte den Nikolaus. Dr. Luong bot ihn auch Waechter an, der aber lehnte beinahe entsetzt ab. "Sie sollten mal in meine ambulante Sprechstunde kommen", meinte Dr. Luong zu Waechter. "Sie gefallen mir nicht." "Mir geht´s gut", sagte Waechter. Man sieht - es gibt immer wieder die wörtliche Rede, mit der die Handlung versetzt ist, so kann man sich sehr gut eindenken und ist involviert in die Handlung, alles läuft natürlich wie ein Film vor dem inneren Auge ab, weil alles detailliert - aber nicht langatmig - beschrieben ist. Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen.

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