Leserstimmen zu
Tod im Februar

Alan Parks

Die Harry McCoy-Serie (2)

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Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« Alan Parks zweiter Roman um den jungen Detective Harry McCoy. 10 Tage im Februar 1973 in Glasgow, eine Orgie aus Blut und Gewalt, aber nicht nur. Bereits nach zwei Seiten wird klar, warum »Tod im Februar« bei HEYNE HARDCORE erschienen ist – HARDCORE KRIMINALROMAN. Der junge 22jährige Charlie Jackson, Linksfuß bei Celtic Glasgow wird getötet und in seine Brust wird „BYE BYE“ geritzt, dass das Blut in hohem Bogen in die Pfütze klatscht; und als das noch nicht genug wäre, hat ihm der Täter sein bestes Stück abgeschnitten und in den Mund gesteckt, abgesehen vom Schuss ins Auge, der den Hinterteil seines Schädels wegsprengte. Prost und Mahlzeit. McCoy übergibt sich, hat gerade zwei Dosen Pale Ale intus und einen halben Joint. Der Umgangston zwischen den Polizisten untereinander und ihren Klienten ist obszön und vulgär, zwischen Anwalt und seinen Klienten um es vornehm auszudrücken „ungesittet“. Hardboiled Roman. Kalt und nass im winterlichen Glasow, pervers die Akteure, schroff die Dialoge und ungeschönt die Realität. Murray, McCoy und Wattie auf der einen Seite, die Unterwelt von Glasgow auf der anderen mit Hauptdarsteller Stevie Cooper. Bei McCoy weiß man das nicht so genau. Wer die Morde begangen hat steht fest, nur finden muss ihn die Polizei. Dabei werden Stevie und Harry von ihrer Vergangenheit im Kinderheim gejagt. Zu guter Letzt dreht sich der Plot in eine unerwartete Richtung. Nicht unbedingt befriedigend, aber das ist ein Wesensmerkmal von HARDCORE KRIMINALROMANen. Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, geradlinig und spannend erzählt, mit einem Schuss Noir, das dem Leser die Überlegung abringt, ob das wirklich das Genre ist, das er bevorzugen soll oder will.

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Zurück im Dienst erwarten Detective Harry McCoy alles andere als Zeit zum Durchatmen und Fälle, die, im Gegensatz zu den vorangegangenen, etwas weniger als vollen Einsatz erfordern. Wiederum stehen die Zeichen auf Sturm, und das nicht nur auf dienstlicher Ebene. Die Grenzen von Gut und Böse zeichnet Alan Parks in diesem Roman keinesfalls klar voneinander getrennt, so wie sich das gehört, und dies liegt nicht nur in der Person des Zuhälters Stevie Cooper, McCoys langjährigem Freund, begründet. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, entwickelten sich aber in gegensätzliche Richtungen, jedoch gibt es auf beiden Seiten die in etwa gleichen alten Rechnungen zu begleichen. Generell zeigt sich Alan Parks in der Schilderung schauriger Details wenig zimperlich, was auch für Leserinnen und Leser als Voraussetzung zur Bewältigung dieser Lektüre gilt. Jedoch ist man aufgrund gewisser Vorkommnisse in gewissen Einrichtungen ebenfalls bereit, moralische Schranken zu übersehen, auch wenn die Dämonen der Vergangenheit damit letztlich nicht wirklich besiegt werden können. Wenig erstaunlich ist die Tatsache, dass es sich in einem Thriller um das gewaltsame Ableben einiger handverlesener Kandidaten handelt. Die Frage des Warum und Wie dann schon eher, oder noch erstaunlicher wird es, wenn alsbald der Mörder nicht unbedingt gefunden, aber zumindest bekannt ist. Wer ab diesem Zeitpunkt weitere Eskalationen ausschließt, sollte sich gewaltig irren ... Fast scheint es nicht möglich zu sein, dass sich die Ereignisse um jene "Aktion" noch weiter zuspitzen könnten, bis das Undenkbare geschieht! Ein einmaliger Fall und eine ebensolche Zwickmühle, die sicherlich so noch nie in einem Kriminalroman beschrieben wurde. Wie sollen der Cop und sein Spezi da jemals wieder herauskommen? Glasgow. Schottland. Februar 1973. Und mitten im Sumpf des Verbrechens eine Figur, wie aus einem der düsteren Kriminalfilme Jean-Pierre Melvilles entsprungen. Harry McCoy gewinnt, ohne jemals zu siegen. "Tod im Februar" ist Geschichte und (nicht nur) McCoy ganz unten angekommen. Ob es im März wieder aufwärts gehen wird ...?

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Direkt mal vorweg: Tod im Februar ist kein Krimi für zartbesaitete Leser! Der Umgangston zwischen den handelnden Personen ist rau, hart und sehr direkt. Es wird getrunken, geraucht, aufs Derbste geflucht und der ein oder andere Chauvi-Spruch ist auch dabei. Wer damit umgehen kann, taucht in einen überaus spannenden Krimi ein, der im Glasgow der 70er Jahre spielt. Auf dem Dach eines Hochhausrohbaus wird die brutal zugerichtete Leiche eines jungen, erfolgreichen Spielers von Celtic Glasgow gefunden. Harry McCoy, der seine eigenen Dämonen mit sich herumträgt, beginnt zu ermitteln und stellt fest, dass der Fall alles andere als banal ist. Es geht darum, wer in der Glasgower Unterwelt das Sagen hat, außerdem um persönliche Verstrickungen, Vergeltung und Selbstjustiz. Mittendrin: Harry McCoy. Neben einem vielschichtigen, sehr spannenden Fall, der sogar einige Thrillerelemente bereithält, liefert Alan Parks einen authentischen Einblick in die dunkle Seite Glasgows. Im Milieu haben Gangsterbosse das Sagen und die Cops sind auf Kontakte in der Unterwelt angewiesen. Drogen, Alkohol, Gewalt und Prostitution sind an der Tagesordnung. Kein Buch für schwache Nerven also! Der Schreibstil ist direkt und auf den Punkt gebracht, kurze Kapitel halten die Spannung hoch und McCoy ist ein "harter Hund", der jedoch auf seine Weise sympathisch ist. Ich hatte den ersten Band vorher nicht gelesen, doch das war nicht schlimm, ich hatte nicht das Gefühl, das mir Informationen fehlen. Im Gegenteil - die kleinen Hinweise auf den ersten Fall und vor allem die Figur des Harry McCoy machen Lust, auch den Vorgängerband zu lesen. Klare Empfehlung von meiner Seite!

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Glasgower Unterwelt

Von: Bine

31.03.2020

Da hab ich also wieder den zweiten Band eines Buches erwischt (Blutiger Januar ist der erste Band). Detective Harry McCoy ermittelte nämlich schon mal im Glasgow der 70er Jahre. Er ist durchaus kein typischer britischer griesgrämiger Detective, sondern ein schottischer Detective, aufgewachsen im Waisenheim, der es manchmal auch nicht so ehrlich mit der Moral meint. Chief Inspector Murray der sich seiner angenommen hat, heißt das alles natürlich nicht gut. Harrys Spürsinn ist gefragt, als ein junger Mann sehr blutrünstig ermordet wird. Die Darstellung der Leiche ist wirklich sehr plastisch und wohl eher nix für schwache Nerven. Der Tote ist der Schwiegersohn eines Mafiabosses in Glasgow und spielte erfolgreich Rugby bei den Celtics, ist dies also eine Tat einer verfeindeten Bande? Harry wird auch zu einer anderen Leiche gerufen, doch da es sich hier "nur" um einen Landstreicher handelt, wird der Fall schnell als Selbstmord behandelt. Doch Harry lässt auch dieser Fall nicht los und fängt zu ermitteln an. Ich mag schottische Krimis wirklich sehr, da ihre Protagonisten oft mehr Ecken und Kanten haben als die typisch englischen Detectives die man auch aus dem Fernsehen kennt. Wer also hier einen Barnaby erwartet wird enttäuscht. Obwohl sich auch Harry nicht wirklich an das Gesetz hält bzw. es in die eigene Hand nimmt, so konnte ich mich dennoch schnell mit dieser Hauptfigur anfreunden. Wollen wir nicht auch gerne mal was aus jemanden "rauspressen" der bestimmt etwas weiß, es aber nicht sagt um jemanden oder sich selbst zu schützen? Das ich den ersten Band nicht gelesen habe ist nicht weiter schlimm, dennoch werde ich mir den ersten vielleicht sogar in "schottischer Sprache" zu Gemüte führen.

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ALAN PARKS - Tod im Februar (Heyne Hardcore) - Eine Orgie aus Blut und Gewalt - Der schottische Krimi Autor Alan Parks schickt seinen Ermittler Harry McCoy von der Glasgower Police Force erneut in den Glasgower Sumpf aus Korruption, Alkohol, Drogen, Sex und Gewalt. Ohne Rücksicht auf Verluste kämpft sich dieser durch seinen zweiten Fall als Detective. Es ist der 10. Februar 1973, McCoy’s erster Arbeitstag nach dem blutigen Januar, als ein junger Mann, gerade mal zwanzig Jahre alt, auf dem Dach eines Bürogebäudes ermordet und aufs Übelste zugerichtet aufgefunden wird. Seine Brust zieren die Worte "BYE BYE". Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Toten um den aufstrebenden Fußballspieler Charlie Jackson, der bei Celtic Glasgow unter Vertrag steht und dessen Schwiegervater in Spe der reiche Unternehmer Jake Scobie ist. Scobie, scheinbar außer sich vor Wut lässt ein Treffen mit Detective McCoy und Chief Murray über seinen Anwalt Archie Lomax organisieren, bei dem er den beiden Polizisten erklärt, dass sein psychopathischer Angestellter Kevin Connolly ein ungesundes Faible für seine Tochter Elaine entwickelt habe. Connolly soll sich daher auch an deren Verlobten Charlie Jackson gerächt haben. Der noch recht junge Detective Harry McCoy und Chief Murray nehmen die Unterstellung des unsauberen Geschäftsmanns Scobie natürlich nicht so einfach hin und ermitteln daher in alle Richtungen. Der Krimi-Noir erscheint anfangs etwas wirr, wird aber im Laufe des Plots mehr und mehr entzerrt. Und obschon "Tod im Februar" als Standalone betrachtet werden kann, sind gewisse Vorkenntnisse sicherlich von Vorteil, denn natürlich sind all diejenigen, die den blutigen Januar überlebt haben wieder mit von der Partie. McCoy, seine Freundin Susan, Kollege Watson (kurz Wattie genannt), Chief Murray, die Unterweltgröße und McCoy‘s Kumpel aus Kindertagen Steven "Stevie" Patrick Cooper, dessen rechte Hand Billy Weir, Cooper’s neuer Handlanger Jumbo, Gerichtsmedizinerin Phyllis Gilroy, Staranwalt Archie Lomax und auch Puffmutter Iris. "Tod im Februar" fühlt sich jedoch persönlicher an und geht mehr unter die Haut, als es noch "Blutiger Januar", der erste Teil der Detective McCoy Reihe vermocht hat, was natürlich daran liegen mag, dass man Harry McCoy und seine Mitstreiter indes besser kennt und einzuschätzen weiß. Auch wenn es nicht gerade die tiefgründigsten Kriminalromane sind, die der Schotte Alan Parks zu Papier bringt, tragen Sie das Verlagszeichen Heyne Hardcore absolut zurecht. Explizite Beschreibung brutaler Gewalt, die Zurschaustellung einer verrohten Gesellschaft, die nichts mehr zu verlieren hat und ein von Korruption durchsetzter Polizeiapparat stehen auch in diesem zweiten Hardboiled Roman im Vordergrund. Kalt, pervers, schroff und ungeschönt. Der Plot ist vielleicht nicht immer ganz stimmig oder glaubwürdig, dafür ist er allemal unterhaltsam. Zumindest für diejenigen, die ihr Lesefutter gerne blutig durchsetzt mögen. Parks beschreibt in groben Zügen die Polizeiarbeit der Glasgower Polizei in den 70ern des letzten Jahrtausends und das ganze übliche schmutzige Drumherum. Die Kollegen zollen einander zwar einen gewissen Respekt doch der verbale Umgang untereinander ist im Allgemeinen alles andere als zimperlich, oftmals sogar ein bisschen obszön und vulgär. Murray, McCoy und Wattie machen sich also unter anderem auf die Suche nach dem geistesgestörten Kevin Connolly. Doch hat selbiger auch etwas mit dem Mord zu tun? Es scheint so, denn was soll er sonst für einen Grund haben vor der Polizei zu flüchten? Parallel zu den Ereignissen erhängt sich Paul Joseph Brady in einer Kapelle. Er war ein gemeinsamer Bekannter von Cooper und McCoy aus deren Zeit im Kinderheim. Brady hatte einen Zeitungsartikel in seiner Brieftasche, der McCoy's Interesse weckt und den er seinem Kumpel Cooper vorlegt. Die Vergangenheit holt die beiden damit ein und urplötzlich bricht eine Welle der Gewalt über Glasgow herein, an der auch McCoy nicht ganz unbeteiligt ist. Nun begibt sich auch das Enfant terrible der Glasgower Police Force Harry McCoy, der keinerlei Gelegenheit aus dem Wege geht, Drogen zu konsumieren und dessen Getränkepalette lediglich aus Whiskey, Bier und Tee zu bestehen scheint, auf einen Rachefeldzug, der ihn weit raus, auf die andere Seite des Gesetzes führt. Mit Susan an seiner Seite schien er sich mittlerweile zwar einigermaßen gefangen zu haben, doch sein Kumpel Stevie Cooper, dessen liebster Zeitvertreib darin besteht Männer, die ihn vermeintlich hintergangen haben, aufs grausamste zu foltern, bringt Harry McCoy immer wieder in Schwierigkeiten und stellt sein Gewissen als Polizist auf die Probe. Der Leser erfährt hierbei weitere Details über McCoy's und Cooper's Zeit im Kinderheim und wie man ihnen dort die Kindheit raubte. Verpackt in einen ausufernden Gewaltexzess, der in einem schrillen, ekelhaften Akt der Grausamkeit gipfelt, bei dem auch McCoy austeilt, aber auch so einiges einstecken muss. "Tod im Februar" ist kein Whodunit, sondern genau wie sein Vorgänger eine kompromisslose und gewalttätige Erzählung. Natürlich werden auch hier wieder sämtliche Klischees bedient und es wird mächtig übertrieben, dafür sind aber der kaltblütige Charme, sowie der brutale Charakter, den Alan Parks seinen Storys einhaucht kaum von der Hand zu weisen. (Janko) Brutalität: 88/100 Spannung: 84/100 Action: 83/100 Unterhaltung: 84/100 Anspruch: 34/100 Humor: 29/100 LACK OF LIES - Wertung: 88/100 Link zur Buchseite des Verlags: https://www.randomhouse.de/Paperback/Tod-im-Februar/Alan-Parks/Heyne-Hardcore/e539954.rhd ALAN PARKS Tod im Februar Kriminalroman. Band 2 Originaltitel: February's Son Originalverlag: Canongate Aus dem Englischen von Conny Lösch Paperback , Klappenbroschur, 432 Seiten, 13,5 x 20,6 cm ISBN: 978-3-453-27198-2 € 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis) Verlag: Heyne Hardcore Erscheinungstermin: 28. Oktober 2019 More Hard Stuff @ www.lackoflies.com

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Tod im Februar von Alan Parks

Von: Originalausgabe

01.02.2020

Was soll ich sagen? Mein erster Satz dazu lautet: Ich habe das Buch geliebt! ♡ Ein Kriminalroman, dessen brutaler Beginn jedem Thriller Ehre machen würde ~ er hebt sich definitiv vom üblichen Kriminalroman ab. ▪️ Es passiert soo viel in diesem Buch! Man schwankt permant zwischen Anspannung, Ekel und Erleichterung. Aber Achtung: political correctness sucht man hier vergebens. Der Krimi kommt flapsig, chauvinistisch und auch mit Selbstjustiz daher. Ebenso spielen Drogen en masse eine Rolle. Wer also damit nicht umgehen kann, sollte das Buch besser meiden. Für alle die es mögen in düstere Unterhaltung zu tauchen, werden es LIEBEN. ▪️ Dieses Werk hat alles was ein guter Krimi braucht. Einen geisteskranken Täter, ein ziemlich lässig, cooles Ermittlerteam, allen voran Harry McCoy, der bitter, sarkastisch und gerade deshalb so sympathisch ist! ▪️ >> Ich mag übrigens Wattie ♡ vielleicht gibt's ja mal ne Reihe mit ihm als Protagonisten? ;) ▪️ Eine durchweg spannende Story erwartet einen hier.. Und das ist untertrieben. Ja, am liebsten würde ich gerne ausrasten und laut rufen: "OH MEIN GOTT!!", denn dieses Buch hat mich wirklich jegliche Emotionen durchleben lassen.. Im letzten Kapitel hatte ich Tränen in den Augen und der letzte Satz hat mir ne fette Gänsehaut verpasst. Ich weiß das schreibt man öfter, aber: ICH BRAUCHE DEN NÄCHSTEN TEIL, DRINGEND!! ▫️ Ganz klare 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐

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Der Einstieg in das Buch besteht aus einem kurzen Blick in die Gedankenwelt des Täters. Kurz, brutal und sehr blutig wird hier von Anfang an klar gemacht, dass diese Geschichte nichts für zart besaitete Seelen ist. Tatsächlich bewahrheitet sich das auch nach relativ kurzer Zeit. Auf der Jagd Genau dieser Fall ist der erste, der Harry McCoy, nach Rücksprache mit seinem Psychiater, zugeteilt wird. Ob das nun mehr über McCoy oder über den Psychiater oder den Polizeidienst aussagt? Wer weiß das schon. Aber McCoy scheint der Sache durchaus gewachsen zu sein, irgendwie lebt er quasi bei der Jagd nach den irren Täter förmlich auf. Ambivalenter Protagonist Aber der Detective ist auch kein einfacher Charakter. Seine Kindheit und Jugendzeit war von Gewalt geprägt und so kann er beide Welten verstehen, in denen er agiert. Das zeigt sich zum einen in seiner beinahe liebevollen, väterlichen Beziehung zu seinem Vorgesetzten Murray, genauso wie in seiner „Freundschaft“ mit dem aufstrebenden Gangster Stevie Cooper. Essentielle Frage Die Essenz der gesamten Geschichte besteht vor allem aus der Frage, ob der Zweck tatsächlich alle Mittel heiligt. Der Fall, den McCoy hier klären muss ist so schockierend, so widerwärtig und brutal, dass ich automatisch geneigt bin, alle möglichen Mittel als absolut berechtigt abzunicken. Aber ist das auch richtig so? Zweck und Mittel Nachdem ich erst einmal sowohl von der Welle der Gewalt und all den dramatischen Ereignissen mitgerissen wurde, erlebe ich dann aber, welche Konsequenzen und Auswirkungen der unüberlegte, weil dann doch eher rachsüchtige, Einsatz “aller Mittel” haben kann. Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, weil ich an sich genauso gehandelt hätte. obwohl ich im Grunde wusste, das falsch ist. Glasgow in den 70ern Die geschilderte düstere Atmosphäre Glasgows in den 70er Jahren tut ihr übriges und ich bin genauso hin- und hergerissen wie Harry McCoy und der makabere, sadistische Februar-Mörder, den ich so schnelle sicher nicht vergessen werde. Die Geschichte hat mich derart gefesselt, dass ich zwischendurch alles um mich herum vergessen habe - der Pizza-Dienst wird es mir (und dem Autor) sicher danken Mein Fazit: Tod im Februar ist ein außerordentlich blutiger, spannender und ambivalenter Thriller, der aber auch immer wieder die Frage “wie würde ich handeln” aufkommen lässt. Aber möchte ich die Antwort darauf wirklich wissen? Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, wenn man nicht zu empfindlich ist.

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Februar 1973

Von: wal.li

25.01.2020

Der Polizist Harry McCoy ist wieder im Dienst. Und sofort wird er zu einem Mordfall gerufen. Auf einem Hochhaus wurde die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Sein Anblick ist nicht leicht zu ertragen. Bei dem Opfer handelte es sich um einen aufstrebenden Fußballspieler, der mit der Tochter eines bekannten Glasgower Unterweltbosses verlobt war. Dieser taucht schließlich mit seinem Anwalt bei der Polizei auf und präsentiert eine doch erstaunliche Geschichte. McCoy müssen es sich zu Aufgabe machen, Wahrheit und Lüge zu trennen. Der Hintergrund der Tat muss ans Licht. In den 1970ern angesiedelt gestalten sich die Ermittlungen der Beamten herrlich old school. Harry McCoy hat mit diesem Fall seinen zweiten Auftritt. Und hier ist er noch dabei, die Auswirkungen der vorherigen Untersuchung zu überwinden. Gleichzeitig muss er sich mit seiner eigenen Vergangenheit befassen, was sich als sehr schmerzhaft erweist. Bei seiner Kindheit muss es ein Kraftakt gewesen sein, zu einen vielleicht etwas ruppigen, aber doch angesehenen Mitglied der Gesellschaft zu werden. So ganz allerdings kann McCoy seine Vergangenheit nie verleugnen. Und der aktuelle Fall erweist sich als verzwickt, denn hinter der vermeintlichen Lösung steckt doch mehr. Für das Verständnis dieses Verbrechens ist die Kenntnis des ersten Bandes nicht vonnöten, doch dieser zweite Band macht so neugierig, dass der erste auf den Merkzettel kommt. Kalt, düster und mit ein paar nassen Schneeflocken garniert - das beschriebene Wetter entspricht ungefähr der Stimmung. Da wird der Frust beim Bearbeiten des Falles schon mal mit einem Bier oder auch etwas Härterem runtergespült. Und doch bleibt McCoy am Ball, wissend, dass die Polizei manchmal nur Schlimmeres verhindern kann und mitunter nichtmal das. Dabei entwickelt sich die Handlung ausgesprochen flott und auch wenn manches relativ früh klar scheint, so gibt es doch immer wieder Überraschungen. Und der Glaube an den ehrlichen Bullen wird zwar etwas strapaziert, geht aber zum Glück nicht ganz verloren. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht der letzte Auftritt von McCoy ist. Auf Englisch ist der Monat März zumindest schon erreicht. 4,5 Sterne

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