Leserstimmen zu
Unsichtbare Frauen

Caroline Criado-Perez

(47)
(35)
(3)
(0)
(1)
€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Meine Perspektive auf die Welt hat sich so verändert durch dieses Buch. Ich bin innerlich so erschüttert und gleichzeitig bin ich so wütend, aber auch so motiviert. Es ist so erleuchtend und gleichzeitig so unfassbar ernüchternd. Lesen!

Lesen Sie weiter

Phantastisch! Bitte lesen!

Von: Sfbhh aus München

05.12.2020

Das neue feministische Standardwerk kann man kaum zusammenfassen.. ein Feuerwerk an Fakten und Beweisen für alles, was Sie immer schon gewusst haben aber nie belegen konnten. Hier finden Sie die Antworten, die sie immer schon geben wollten, wenn mal wieder behauptet wurde, die Gleichstellung sei längst erreicht. Dieses Buch lesen Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bitte korrigieren auf Seite 271: thalidomid wurde unter dem Handelsnamen „Contergan“ vertrieben, es hieß nie „Methadon“.

Lesen Sie weiter

„Kann Schneeräumen sexistisch sein?“ Was auf den ersten Blick wie ein Witz klingt, passierte tatsächlich in der schwedischen Stadt Karlskoga. Denn dort sollte die Stadtpolitik unter der „Genderbrille“ neu betrachtet werden. Was also kann beim Schneeräumen schon falsch sein, wenn jahrzehntelang zuerst Straßen und erst danach Radwege und Fußwege vom Schnee befreit werden. Es stellte sich nämlich heraus, dass es meist Frauen sind, die die ungeräumten Verkehrswege benutzen mussten auf ihren vielen Wegen, nicht nur zur Arbeit, sondern auch um Kinder zu bringen, zu holen, Einkäufe zu tätigen, Nachbarschaftshilfe zu leisten…, während sich der Großteil der Männer in deren bequemen 4x4 Fahrzeugen auf den schneefreien Straßen bequem ausschließlich zur Arbeit und wieder nach Hause zu kutschieren. Dies ist eines der vielen Beispiele, welches die britische Autorin und Journalistin Caroline Criado-Perez in ihrem Buch „Unsichtbare Frauen“ aufzählt, um Datenlücken aufzuzeigen, wenn Daten nicht geschlechtsspezifisch erhoben und ausgewertet werden. Das generische Maskulinum wird tatsächlich immer noch vorwiegend maskulin interpretiert denn generisch: „Männlich bis zum Beweis des Gegenteils“. In Führungspositionen – politisch, technisch, wirtschaftlich - sind heute immer noch vorwiegend Männer. Männer die nicht konfrontiert sind mit Ausgrenzung, physischer und/oder sexueller Übergriffe und Gewalt. Die abwiegeln, was sie nicht selbst erlebt haben (können). Es braucht Frauen, die in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, um Frauen sichtbar zu machen! Es sind vor allem drei Themen, die wieder und wieder in dem Buch genannt werden: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte „Care“-Arbeit und Gewalt von Männern an Frauen. Dabei geht es nicht nur um First World Problems, ob eine Frauenhand groß genug ist für ein modernes Smartphone. Oder Spracherkennungssoftware, die nur auf männliche Stimmen anspricht. Und es geht nicht nur um gutsituierte, ausgebildete, ausreichend bezahlte Frauen unserer Wohlstandsgesellschaft, die bei kulturellen Events die Schlange vor dem Damen-WC monieren könnten. Es geht um Frauen weltweit, auch und vor allem aus Drittweltländern, Migrantinnen, die unterprivilegiert, schlecht bezahlt, unsichtbar sind. Der Zugang zu sichern Toiletten für Frauen und Mädchen ist vielleicht für uns selbstverständlich. Ganz anders sieht es beispielsweise in Indien aus, wo sich tausende Frauen in den Slums ein Waschhaus teilen müssen. Oder wenn mexikanische Erntehelferinnen lieber Dehydrierung in Kauf nehmen und keine Flüssigkeit zu sich nehmen, weil sie keine Möglichkeit habe sich während der Arbeit zu erleichtern. Arbeitsmittel und -kleidung - für Männer konzipiert, wie beispielsweise Overalls oder Schuhe, die nicht an Frauenfüße passen. Es sind nicht die Frauen, die sich an diese Dinge anpassen sollten, sondern die Dinge an Frauen. Und ist es nicht ein Hohn, dass es in afrikanischen Ländern Fortbildungskurse für Frauen gibt, die in Sprache und Schrift unterrichtet werden, die diese Frauen nie die Möglichkeit hatten zu erlernen. Die Apple Health App soll ein umfassendes Tool für Gesundheitsdaten sein, doch die Erfassung des Menstruationszyklus fehlt. Crash Test Dummies sind männlich, das „weibliche“ Modell ist schlicht kleiner, und wird nur am Beifahrersitz getestet . Teilnehmerinnen an medizinischen Studien? – Vorwiegend männlich. Medikamente, die aufgrund der hormonellen und sonstigen physischen Gegebenheiten einer Frau bei Frauen wirken könnten, kommen nicht zur Anwendung, weil bei Männern eine erfolgreiche Testung ausblieb. „Na no na net!“, fällt mir dazu nur ein. Erst langsam spricht es sich herum, dass sich bei einem Herzinfarkt die Symptome bei Mann und Frau unterscheiden. Entsprechende Datenerhebungen und -auswertungen können also nicht nur das Leben von Frauen deutlich erleichtern, sie können auch das Leben von Frauen retten. Einziger kleiner Kritikpunkt an diesem Buch: mir scheint eine gendergerechte Sprache nicht immer eindeutig und konsequent. Mal Binnen-I, mal *, manches Mal war ich nicht sicher, ob eine männliche Form gewünscht war oder dem tatsächlich dem generischen Maskulinum geopfert wurde. Das mag auch ein Problem der Übersetzung sein, sollte aber gerade bei diesem Buch sehr sensibel geprüft werden. „Wenn Frauen in der Forschung und Wissensproduktion beteiligt sind, werden Frauen nicht vergessen. Die Leben und Perspektiven von Frauen werden sichtbar. Davon profitieren Frauen auf der ganzen Welt… Es stellt sich heraus, dass wir die Lösung die ganze Zeit vor Augen hatten. „Man“ muss nur die Frauen fragen.“

Lesen Sie weiter

Mehr als gut gelungen

Von: Cel83

02.09.2020

Mich hat das Buch sehr angesprochen und fasziniert. ich habe es mit großem Interesse gelesen und kann es nur jedem empfehlen auch zu lesen.

Lesen Sie weiter

Zwischen Faszination und unbändiger Wut

Von: wort.bildung

12.08.2020

🤯, kurz gesagt. Selten hat mich ein Buch so sehr gefordert, und das gleich auf zwei Ebenen: intellektuell wie emotional. Zwischen Faszination und unbändiger Wut. In sechs verschiedenen Teilen und mit über 1300 (!) Fußnoten auf nur gut 400 Seiten beschreibt die Autorin, wie sexistisch unsere Welt im Grunde ist. Und wo. Spoiler alert: In allen erdenklichen Bereichen unseres Lebens. Dabei geht es nicht um den plumpen Alltagssexismus, der vielen Frauen tagtäglich widerfährt. Und schlimm genug ist! Der Teufel liegt (leider) im Detail. Warum bedeutet Geschlechterneutralität nicht gleich Geschlechtergerechtigkeit? Warum sind Menschenrechte nicht gleich Frauenrechte? Ja, warum eigentlich? Die Antworten lägen so nah, wenn man Frauen nur eine Stimme geben würde. Wenn Frauen ihre Perspektiven bedingungslos mitteilen dürften. Wenn wir unsere von Daten (und dem Penis) beherrschte Welt immer auch auf die Lebenswelt der Frauen beziehen würden. Aller Frauen. Denn das Geschlecht bestimmt tatsächlich mit, welche Fragen wir stellen. Und welche Antworten wir bekommen. Puh, manchmal wünschte ich, ich wüsste weniger…

Lesen Sie weiter

Diese Buch war viel! Daher bin ich sehr beeindruckt von der Arbeit, die die Autorin damit geleistet hat. Die Inhalte sind präzise ausgewählt und umfangreich erläutert. Dabei trifft sie keinen polemischen oder zynischen Ton, sondern einen ganz sachlichen. Das empfinde ich als den richtigen Umfang mit dem Thema, vor allem wenn es um Daten, um Statistiken geht. Schwarz auf weiß ist die systematische Benachteiligung von Frauen einsehbar, egal ob im Sinne des Geschlechts oder im Hinblick auf Gender. Die Tendenz liegt darin, dass Männer sich in einer „männergemachten“ Welt sehr wohl fühlen und dabei aus den Augen verlieren, dass „der Mann“ nicht gleichzusetzen ist mit „der Mensch“. Zu der Spezies „Mensch“ gehört ebenso die Frau, das Weibliche. Pauschal kann gesagt werden, dass Frauen auch „Frauenthemen“ berücksichtigen und somit viel mehr dazu beitragen könnten, diese offensichtlich falsche Weltanschauung zu verändern. Doch leider haben in vielen Bereichen Frauen keine Stimme oder kein Gesicht. Damit ist gemeint, dass systematisch und strukturell „Frauendaten“ nicht erhoben oder einbezogen werden und es auch wenige Vertreterinnen in unterschiedlichen Feldern gibt (z. B. Politik, weibliche CEOs, Forscherinnen etc.). Das ganze Buch greift immer wieder den Punkt auf, dass Frauen den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit übernehmen. Dazu zählt verschiedenes: Kinderbetreuung, Einkaufen, Putzen, Kochen uvm. Die Autorin kritisiert hier in erster Linie nicht diese altertümliche Fehlstellung, sondern vielmehr, dass sogar solche offenkundigen Daten nicht berücksichtigt werden. Weder im Berufs- und Karriereleben noch im Straßenverkehr. Diesen Ansatz finde ich interessant und auch angemessen. Denn einige Frauen fühlen sich wohl, in dem sie das Klischee erfüllen und entscheiden sich bewusst für solch ein Leben. In diesem Sachbuch wieder keine*r verurteilt, hier werden Fakten dargestellt. Schockierende Fakten. Von besonderem Interesse war für mich das Kapitel „Design“, wo es darum ging, dass vieles nach der Standardgröße des Mannes designt wird. Das fängt bei VR-Brillen an und hört bei dienstlicher Bekleidung auf (z. B. bei beschusshemmenden Westen oder Marschschuhen im Militärbereich). Ebenso wie es hier sogar zu tödlichen Folgen kommen kann (und auch schon kam), ist dies auch der Fall in der Medizin. Unfassbar scheint mir, dass selbst Medikamente, bei denen Frauen die Zielgruppe sind, nicht anhand von Frauendaten (Probandinnen) erforscht werden. Diese Bereiche haben mich besonders schockiert und waren neu für mich. Von der eindeutigen Benachteiligung in weiteren Bereichen ganz zu schweigen. Allerdings findet hier kein allgemeines Männer-Bashing statt und das zurückbleibende Gefühl nach der Lektüre ist nicht Angst, sondern vielmehr hat das Buch einen aufklärenden, augenöffnenden Charakter. Von hier aus gehend können Diskussionen geführt werden und die Informationen weitergegeben werden. Ich kann dir dieses Buch sehr empfehlen. Wenn es dir allerdings sehr schwer fällt, dich auf Sachthemen beim Lesen zu konzentrieren und du mit vielen Zahlen nichts anfangen kannst, stelle ich es mir eher unangenehm vor.

Lesen Sie weiter

Stell dir vor du gehörst zur Mehrheit, aber keiner interessiert sich für dich. Weltweit ist der Anteil Frauen knapp über 50% – sie stellen somit die Mehrheit. Aber historisch bedingt ist ihre Existenz bis heute in unserer Datenwelt kaum vorhanden. Debatten über Ungleichheit und Quoten müssen deswegen nicht dort beginnen wo sie derzeit ansetzen, sondern schon in dem, was im Hintergrund liegt: Die Daten, die unsere aktuelle Welt geprägt haben. Was in „Unsichtbare Frauen“ beschrieben wird, hat mich wahnsinnig überrascht. Denn wer macht sich schon Gedanken darüber, wie unsere Gesellschaft eigentlich aufgebaut ist? Frauen dürfen wählen, arbeiten, sich selber persönlich entwickeln und entfalten im Europa des 21. Jahrhunderts – aber können sie dies wirklich genauso uneingeschränkt wie Männer? BEEINDRUCKENDE BEISPIELE UND ZAHLEN Warum eben nicht, erfährt man im Buch auf extrem eindrucksvolle Weise. Anhand dutzender, plastischer Beispiele aus dem Alltag und der Geschichte wird veranschaulicht, wo die Datenlücken zu ungleichen Startbedingungen führen. Sei es bei der Verkehrsplanung (bei der es meistens um Straßen und Pendlerverkehr geht, obwohl Frauen häufig innerhalb der Städte ganz andere Bewegungsmuster haben als Männer!) bis hin zu der Tatsache, dass Büroräume oft für Frauen zu kalt eingestellt sind (weil die Druchschnittstemperatur für das Wohlbefinden an Männern gemessen wurde). Diese Datenlücken ziehen sich durch jeden Lebensbereich und beeinflussen uns meist unbewusst in jeder Minute. Dass Entscheidungen aufgrund dieser unvollständigen Daten von Politikern und Entscheidungsträgern oft falsch getroffen werden, muss dabei nicht einmal Böswilligkeit, sondern schlichtweg Unwissenheit sein. Aus diesem Grunde fand ich persönlich es sehr schwer und gerade deshalb enorm wichtig das Buch zu lesen. Schwer, weil es als Frau traurig und wütend macht das gesamte Ausmaß der Ungleichheit zu begreifen. Das Buch musste ich mehrere Male für einige Tage zur Seite legen weil es an die Substanz gehen kann. Aber es öffnet eben auch die Augen und schafft erst einmal ein Bewusstsein dafür, wo Datenlücken für Ungerechtigkeit sorgen. Nur mit diesem Bewusstsein kann ein jeder gute und faire Entscheidungen treffen – ob nun im Beruf, in der Politik oder Andreswo. Unsichtbare Frauen ist kein dünnes und kein leichtes Buch. Es ist ein wichtiges Buch.

Lesen Sie weiter

Dieses Jahr habe ich schon mehrere Bücher gelesen, die mich nachhaltig beeinflusst haben, und "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado-Perez gehört ab jetzt auch dazu. Manche Dinge kann man nicht mehr vergessen, wenn man sie einmal gehört, gesehen oder eben gelesen hat. ☆ Ich hab schon immer daran geglaubt, dass echte Gleichberechtigung wichtig ist, aber dieses Buch hat mir nochmal meinen eben doch sehr männlichen Blick auf die Welt bewusst gemacht. Bisher hatte ich noch nie darüber nachgedacht, ob Sicherheitsgurte im Auto bei Frauen gut sitzen und wenn nicht (sie tun es nicht: Brüste/Körpergröße), ob das die Sicherheit für Frauen beeinträchtigt (ja, sehr sogar). Ich hab noch nie darüber nachgedacht, ob in Flüchtlingslagern eigentlich Tampons verteilt werden (werden sie meist nicht, mit schlimmen Konsequenzen, es ist ein Skandal!) und mir war nur dunkel bewusst, dass Medikamente gar nicht oder nicht ausreichend an Frauen getestet werden und sie daher oft nicht wirken oder sogar schädlich sind. Das Buch ist voll von solchen Beispielen. ☆ Während der Lektüre war ich so wütend die ganze Zeit. Diese Dinge sind alle bekannt und es ändert sich trotzdem nichts oder einfach zu langsam. ☆ Männer haben die Bedürfnisse von Frauen (meist) nicht im Blick, sie sind halt einfach keine Frauen. Daher müssen Frauen in Entscheidungsprozesse in gleicher Anzahl mit eingebunden werden. Wer immer noch glaubt, das Genderthema sei ein überflüssiger Spleen, der sollte unbedingt dieses Buch lesen! Es öffnet einem die Augen dafür, in welchem Maße der Mann überall als Standard gesetzt und die Frau als seltsame Abweichung gesehen wird, mit drastischen Konsequenzen. Das geht einfach so nicht und muss geändert werden! Den Preis zahlen zurzeit vor allem Frauen, aber letztlich ist es schädlich für uns alle!

Lesen Sie weiter