Leserstimmen zu
Auch alte Wunden können heilen

Dami Charf

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Im Buch „Auch alte Wunden können heilen“ beschäftigt sich die Autorin, Dami Charf, mit dem Thema, wie Verletzungen aus unserer Kindheit unser Leben bestimmen und wie man sich davon lösen kann. Der Inhalt unterteilt sich grob in folgende Themen: Was sind frühe Wunden überhaupt? Was ist Selbstregulation und warum ist diese so wichtig? Welche Bindungsformen gibt es in unserer Kindheit und welche Auswirkungen haben diese auf unser Leben im Erwachsenenalter? Was sind die fünf Lernaufgaben und welche Rolle spielen diese in unserer Entwicklung?
Wie funktioniert unser Gehirn in Bezug auf Traumata und unser psychisches Empfinden? Welche Schutzmechanismen hat sich unser Körper eingerichtet? Welche Wege können Betroffene gehen, um eine „Heilung“ zu erlangen? Welche Bedeutung hat hierfür eine Psychotherapie und was gibt es dabei zu beachten? Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, gut verständlich. 
Das Buch liefert insgesamt sehr viele Informationen und ist fachlich ein guter Einstieg in dieses Thema. Obwohl ich mich schon viel mit ähnlichen Themen (Inneres Kind, Prägungen durch die Kindheit, Bindungsmuster, Beziehungstypen) auseinander gesetzt habe, gab es für mich in diesem Buch noch einige „Aha-Momente“. An der Stelle, als auf Gefühle und Emotionen eingegangen wurde, hätte ich mir noch einen kurzen Exkurs dazu gewünscht, wie Gefühle überhaupt entstehen. Für mich wäre das zwar nichts neues gewesen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das an dieser Stelle für den ein oder anderen Leser sehr hilfreich gewesen sein könnte. Der Untertitel des Buchs ist leider ein wenig irreführend. Durch „…und wie wir uns davon lösen können“ verspricht sich so mancher Leser vermutlich eine Art Ratgeber zur Selbsthilfe. Als das kann man das Buch aber nur sehr bedingt ansehen. Es bietet eine gute Grundlage für Hintergrundwissen, die Autorin betont aber auch immer wieder, wie schwer der Weg ist und wie wichtig es ist, dabei bei Bedarf auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Alles in allem ein hochinteressantes Buch, dass ich gern weiterempfehlen möchte.

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viel Empathie und Gefühl

Von: Michael Lausberg aus Doveren

28.09.2018

In den ersten Lebensjahren werden die wichtigsten Grundlagen für ein erfülltes Leben und die Erfahrung von Bindung, Zugehörigkeit und Kontakt geschaffen: „Die Erfahrungen, die uns am stärksten geprägt haben, reichen zurück in unsere ersten Lebensjahre, in eine Zeit also, an die wir uns normalerweise nicht erinnern können. Das macht es für viele Menschen schwer, zu erkennen, welche existenzielle Bedeutung diese Phase für uns hat. (…) Frühe Wunden verhindern die Entstehung dieser Grundlagen oder schränken sie ein werfen so einen langen Schatten auf das Leben vieler Menschen.“ (S.12) Menschen, die dies nicht erfahren haben, leiden oft ein ganzes Leben darunter: Gefühlsunausgeglichenheit, Ängste, Depressionen, wenig Selbstvertrauten und unerfüllte Beziehungen sind oft die Folge. In diesem Buch beschreibt die Traumatherapeutin Dami Charf, wie frühe Erfahrungen auf unser Leben wirken und uns in vielen Punkten prägen. Sie zeigt darin auf, wie alte Wunden heilen können, man wieder mit sich selbst in Kontakt kommt, innere Sicherheit gewinnt und liebevoller im Umgang mit sich selbst zu werden. Ihre Erfahrungen als Therapeutin beschreibt sie so: „Ich möchte also meine Klienten bei der Bewusstwerdung ihrer verdrängten Muster und ihrer Sicht auf die Welt unterstützen. Der nächste Schritt besteht darin, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und gemeinsam die fehlenden Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Mein Ziel in der Therapie ist es, dass ein Mensch wieder Wahlmöglichkeiten hat und sein Leben selbst gestalten kann.“ (S. 269) Als Ausweg dient weiterhin die Fähigkeit zur Resilienz: „Das Herzstück jeder Resilienz ist etwas, das seit Jahren im Mittelpunkt meiner Arbeit steht. Es ist die Tätigkeit einer Person, innere Erregung (Sprich Stress) zu regulieren. Je resilienter eine Person ist, desto besser kann sie auf Stresskreisläufe einwirken und diese regulieren. (…) Wir müssen also lernen, wie wir einerseits Erregung besser regulieren können und andererseits neue neuronale Muster erschaffen, indem wir uns erziehen, anders zu denken.“ (S. 203) Das Buch erläutert mit viel Empathie und Gefühl, wie sich frühe Erfahrungen auf unser späteres Leben auswirken können. Es ist fachlich gut beschrieben, strukturiert im Aufbau und in einer verständlichen Sprache geschrieben. Die Interventionsmöglichkeiten können Patienten Hoffnung machen, in einer Therapie sich selbst neu zu finden.

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