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Rezensionen zu
Harz

Ane Riel

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Messi und Fressi

Von: SaintGermain aus Leiben

16.08.2020

Die 6-jährige Liv lebt zusammen mit ihren Eltern auf einem abgelegenen Teil einer Insel, der Kopf genannt wird. Sie wird von ihren Eltern gelehrt, allerdings lernt sie außer lesen und schreiben Dinge wie Diebstahl, Jagd und auch Mord. Als ihr Vater seine Mutter tötet, der Liv in einer Schule anmelden will, wird sie von ihrem Vater als tot gemeldet und muss sich fortan verstecken. Das Cover des Buches und auch der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover ist zwar nicht außergewöhnlich, passt aber perfekt zum Buch und ist auch sehr gut gemacht. Das Buch wurde mit den 4 wichtigsten skandinavischen Krimi-/Thrillerpreisen ausgezeichnet. Dies kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Die Spannung ist relativ niedrig gehalten, immer wieder gibt es sehr langweilige Passagen und einen Überraschungsfaktor gibt es sowieso nicht - es wird ja auch kein Täter gesucht. Es handelt sich weniger um einen Thriller (oder Krimi) wie es am Cover angepriesen wird, sondern um eine Mischung aus Psychogramm und Familientragödie. Die Charaktere wurden meiner Meinung nach sehr überspitzt bzw. übertrieben dargestellt, und trotzdem fehlte ihnen etwas die Tiefe. Da ist zu einem Jens - der Vater von Liv - der vom liebenswürdigen, hübschen Tischler immer mehr zum Messi wird und damit nicht nur das Haus, sondern den ganzen Grund zumüllt und dies alles durch Diebstahl, wie er es schon von seinem Vater "gelernt" hat. Zum anderen ist da Maria - die Mutter von Liv - die von einer hübschen, eher energischen Frau plötzlich zu einer fetten Person verkommt, die ihr Bett nicht mehr verlassen kann und auch nicht mehr sprechen kann. Und schließlich eben dann Liv, die nicht nur die Diebstähle durchführt, sondern auch ihren toten Zwillingsbruder sieht und mit ihm redet und alles hinnimmt wie es kommt, obwohl sie eigentlich ganz anders wirkt - energisch und reif für ihr Alter. Zusätzlich dann noch Jens Bruder und seine Eltern. Jens Mutter ist ebenso außergewöhnlich, denn zuerst ist sie falsch und gemein, sodass sie einen Sohn vom Hof vergrault und schließlich selbst den Hof verlassen muss und man ihr sogar die Tötung ihres Enkels glaubt. Allerdings war sie vorher eigentlich relativ nett und genauso kehrt sie auch später zurück. Sie will plötzlich allen - vor allem Liv - helfen, bis sie von Jens ermordet wird. Auch insgesamt war der Schreibstil nicht meins. Immer wieder gibt es endlose Aufzählungen der gesammelten Dinge von Jens, die ohne Komma und mit sehr vielen "und" nicht nur irrelevant, sondern auch langweilig waren. Insgesamt war das Buch für mich nicht wirklich ein Vergnügen zu lesen. Schade, denn aus dem Thema hätte man mehr herausholen können, indem man Spannung erzeugt hätte und so einen Thriller daraus hätte machen können. Fazit: Psychogramm und Familientragödie ohne Spannung und daher definitiv kein Thriller oder Krimi. 2,5 von 5 Sternen.

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Liv ist mit sechs Jahren bei einem Bootsunfall in der Brandung ertrunken. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von einer Angst: seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit des elterlichen Hofes, versteckt in einem Container zwischen alten Puppen, Grammophonen, ausgestopften und in Harz konservierten Tieren – ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Das Buch erzählt von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr. Dieses Buch macht mich etwas ratlos und beschäftigt mich sehr. Ein Thriller ist es für mich nicht, aber trotzdem hat es auf ganz unheimliche Weise eine Sogwirkung auf mich ausgeübt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Eine tragische Familiengeschichte, wobei man mit dieser Familie eigentlich nichts zu tun haben möchte. Auf der Rückseite heißt es „Ein dunkles Märchen über Liebe und Obsession“. Das trifft es ziemlich gut. Der Vater handelt aus Liebe zu seiner Tochter und auch die Tochter liebt ihren Vater, wie Kinder das tun. Aber irgendwann lebt die Familie nur noch in ihrer eigenen Welt, auch wenn der Vater für die Tochter immer noch ganz logische Erklärungen findet. Von der Sprache und vom Schreibstill ist es wunderbar zu lesen, einfach und klar geschrieben. Dabei wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt, aber auch das bereitet beim Lesen keine Probleme. Insgesamt ein sehr bemerkenswertes Buch, das bei mir lange nachwirken wird.

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Die kleine Liv lebt mit ihren Eltern auf einem kleinen Hof, dem sogannten Kopf, auf einer Insel in Dänemark. Aber eigentlich ist Liv tot, so haben es zumindest die Behörden sich vermerkt, denn ihr Vater hatte seine Tochter als verstorben erklärt. Doch Liv geht es gut und sie hütet mit dem Rest der Familie Geheimnisse und lebt in ihrer eigenen kleinen Welt, die bald jedoch Risse bekommen wird.  Mein Eindruck Der Anfang des Buches war es, welcher dafür sorgte, dass mich die Geschichte sofort in ihren Bann zog. Danach folgte dann ein nicht ganz so spannender Erzählteil, der etwas die Spannung herausnahm, doch nicht minder interessant war.  Harz ist traurig, berührend und man kann mit den Figuren am Ende nur Mitleid empfinden. Es ist eine Milieustudie, die es so, irgendwo auf der Welt vielleicht auch  geben wird, sieht man von manchen radikalen Handlungen einmal ab.  Das Buch war kurzweilig und hinterlässt viel. Ein Buch zum Nachdenken, welche es leider viel zu wenig gibt.  Mein Fazit Traurig, erschütternd und doch wunderschön. Harz erzählt eine Geschichte über Menschen, die sich selber genug sind und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

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Worum geht es? Auf einem kleinen Teil einer Insel, der ‚Kopf‘ genannt wird, lebt eine junge Familie. Der Vater namens Jens hat den Schreinereibetrieb seines Vaters übernommen und führt im ehemaligen Elternhaus mit seiner Frau Maria und seiner kleinen Tochter Liv ein zurückgezogenes Leben. Fast autark wohnt dort die kleine Familie, den sie haben im Grunde alles, was sie zum eigenen Überleben brauchen. Da die restlichen Bewohner der Insel Jens für einen wortkargen, introvertierten und etwas befremdlichen Mann halten, bleiben sie ihm fern. Jens hat eine besondere Beziehung zur Gegenständen und eine eigene Sicht auf die Welt und die Natur. Besonders die Tannen und ihr Harz üben auf ihn eine Faszination aus, den dieser klebrige Saft hat die Eigenschaft Dinge zu speichern und zu bewahren – ebenso wie Jens manischen Drang verspürt, Gegenstände zu sammeln, zu horten und sich nicht von ihnen trennen zu können. Und dieser Drang entwickelt sich nicht nur zu einer psychischen Obsession, sondern zu einem langsam heranschleichenden Grauen. Meine Meinung: „Harz“ ist ein ganz besonderes Buch und behandelt das Thema der Verlustangst und das ‚Nichtloslassen-Können‘. Die Geschichte entwickelt sich langsam und gleicht eher einem durch traurige und tragische Elemente gekennzeichnetem Familiendrama, als einem Thriller. Die Besonderheit dieses Romans liegt in der Weltvorstellung des Vaters Jens und seine befremdliche Beziehung zu Objekten sowie sein schon manischer Wunsch alles krampfhaft festzuhalten. Der Leser erhält eine sehr intensive Darstellung dieser Welt- und Wertvorstellung, die insbesondere auf Jens kleine Tochter Liv abfärbt. Durch ihre kindliche und unschuldigen Augen kann die schleichende Verwahrlosung und die katastrophalen Lebenszustände nur erahnt werden. Der eigentliche Thrill und der wahre Schrecken enthüllt die Geschichte erst durch den Wechsel der Erzählperspektive. Hier zeigt der Roman seine wahre Stärke und hat mir nicht nur eine Gänsehaut beschert, sondern den einen oder anderen Moment der Abartigkeit und des puren Ekels. „Harz“ ist kein Roman der lauten Worte, sondern eine traurige Familiengeschichte, die erst mit der Zeit sein Potenzial entfaltet und in der Klimax das Schreckliche und Grauenhafte offenbart. Trotz eines eher ruhig gestalteten Anfangs, der für einige Leser möglicherweise zu gemächlich für einen Thriller verläuft, hat mich insbesondere der Schluss und die narrative Raffinesse des Romans überzeugt. Daher kann ich diesem Roman voll verdiente 4 Sterne vergeben.

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>>Du musst festhalten, was du liebst. Ganz fest.<< „Harz“ von Ane Riel ist ein ziemlicher düsterer Thriller, der thematisch ziemlich deutlich macht, wie weit Kontrolle und die Angst etwas verlieren zu können führen kann. Die Autorin ließ mich hier in Abgründe und eine ziemlich dunkle Verrücktheit eintauchen, die mich ziemlich beklommen zurück gelassen hat. Ich muss ehrlich sagen zu Beginn ging alles etwas schleppender voran, aber insbesondere das letzte Drittel des Buches bringt viel Spannung mit sich und zeigt vieles in einem klareren Licht. Besonders gelungen fand ich hier neben den sehr gut gezeichneten Protagonisten die Briefe von Maria, die mit eingebunden werden und nochmal verdeutlichen, wie sich die Lage bei den Haarders zuspitzt. Alles in allem ein wirklich gelungener Thriller, der aber erst im verlauf an Fahrt aufnimmt.

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Erstmal zum Cover: Der Titel 》Harz《, der sogar in Harzoptik geschrieben ist, macht einen direkt neugierig, was es damit in einem Thriller wohl auf sich hat. Das gefällt mir sehr gut. | Das Buch hat 300 Seiten und lässt sich somit recht schnell durchlesen. Die Story ist außergewöhnlich umgesetzt, die Thematik dahinter jedoch sehr wichtig und durchaus weit verbreitet: Verluste / Verlustängste. Wir lernen hier Liv und ihre Familie kennen. Sie leben abgeschieden auf dem "Kopf" einer Insel. Die Familie, vor allem aber der Vater muss schwere Verluste einstecken und trägt eine schwere Last in sich, die im Laufe der Zeit immer größer wird und nach und nach droht alle zu erdrücken. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und man kann sich, trotz der seltsamen Situationen und Handlungen in jeden einzelnen hineinversetzen. Da man immer wieder einen Perspektiv- und Zeitwechsel hat, bleibt die Spannung immer da. Außerdem ist der Schreibstil wirklich grandios, sodass man zum Beispiel einen bestimmten Satz am Ende eines Absatzes liest und dieser dann in ein ganz anderes Licht gerückt wird. Ich kann dieses Buch also jedem Thriller-Fan empfehlen, vor allem wenn man auf eine athmosphärische Unterhaltung steht.

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Krankhafte Obsession

Von: Newspaper aus Krefeld

30.09.2019

Inhalt: "Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit eines Containers hinter dem Hof, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen und in Harz konservierten Tieren - ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Meisterhaft erzählt Ane Riel von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr." Schreibstil/Art: Ein ungewöhnlicher Schreibstil - teils hart, teils ein kindlicher Ton aus Liv´s Sicht. Sie steht auch Mittelpunkt dieser Geschichte. 
In Rückblenden, verschiedeneren Perspektiven und unvorhergesehenen Ereignissen, kitzelt dieser Thriller ein wenig an den eigenen Nerven da einige Beschreibungen ziemlich heftig und intensiv umschrieben sind. Die kursiven Einschübe sind Briefe an Liv von ihrer Mutter. Das Erzähltempo treibt die Geschichte zwar gut voran, könnte aber teilweise, vor allem in der Mitte des Buches ein wenig mehr Schwung gebrauchen. Das Werk von Ane Riel hat sich ansonsten trocken aber mühelos lesen lassen. Fazit: Das Auftreten des Vaters ist krankhaft und verstörend, doch seine Liebe ist echt. Stellenweise saß ich kopfschüttelnd vor dem Buch und empfand einfach nur Mitleid mit Liv doch für sie ist all das unnormale normal. So abgeschottet von der Außenwelt, so nah an der Natur und den Tieren, für uns vorstellbar - für sie gewöhnlicher Alltag. Mitreißend sind auch die Briefe der Mutter, Maria Haarder, die selbst nicht sicher ist, ob ihr Leben ein Märchen oder eine Horrorgeschichte ist. Die Tiefe, die mir in manchen Büchern fehlt, war hier definitiv vorhanden. Viele Szenarien konnte ich mir bildlich sehr gut vorstellen. 
 Dieses Buch fasziniert und schockiert zugleich. Liv´s Schicksal bleibt mir mit Sicherheit lange im Gedächtnis.

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Dieser Thriller müsste ganz klar als Psychothriller bezeichnet werden. Selten wurden die psychischen Abgründe eines Menschen so greifbar dargestellt, wie hier. Klappentext: Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit eines Containers hinter dem Hof, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen und in Harz konservierten Tieren – ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Meisterhaft erzählt Ane Riel von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr. Rezension: Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext hier sehr irreführend ist und bei mir komplett falsche Erwartungen geweckt hat. Anhand der Beschreibung wirkt es, als würde Liv in Gefangenschaft leben und dürfte den Container nie verlassen. Außerdem hörte es sich für mich so an, als würde man die Geschichte ab dem Moment des angeblichen Todes begleiten. Tatsächlich ist es aber so, dass wir viel mehr Livs komplettes Leben kennenlernen, inklusive ihrer Kindheit bevor sie angeblich starb. Zudem lebt sie keineswegs in Gefangenschaft. Sie kann den Container verlassen, muss jedoch aufpassen, dass sie nie jemand sieht. Liv wächst mit ihren Eltern auf einem abgeschiedenen Hof auf, auf einem Teil einer Insel, der nur über eine schmale Landzunge zu erreichen ist. Sie kennt nur das Hofleben, die Schule hat sie nie besucht. Ihr Vater ist ein notorischer Sammler, der sich wirklich von gar nichts trennt und diese „Leidenschaft“ mit seiner Tochter teilt. Dadurch, dass sie nie etwas anderes kennengelernt hat, ist dieses Verhalten für sie natürlich völlig normal und richtig. Es erscheint für das kleine Mädchen absolut logisch, dass man all diese Dinge noch für irgendetwas benutzen kann. Dieser Aspekt ist es, der das Buch für mich so gelungen macht. Zu Beginn war ich skeptisch, war nach gut 100 Seiten noch gar nicht so viel passiert. Doch je weiter man in dem Buch kam, desto tiefer tauchte man auch in die Psyche von Liv und ihrem Vater ein. Es war klar, dass sein Verhalten falsch war. Doch man erfährt die Hintergründe und so war seine krankhafte Verlustangst am Ende nachvollziehbar. Ähnlich verhielt es sich auch mit Liv. Man hatte fast schon das Gefühl sie richtig zu kennen, das Mädchen aufwachsen gesehen zu haben. Dieses Buch liefert kaum actiongeladene Momente und wenn man es genau betrachtet, passiert generell nicht viel. Es befasst sich auf eine ganz besondere Art mit der Psyche zweier Menschen, die in ihrer eigenen Welt leben und für die diese Welt perfekt und richtig ist. Mit dem Buch erlaubt uns die Autorin einen Blick in diese Welt, die man zwar als falsch bezeichnet, aber doch verstehen kann. Ich habe noch kein Buch gelesen, in dem diese Abgründe so greifbar und nachvollziehbar dargestellt wurden wie hier. Eckdaten: Autorin: Ane Riel Verlag: btb Preis: 10,00 € – Taschenbuch Seitenzahl: 304 ISBN: 978-3-442-71553-4 Weitere Formate: eBook, Hörbuch

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