Leserstimmen zu
Normale Menschen

Sally Rooney

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Normale Menschen

Von: Camille

24.01.2021

Die Geschichte einer unkonventionellen, sehr besonderen Liebesgeschichte mit all ihren Schattenseiten. Ein intensiver Coming-of-Age-Roman mit sehr interessanten Figuren, der einen nachdenklich stimmt und auf nach Zuklappen des Buchs nicht loslässt. Eine große Empfehlung! (Ganze Rezension auf YouTube)

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Wie bereits in ihrem Roman "Gespräche mit Freunden" schreibt Sally Rooney auch in ihrem aktuellen Roman über das Erwachsenwerden. Schonungslos und ehrlich charakterisiert sie die On-Off Beziehung von Connell und Marianne, die weder miteinander noch ohneeinander klarkommen. Die Beiden stammen aus unterschiedlichen Welten und driften über Jahre immer wieder voneinander weg und aufeinander zu. Die Autorin hat einen besonderen Erzählstil, sie verwendet in Dialogen keine Anführungszeichen, sondern nimmt sie in den Fließtext auf. Die Wortwahl ist oft sehr unaufgeregt, dadurch erscheint die Liebesgeschichte umso authentischer. Beide Charaktere werden sehr einfühlsam und sensibel dargestellt. Connell und Marianne sind ganz normale junge Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind. Beide haben Abgründe, Sehnsüchte und Ängste in sich und werden in ihrer Verletzlichkeit dargestellt. Im Roman geht es um die Themen Liebe und Freundschaft, aber auch um Eifersucht, Abhängigkeit, Depression und häusliche Gewalt. Ich denke, dass sich von diesem Buch vor allem junge Erwachsene angesprochen fühlen. Ich empfehle es aber auch jenen, die Lust haben, sich auf die Lebens- und Gedankenwelt dieser Altersgruppe einzulassen. Ich bin auch dieses Mal wieder begeistert, wie gut es Sally Rooney gelungen ist, diese Generation zu porträtieren.

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frustrierend und doch so menschlich

Von: Steffy

18.01.2021

Wir begleiten Connell und Marianne durch ihre letzten Jahre an der Schule und ihre Zeit an der Universität. Obwohl sie nie wirklich offiziell eine Beziehung führen, finden sie auf ungewollte Wege immer zueinander. Die Geschichte der beiden springt in unregelmäßigen Zeitabständen vorwärts. Mal vergehen Tage, Wochen oder gar Monate bis sie sich wiedersehen, doch jedes erneute Aufeinandertreffen ist so intensiv und innig. Es wird nicht viel gesagt und doch besteht eine unausgesprochene Intimität und ein Verständnis für den jeweils anderen. Der holprige und ungewisse Übergang von Schule zur Uni wird hier deutlich. Die Dynamik zwischen den beiden verändert sich mit dem Umfeld und den sozialen Kreisen in denen sie sich wiederfinden. Es besteht der Druck das soziale Umfeld beeindrucken zu müssen und den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden zu müssen. Vieles lassen sie ungeklärt stehen, es kommt zu Misskommunikation oder gar keiner und doch ist dies etwas, was ihre Beziehung so real und echt macht. Die Autorin lässt teils tief in die Psycho blicken. Verängstigt, verstört, depressiv und ziemlich traurig geht es in den Köpfen von Connell und Marianne zu, und wir sehen auch, welchen Einfluss sie aufeinander haben und wie dieser ihre Entscheidungen bewusst und auch unbewusst prägt. Die Beziehung spielt eine zentrale Rolle in diesem Roman, doch die Autorin lässt ihre Charaktere auch Klassengesellschaften auseinandernehmen. In gewisser Weise wirken die dazwischen gequetschten Zeilen über Klasse und Integrität prätentiös, denn es fehlt mir an Kontext, um diese scheinbar politisch reflektierten Stimmen Glauben schenken zu können. Die Nebencharaktere sind ziemlich flach. Ihr flüchtiges Auftreten dient lediglich dazu, den Protagonisten noch mehr schlechte Eigenschaften zuschreiben zu können. Etwas was ziemlich irritierend beim Lesen war, ist die Abwesenheit von Anführungszeichen bei den Dialogen. Es machte ein wenig Mühe herauszulesen, was nun innerer Monolog oder ausgesprochener Gedanke ist. Gleichzeitig zwang es mich dazu mich den sporadischen einfachen Sätzen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um Sinn und Wirkung der ausgewählten Worte näher zu kommen. Vielleicht war es aber auch so gedacht, dass Kommunikation eben Mühe verlangt, oder aber so, dass das Leben eben chaotisch ist. Die beiden sind mir nicht sonderlich sympathisch, doch ich schätze ungemein die Darstellung dieser beiden komplexen Persönlichkeiten wie auch in ihrem Roman „Gespräche mit Freunden“ (welches mir um Breiten besser gefallen hat.) Rooney schafft es das unaufgeregte und doch ziemlich ordinäre Leben zweier junger Erwachsene recht authentisch darzustellen. Ihre Beobachtungen von zwischenmenschlichen Gesten und Interaktionen ist spitz und ihre Empathie für das Unausgesprochene, und Ungeklärte, das Unangenehme und Frustrierende macht es so menschlich.

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normal oder nicht

Von: rotecora

10.01.2021

Das Buch handelt, wie der Titel schon sagt, von normalen Menschen. Menschen, wie wir sie überall auf der Welt jeden Tag finden. Die Autorin Sally Rooney erzählt die Geschichte von Marianne und Connell, wei junge Leute, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es entspinnt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die aber irgendwie nie zu einem richtigen tirfrtgehenden Verhältnis wird. Irgendwie kommen beide nicht wirklich zusammen während ihrer Schul- und Studienzeit. Erzählt wird abwechselnd aus beider Perspektiven. Es gibt eigentlich keine großen Höhen und Tiefen. Zuviel klischeebehaftete Protagonisten, mit denen ich nicht wirklich warm geworden bin. Was ich bis zum Schluß nicht verstand, warum diese Off-On-Beziehung und diese Geheimniskrämerei darum? Es gibt in diesem Buch wenige Dialoge, die Schreibweise ist nüchtern und einfach. Vielleicht ist es gerade diese Art Erzählung, die vielen Lesern gefällt. Mir war es stellenweise einfach zu langatmig und unaufregend. Aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden.

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Unverblümt echt, genial und ehrlich!

Von: acupofmusings

01.01.2021

Mit „Normale Menschen“ ist Sally Rooney definitiv ein kleines literarisches Meisterwerk gelungen, denn ihr ganz besonderer Erzähl- und Schreibstil, ist mir auf diese Weise noch nie untergekommen. Auf dem Buchdeckel wird es als künftiger Klassiker gehandelt und ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie Literaturstudenten in 10-20 Jahren dieses Buch lesen werden und darüber philosophieren, welche Probleme wir heutzutage für normal beziehungsweise unnormal halten. Rooneys Schreibstil gleicht oftmals einem Drehbuch, ist sehr beschreibend und lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen, Gedanken und dem persönlichem Nachempfinden und dennoch ist er gleichzeitig unheimlich detailliert und explizit. Es werden für bestimmte Gefühle oft so spezielle Vergleiche herangezogen, dass man sich im ersten Moment total wundert und im zweiten über die Genialität und Genauigkeit staunt. „Normale Menschen“ behandelt viele Themen, mit denen junge Menschen sich immer mehr auseinandersetzen müssen, die für die einen normal und die anderen abnormal sind - Depressionen, häusliche Gewalt, Mobbing, das Gefühl nichts wert zu sein. Marianne und Connel stammen aus verschiedenen Welten, haben ihre eigenen Dämonen, mit denen sie zu kämpfen haben und doch dreht sich ihre Welt nur um den jeweils anderen. Über Jahre hinweg begleitet man die zwei beim Erwachsenwerden und beobachtet wie sie immer wieder aufs Neue zueinander finden, sich wegstoßen, sich unterstützen, sich kaputt machen und sich zu besseren Menschen machen. „Normale Menschen“ ist unglaublich echt, ehrlich, unverblümt, intensiv und eine ganz neue, aber irgendwie geniale Leseerfahrung!

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Ob das normal ist, was da zwischen Marianne und Connell passiert, ist wohl Ansichtssache. Unbestreitbar aber ist: Das, was mich normalerweise in den Wahnsinn treibt, hat Sally Rooney ungewöhnlich gut in Worte gefasst. Dieses Sich-das-eigene-Glück-nicht-erlauben-und-lieber-quälende-Unklarheit-hinzunehmen-statt-einmal-Klartext-zu-reden. Im normalen Leben: bin ich fürs einfach Liebe wagen. Im Roman: darf‘s in der Hinsicht gern ein derart wohl formuliertes, gut geplottetes Herumeiern sein.

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„Es ist der einzige Teil von sich, den er beschützen will, der Teil, der in ihr existiert“ Ein langsames Buch, bis man hinter die Fassade der Protagonisten gucken kann dauert es eine Zeit. Es ist gefühlsintensiv, verwirrend, drohend und trotzdem einfühlsam. Man möchte Connell und Marianne gleichzeitig schütteln und in den Arm nehmen. Es dreht sich um erste tiefe Gefühle, magnetisches Zueinanderziehen und gleichzeitig abstoßen, zwei völlig unterschiedliche schwierige Charaktere, Sex, Gewalt und Depressionen.

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Kurzmeinung: "Normale Menschen" von Sally Rooney hat mir sehr gut gefallen und mich so sehr gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Wie gebannt habe ich die Geschichte von Marianne und Connell verfolgt, wie sie sich geliebt und verletzt haben, wie sie sich über viele Jahre verändert haben und doch immer umeinander gekreist sind. Meine Meinung: Kurz hatte ich einen schwierigen Start mit dem Buch, da die wörtliche Rede nicht in Anführungszeichen gekennzeichnet war und das für mich den Lesefluss sehr gestört hat. Doch schon bald war ich so sehr von dieser großartigen Geschichte gefesselt, dass ich darauf gar nicht mehr geachtet habe. Mit "Normale Menschen" hat Sally Rooney einen Entwicklungsroman geschaffen, der so spannend geschrieben ist, dass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte. Sie erzählt klug und sensibel vom Erwachsenwerden. Von Freundschaft, Liebe und Abhängigkeit. Von Dominanz, Macht und Missbrauch. Wir verfolgen die beiden Protagonisten Marianne und Connell –sie aus gutem Hause, er aus der Arbeiterklasse– über mehrere Jahre von ihrer Schulzeit bis zu ihrem Uniabschluss. Dabei ist es beim Lesen fast qualvoll aus beiden Perspektiven mitzuerleben, wie sich beide aus Unsicherheit und Angst vor Verletzlichkeit, aus Stolz oder dem Gefühl der Demütigung ihre Chance verbauen. Immer und immer wieder. Der Roman hat sehr viel Tiefe und behandelt schwierige Themen, lässt sich aber trotzdem (oder gerade deswegen) sehr gut lesen. Rooney stellt gnadenlos ehrlich die menschlichen Gefühle dar, roh und echt. Sie zeigt Menschen mit all ihren Fehlern und Abgründen, mit all ihrer Liebe und Mitgefühl und in all ihrer Verletzlichkeit. Ich habe mit Marianne und Connell mitgelitten und mitgehofft und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Fazit: "Normale Menschen" von Sally Rooney ist ein großartiger Entwicklungsroman, der tief in das Seelenleben der beiden Protagonisten eintaucht und den Schmerz, die Einsamkeit und die Hoffnung dieser beiden besonderen Charaktere darstellt. Es geht um Liebe, Macht, Sex und Missbrauch, um Familie und Freundschaft. Und darum, was uns prägt und wie wir zu dem Menschen werden, der wir sind.

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