Leserstimmen zu
Gespräche mit Freunden

Sally Rooney

(13)
(14)
(4)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Schon mit "Normale Menschen" konnte mich Sally Rooney absolut begeistern. Natürlich war ich nach Mariannes und Connells Geschichte neugierig auf ihren Debütroman. Mit "Gespräche mit Freunden" zeichnet Rooney ein brutal ehrliches Bild verschiedener Gefühlslagen, in denen man sich als Leser wiederfindet. Das Buch wird aus der Sicht von Frances erzählt. Sie ist einundzwanzig und tritt mit ihrer Freundin Bobbi bei Spoken Word Performances in Dublin auf. Sie lernen auf einer Veranstaltung das Ehepaar Nick und Melissa kennen. Ihre Leben verflechten sich miteinander. Frances und Bobbi waren einmal ein Paar, sind aber nur noch Freundinnen. Ihre Freundschaft ist kompliziert. Sie tun sich nicht immer gut, doch brauchen einander. Da beide nicht immer offen und ehrlich zueinander sind, haben sie falsche Bilder vom jeweils anderen, die in der Geschichte immer wieder neu gemalt werden. Frances beginnt eine Affäre mit Nick, während Bobbi sich zu Melissa hingezogen fühlt. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind sehr feinfühlig dargestellt. Rooney scheut sich nicht davor, die dunkelsten Gedanken und Begierden ihrer Protagonistrn zu erkunden und damit auch unsere Gesellschaft zu spiegeln. Frances wirkt als Erzählerin oft unnahbar, obwohl wir alles durch ihre Augen erleben und ihre Gefühle kennen. Ich konnte mich bis zum Ende nicht entscheiden, ob sie mir sympathisch war oder nicht. Die Charaktere in Rooneys Geschichte sind vielschichtig und je mehr man liest, desto mehr Schichten werden sichtbar. Es gibt kein schwarz und weiß, das wäre zu einfach. Rooney mag es kompliziert, lässt den Leser zwischen den Zeilen lesen und das Ungesagte für sich sprechen. Da ich "Normale Menschen" vorher gelesen habe, sind mir einige Parallelen aufgefallen. Marianne und Frances ähneln sich in ihrem Denken sehr, doch ihr Umfeld unterscheidet sich grundlegend voneinander. Frances ist eine Künstlerin, auch wenn sie das selbst nicht sieht. Rooney hat verschiedene Welten aufeinanderprallen lassen und interessante Diskusionnen verfasst. Sie greift sowohl politische als auch soziale Themen auf und stellt sie wertfrei dar. Die Dinge sind so, wie sie sind. Da Frances manchmal selbst nicht weiß, was sie denken soll, wird man automatisch selbst zum Denken angeregt. Ich mag Rooney präzisen und klaren Schreibstil sehr gern. Sie schafft es wie keine Andere, Gefühle und Zustände zu beschreiben, Charaktere zu erschaffen, bei denen man sich nie ganz sicher ist, wie sie sich verhalten werden und Geschichten zu erzählen, die aus dem Leben gegriffen scheinen, die aber voller Poesie sind. Mir hat "Gespräche mit Freunden" sehr gut gefallen. Es ist eines dieser Bücher, die einen aufwühlen und ein wenig unbefriedigt zurücklassen, aber diese gewisse Sogwirkung beim Lesen entfalten, sodass man einfach nicht aufhören kann, Seite um Seite zu verschlingen. Definitiv eine klare Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter

Gespräche mit Freunden von Sally Rooney Luchterhand 2019 „In Krisenzeiten muss sich jeder von uns immer wieder entscheiden, wen er liebt.“ Frank O’Hara Frances und ihre beste Freundin Bobbi leben in Dublin. Die beiden sind nicht nur beste Freundinnen, sondern waren auch ein Liebespaar. Sie lernen das Künstlerpaar Melissa und Nick kennen. Die vier treffen sich regelmäßig bei Veranstaltungen oder zum gemeinsamen Essen und führen dabei tiefgehende und intellektuelle Gespräche. Frances fühlt sich zu Nick und Bobbi zu Melissa hingezogen. Wie werden die vier mit dieser Situation klarkommen … Mir haben die Gespräche in dem Debütroman von Sally Rooney sehr gut gefallen. Mit Witz und Tiefgang fühlte ich mich beim Lesen der Dialoge sehr gut unterhalten. Die Geschichte an sich ist aus dem Leben gegriffen. So könnte sie zweifelsfrei jederzeit passieren. Ein verheirateter Mann verliebt sich in eine jüngere Frau bzw. zwei Frauen, die sich zueinander hingezogen fühlen … Stellenweise war es mir zu ausführlich „diskutiert“ aber letztendlich habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Parallel zum Buch habe ich mir auch das Hörbuch angehört. Die Sprecherin Dagmar Bittner hat mir sehr gut gefallen. Ein facettenreicher und provokanter Roman mit vielen interessanten Gedankenspielen der authentischen Protagonisten. 4 Sterne

Lesen Sie weiter

Ein Highlight

Von: Emily

29.07.2020

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der jungen irischen Studentin Frances erzählt. Frances erzählt uns eine Geschichte. Sie erzählt was passiert ist und durch den einzigartigen Schreibstil der Autorin hatte ich das Gefühl, dass Frances vor mir sitzt und mir als einer Freundin erzählt was damals zwischen ihr, Bobbi, Melissa und Nick passiert ist. Frances und Bobbi kennen sich schon einige Jahre und waren mal ein Paar. Nun sind sie Freunde. Bei einem Auftritt lernen sie Melissa und Nick kennen. Das Ehepaar ist um die zehn Jahre älter als die Studentinnen. Er ist nicht ganz so erfolgreicher Schauspieler und sie ist eine nicht ganz so erfolgreichen Schriftstellerin die aber auch eine starke Leidenschaft zum Fotografieren hat. Die vier lernen sich kennen und werden sowas wie Freunden. Nick und Melissa laden Frances und Bobbi in ihren Freundeskreis und ihre vier Wände ein. Es werden tatsächlich viele Gespäche geführt. Aber wie es halt auch in Wirklichkeit ist. Es wird nie alles gesagt. Es wird sich oft bis immer missverstanden. Die wahren Gefühle und Beweggründe werden für sich behalten. Wahre und schwerwiegende Probleme tot geschwiegen und kommt es zu Missverständnissen. Es geht in diesem Buch um Freundschaft, um Geheimnisse unter Freunden, treue und Untreue zwischen Freunden und Paaren. Dieses Buch und seine Protagonisten sind aus dem Leben gegriffen und diese Figuren exstieren wahrscheinlich in jeder Stadt und in fast jedem Freundeskreis. Und genau das wahr es was mir auch so gut gefallen hat. Das Buch ist ungeschönt und irgendwie echt. Die Figuren haben mit unter wirklich schwerwiegenden Probleme und diese werden nicht schön geredet und lösen sich nicht wegen eines Happy Ends plötzlich in Luft auf. Die Geschichte wirkt echt. Und das war wirklich mal was angenehmes anderes. Eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne von mir.

Lesen Sie weiter

Worum geht's? Der Roman handelt von Frances und ihrer Freundin Bobbi, zwei Studentinnen in Dublin, welche auf einer Veranstaltung Melissa kennenlernen, welche einen Artikel über sie schreiben möchte. Dafür läd Melissa die beiden Freundinnen zu sich nach Hause ein, wo sie dann auch Melissas Ehemann Nick kennen lernen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen Meine Meinung: Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen! Erst war ich etwas skeptisch, vorallem, da ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen musste und da in dem Buch keine Anführungszeichen vor wörtlicher Rede verwendet werden. Doch nachdem ich mich erstmal eingelesen hatte, viel es mir unsagbar schwer, das Buch wieder aus den Händen zu legen! Die Protagonistin Frances ist 21 Jahre alt, also nur 3 Jahre älter als ich es bin. Die Themen, über die sie nachdenkt, beschäftigen mich teilweise ebenfalls - Beziehungen, Zukunft, Selbstfindung & Freundschaft. Man sollte sich bevor man das Buch liest darüber bewusst sein, dass es keine weltbewegende Handlung hat, sondern das Innenleben der Protagonistin im Vordergrund steht. Sie wird von Selbstzweifeln geplagt und hat oft das Gefühl, langweilig, nervig oder unbedeutend zu sein. Alle samt Gedankengänge, die ich nachvollziehen kann. Das Buch handelt nicht davon, wie Frances diese Gedankengänge los wird oder wie sie lernt, wie viel sie wert ist, sondern, wie sie lernt, damit zu leben. Was mich jedoch sehr gestört hat, ist, dass ich die Handlungen und Gedanken der Figuren nicht nachvollziehen konnte, da ihr Charakter nicht deutlich wurde. Sie erscheinen oft irgendwie leer. Bobbi wirkt oft wie eine überhebliche Zicke und Frances wie ein pubertierender Teenager. Dennoch bin ich mit der Zeit gut mit Frances warm geworden, was aber größtenteils daran liegt, dass ich mich oft mit Frances identifizieren konnte. Wer kennt diese Was-Wäre-Wenn-Gedanken und Gedankenspiralen nicht? Fazit: Zusammenfassend kann man sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat, mich einige Aspekte jedoch sehr genervt haben. Daher reicht es nicht für die 5 Sterne. Ich gebe Fraces' Geschichte 4 Sterne. ⭐

Lesen Sie weiter

Mit "Gespräche mit Freunden" hat Sally Rooney ein beachtenswertes Debüt hingelegt. Es geht um Frances und Bobbie, wobei uns Frances sehr analytisch die Geschichte nacherzählt. Die beiden sind Anfang 20 und lernen in Dublin ein zehn Jahre älteres Ehepaar kennen. Diese vier führen Gespräche. Am Klappentext steht: "Persönlich und online reden sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Liebe und, natürlich, über sich selbst." Und genau das bekommt man auch in diesem Roman. Die Handlung an sich ist nicht gerade weltbewegend, aber diese Gespräche stechen hervor. Darauf ist auch der Fokus gerichtet. Mit ihrer einfachen Art zu erzählen, konnte mich Frances wirklich packen, auch wenn ein bisschen ein bitterer Nachgeschmack nach dem Lesen geblieben ist. Da Frances 21 ist, drehen sich die Gesprächsthemen vor allem um für dieses Alter relevante Dinge. Selbstfindung, Arbeitssuche, Familie, Freundschaften - generell jegliche Arten von Beziehungen -, Geld. Rooney schafft es irgendwie ein Portrait einer ganzen Generation anzufertigen und die heutige Lebensrealität einer jungen Erwachsenen gekonnt darzustellen. Ich fand noch - auch wenn ich nicht mehr ganz Anfang 20 bin - viele Bezugspunkte für mich selbst in der ganzen Auseinandersetzung. Manchmal war die Geschichte auch langweilig, aber dann kam wieder ein interessantes Gesprächsthema oder nur ein einzelner Satz, der mich wieder voll und ganz fasziniert und mich wieder zum Weiterlesen motiviert hat. Ausgangspunkt von dem ganzen Drumherum ist eine Affäre. Was mich zweigeteilt zurücklässt, da ich es einerseits nachvollziehen kann, warum man eine Affäre beginnt, aber andererseits finde ich das auch immer fraglich, da sowas ziemlich verherrlicht dargestellt wird. Ansonsten mochte ich die gesellschaftlichen Themen sehr. Es wird Armut, Krankheit, die Flüchtlingsproblematik, Suchtverhalten, psychische Probleme und noch vieles mehr angesprochen. Zwar bleibt es durch die Gespräche oft an der Oberfläche, aber ich fand es super abwechslungsreich und gut umgesetzt. Fazit In "Gespräche mit Freunden" geht es um Gespräche zwischen zwei ungleichen Paaren, aber auch vor allem um den Inhalt dieser Gespräche, der viele gesellschaftliche Themen abdeckt und Beziehungsgefüge klarer darzustellen versucht. Beziehungen sind oft sehr komplex und Rooney konnte das mMn sehr gut umsetzen. Ich verstehe den Hype um dieses Buch, das sehr einfach und analytisch daherkommt, was aber auch gerade der Charme dieser Geschichte ist.

Lesen Sie weiter

Mit „Gespräche mit Freunden“ ist der irischen Autorin Sally Rooney ein etwas anderer Beziehungsroman gelungen. Die Zuneigung einer jungen Frau zu einem verheirateten Mann, die sich aus Gesprächen mit ihm und seiner Frau ergibt, steht hier am Anfang des Romans, der sich dann darauf aufbauend in eine, die unterschiedlichsten Konstellationen beleuchtende zwischenmenschliche und sexistische Berg- und Talfahrt verwandelt. Es entspinnt sich eine auf den ersten Blick für den von außen auf das Geschehen blickenden Leser merkwürdige Situation, die den Geschmack des Unehrenhaften, des Verbotenen und des Betrügerischen zu offenbaren scheint. Doch auf den zweiten Blick ist es dann irgendwie anders und eine Ehrlichkeit drängt sich auf einer besonderen Ebene in den Vordergrund. Es ist die Ehrlichkeit der Hauptpersonen des Romans, die Ehrlichkeit zu sich selbst, zu ihren Gefühlen und dem Ausleben derselben. Die Hauptfigur ist emotional getrieben und dennoch stets wankelmütig. Es ist das immer wieder zu hinterfragende Gefühl und die Einstellung zum eigenen Körper, die in Kombination mit im wahrsten Sinne des Wortes scheinbar grenzenlosem Verlangen, den Grat zwischen Egoismus und Hingabe immer wieder aufs Neue zieht. Und das in verbal kommunikativer Weise unter Zuhilfenahme der modernen Kommunikationsmittel wie aber auch der einfachen Sprache. Ein Roman, der ebenso fasziniert wie spaltet – so sind „Gespräche mit Freunden“ halt manchmal.

Lesen Sie weiter

„Gespräche mit Freunden“ von Sally Roony ist ein Roman über Frances, eine 21 jährige Studentin, die mit ihrer Freundin Bobbi ein 10 Jahre älteres Ehepaar, Melissa und Nick, kennenlernt. Der Altersunterschied scheint kein Problem darzustellen, es entwickelt sich eine Freundschaft. Die Geschichte ist relativ simpel, es geht um Freundschaft, Verliebtsein, Untreue, aber für mich in erster Linie um die Unsicherheiten mit Anfang 20, das Ausprobieren, Selbstzweifel, die Unerfahrenheit, einfach jung sein. Der Roman ist sehr gut geschrieben, er ist sensibel und eine Geschichte, die, meiner Meinung nach, vor allem junge Leserinnen anspricht. „Gespräche mit Freunden“ ist aber auch für ältere Leserinnen zugänglich, man hat nicht das Gefühl, sich nicht hineinversetzen zu können. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!⭐️⭐️⭐️⭐️

Lesen Sie weiter

Dieses Buch hat einen ziemlichen Hype ausgelöst und ich war sehr neugierig darauf, es zu lesen. Es hat eine Weile gedauert, bis es mich in seinen Bann gezogen hat, dann jedoch mit voller Wucht. 384 Seiten lang habe ich die 20jährige Frances begleiten dürfen und dabei viel über ihre Gedanken zu Liebe, Freundschaften, Beziehungen, Geld, Macht, Kapitalismus und Krankheit erfahren. Ihre Gedanken sind klug, sie ist reflektiert, aber eben auch jung und teilweise überfordert mit dem Leben und seinen Herausforderungen: "Manchmal kam es mir so vor, als würde ich es nicht schaffen, mich für mein eigenes Leben zu interessieren, und das deprimierte mich." Die Handlung ist fast banal: Eine junge Frau verliebt sich in einen deutlich älteren, verheirateten Mann und beginnt eine Affäre mit ihm. Es ist nicht die Handlung, es sind die Dialoge und die Sprache, die dieses Buch so besonders machen und das Lebensgefühl Anfang Zwanzig auf den Punkt bringen: „Das nicht existente Baby ging in eine neue Kategorie der Nichtexistenz ein, das heißt, es gehörte nun zu den Dingen, die nicht aufgehört hatten zu existieren, sondern tatsächlich niemals existiert hatten. Ich fühlte mich dumm, und die Vorstellung, dass ich je schwanger gewesen war, schien jetzt wehmütig naiv.“ Die Dialoge sind brillant, egal ob sie zwischen Frances und ihren Freund*innen, ihren Eltern oder dem Arzt stattfinden, der sie wegen ihrer schlimmen Unterleibsschmerzen untersucht. Als ich das Buch zugeklappt habe, hatte ich das Gefühl Frances und ihre Mitmenschen über einen längeren Zeitraum "belauscht" zu haben. Ich mag es, mit Menschen verschiedenen Alters in Kontakt zu sein und bin dankbar, sowohl gleichaltrige, jüngere, sowie ältere Freund*innen zu haben. Dieses Buch war für mich so lesenswert, weil es mich mit der Lebenswelt einer 20jährigen in Berührung gebracht hat, ohne mich anzustrengen oder banal zu wirken.

Lesen Sie weiter