Leserstimmen zu
Es muss ja nicht perfekt sein

Krystal Sutherland

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Esthers Familie ist verflucht. Und das liegt alles nur an Erlebnissen, die ihr Großvater einst im Vietnamkrieg hatte. Dort traf er den Tod höchstpersönlich und wurde mit einem Fluch belegt. Seitdem stirbt ein jeder aus der Solar-Familie an seiner größten Angst. Esthers Zwillingsbruder Eugene fürchtet sich vor der Dunkelheit, der Vater verlässt wegen Agoraphobie den Keller nicht mehr und die Mutter ist abergläubig. Ein Onkel starb an seiner Angst vor Keimen und auch für Esther sieht es nicht gut aus. Sie kennt ihre größte Angst noch nicht, hat aber deshalb Angst vor allem Möglichen. Sie führt eine Liste, auf der sie all diese Dinge notiert. Als diese Liste in die Hände ihres ehemaligen Klassenkameraden Jonah gerät, ändert sich alles. Jonah möchte Esther helfen, sich ihren Ängsten zu stellen. Jeden Sonntag möchte er sich mit ihr treffen und eine der 50 auf dem Zettel notierten Ängste aufarbeiten. Esther ist wenig begeistert, willigt dann aber doch ein. „Es muss ja nicht perfekt sein“ ist ein ganz besonderer Jugendroman. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht gerade deutlich wird. Denn es beginnt alles etwas holprig. Man lernt eine Familie kennen, die mehr als sonderbar ist. Alles wird aus Esthers Perspektive beschrieben. Sie ist eine Außenseiterin und hat nur eine wirkliche Freundin, Hephzibah, die an selektivem Mutismus leidet und mit niemandem spricht. Viele Jahre dachte Esther sogar, dass Hephzibah nur eine einbildete, nicht real existierende Freundin sei. In Jonah war sie zu Grundschulzeiten sogar mal verknallt. Doch dann verschwand er vom einen auf den anderen Tag. Als sie ihn an einer Bushaltestelle im Regen wiedertrifft, ist sie deshalb mehr als überrascht. Leichtgläubig leiht sie ihm Geld und wird aufs Übelste von ihm bestohlen. Doch damit beginnt die Geschichte erst so richtig, denn ohne es zu wissen, nimmt Jonah auch ihre Liste mit den Ängsten mit. Krystal Sutherland gelingt es in ihrem Jugendroman für Jugendliche ab 14 Jahren ganz toll, alle Facetten von Esthers Persönlichkeit zum Tragen zu bringen. Sie verlässt das Haus beispielsweise nur in aufwendigen Verkleidungen, z.B. als Audrey Hepburn in einem ihrer bekannten Filme oder als Rotkäppchen. Der Tod hält schließlich nach Esther Solar Ausschau, nicht nach den beliebten Figuren aus Film, Fernsehen oder Literatur! Jonah blickt allerdings schnell hinter die Masken und möchte dem Mädchen helfen. Doch auch er selbst hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, wie Esther bald klar wird. „Es muss ja nicht perfekt sein“ geht dabei unheimlich in die Tiefe. Es ist ein berührender, aber auch lustiger Roman, der zum Schmunzeln und Nachdenken gleichzeitig anregt. Ganz tolle, überraschend gute Lektüre. Ein echter Geheimtipp!

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Es muss ja nicht perfekt sein Esther ist 17 Jahre alt und hat es nicht einfach. Ihre Familie ist anders. Der Vater hat Angst das Haus zu verlassen und lebt im Keller, ihre Mutter hat Angst vor Pech und der Bruder kann in der Dunkelheit nicht schlafen. Die Ängste bestimmen das Leben der Familie. Und Esther? Sie hat das Glück, dass Jonah ihr hilft sich ihren Ängsten zu stellen. Die Autorin Krystal Sutherland schreibt in ihrem Jugendbuch über ein sehr wichtiges Thema "Phobien und Depressionen", das mich im Anschluss noch sehr beschäftigt hat. Trotz der ergreifenden Thematik habe ich mich manchmal ertappt, dass ich Zeilen übersprungen habe, da mir manche Situationen zu ausschweifend beschrieben wurden. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Krystal Sutherland hat sehr interessante aber auch ausgefallene Charaktere erschaffen. Mit den Jugendlichen, Esther, Jonah und auch Eugene, habe ich oftmals mitgelitten. Esther hat es nicht immer leicht aber sie versucht trotzdem Verständnis für ihre Familie aufzubringen. Jonah war mir auf anhieb sympathisch. Es war amüsant, wie er es immer schaffte, Esther dazu zu bringen, sich ihren Ängsten zu stellen. Je mehr sie sich darauf einließ, desto mehr wurde Esther bewusst, dass ihre Ängste ihr wunderbare Dinge vorenthalten hatten. Die Autorin vermittelt mit diesem tiefgründigen Buch, wie wichtig es ist sich Ängsten zu stellen und besonders bei psychischen Erkrankungen Hilfe von außen zu holen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es gibt von mir eine klare Leseempfehlung.

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Auf der Familie Solar lastet ein Fluch. Jeder in der Familie leidet unter (mindestens) einer Phobie und diese Phobie wird dem Betroffenen letztendlich auch zum Verhängnis werden. Esther Solar ist die Tochter der Familie und dank der Familiengeschichte und ihrer Andersartigkeit Zielscheibe von Mobbing und Ausgrenzung. Da Esther Solar noch nicht mit Sicherheit sagen kann, was ihr größte Angst ist, führt sie sicherheitshalber einer Liste und meidet alles, was eventuell in Frage kommen könnte. Die Taktik funktioniert eigentlich recht gut - bis die Liste eines Tages ihrem Schwarm aus Grundschultagen, Jonah, in die Hände fällt. Doch anstatt sich über Esther lustig zu machen, hilft er ihr, die Liste abzuarbeiten und die Phobien zu überwinden. Dabei kommen sich die beiden näher und Ester erkennt, dass auch in Jonahs Leben vielleicht nicht alles ganz so perfekt ist. "Es muss ja nicht perfekt sein" ist anders als die meisten Jugendbücher, die ich kenne. Das Thema an sich ist anders und auch die entsprechende Aufbereitung. Für mich ist dies ein Paradebeispiel dafür, wie Jugendbücher 2019 gestaltet sein sollten: Freundschaft und Respekt für den Anderen (auch oder gerade weil er anders ist), die erste Liebe (ohne großen Kitsch), das Überwinden scheinbar unüberwindbarer Hindernisse und das klare Benennen von Problemen, mit denen unsere Gesellschaft zu kämpfen hat (Süchte, Phobien, Alzheimer, Mobbing, etc.). Der Schreibstil ist locker und leicht, wie ich es mir für ein Jugendbuch auch wünsche, und daher lässt sich das Buch zügig und recht schnell lesen. Ich persönlich finde es schwierig, ernste Themen, wie Mobbing, Süchte und psychische Erkrankungen altersgerecht in einem Jugendbuch zu verarbeiten, ohne dass das Buch dabei in die Ecke der "Problem-Ratgeber" abdriftet. Krystal Sutherland ist hier meiner Meinung nach eine gekonnte Mischung aus Ernsthaftigkeit, Aufklärung und Unterhaltung mit der benötigten Portion Humor gelungen. Das Buch ist sehr unterhaltsam und auch humorvoll geschrieben, so dass man von Anfang an mit Esther mitfiebern will und muss. "Es muss ja nicht perfekt sein!" würde ich nicht nur Jugendlichen, sondern generell Menschen empfehlen, die auf der Suche nach sich selbst sind.

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Wunderbares Jugendbuch mit vielen Facetten

Von: Stefanie Sprung

27.05.2019

Das Buch kommt sehr skurill um die Ecke. Es geht um Esther, ein 17jähriges Mädchen, die einen Zwillingsbruder Eugen hat und eine Liste führt, mit Dingen vor denen sie Angst hat. Ihr Bruder hat Angst vor Monstern und der Dunkelheit, ihr beste Freundin ist ein Geist, ihre Mutter spielsüchtig und ihr Vater ist seit Jahren nicht mehr aus dem Keller gekommen. Sie glaubt, es gibt einen Familienfluch und der Opa hat Kontakt mit dem Gevatter Tod. Ein Mitschüler raubt sie aus, entschuldigt sich dann bei ihr und hilft ihr die Liste ihrer Ängste abzuarbeiten, dabei dreht er Videos, die er auf YouTube stellt und damit anderen Mut macht. Und nach und nach kommt Esther in ein ganz normales Teenager Leben an und versteht, dass ihre Welt nicht verflucht ist, sondern alles normale Bezeichnungen hat wie die Depressionen ihres Bruders, die Kontaktangst ihrer besten Freundin und ihre eigenen Ängste. Meine Meinung Ich fand das Buch sehr kurzweilig und mit vielen Gags in der Metaebene auch sehr amüsant. Ich weiß zwar nicht, ob Teenager so Witze auf Breaking Bad verstehen und ein paar andere Filme, aber es muss ja nicht alles zünden. Auch war die Geschichte sehr dicht auf vielen Ebenen, die Zwischengeschichte mit dem Opa und dem Tod. Auch war es alles sehr phantasievoll, so dass ich wirklich erst zum Schluss mitbekommen habe, dass es eigentlich sehr ernst um Depressionen, Suizidversuchen und andere Krankheuten geht. Ich habe es sehr gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen.

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Die etwas andere Heldin

Von: Velvet in Paradise

19.05.2019

Esther Solar ist alles andere als ein normaler Teenager. Sie ist 17 Jahre alt, hat unter anderem eine Sozialphobie und einen Faible für Kostüme. Esther Familie ist ebenfalls speziell. Ihre Mutter Rosemary ist spielsüchtig und hat Angst vor Pech.Ihr Vater Peter, lebt seit Jahren im Keller. Esthers Zwillingsbruder Eugene hat Angst vor der Dunkelheit und ihr Opa kennt den Tod persönlich und ist Schuld am Familienfluch. Doch was ist Esthers größte Angst? Eines Tages trifft sie auf Jonah Smallwood, der sie kurzerhand ausraubt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und gemeinsam stellen sich die beiden Esthers Ängsten und ihrem Wunsch, den Tod persönlich zu treffen. Ein ganzes Jahr lang. Jeden Sonntag. 50 Ängste. 50 Wochen. 50 Videos und 50 Chancen den Tod herauszufordern, um den Familienfluch zu brechen. Und dann verliebt sich Esther in Jonah. Wo fange ich am besten an? Richtig, bei Esther Solar. Sie ist eine Aussenseiterin und wird auf Grund ihrer Vorliebe für Kostüme gemobbt. Esthers selbst findet sich hässlich und sonderbar, die Verkleidungen geben ihr das Gefühl stark und selbstbewusst zu sein, wie der jeweilige Charakter. Bis auf Hephzibah, die nicht spricht, hat Esther keine Freunde. Heph ist so unscheinbar, dass selbst Esther nicht ganz sicher ist, ob sie wirklich existiert oder ein Geist ist. Auch Jonah Smallwood hat zu Hause einige Probleme. Die Charaktere sind so toll beschrieben, dass man sich sofort mit ihnen identifizieren kann. Auch kommen dem ein oder anderen einige Phobien bekannt vor ;-). Mir gefällt die ganze Idee in dem Buch und durch den klaren Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Nach und nach bekommt man im Handlungsverlauf mit, was die Ursachen der Probleme sind und viele Dinge klären sich auf (mehr kann ich dazu nicht schreiben ohne zu spoilern). „Es muss ja nicht perfekt sein“ ist ein Jugendbuch und beinhaltet schwere Themen wie z.B Depression, häusliche Gewalt durch Alkohol, Spielsucht, Demenz und Mobbing. Mit einer wichtigen Message: Nicht wegzuschauen, sondern zu helfen, zu zuhören und den Menschen mit seinen Ängsten zu akzeptieren und nicht als andersartig zu behandeln. Das Buch hat mich vom ersten Moment an gepackt. Gefühlsmässig war bei mir alles dabei. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie oft sieht man sein Gegenüber wirklich? Und wäre es manchmal nicht besser mit anderen zu reden als den Mist dieser Welt mit sich rumzuschleppen? Fragen und Überlegungen kamen auf. „Es muss ja nicht perfekt sein“ ist eine Geschichte mit der etwas anderen Heldin, die einen schweren Eindruck bei mir hinterlassen hat. 5 von 5 *

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Amüsant und Lesenswert

Von: Sophie2010

18.05.2019

Ein amüsantes Buch über eine schräge und ungewöhnliche Familie mit vielen Phobiebehafteten Mitgliedern, so auch die Romanheldin Esther. Das Buch hat mich zum Lachen und auch zum Nachdenken angeregt. Ich empfehle es gern weiter .

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... aber es ist es!

Von: Miss Emma

17.05.2019

Kurz gesagt: Das Buch ist der Wahnsinn! Es ist eines dieser Bücher, das man nicht nur einmal lesen kann, sondern mehrfach lesen muss. Krystal Sutherland erzählt auf 300 Seiten sehr dicht eine Geschichte, die mehr als ein Thema umspannt. Von der Beschreibung her ist zu erahnen, um was vorrangig geht: Ängste, Liebe, Abenteuer. Aber das Buch bietet noch viel mehr. Es ist eine realistische Darstellung von psychischen Erkrankungen - von den Symptomen, über die Gedanken der Betroffenen und Außenstehenden, bis hin zu der Beschreibung des Lebens.Dabei übertreibt Krystal Sutherland nicht, sondern schafft es, die Menschen als Menschen darzustellen - nicht als Patienten oder gar Verrückte. Sie zeigt, was passiert, wenn man sich psychischen Erkankungen nicht stellt, und ebenfalls, was möglich ist, wenn man es tut. Nebenbei oder eher vorrangig geht es dann auch noch um Liebe, Freundschaft und Familie, im Guten wie im Schlechten. Ein Kriminalfall wird am Ende gelöst. Die Frage bleibt, wer Jack Horowitz wirklich ist und wer Esther Solar wirklich sein wird. Ein absolutes Lese-Muss für Jugendliche und Erwachsene!

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Was kommt nach der Angst?

Von: Jasmin

17.05.2019

Eine wilde Fahrt durch die Angstlandschaft eines Teenagers, aber auch so viel mehr. Das Buch beschreibt sehr authentisch und mit viel Humor, wie man seine Ängste überwindet, die einen manchmal fest im Griff haben. Der Tod wird als allgegenwärtig beschrieben und aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet (der arme Kerl mit seiner Arbeit). Alle waren mir mit ihren kleinen Macken und komischen Gedanken sehr sympathisch. Manchmal klang es gerade so, als wäre die liebe Frau Sutherland aus einem verrückten Traum hochgeschreckt und hätte sich sofort das Notizbuch gegriffen, um alles festzuhalten. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen ist wichtig. Sich mit Ängsten auseinanderzusetzen ist wichtig. Und den Unterschied zwischen Schwäche und Stärke durch menschliche Beziehungen zu kennen ist wichtig. Das Buch liefert keine Antwort auf Fragen wie "Was kommt danach?", aber gibt einen das Gefühl, keine klare Antwort zu brauchen. Ist das Schwimmen in tiefem Wasser eine Erfüllung? Das Buch schreit einem ins Gesicht "seek discomfort!", suche die Angst, denn "alles was du begehrst, liegt jenseits davon" (S. 141). Lass die Angst dich nicht kontrollieren. Ich könnte noch so viel mehr loben, zitieren und philosophieren, aber man sollte das Buch einfach selbst gelesen haben! Es gibt auch übrigens sehr gute Tipps, wie man seine ersten Dates gestalten kann: einfach mal vor Gänsen davonlaufen. Trotzdem noch meine Lieblingsstellen: (Vorsicht Spoiler!) "Du musst dich bis ins Mark fürchten, damit Mut überhaupt etwas bedeutet." "Ich hoffe schwer, dass deine Geheimwaffe nicht deine Genitalien sind." "Igitt. Heb mal den Kopf aus der Gosse, Esther. Also wirklich." "Was war dann der Sinn dieser Fleischklumpen mit Bewusstsein [...]?" "Jemand zu lieben, der dich [verletzen kann], macht dich noch nicht schwach."

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