Rezensionen zu
Es muss ja nicht perfekt sein

Krystal Sutherland

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Die Autorin Krystal Sutherland ist in Australien geboren. Sie hat als Auslandskorrespondentin in Amsterdam und Hongkong gearbeitet, bevor sie nach Sydney zog. Esthers Familie ist verflucht. Ihr Vater lebt im Keller und kommt nie nach oben, ihr Bruder hat panische Angst vor der Dunkelheit und ihre Mutter fürchtet sich davor kein Glück mehr zu haben. Esther kennt ihre Angst noch nicht aber sie hat eine Liste mit 50 Ängsten, die sie haben könnte. Die Liste fällt einem alten Schulfreund von Esther in die Hände, der sie dazu zwingt sich ihren Ängsten zu stellen… Die ersten paar Kapitel fand ich es spannend zu lesen - in den Kapitel geht es darum, wie sich Esther ihren Ängsten stellt -, doch irgendwann wird es langweilig und die Kapitel ziehen sich wie Kaugummi, erst wieder im letzten Drittel, war das Buch spannend. Ich muss zugeben, dass ich Esther irgendwann nur noch nervig fand und es mich stellenweise überhaupt nicht interessiert hat, wie es mit ihr weitergeht. Interessant fand ich die Erzählungen über ihren Großvater, die aber immer wieder das gleiche Thema behandeln – mehr will ich nicht verraten. „Es muss ja nicht perfekt sein“ ist ein Buch, dass man nicht unbedingt gelesen haben muss. Es ist stellenweise durchaus spannend und an anderen Stellen zieht es sich wie Kaugummi. Es wird – gefühlt – immer wieder die gleiche Geschichte erzählt, die sich einfach irgendwann totläuft. Die Autorin wartet nur mit wenigen Ideen auf, diese ziehen sich durchs ganze Buch und nerven dann nur noch.

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Das neue Buch von Krystal Sutherland ist eher spontan auf meiner Wunschliste gelandet, nachdem ich eines ihrer anderen Bücher gelesen und für gut befunden habe. Ohne grosses Vorwissen über das Buch und mit dementsprechend einer neutralen Erwartungshaltung, habe ich "Es muss ja nicht perfekt sein" schliesslich begonnen, das durch ein besonders ansprechendes und sommerliches Cover besticht. Im Fokus der Geschichte steht Esther, deren gesamte Familie an schweren psychischen Störungen leidet. Die meisten davon sind Angststörungen. Was für viele andere Betroffene sehr belastend und eine Einschränkung in ihrem Leben darstellt, wird in Sutherlands Buch allerdings auf die Spitze getrieben. Esthers Vater leidet zum Beispiel an einer so starken Agoraphobie, dass er sich seit Jahren im Keller verschanzt und nur sporadisch Kontakt zu seiner Familie hat. Die Diagnose der Mutter konnte ich auf Anhieb nicht so ganz erfassen - sie wirkte aber tatsächlich so, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank. Sie trägt beispielsweise ständig ein lebendiges Huhn mit sich herum und nimmt jeden Aberglauben, der existiert, beim Wort. Esther selbst ist in ihrer Familie wohl diejenige, die ihr Leben noch halbwegs im Griff hat - aber das nur, weil sie selbst davon ausgeht, ihre ganz spezifische Angst (die jeder in ihrer Familie hat) noch nicht entdeckt zu haben. Und da kommt ihr Kindheitsfreund Jonah Smallwood ins Spiel: Er bestiehlt Esther und findet dadurch eine Liste von Dingen, von denen sie womöglich eine spezifische Phobie haben könnte (ohne es bislang zu wissen). Statt Esther in ihrem quälenden Unwissen zu lassen, beschliesst er eine Art Expositionstherapie zu machen und arbeitet mit Esther gemeinsam die Liste durch, um so herauszufinden, wovor sie nun tatsächlich Angst haben könnte. Dabei kommt Esther nicht nur ihren Ängsten, sondern auch Jonah näher... Was soll ich sagen? Die Story klingt nicht nur verrückt, sie ist es auch. Ich bin ein grosser Fan von Büchern, die sich mit psychischen Erkrankungen befassen und diese auf eine möglichst authentische Weise beschreiben, so dass auch Laien sich vorstellen können, wie belastend eine solche Krankheit sein kann. Hier fand ich die Darstellung von Angststörungen aber sehr übertrieben und damit auch eher unglaubhaft. So wie Esthers Familie geschildert wird, hätte (zumindest hier in der Schweiz) schon längst eine Erwachsenen- und Kinderschutzbehörde eingegriffen und die Familienverhältnisse genauer unter die Lupe genommen, um den entsprechenden Familienmitgliedern eine absolut notwendige Therapie zukommen lassen. Was mir hier nämlich gefehlt hat, ist der Umstand, dass sich Angststörungen in der Regel sehr gut therapieren lassen und sie sogar die grössten Erfolgschancen für eine Behandlung aufweisen. Im Buch wird zwar noch versucht, die übertriebene Darstellung der Angststörungen durch eine Art Mythos über einen "Familienfluch" zu erklären, aber das hat für mich das Ganze nicht viel glaubhafter gemacht. Dadurch, dass die betroffenen Familienmitglieder untherapiert unter ihren Symptomen leiden, fand ich die gesamte Familiensituation sehr tragisch mit anzusehen. An einer Stelle geht Esther beispielsweise endlich mal in den Keller zu ihrem Vater herunter und man erfährt, dass dieser vor ein paar Jahren einen Schlaganfall hatte und nun halbseitig gelähmt ist. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, ob es denn niemanden gibt, der von diesen Vorkommnissen Wind bekommen hat und dieser Familie bei ihren Problemen helfen will - denn wie gesagt: Die Erfolgschancen, dass ihr Leidensdruck mit Hilfe von Therapie oder wenigstens Medikamenten gelindert oder ganz aus der Welt geschaffen werden kann, wäre sehr gross. Zumal die Ausprägungsgrade der jeweiligen Angsterkrankungen so überspitzt dargestellt wurden, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Neben dem seltsamen Plot, ist auch der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig. Er ist sehr umgangssprachlich und einfach gehalten, was der Geschichte nicht unbedingt zu mehr Ernsthaftigkeit verholfen hat - im Gegenteil. Als ich bei der Hälfte des Buches angekommen war, habe ich es dann nicht mehr länger ausgehalten und musste das Buch abbrechen. Während Esthers Storyverlauf sehr vorhersehbar war, hätte es mich zwar interessiert, was mit ihren Eltern am Ende des Buches passieren würde, aber das allein hat nicht ausgereicht, um mich weiter durch das Buch zu quälen. Die Idee wäre sicher gut gewesen, aber die Darstellung der Angsterkrankungen war so dermassen übertrieben und unrealistisch beschrieben, dass ich nur noch genervt war. Entstigmatisierung funktioniert anders. Fazit: Ein Buch das sich mit dem Thema psychische Erkrankungen befasst, diese aber so überspitzt darstellt, dass es einfach unglaubhaft wirkt. Anders als im Buch dargestellt, lassen sich Angststörungen sehr gut behandeln und Betroffene sind nicht so verrückt, wie die Autorin es einem im Buch weissmachen will. Für mich leider eine grosse Enttäuschung. Der Storyverlauf und der Schreibstil haben mich irgendwann so genervt, dass ich das Buch schliesslich abbrechen musste. Eine Leseempfehlung kann ich dieses Mal leider nicht abgeben.

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Esther glaubt fest daran, dass ihre Familie verflucht ist und jeder eine Angst hat. Doch nur sie weiß nicht, was ihre größte Angst sein könnte, weswegen sie alle Dinge, die in Frage kommen könnten, auf einer Liste festhält. Als ausgerechnet Jonah Smallwood die Liste in die Finger bekommt, ahnt Esther böses. Doch anders als Esther denkt, hilft Jonah ihr die Liste abzuarbeiten und sich ihren Ängsten zu stellen. Esther Solar ist ein eher ungewöhnliches Mädchen. Sie verkleidet sich jeden Tag und verkauft heimlich Backwaren in der Schule, um etwas Geld dazu zu verdienen. Leider bin ich mit Esther nicht so ganz warm geworden. Zwar konnte ich nachvollziehen, warum sie sich so um ihre Familie sorgt, aber das war es dann auch schon. Ansonsten habe ich Esther eher als nervigen Charakter empfunden, mit dem ich mich nie so ganz identifizieren konnte. Jonah Smallwood war mir im ersten Moment sehr unsympathisch. Doch nach und nach konnte er mich immer mehr von sich überzeugen, denn im Grunde ist er ein liebevoller Charakter, der sich um seine Liebsten sorgt und alles für sie tun würde. Dabei fällt er vor allem durch seine kreative Art und seinen Charme auf. Außerdem hat es mir gefallen, dass er auch immer mal wieder seine verletzliche Seite gezeigt hat. Die Beziehung der beiden hat sich sehr langsam und in einem authentischen Tempo entwickelt. Leider muss ich aber zugeben, dass ich mit beiden Charakteren nicht so ganz warm geworden bin und deshalb auch nicht so ganz nachvollziehen konnte, was die beiden aneinander finden. Als Nebencharaktere wirken hauptsächlich Esthers Familie sowie ihre beste Freundin Hephzibah mit. Vor allem in Esthers Familie hat jeder mit seinen Ängsten und Problemen zu kämpfen, was allerdings alle für völlig normal ansehen und sich dementsprechend auch nicht darum kümmern. Auch Jonahs Familie lernt man kennen, wobei mir sein Vater richtig unsympathisch war. Der Einstieg in das Buch ist mir leider sehr schwer gefallen, denn ich bin nicht wirklich mit dem Schreibstil von Krystal Sutherland warm geworden. Auf der einen Seite war er locker leicht und ließ sich angenehm lesen, aber es gab auch viele langatmige Stellen. Am meisten hat es mich allerdings gestört, dass das gesamte Buch aus der Erzählerperspektive geschrieben wurde, denn so kamen weder die Gefühle und Emotionen, die bei so einer Geschichte eigentlich im Spiel sein sollten, bei mir an, noch konnte ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen. Außerdem hat die Nebengeschichte rund um Esthers Opa und eine bestimmte Person bei mir für Verwirrung gesorgt, sodass ich diese Kapitel meist nur überflogen habe. Auch das Ende ging mir leider etwas zu schnell und es blieben noch die ein oder andere Frage offen. Trotzdem hat die Autorin es geschafft mit Angststörungen ein ernstes Thema in einem ungewöhnlichen Jugendroman zu verarbeiten - auch wenn mir einige Dinge etwas zu übertrieben dargestellt waren. Zwar hat mir der Umgang der Familie mit dem Thema über weite Strecken nicht wirklich zugesagt, aber gegen Ende hat sich das Ganze doch noch positiv entwickelt. Auch die Anmerkung der Autorin finde ich hier sehr gelungen. Da begriff sie, dass die Dunkelheit auch in einem Menschen leben und ihn von innen zerstören konnte. (Seite 171) Das Cover des Buches finde ich wunderschön, denn es wirkt durch die Farbgestaltung sehr sommerlich. Außerdem hat es mir gefallen, dass die Gestaltung sich auch durch die einzelnen Kapitel gezogen hat. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin, weil mir Unsere verlorenen Herzen von Krystal Sutherland richtig gut gefallen hat. Deswegen bin ich umso enttäuschter, dass mich Es muss ja nicht perfekt sein fast überhaupt nicht in den Bann ziehen konnte, was vor allem an der Erzählperspektive und den Charakteren sowie deren Umgang untereinander lag. Dafür kann ich leider nur 2/5 Sterne geben.

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Leider nicht mein Fall

Von: Laura

28.05.2019

Nachdem ich die Beschreibung gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Ich lese immer noch gerne Teenie-Bücher, auch wenn ich längst aus dem Alter raus bin. Ich habe es leider nicht über mich gebracht, dieses Buch zu Ende zu lesen; nach ein paar Kapiteln habe ich aufgegeben. Der Schreibstil hat mich überhaupt nicht angesprochen und ich musste mich regelrecht dazu zwingen, zumindest die ersten Kapitel zu lesen.

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Enttäuschend

Von: Susanne Weinsanto

25.05.2019

Da es ein Testlesebuch war, habe ich mich bis zum Ende "durchgebissen". Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Nicht immer war mir klar, warum jetzt im nächsten Kapitel etwas völlig anderes behandelt wurde. Der Klappentext verspricht meiner Ansicht nach wesentlich mehr, als das Buch hält. Ich hatte eine Geschichte erwartet, bei der jeder seine Ängste hat, und auf irgendeine Art und Weise versucht damit umzugehen. Doch weit gefehlt. Es ist ein Buch bei dem es im wesentlichen um Esthers Ängste, ihren Bruder Eugene und Jonah geht. Mit Jonah gemeinsam versucht sie sich den Ängsten zu stellen, das ist für mich, der wesentliche Inhalt des Buches und das reicht nicht für eine gute Geschichte. Dass Esther sich in alle möglichen Verkleidungen schmeisst macht die Geschichte nicht besser. Tur mir leid, aber das war nix - hier kann ich nur 2 Sterne für die Grundidee geben - für mehr reichts beim besten Willen nicht

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Wahrlich nicht perfekt...

Von: TuGa

17.05.2019

Esthers Familie und deren Leben ist von Ängsten geprägt: Der Vater lebt seit Jahren im Keller, abends müssen stets zahlreiche Kerzen angezündet werden, da sich Esthers Bruder vor der Dunkelheit fürchtet und auch die Mutter hat diverse Ängste. Phobien - das ist ein Thema, das (abgesehen von Ratgebern) selten in der Literatur behandelt wird. Die Schriftstellerin widmet sich diesem Sujet und richtet sich dabei v. a. an junge Leser. Fantastisch - so dachte ich. Die Umsetzung ist meiner Meinung nach leider gar nicht gelungen. Fünf Kapitel konnte ich - stets kopfschüttelnd - lesen, dann musste ich aufgeben. Schade. Die Familie und Esthers Verhalten wirken lächerlich und oberflächlich. Der Schreibstil ist sehr einfach und liest sich wie ein langer Schulaufsatz (was aber vielleicht auch an der Übersetzung liegen könnte). Die Chance eines sensiblen Umgangs mit dem Thema Ängsten wurde hier vertan. Empfehlen kann ich das Buch für Leser, die Lust auf eine leichte und etwas skurrile Urlaubslektüre haben, keinesfalls jedoch für (junge) Menschen, deren Leben von Phobien bestimmt wird und die sich vielleicht mehr vom Inhalt des Buches erhoffen.

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