Rezensionen zu
Der dunkle Grund des Sees

Stefanie Kasper

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Der dunkle Grund des Sees – Stefanie Kasper Über die Autorin. Stefanie Kasper, geboren im Jahr 1984, ist im Bayerischen Oberland aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen im Ostallgäu. Eigentlich Redakteurin, widmet sie sich jetzt voll und ganz der Schriftstellerei. Neben einigen historischen Romanen entstammen ihrer Feder auch drei Kriminalromane, die allesamt in Süddeutschland angesiedelt sind. Über das Buch. Nach dem Tod ihrer Adoptivmutter Elisa beschließt Isabel Radspieler wieder in ihr altes Heimatdorf zurückzuziehen, um sich um ihren Adoptivvater zu kümmern. Kaum angekommen, findet Isabel in einem Versteck in ihrem früheren Kinderzimmer einen Karton mit einem Brief von Elisa und mehreren Tonbändern. In dem Brief bittet Elisa Isabel, das Schicksal ihrer Familie zu ergründen: Elisas Eltern und ihre jüngere Schwester verschwanden spurlos, als der Forggensee gestaut und Elisas Heimatdorf Forggen im Zuge dessen geflutet wurde. Elisa bittet Isabel nun, das Verschwinden aufzuklären. Anhand der Tonbänder, auf die Elisa ihre Erinnerungen aufgezeichnet hat, begibt sich Isabel nun auf Spurensuche. Sie weiß nicht, dass sie sich selbst damit in höchste Gefahr begibt. Dem Buch liegt eine wahre Begebenheit zugrunde: Die Entstehung des Forggensees in der Nähe von Füssen im Bayerischen Allgäu vor gut 60 Jahren. Auf diesem Ereignis baut Stefanie Kasper ihren Kriminalroman auf, der auf zwei Ebenen erzählt wird, nämlich einmal durch Isabels Sicht in der Gegenwart und durch Elisas aufgezeichnete Erinnerungen aus den 1950er-Jahren. Der Autorin gelingt es dabei sehr gut, diese beiden Blickwinkel in Einklang zu bringen und nicht nur durch die familiären Beziehungen miteinander zu verweben. Auch finde ich, dass Stefanie Kasper mit den Hauptpersonen sehr lebhafte und greifbare Charaktere geschaffen hat, zu denen der Leser bzw. die Leserin schnell eine Beziehung aufbauen kann. Es sind Charaktere, die nicht blass und blutleer sind, sondern vielmehr das Gefühl vermitteln, dass sie nicht nur auf dem Papier existieren. Mein Kompliment dafür! Auch ist es Stefanie Kasper gelungen, eine sehr atmosphärische, dunkel-stimmungsvolle Geschichte zu erzählen, die im Laufe des Buches immer mehr an Fahrt und an Spannung aufnimmt, dabei aber immer einen gewissen ruhigen Unterton behält. Das Bedürfnis des Lesers, zu erfahren, was damals im Jahr 1954 wirklich passiert ist und wie sich die Nachwehen der Ereignisse bis in die heutige Zeit ziehen, wächst stetig. Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch habe ich auch ein paar kleinere Kritikpunkte. Im Buch leidet Isabel an einer psychischen Erkrankung. Das hätte es meiner Meinung überhaupt nicht gebraucht, denn dieser Punkt tut nichts für die Geschichte und auch als mögliche Rechtfertigung für Isabels Verhalten ist dieser Punkt unnötig. Die Erkrankung wird thematisiert, aber irgendwie bleibt sie doch immer außen vor und erfüllt meines Erachtens keinerlei Sinn und Zweck für die Geschichte. Dafür hätte ich mir andere Punkte des Buches wiederum ein bisschen weiter ausgearbeitet gewünscht, besonders die Schlussfolgerungen, die gezogen werden, und die jeweiligen Erinnerungen und Versionen aller beteiligten Personen an die Ereignisse von damals. Bei der Sprache musste ich hin und wieder schmunzeln: Stefanie Kasper bedient sich gerne mal Worte, die ein wenig veraltet und nicht mehr so gebräuchlich sind. Das finde ich toll! Ich finde es unheimlich schön, wenn ältere Wörter und Begriffe aus der Versenkung geholt und mit neuem Leben erfüllt werden. Aber in Verbindung mit Isabels Blickwinkel, der Perspektive einer jungen Frau in ihren Zwanzigern, fand ich es manchmal doch ein wenig unrund („unpassend“ ist mir an dieser Stelle ein bisschen zu stark). Aber das ist Kritisieren auf hohem Niveau, denn insgesamt hat Stefanie Kasper hier einen tollen, spannenden Kriminalroman mit – Achtung, Wortwitz! – viel Tiefe abgeliefert, der mich neugierig auf weitere Werke der Autorin gemacht hat.

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Meinung Der dunkle Grund des Sees ist ein Krimi, der auf zwei Zeitebenen spielt. Man begleitete Isabel in unserer aktuellen Zeit durch ihr Leben und erfährt dann nach und nach etwas über das leben ihrer Adoptivmutter, die von Isabel nur Tante Elisa genannt wird, nach dem zweiten Weltkrieg. Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Man hat nicht die typischen Heldinnen die ihr Leben meistern. Isabel lebt alleine und hat durch ein sehr Einschneidendes Erlebnis eine starke Soziophobie entwickelt. Sie versteckt sich in ihrer Wohnung und lässt niemanden gerne in ihre Nähe. Sie sagt auch keinem irgendetwas und versucht gegenüber ihrer Tante und ihrem Onkel. Isabel und ihre Krankheit waren wirklich gut dargestellt. Ganz ohne Klischees oder Bewertungen, einfach die Realität. Und der Leser begleitet sie auch auf dem schweren Weg und dem Kampf gegen die Soziophobie. Dabei erhält sie auch Hilfe von ihrem Cousin und Onkel. Elisas Geschichte wird immer wieder ein bisschen eingestreut. Sie hat Isabel viele selbstbesrpochene Kassetten hinterlassen mit deren Hilfe Isabel versucht einen alten Fall zu klären. Auch Nachforschungen in der heutigen Zeit versucht Isabel anzustellen. Der Fall ist wirklich knifflig und interessant. Man kann miträtseln und eigene Theorien entwickeln. Das ganze Buch ist eher ruhig und entwickelt sich sehr langsam und unaufgeregt. Teilweise plätschert alles so vor sich hin, es wird aber nicht langweilig. Die Geschichte entwickelt einen Sog und man möchte immer weiter lesen und das Geheimnis lüften. Der Schreibstil ist gut zu lesen und wunderschön. Insgesamt ein interessantes aber ruhiges Buch, ein bisschen mehr Spannung hätte ich mir aber gewünscht. 4 Sterne.

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Der Anfang ist unglaublich düster und es fiel mir schwer weiter zu lesen. Bleibt man jedoch dran, entwickelt sich ein spannender Krimi mit gut herausgearbeiteten Figuren und Perspektivwechseln. Letzterere sowohl aus Sicht der verschiedenen Protagonisten als auch zeitlich bestimmt. Der Titel zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Ein Faden, der niemals abgleitet und sowohl für den Teil des Stausees an sich gilt als auch für manche Seelen der Bewohner. Es gibt zahlreiche Enthüllungen, aber kaum eine ist wirklich die Ursache für das Unglück, welches auf dem Grund des Sees liegt. Dennoch bringt fast jede die Geschichte ein Stück voran und sorgt dafür, dass sie keine Minute langweilig wird. Innere Reisen Haupt- und Nebenfiguren sind klar gezeichnet, auch ihre Privatleben werden nicht vernachlässigt, so dass man sich gut in sie hineinfühlen kann. Bei vielen ahnt man bereits am Anfang, wer Dreck am Stecken dieser alten Geschichte haben könnte. Manches führt in die Irre, vieles auf den Seegrund in die Vergangenheit und in das Heute. Hinzu kommt, dass die Hauptfigur Isabel psychisch krank ist und während ihrer Heilungsphase immer wieder von ihrer Soziophobie in die Knie gezwungen wird. Dies macht den Roman noch ein bisschen düsterer als er eh schon ist.

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MEINUNG Ich muss sagen, der Beginn fiel mir unheimlich schwer. Leider ist das öfters bei ihren Büchern so, muss man sich erstmal an die Personen, Orte und Botschaften gewöhnen. Die Zeitsprünge erleichterten es nun auch nicht grad. Doch wie immer kriegt man bald ein Gefühl für die Charaktere und die Ortschaften, und man kann sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren. Erstmal fand ich die Charaktere gleich sehr vertraut. Isabel ist an sich eine nette junge Frau, die an einer psychischen Krankheit litt/leidet. Mir hat gefallen, dass dadurch ein 'unabhängiger' Aspekt noch hinzu gekommen ist, was ich so gar nicht erwartete. Quicin, Tom und Elisa sind sehr herzlich. Auch die anderen Nebenfiguren passten zur Geschichte. Schon nach kurzer Zeit begann sich ein Sog zu entfalten, ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht. Ich kam dann auch richtig gut mit den Zeitsprüngen klar, und war überrascht, wie packend es wurde. Man tappt echt im Dunkeln, vor allem da es auch öfters 'falsche' Enthüllungen gab. Trotzdem geht es nicht nur um die Geschehnisse von damals, auch das Privatleben von Isabel und ihren Mitmenschen wird nicht vernachlässigt. Durch diesen Sog habe ich das Buch fast an einem Abend beendet, nur weil mir schon die Augen zufielen, verschob ich die letzten Seiten auf heute morgen. Der Schreibstil liest sich trotz Zeit- und Perspektivenwechsel sehr flüssig und schnell. Die Kapitel sind recht kurz. Das Ende bescherte mir sogar Gänsehaut. FAZIT Ein packender Mystery-Roman. Jediglich der Anfang fiel schwer, ansonsten spannende Sogwirkung. - 4 von 5 Feenfaltern - © Anna Salvatore's Bücherreich

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