Leserstimmen zu
Lottery Boy

Michael Byrne

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Nach dem Tod seiner Mutter hält Bully nichts mehr bei seinem Stiefvater. Er lebt mit seiner Hündin Jack(y) auf den Straßen Londons und schlägt sich durch. Seine einzige Verbindung zu seinem früheren Leben ist die letzte Geburtstagskarte, die er von seiner Mutter erhalten hat. Durch einen Zufall findet er in dieser Karte einen Lottoschein, der "das große Los" ist. Überglücklich, aber auch völlig unbedacht erzählt er bekannten Stadtstreichern davon und setzt damit ein Kopfgeld auf sich selbst aus. Michael Byrnes all-age Roman (vom Verlag ab 11 Jahren deklariert) macht das Dillemma eines Millionengewinns deutlich. Nicht nur, dass Bully das Geld aufgrund seines Alters selbst nicht einfordern kann Er muss auch erkennen, dass Freunde nicht immer vertrauenswürdig sind und Geld, vor alem viel Geld in Reichweite, die schlechtesten Seiten in Menschen hervor bringen kann. Das Buch ist wirklich erstaunlich. Die ersten Seiten sind einfach nur traurig, doch schnell wird Bullys Leben auf der Straße akzeptiert. Sein Glück ist ebenso spürbar, wie die falschen Entscheidungen, die er trifft. Die schlechten Erfahrungen, die er machen muss, lassen den Leser nachdenklich und bestürzt zurück. So viele Menschen, die auf der Straße leben und die wir im Alltag nicht einmal mehr registrieren, darunter Kinder und Jugendliche. Mitunter wird es für den "Lottery Boy" sehr brutal, zum Glück ohne die Szenen mit übermäßig viel Blut auszuschmücken. Die dunklen Seiten des auf-der-Straße-Lebens wird nicht verheimlicht. Kriminalität gegen und unter Obdachlose(n) ist ein Thema, aber auch die Lieblosigkeit gegenüber "angeheirateten" Kindern, die nach dem Tod des Elternteils "übrig" sind. Auf sanfte Gemüter kann das Geschehen verstörend wirken. Junge Leser sollten die Möglichkeit haben das Buch mit einem Erwachsenen zu besprechen. Selten habe ich ein Jugendbuch gelesen, dass mich so sehr bewegt hat wie "Lottery Boy". Es ist ein Buch, dass erwachsener macht und nicht einfach nur der Unterhaltung dient (das heißt aber nicht, dass es nicht gut zu lesen ist oder langweilig ist. Ganz im Gegenteil!). Deswegen würde ich es nicht einfach jedem empfehlen, sondern für Jugendliche mit einer entsprechenden Reife, sowie Erwachsenen, die sich vor Jugendbüchern mit Tiefgang nicht scheuen.

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Mein erster Eindruck des Jugendromans "Lottery Boy" war äußerst positiv. Auf dem Cover ist ein Junge zu erkennen, der in Bewegung ist und seinen Hund als Begleitung dabei hat. Die Bewegung entpuppt sich allerdings schnell als eine Flucht, denn niemand scheint Bully den Lottogewinn zu gönnen. Bully hat den falschen Menschen vertraut und ihre Gier nach den Millionen lässt sie alles vergessen, auch dass es sich hier um einen Jungen handelt, dem man schon zuvor alles genommen hat. Seitdem Bullys Mutter verstarb lebt er auf der Straße und ernährt sich von Müll. Er friert und hat keine Geborgenheit. Niemand der ihn in den Arm nimmt. Lediglich seine Hündin Jack begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Es tat mir unheimlich weh von diesem Schicksal zu lesen, welches sich doch eigentlich ändern könnte, wenn Bully ein klein wenig mehr Geld hätte. In solchen Momenten scheint sich jeder selbst am Nächsten zu sein und die Jagd auf Bully beginnt. "Lottery Boy" ist äußerst spannend und nachdem ich die empfohlene Altersangabe las kann ich da keineswegs zustimmen. 11 Jahre ist viel zu niedrig angesetzt. Der Roman hat nämlich auch sehr viele doch recht grausame Momente, die ich für Kinder nicht unbedingt geeignet empfinde. Bully kommt mir auch sehr viel reifer vor als 12 Jahre und auch wenn er durch das Leben auf der Straße gereift scheint, ist er doch niemand, mit denen sich Kinder identifizieren könnten. Vielleicht die Sehnsucht nach seiner Mutter, die auf vielen Seiten durchsickern kann. Man darf nicht vergessen, dass Bully ein anderes geborgenes Leben geführt hat und nun die Geborgenheit eines Zuhauses fehlt. Mich hat dieses oft doch recht traurig gemacht, denn außer Jack hat Bully niemanden. Ein Hund kann vieles ersetzen, aber eben doch nicht alles. Zumindest kann er an kalten Tagen wärmen und die Einsamkeit ein klein wenig lindern. Für mich war "Lottery Boy" ein tolles Leseerlebnis und ich kann ohne zu Zögern eine Leseempfehlung vergeben. Einzig die Altersangabe empfand ich als zu niedrig bemessen, da ich vermute, dass einige junge Leser vielleicht etwas überfordert sind mit der komplexen Story und dem Grauen was Bully auf seiner Flucht begegnet. Die wenigsten Menschen sind ihm wohlgesonnen, sondern nur darauf aus den Lottoschein in die Finger zu bekommen. Schön ist, dass alles ein gutes Ende nimmt und Bully das findet, nachdem er sich gesehnt hat. Es berührte mich sehr und gibt ganz viel Hoffnung darüber, dass es Menschen gibt, die dann Hilfe anbieten, wenn sie gebraucht wird, ohne auf einen Millionen schweren Lottoschein zu sehen, sondern nur auf das Kind, welches Hilfe und ein Heim benötigt.

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