Leserstimmen zu
Trügerische Nähe

Susanne Kliem

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Meine Meinung: Man taucht beim Lesen von der ersten Seite an in eine andere Welt ein. Das ganze Geschehen ist so detailgetreu beschrieben, als Leser fühlt man sich sofort in die Geschichte aufgenommen. Ich persönlich finde allerdings, dass es sich weniger um einen Kriminalroman handelt als um eine gute, sehr spannende Erzählung. Für einen Krimi fehlt das Ermittlungsgeschehen. Wie schon in Susanne Kliems Scherbenhaus sind auch hier wieder alle Personen sehr konkret und akribisch genau beschrieben. Dadurch kann man sich die Protagonisten und ihr Zusammenleben gut gut Vorstellen. Alle Standpunkte und somit auch die Handlung sind, aus menschlicher Sicht, gut nachvollziehbar. Alles in allem behandelt auch dieses Buch von Susanne Kliem menschliche Abgründe. Livia die keine Rücksicht auf das Paradies der vier Erwachsenen nimmt und selbstsüchtig einzig ihre eigenen Interessen verfolgt. Alexander der Livias Reizen nicht widerstehen kann. Nora, die misstrauisch ist und vor allem ihrem Mann in Sachen Seitensprünge nicht traut. Marlis die sich alles, wie durch eine Brille, schönredet und Probleme klein macht. Johannes mit seinen zwei Seiten. All das macht „Trügerische Nähe“ zu einem spannenden Buch und einem prickelnden Thriller. Der psychologische Aspekt trägt auf großartige Weise zur Spannung bei. Das einzige was ich persönlich, durch die Aufschrift als Kriminalroman, vermisse, sind polizeiliche Ermittlungen wie sie sonst in den anderen Krimis immer als Hauptbestandteil vorkommen. Trotzdem handelt es sich um eine solide Erzählung, die vor Spannung und intelligenter Konstruktion profitiert. Vor allem in der zweiten Hälfte ein grandioses Psychodrama. 4 von 5 Sternen

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Der Anfang las sich recht gruselig und ließ mich erst einmal wider Erwarten an einen Krimi denken. Doch um eins direkt vorweg zu nehmen: Diese Geschichte ist ein Kriminalroman, daher dem Genre entsprechend geschrieben, und sie sollte auch so gelesen werden. Der Romancharakter steht daher hier eindeutig im Vordergrund, was ich persönlich allerdings nicht tragisch fand. Man muss nur vorher wissen auf was man sich einlässt, sonst wird man wohl möglich etwas vermissen. Was die Geschichte selbst anbelangt, wurde ich keineswegs enttäuscht. In der Idylle des Landlebens findet sich eine Patchwork-WG ein. Ein Teil des Hauses wird von einem Ehepaar bewohnt, auf der anderen Seite wohnt eine Familie mit einem, gerade flügge werdendem Sohn. Die Erwachsenen sind befreundet, sonst hätten sie sich wohl kaum auf dieses Zusammenleben eingelassen. Doch dann hat die Autorin jede Menge zwischenmenschliches Konfliktpotential heraufbeschworen, und ich kam nicht umhin mich zu fragen, ob sich die Paare vorher wirklich gut gekannt haben. Ich fand die Figuren sehr gut dargestellt. Das betrifft sowohl ihre äußere Gestalt, als auch ihre Persönlichkeit, ihre Einstellungen und nicht zuletzt das Erleben und Verarbeiten von verschiedenen Situationen. Immer wieder wird die Perspektive geändert, und das macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Doch auch die Nebenfiguren gefielen mir, weil sie aus der Masse heraus stachen. Darüber hinaus waren sie außergewöhnlich präsent, daher blieben auch sie mir im Gedächtnis haften. Nicht zuletzt, weil sie Teile der Geschichte entscheidend mitbestimmten und/oder mich letztlich überraschten.. Mord und Totschlag gibt es nur am Rande, hier überwiegen die psychologischen Aspekte. Ein hochinteressante Darstellung und ein sehr gutes Zusammenspiel zwischenmenschlicher Interaktionen, Missdeutungen, Unterstellungen, persönlicher Dramen und so manchem mehr. Ein interessanter, kurzweiliger und unterhaltsamer Roman mit Krimianteil.

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Die ambitionierte Autorin Susanne Kliem, die sich im Genre Spannungsliteratur bereits einen bekannten Namen erschrieben hat, präsentiert hier in ihrem neuesten Werk „Trügerische Nähe“ einen Krimi, der seinem Namen und Titel aller Ehre macht. Harmonie und Idyll weilen nur kurz. Ein grausamer Mord bringt die Gemüter gegeneinander auf und eine explosive Mischung aus Charakteren, Hintergrund, Vergangenheit und Verrat entsteht. Hochspannend, unerwartet und mit tiefem Kern, der zum Sinnieren anregt. Wieder einmal wundere ich mich und kann es kaum glauben, dass die aufgebaute Idylle so trügerisch wirken kann, dass man alles Böse abwenden will und kaum das grausame Vergehen verstehen kann… Denn hier spüre ich die ländlichen Einflüsse, das Dorfleben, den Hof, die Freundschaft und Einheit, die Menschen und Vegetationen hautnah und mit jedem Wort. Die Autorin Susanne Kliem versetzt den Leser live und hautnah an einen Tatort, der so erschütternd und grausam ist, und wo man meint, seinen Nachbarn noch zu kennen und keine Geheimnisse verborgen bleiben...fast keine Geheimnisse... Erschienen im carl´s books Verlag (http://www.randomhouse.de/carlsbooks/) Zum Inhalt: "In einem Dorf vor den Toren Berlins erfüllen sich zwei Paare Mitte vierzig ihren Traum: Sie ziehen auf einen stilvoll renovierten Hof und freuen sich auf ein beschauliches, naturnahes Landleben. Die beiden Männer kennen sich aus Studienzeiten, auch ihre Partnerinnen Marlis und Nora verstehen sich gut. Als ganz unerwartet Livia, Marlis’ attraktive Tochter aus erster Ehe, auftaucht, setzt sie eine gefährliche Dynamik in Gang. Die junge Frau wirkt verzweifelt, scheint in etwas verstrickt, über das sie nicht sprechen möchte. Alle sorgen sich um sie. Doch Livia verfolgt ihre ganz eigenen abgründigen Interessen und spielt die Bewohner gnadenlos gegeneinander aus. In kürzester Zeit verwandelt sich der idyllische Hof in einen beklemmenden Ort: Eifersucht, Neid und Verdächtigungen vergiften alle Beziehungen und enden in erbitterter Feindschaft. Dann wird auf einer Waldlichtung eine Leiche gefunden. Und allen ist klar, dass der Täter nur einer von ihnen sein kann …" Handlung: Hier ist der Titel (leider) Programm und auch das Cover ist Teil des Inhalts von perfiden Machenschaften, Gelüsten und Verbrechen. Noch immer bin ich schockiert und gefesselt. Dieser Fall setzt nicht nur das Ehepaar Marlis und Johannes zu, sondern auch dessen Freunde Alexander und Nora mit Sohnemann Lukas. Ein bitteres Ereignis und eine tragische Offenbarung stellen die Freundschaft und das Zusammenleben der beiden Paare auf die Probe. Eine Herausforderung nicht nur für die Protagonisten im Buch, sondern auch für die Leser, die mit solchem Gräuel nicht zu rechnen scheinen. Eine inszenierte Leiche wird gefunden. Ein grausames Bild, ein verstörender Anblick. Dieser Fund wirft Fragen auf, besonders beim Leser. Wer ist diese tote Person und wer ihr Mörder? Welche Psychospielchen spielt die schöne und junge Livia, Marlis Tochter aus erster Ehe? Wer wagt einen solchen Schritt und zeigt solche perfiden Handlungen und Taten? Marlis erbt einen Hof in einem kleinen Dorf. Zusammen mit ihrem Ehemann Johannes und dessen Jugendfreund Alexander samt Ehefrau Nora und Sohn Lukas ziehen sie dort ein, um endlich ein ruhigeres Leben abseits des Städtetrubels am Rande Berlins zu führen. Doch dieses Idyll währt nur kurz. Mit dem plötzlichen Auftauchen von Tochter Livia aus erster Ehe von Marlis wendet sich das Blatt und ihre Person hitzt die Gemüter auf. Alle scheinen blind zu sein, geblendet und betört. Einzig Nora ist wachsam und behält Livia im Auge… Die Stimmung auf dem Hof wird zunehmend feindseliger, schwelende Konflikte brechen auf, wachsende Zwietracht und Intrigen verpesten den Traum vom friedlichen Landleben. Seinen Höhepunkt findet das Ganze in einem rätselhaften Mord … Als wäre der Fall an sich, und der Fund der Leiche, nicht erschütternd und aufrüttelnd genug, so gesellen sich weitere verstrickte Konflikte in die Gemeinschaft, die langsam aber sicher zu zerbröckeln beginnt und wirklich alle Taten und Intrigen möglich werden lässt. Morde und arge private Ungereimtheiten und eine Suche nach dem Warum. Hätte man früher hingeschaut, wäre vielleicht manches nicht passiert. Die Geschichte ist absolut logisch und nachvollziehbar aufgebaut, jedoch so verstörend, krass und beängstigend, dass man gar nicht glauben mag, wie viele Mitwisser und Mittäter es hier gibt. Stille Wasser sind tief und brackig…. Harmonische Idyllen sind trügerisch. Obwohl absolut nachvollziehbar, hatte ich mit diesem Ende bzw. der Aufklärung nicht gerechnet. Schreibstil: Die Autorin Susanne Kliem besitzt einen so bildhaften und eindringlichen Schreibstil, dass sie mich schon gleich mit ihren ersten Zeilen und Ausführungen im Prolog überrascht und neugierig gemacht hat. So viele erste Fragen kommen auf und viele weitere folgen noch… Ein Krimi, der den Leser sofort mitreißt, ihn sofort ins noch heile Idyll mitnimmt. Die Charaktere lernt man sehr früh sehr gut kennen und meint ein authentisches Bild von einzelnen zu bekommen. Doch wer zu welchen Taten und Gedanken fähig ist, das wird erst langsam im Verlauf der Handlung offenbart. Die Kapitel wechseln aus der Erzählperspektive zwischen Nora, Johannes, Livia und Boris (den man erst zum späteren Zeitpunkt kennelernt). Das macht die Geschichte sehr authentisch und erhöht auch den Spannungsbogen enorm. Susanne Kliem hat einen so herrlichen und mit Witz gespickten Schreibstil, dass sie gleich zu Beginn all meine Sympathiepunkte erhaschte und auch in einem so eindringlichen Krimi gnadenlos damit überzeugen kann. Mit ihrem erschütternden Prolog fesselt die Autorin den Leser an die Ereignisse und lässt diesen nicht mehr los, bis wirklich alle Fragen beantwortet und verknüpft sind. Sie nutzt unter anderem den typischen Schreibstil für einen gelungenen Krimi, denn sie legt unglaublich viele (falsche) Spuren, sorgt für Irrungen und Wirrungen, streut Handlungsstränge und lässt den Leser an den Ermittlungen aktiv teilhaben und mit den Protagonisten und Eheleuten an den Vorfällen verzweifeln, sowie an den privaten Problemen nagen. Susanne Kliem formt wunderbare Dialoge mit authentischem Wortlaut und eine ausgezeichneten klaren Sprache und mit wirklich realitätsnahen Bewohnern und Leuten im Dorf. Sehr gut gemacht und toll präsentiert, ohne zu viel Regionalcharakter abzuladen, hat die Autorin immer in den passenden Momenten und Situationen ihren lokalen brandenburgerischen Touch einfließen lassen, ohne vom Kern der Kriminalhandlung abzuweichen. Nichts überladen oder übertrieben, fein abgestimmt und wunderbar gewürzt. Krimiautorin Susanne Kliem wartet mit einem Krimi auf, der sehr emotional und beklemmend ist. Mutig, provozierend und erschütternd. Ihr Krimi unterhält und sorgt für Lesevergnügen, bietet unheimlich viel Spannung mit ganz viel Irrung und Wirrung in den Ermittlungen und sorgt mit Psychothrill und einer unglaublich erschütternden Handlung und Motivation für Entsetzen. Neben der lastenden Schwere des Falls und der Mordhintergründe, gibt es wahnsinnig viel zu entdecken und zu erleben. Viele besondere Charaktere und viele einzigartige Nebenhandlungen und Konstellationen. Sie schreibt flott, flüssig, humorig und trifft den Nerv der Zeit und lässt trotz aller Tragik und Betroffenheit an manchen Stellen die Bauchmuskeln zucken. Charaktere: Viel Geschick und Können beweist die Autorin wieder bei der Auswahl der Charaktere. Hier treffen wir auf zwei befreundete Ehepaare, die sich mit einem geerbten Hof ein beschauliches Leben unter Freunden ausmalen und verwirklichen. Die Harmonie scheint perfekt, bis die schöne und junge Livia auftaucht und das Leben auf dem Hof eine scharfe Note bekommt. Intrigen, Spielchen, Verrat und Vertuschung. Neben den Paaren Marlis und Johannes, sowie Alexander und Nora treffen wir aber auch immer wieder viele neue Nebenrollen und Figuren, deren Psychogramme ein Gefühl von Machtlosigkeit, Entsetzen und Erschütterung, sowie ein Schmunzeln, Sympathie und Harmonie erzeugen. Auch die arttypischen Dorfbewohner, mit ihren Lügen, Heimlichkeiten, Halbwahrheiten und Verschleierungen haben mir sehr gefallen. Dann gibt es hier eine geballte Anzahl Widerlinge, Unsympathen und Psychopathen. WOW. Nach und nach erfahren wir immer mehr über die tote Person und den Mordhintergründen. Zu ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und den schrecklichen Tod. Eine Suche in der eigenen Vergangenheit, eine Ahnung möglicher Spuren. Auf dem Weg bis zum Täter, begegnen wir Leser noch vielen Charakteren aus Familie, Umfeld, Zeugen und Nebenrollen. Jeder könnte es gewesen sein. Wer hat was zu vertuschen? Wer hat eine alte Schuld offen? Wer fühlt sich verletzt, wer hätte ein eindeutiges Motiv? Wer ist hier eigentlich Opfer und wer ist Täter? Knifflige Konflikte entstehen hier. Wir treffen auf sympathische und unsympathische Figuren und dürfen manche Überraschungsmomente erleben. Autorin Susanne Kliem beweist großes Geschick, denn sie bringt die vielen Rollen und Nebenrollen in Einklang und lässt den Leser somit mitfühlen und ganz wichtig: Sie lässt den Leser an den bewegenden Ereignissen und Wendungen teilhaben! Im sagenhaften Showdown führt sie die Handlungsstränge und Puzzleteile zusammen...WOW. Bitte mehr davon und zwar schnell… Meinung: Das Treiben rund um die den Mord, der Suche nach dem Täter, die privaten Probleme, die Aufarbeitung der Vergangenheit, der erste große Streit, die Ermittlungsversäumnisse, die Mitwisser, all die Geheimnisse und Konstellationen um den Mordhergang, um den oder die Täter/in, um die Opfer, um die Mutmaßungen, um die Wendungen und Kuriositäten sind äußerst irr und wirr aber mehr als unterhaltsam und spannend dargestellt. Die Autorin Susanne Kliem ist sich ihrem Genre bewusst, sie hat eine geballte Menge an Facetten und Handlungsstücken geboten und verzettelt sich in keiner Zeile. Respekt und großes Lob. Da mich dieser Krimi absolut durch seine Charaktere, die Story, die Umstände, die ganzen Ideen, die Dialoge und vor allem die verschrobenen Konstellationen absolut überzeugt und unterhalten hat, gibt es von mir ohne Wenn und Aber wohl verdiente 4 Sterne +++. Einziger Kritikpunkt von mir sind die sehr ausladenden Ruheoasen, wo sehr lang sehr viel erzählt wird und wenig passiert. Dieses Buch ist dennoch sehr nagend, thematisch schwer und sehr komplex, obwohl locker und mit Humor versehen. Pluspunkt ist auch hier der idyllische Landcharakter, sehr reizende Schauplätze und Menschen (naja, zum Teil zumindest). Die Autorin reizt den Leser zum Schubladendenken und lässt diesen gekonnt damit auflaufen. Gerade die schöne heile Welt bröckelt langsam vor sich hin und immer neue Abgründe tun sich auf. Psychische Störungen, Rache und Vergeltung, Lug und Betrug, Kaltherzigkeit und widerliche Machenschaften...Schließlich bringt es viel Potential für eine Kriminalhandlung gepaart mit verschrobenen Persönlichkeiten, dem Wahren der Idylle und des eigenen Ansehens, Verrat, Misstrauen und Lügen....all das vereint zaubert einen Krimigenuss wie er sein soll! Auch die Schauplätze sind gekonnt gewählt und machen das Geschehen lebendig und real. Manche Charaktere hat man als Leser so sehr ins Herz geschlossen, manche Personen und Handlungen sind einfach nur abscheulich und nicht zu entschuldigen. Grauenvoll und hochspannend. Cover: Titel und Cover passen hier einmalig stimmig und perfekt zum Inhalt. Versprochen. Auch der Titel ist Programm. Ein gelungenes Motiv, es passt zum Schauplatz, zum Lebensgefühl und zum Gesamtpacket: Krimigenuß! Die Kapiteleinteilung gefällt mir gut, das Schriftbild ist sehr angenehm und das Buch liegt bequem in der Hand. Die Autorin: "Susanne Kliem wurde 1965 am Niederrhein geboren. Sie arbeitete u.a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Ihre Krimis wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr 2013 bei carl's books Die Beschützerin." Pressestimme: „Kliem erzählt ‚Trügerische Nähe‘ wie ein Kammerstück; das Böse erwächst aus der bürgerlichen Mitte. Charaktere, Naturbeschreibungen und Dialoge vermitteln ein äußerst alltagsnahes und atmosphärisch dichtes Bild über ein Milieu, das sich gerne auf der Siegerstraße wähnt.“ (Quelle: Verlagshomepage; Zitat: Märkische Allgemeine Oderzeitung) Fazit: Ein komplexer und ausgefeilter Krimi mit absolut unschlagbaren Protagonisten und persönlicher Spannung zwischen den Paaren. Ein Buch mit Suchtpotential für alle Spannungs- und Ermittlungsliebhaber und Leser anderer Familiengeschichten! 4 Sterne +++!

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Zwei Paare Mitte Vierzig erfüllen sich ihren Traum und ziehen auf einen Hof vor den Toren Berlins. Liebevoll restauriert genießen Marlis, Johannes, Nora und Alexander mit Sohn Lukas das beschauliche Leben auf dem Land. Bis auf kleinere Reibereien läuft das Zusammenleben der beiden Paare scheinbar problemlos, bis Livia auf dem Hof erscheint. Marlis Tochter aus erster Ehe studiert eigentlich in München Schauspiel, doch anscheinend gab es einen Vorfall, welchen die junge Frau veranlasst hat, kurzfristig Urlaub bei ihrer Mutter zu machen. Schnell ist es mit der Idylle vorbei, denn die äußerst attraktive Livia versucht geschickt, die beiden Paare gegeneinander auszuspielen, hinzu kommt, dass der 16-jährige Lukas hoffnungslos in Livia verliebt ist und auch die beiden Männer nicht ganz immun gegenüber Livias Reizen sind. Eifersucht, Misstrauen und Verdächtigungen gehören bald zur Tagesordnung. Dann wird im nahegelegenen Wald eine Leiche gefunden und der Täter kann nur vom Hof kommen. Die Idylle vom trauten Landleben trügt, das stellt man als Leser schnell fest. Denn zwischen den beiden Paaren herrscht beileibe kein trautes Miteinander. Zwischen Johannes und Alexander, die sich seit Studienzeiten kennen, aber all die Jahre aus den Augen verloren hatten, brodelt es unterschwellig. Und auch die Freundschaft zwischen Marlis und Nora ist nicht frei von Konflikten. Aber beide Paare sind bemüht, sich ihr Leben auf dem Land so angenehm wie möglich zu gestalten und sie hätten auch durchaus eine Chance, sich zusammenzuraufen, wenn da nicht Livia unerwartet auf dem Hof erscheinen würde. Der Roman ist weniger ein Kriminalroman, sondern mehr ein fein gezeichnetes psychologisches Drama. Ruhig und fast schon beschaulich lässt es Susanne Kliem angehen, schildert das Landleben und das Miteinander der beiden Paare. So bekommt man ein gutes Gefühl für die einzelnen Protagonisten, lernt ein wenig ihre Stärken und Schwächen kennen, ihre Vorlieben, ihre Macken wie auch ihre Beziehungen zueinander. Es dauert nicht lange, da erscheint auch schon Livia auf der Bildfläche und mit ihrer Ankunft verändert sich das Klima zwischen den Paaren zunehmend, der Ton wird rauer, Verdächtigungen werden ausgesprochen und das Misstrauen nimmt zu. Geschickt spielt Livia mit den beiden Paaren, doch was bezweckt die junge Frau wirklich? Geschickt offenbart Susanne Kliem, dass es mit der Harmonie bei den Hofbewohnern nicht weit her ist, der äußere Schein eigentlich bei allen trügt, sie ihre kleinen oder größeren Geheimnisse voreinander haben und die Grundzüge von Eifersucht und Neid bereits vor der Ankunft von Livia vorhanden waren. Die Ankunft der jungen Frau ist der Auslöser für den Ausbruch dieser Gefühle, zu den denen sich schnell noch Misstrauen und schlussendlich auch Hass gesellen. Spannung ist anfangs wenig vorhanden, die Geschichte ist mehr subtil, emotional, atmosphärisch dicht und nachdenklich angelegt. Doch durch die Inhaltsangabe weiß man bereits, dass irgendjemand zu Tode kommt. Mit der Zeit bekommt man eine Vermutung ob der Identität des Opfers, doch wer der Täter sein soll, dies lässt Susanne Kliem bis zum Schluss offen. Denn kurz vor dem Mord eskalieren die Emotionen und jeder hätte ein Motiv für die Tat. Fazit: Psychologisch ausgereiftes Drama, welches erst zum Ende hin kriminalistische Züge annimmt. Überzeugend und eindringlich erzählt.

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Zwei befreundete Paare, Nora, Alexander mit Sohn Lukas und Marlis und Johannes, erfüllen sich einen Traum und ziehen gemeinsam auf einen liebevoll renovierten Hof. Alles könnte perfekt sein, denn die beiden Männer sind Jugendfreunde und die Frauen verstehen sich untereinander gut. Plötzlich und unerwartet taucht Livia, Marlis` Tochter aus erster Ehe, auf dem Hof auf und die Idylle entwickelt sich langsam in ein Drama, das aus Neid, Eifersucht, Lügen und Verdächtigungen besteht. Livia scheint durchtriebene Ziele zu verfolgen und nur Nora scheint ihr Spiel zu durchschauen... Wer hier von vorneherein einen Krimi erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Die Krimielemente gibt es erst relativ spät zu lesen.Dafür haben wir es aber, wie auch schon der Aufkleber auf dem Buch verrät, mit einem Psychodrama zu tun, das von Kapitel zu Kapitel subtiler wird. Bald merkte ich, dass die Idylle für die beiden Ehepaare, mehr Schein als Sein ist. Mir kam es vor als würden die vier irgendwie auf der Flucht vor sich selbst sein, denn allesamt haben so ihre Probleme, die sie im weiteren Verlauf der Geschichte fast zu überwältigen drohen. Livia ist eigentlich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das Mädchen hat mir leid getan, denn der Grundstein für ihr Verhalten und ihr Tun wurde meiner Meinung nach schon in ihrer Kindheit gelegt. Hohe Erwartungen seitens ihrer Mutter begleiten sie von Anfang an und so scheint es logisch, dass Livia ist voller Selbstzweifel ist und Angst vor dem Versagen hat. Ich habe nach Beendigung des Buches lange darüber nachgedacht, wer denn nun eigentlich der/die Böse war. Die Probleme, die die Charaktere mit sich selbst und untereinander haben, waren für mich allesamt hausgemacht. Wenn man mit allen Mitteln den schönen Schein aufrechterhalten möchte, kann man sich auf seinem Weg eigentlich nur verlaufen und wie in einem Labyrinth, keinen Ausweg mehr finden, was zu Frust und am Ende zu einem großen Knall führen kann. Die Geschichte lässt sich durchweg gut lesen. Man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen, denn natürlich möchte man wissen, welche Überraschungen sich Livia noch für die Bewohner ausgedacht hat. Das Ende war für mich allerdings etwas überhastet. Die Ereignisse überschlagen sich und ich war etwas enttäuscht, denn ich hätte gerne etwas mehr über die Charaktere, allen voran Livia und auch Noras Sohn Lukas, erfahren. Alles in Allem hat mich "Trügerische Nähe" gut unterhalten und auch nachdenklich gemacht. Für Fans psychologischer Krimis gebe ich gerne und guten Gewissens eine Leseempfehlung!

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Die Geschichte: Die Mittvierzigerin Marlis erbt einen Hof in einem kleinen Dorf. Zusammen mit ihrem Ehemann Johannes und dessen Jugendfreund Alexander samt Ehefrau Nora und Sohn Lukas ziehen sie dort ein, um endlich ein ruhigeres Leben abseits des Städtetrubels zu genießen. Was sich zunächst wie eine echte Idylle anhört, wird ganz schnell zum fragilen Experiment als plötzlich Marlis’ 20-jährige Tochter Livia auftaucht. Die Stimmung auf dem Hof wird zunehmend feindseliger, schwelende Konflikte brechen auf, wachsende Zwietracht und Intrigen verpesten den Traum vom friedlichen Landleben. Seinen Höhepunkt findet das Ganze in einem rätselhaften Mord … Meine Meinung: Dass das Buch als “Kriminalroman” betitelt wurde, kann man wohl kaum der Autorin anlasten. Bleibt aber zu hoffen, dass es deshalb nicht so viele Leser mit falschen Erwartungen in die Hand nehmen, wie ich das getan habe. Wäre nicht wenigstens bereits im Prolog kurz die spätere Leiche erwähnt worden, dann würde die eigentliche Krimihandlung erst auf den letzten 50 Seiten stattfinden. Alles davor war für meinen Geschmack eher ein konfliktgeladener Psychothriller, der mit wenigen Personen auskommt, die aber dafür umso detailreicher charakterisiert wurden. In die Beschreibung ihrer Protagonisten und der Schauplätze legt Susanne Kliem sehr viel Herzblut, so dass gleich eine authentische und lebendige Atmosphäre entsteht. Zusätzlich sorgt sie mit manchmal recht kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus der Sicht verschiedener Personen erzählt werden, für eine besondere Nähe zur Handlung und den Figuren. Im Verlauf der Handlung kann man auch eindrucksvoll sehen, wie verschieden Menschen auf Probleme reagieren. Wobei Alkohol und Drogen hier schon eine große Rolle spielen als vermeintliches Allheilmittel. Vielleicht war es gerade diese zunächst sehr authentische Stimmung und die lebensnahen Charaktere, die dafür sorgten, dass ich mich mit der Story nicht so recht anfreunden konnte. Die zunehmenden zwischenmenschlichen Konflikte nervten mich schnell, ich fühlte mich beim Lesen an die gehäuften Intrigen in so mancher Vorabendserie erinnert. Als empathischer und harmoniebedürftiger Mensch mag ich solche Geschichten nicht besonders, die von Streit, Zickereien, Verrat und Lügen beherrscht werden. Das liegt daran, dass ich der Ansicht bin, dass man sich schon im “echten Leben” viel zu oft mit Derartigem rumplagen muss – und wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich Ablenkung darin finden. Im Verlauf der Geschichte wurden die Aktionen mancher Figuren etwas unglaubwürdig für meinen Geschmack. Leider gab es auch keinen einzigen richtigen Sympathieträger, erst zum Ende hin wurde ich in dieser Hinsicht noch leicht versöhnt: dann erhält eine Person mehr Raum, die vorher eher als Nebendarsteller fungierte. Das Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, es war auf jeden Fall alles andere als langweilig. Aber fesselnd war es hauptsächlich, weil ich ständig wissen wollte, wo die Aktionen bleiben, die ich in einem Krimi erwarte. Im letzten Drittel wurde es dann etwas spannender, stellenweise sogar richtig actionreich und die ersehnten Ermittlungen fanden auch noch statt. Das wirkte dann zwar leider etwas schnell abgehandelt an manchen Stellen, aber die Auflösung war auf jeden Fall gut durchdacht und schlüssig. Das Ende hat mir echt gut gefallen, da wurde auch meine Harmoniesucht wieder vollends befriedigt! :) Fazit: Wer einen eher klassischen Kriminalroman erwartet, der könnte – wie ich – etwas enttäuscht sein. Man sollte sich vielmehr auf einen Psychothriller einstellen: zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, Intrigen und eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre inklusive! Bewertung: 3,5 Sterne

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