Rezensionen zu
Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd

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Charleston, um 1800: Sarah Grimké wächst als mittlere Tochter eines angesehenen Plantagenbesitzers in einem großen Stadthaushalt auf. Zu ihrem 11. Geburtstag bekommt sie von ihrer Mutter das Sklavenmädchen "Handful" geschenkt, die ihr von nun an als persönliche Zofe dienen soll. Sarah, die seit einem traumatisierenden Erlebnis die Sklaverei strikt ablehnt, rebelliert zunächst gegen das Geschenk und sucht, als das nichts nützt, die Freundschaft zu Handful. Eine schwierige, gefährliche Beziehung entsteht zwischen den beiden und über die Jahre stoßen sie immer wieder an die Grenzen der Gesellschaft in der sie leben. Eine Schlüsselszene ist, als Handful eines Tages feststellt, dass ihr Körper zwar versklavt sei, ihre Gedanken jedoch frei, während es für Sarah genau umgekehrt ist. “My body might be a slave, but not my mind. For you, it's the other way round.” ― Sue Monk Kidd, The Invention of Wings Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Auch das frühere Werk der Autorin "Die Bienenhüterin" habe ich verschlungen und mit 5 Sternen bewertet, aber mit diesem hat mich Sue Monk Kidd noch mehr überzeugt. Über ein halbes Jahrhundert spannt sie die Lebensgeschichten von Sarah und Handful, jeweils aus der einen oder anderen Erzählperspektive, die, obwohl sie untrennbar miteinander verwoben sind, nicht unterschiedlicher sein könnten. Mitunter sehr schwer auszuhalten sind die bildhaften Schilderungen der Grauen der Sklaverei, aber die Autorin schafft es, über ihre starken Heldinnen immer ein bisschen Hoffnung zu transportieren. Sehr spannend fand ich auch den historischen Hintergrund zur Person Sarah Grimké. Das machte den Roman für mich noch authentischer und Lust darauf, ihre eigenen Publikationen auch einmal zu lesen. "The Invention of Wings" ist kein romantischer Südstaatenroman - Bälle und Empfänge bleiben außen vor - sondern eine realistische Annäherung daran, wie das Leben von Frauen in dieser Zeit ausgesehen haben könnte.

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Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt … "Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist. Bei dir ist es umgekehrt..." [S. 285] Manche Geschichten sind die Farbe in einer Welt aus Schwarz und Weiß. "Die Erfindung der Flügel" ist eine von ihnen. Auf einer wahren Begebenheit beruhend erzählt Sue Monk Kidd eine eindringliche wie leidenschaftliche Geschichte über die Sklaverei und die eingeschränkten Verhältnisse der Frau im 19. Jahrhundert aus der Sicht von Sarah Grimké und Hetty, einem weißen wohlbehüteten Mädchen aus gutem Hause und ihrer Sklavin. Zwischen den beiden webt sich langsam das Band einer ungewöhnlichen Freundschaft, die über Hautfarbe, Stand und Entfernung weit hinausgeht, doch es geht nicht hauptsächlich um diese Freundschaft. Vielmehr ist die ganz leicht in den Hintergrund verwebt, immer präsent, aber nie offensichtlich. Vor allen Dingen geht es um Sarahs Kampf um die Gleichberechtigung der Menschen und Hettys Wunsch nach Freiheit. Mit leisen Tönen und viel Gefühl erzählen beiden Figuren ihre Geschichte, in der es nicht immer so läuft, wie man es sich wünschen würde. Ein besonders prägnantes Merkmal dieses außergewöhnlichen historischen Romans ist die Authentizität und die Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht. Zuerst die sehr sklavenfeindliche Stimmung im Süden der Plantagenbesitzer und schließlich Sarahs Reise zu sich selbst, die sie in den Norden und zu den verschiedensten Personen führt. Ohnehin sind die Figuren des Romans allesamt facettenreich und interessant. Da sind einmal die Sklaven, wie Hetty oder Aunt-Sister, Goodis oder Sky und dann sind da die gut betuchten "Weißen", wie Sarahs Mutter - die Missus -, Sarahs Vater, ihre Geschwister und schließlich auch die Männer, die sie kennenlernt und ihr nicht nur einmal das Herz brechen. Protagonistin Sarah ist eine starke Persönlichkeit, auch wenn sie das erst im Laufe der Geschichte richtig zu verstehen weiß. In der Realität ist sie eine der ersten Frauen, die sich für die Frauen- und Sklavenrechte eingesetzt hat. Hetty hingegen ist eine weitesgehend erfundene Figur, die sich aber ebenso sinnvoll in die Geschichte einfügt wie alle anderen Figuren. Sie ist stark, mutig und kämpft um ihre Ideale und Träume. Abwechselnd ist das Buch aus Hettys und Sarahs Sicht geschrieben. "Im Herzen aller unsäglichen Dinge haust ein abscheuliches Schweigen und auch ich hatte mir dieses zu eigen gemacht." [S. 138] Die Geschichte hat dann und wann kleine Längen, auch wenn die einfach zu den eher leiseren Tönen des Buches passen. Die Ereignisse entwickeln sich schließlich nur langsam und verfolgen Hetty und Sarah ihr ganzes Leben lang. Der Einblick, den man in das Leben im 19. Jahrhundert werfen kann ist faszinierend wie schockierend, gerade für die Sklaven, aber auch für die Frau, die vor allen Dingen durch moralische Gesetze eingeschränkt wird und sich - ohne diese einzuhalten - kaum bis gar nicht in der Gesellschaft eingliedern kann. Das Ende des Buches ist nicht nur sehr schön, sondern beinhaltet zudem ein paar Anmerkungen der Autorin, in denen sie auf die geschichtliche Figur der Sarah Grimké und ihrer Schwester Angelina (die auch im Buch eine tragende Rolle spielt) eingeht und diese näher beleuchtet. Wie wahnsinnig interessant und traurig es beispielsweise ist, dass die beiden Frauenrechtlerinnen weitesgehend unbekannt sind, obwohl sie einen so großen Beitrag geleistet haben, da die Geschichtsschreibungen Frauenrollen meistens nicht erwähnen oder streichen. Wie schön, dass "Die Erfindung der Flügel" das geändert hat. Ein Roman, der tief berührt, realistisch erzählt ist, Einblicke in die Rolle der Sklaven und der Frau im 19. Jahrhundert gibt und vor allen Dingen eine facettenreiche Geschichte erzählt, die auf wahren Ereignissen beruht.

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Meine Meinung An der amerikanischen Geschichte interessiert mich die Sklaverei, die Emanzipation der Schwarzen, der Bürgerkrieg und die Bürgerrechtsbewegung am meisten. Deshalb schien dieses Buch wie für mich gemacht, nachdem ich es erst einmal entdeckt hatte. Und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Das Buch ist schonungslos und dabei geht es den Sklaven im Hause Grimké im Vergleich wahrscheinlich noch gut. Dennoch erlebt man durch die Perspektive von Handful und ihrer Mutter Charlotte viel Leid und wird mit weiteren Leidensgeschichten konfrontiert, die einem wie erfunden vorkommen - dabei hat es sie genau so, wenn nicht gar schlimmer, gegeben. Es ist erschreckend, zu erfahren, wie die Sklaverei verharmlost und legitimiert wurde, wie selbstverständlich es war, Schwarze als niedere Menschen zu betrachten und welche Foltermethoden gefunden wurden, um immer mehr Qualen und Gehorsam hervorzurufen. Dabei ist es rührend zu sehen, wie Handful und auch andere Sklaven (wie z.B. ihre Mutter) versuchen, mit kleinen Elementen der Rebellion ihr Leben erträglicher zu machen. "Mein Brustkorb sank in sich zusammen. Ich schloss die Augen. Ich war diese elende Welt so leid." (Handful, S. 376) Was mich am Anfang etwas skeptisch gemacht hat, war der Aspekt der Freundschaft zwischen der weißen, reichen Sarah Grimké und der schwarzen Sklavin Handful. Ich hatte gehofft, die Geschichte würde nicht daraus hinauflaufen, dass das weiße Mädchen heroisiert wird, weil sie so gütig ist, für die Rechte einer Sklavin zu kämpfen - dass es also wieder die Weißen sind, die alles toll machen und retten und ohne die ist sowieso alles unmöglich und die Sklaven zollen ihr ein Leben lang Dankbarkeit und so weiter, wisst ihr, was ich meine? Zum Glück konnte ich das nicht erkennen. Natürlich ist Sarah die, die mehr tun kann, aber Handful ist eine starke Frau, die Sarah deutlich macht, dass ihr Verhalten selbstverständlich sein sollte und ihr nicht ewiger Dank gebührt, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Das klingt jetzt alles so, als sei Sarah alles andere als sympathisch - weit gefehlt. Sarah als kleines Mädchen fand ich unfassbar toll. Später entwickelt sie sich in eine etwas andere Richtung, wobei sie auch danach wiederum mehrere Entwicklungen durchgeht, die allesamt plausibel und authentisch schienen, weshalb ich sehr gerne auch aus ihrer Perspektive gelesen hab. Zudem erfährt man in diesem Buch durch Sarahs Perspektive nicht nur von der Emanzipation der Sklaven, sondern auch von der Emanzipation der Frauen. Von klein auf wird Sarah in ihrer Intelligenz eingeschränkt und daran gehindert, ebenfalls zu studieren, wie ihre Brüder. "Sie war gefangen, so wie ich, wenn auch von ihren geistigen Schranken und den geistigen Schranken all der Menschen rings um sie, und nicht vom Gesetz. [...] Ich sagte: "Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist. Bei dir ist es umgekehrt."" (Handful, S. 273) Durch solche und weitere Rückschläge entwickelt sich eine Frau, die beginnt, für vieles einzustehen, was nicht richtig ist. Interessant ist hierbei - das erfährt man erst im Nachwort - dass es Sarah und ihre Schwester Angelina Grimké wirklich gegeben hat. Die beiden waren mitunter die ersten, die sich für Frauenrechte und gleichzeitig gegen die Sklaverei ausgesprochen haben, sind aber heutzutage mehr oder weniger vergessene Persönlichkeiten einer Zeit, die ohnehin viel zu wenig aufgearbeitet wird. Die Autorin hat im Sinne des Romans einige Fakten geändert und hinzugefügt (Handful ist beispielsweise dazugedichtet), dies aber sehr gekonnt. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie nicht weiß, wovon sie schreibt. Im Gegenteil, die Autorin bringt so viele Aspekte ein, dass man glauben könnte, sie hat Zeitzeugen befragt. Nicht nur ist der Roman fesselnd, emotional und wundervoll geschrieben, er vermag es auch, gleichzeitig so viel geschichtliches Wissen zu vermitteln, dass ich gar nicht anders konnte, als begeistert zu sein. Und bei alldem ist nichts Schönrederei. Sowohl Handful, als auch Sarah haben bis zum Ende kein einfaches Leben und wenn wir ehrlich sind, wäre alles andere auch unrealistisch. Fazit "Die Erfindung der Flügel" hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Dieser Roman vereint so vieles, was mich fesselt: Auflehnung gegen Rassismus und Sklaverei, Emanzipation von Minderheiten und Frauen und dabei auch das Scheitern dessen, keine Schönrederei, einen wundervollen Schreibstil, die Vermittlung vieler historischen Begebenheiten und sympathische und authentische Figuren. Es sollte viel mehr von solchen Büchern geben. Ich bin restlos begeistert gewesen und kann es wirklich jedem empfehlen, der sich auch nur ein bisschen für diesen grausamen Abschnitt der Menschheitsgeschichte interessiert. Von mir gibt es selbstverständlich 5 von 5 Sternen für dieses grandiose Werk.

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Meine Meinung: Von den ersten Seiten an hatten mich Sarah und Handful gepackt. Die Geschichte reißt einen mit sobald man zu lesen beginnt. Der Schrecken der Sklaverei ist zum greifen nahe und trotzdem versprühen beide Mädchen eine positive und faszinierende Ausstrahlung. Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so beeindruckt hat. Für mein Empfinden stimmt bei dieser Geschichte einfach alles. Das Buch erzählt die Lesensgeschichte der beiden und beginnt im Kindesalter. Über die Jahre hinweg kam keine einzige Periode in der ich nicht völlig gebannt der Erzählung folgte. Die Autorin schafft eine ganz besondere Stimmung, sie schlägt Brücken zwischen der grausamen Sklaverei und dem Verständnis junger Mädchen dafür. Jede Wendung fügt sich perfekt, es hätte nicht anders erzählt werden können. Handful und Sarah leben zusammen und doch in völlig verschiedenen Welten. Das Sklavenmädchen dass zwar körperlich hörig sein muss, doch im Geiste frei bleibt. Sarah, die Tochter eines betuchten Richters, die in ihre Bestimmung hineinwächst gegen die Sklaverei zu kämpfen. Die Geschichten beider Mädchen berührten mich und werden mich nicht mehr los lassen. Die Botschaft beider Frauen ist laut und klar - nimm dein Leben in die Hand und schweig nicht! Der Schreibstil ist einfach zauberhaft! Gefühlvoll und bildreich. Der großartige Schreibstil rundet für mich das Buch ab. Trotz dem "schwierigen" Thema macht er die Geschichte lebhaft, unterhaltsam und farbenfroh. Dieses Buch geht für mich über den letzten Satz hinaus. Ich habe Sarahs und Handfuls Leben verfolgt und werde sie noch lange in meinen Gedanken haben. Selbst im letzten Satz wird noch Emotion übermittelt - danke an eine großartige Autorin. Mein Fazit: Das Buch hat mich zutiefst beeindruckt, die Geschichte hat mich berührt, der Schreibstil mich entführt. Mein Jahreshighlight bisher! Absolut lesenswert!

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Die Erfindung der Flügel

Von: Gelinde aus Neresh.

15.07.2015

Die Erfindung der Flügel von Sue Monk Kidd Cover bzw. Schutzumschlag: Der Schutzumschlag ist relativ schlicht, das markante sind die schwarzen Vögel die sich darauf verteilen, die spielen im Buch eine Wichtige Rolle. Das Buch selber ist in schlichtem, unschuldigem Weiß, genau das Gegenteil vom Inhalt des Buches. –Sehr passend. Inhalt: Das Buch beginnt in Charleston 1803, Südstatten von Amerika. Es geht um die Anfänge des Abolitionismus, die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Die elfjährige, wohlbehütete Sarah, Tochter reicher Gutsbesitzer bekommt, zu ihrem Geburtstag die zehnjährige Hetty, genannt Handful als Geschenk. Sarah ist rebellisch und "anderst". Sie will dieses Geschenk nicht, sie will Handful einen Freibrief geben, doch das erlauben die Eltern nicht. Als Kinder werden die beiden dann sowas wie Freundinnen (Sarah bringt Hetty verbotenerweise das Lesen und Schreiben bei, sehr zum Ärger ihrer Eltern). Sarah merkt immer mehr wie „falsch“ ihr Leben ist, sie fühlt sich hilflos, sie will was bewirken und scheitert immer wieder an den Zwängen ihrer Familie und der Gesellschaft. Auch Hetty/Handful fehlt immer mehr die Luft zum Atmen und sie stößt an die Grenzen die ihr gesetzt werden. Meine Meinung: Das Buch hat mich ehrlich gepackt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es machte mich betroffen, fassungslos, aber es war auch hoffnungsvoll, dass durch Beharrlichkeit und Mut, Gutes wachsen kann Der Schreibstil ist so flüssig und ergreifend. Einmal wird aus der Sicht von Sarah, dann wieder aus der Sicht von Handful erzählt, dies macht es so ausgewogen, so ehrlich und real. Das Leben mit all seinen Facetten und Emotionen wird erzählt, Trauer, Wut, Angst, Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Unmenschlichkeit, alles hat hier seinen Platz und trifft mich genau ins Herz. Immer wieder halte ich die Luft an wenn aus der Sicht von Handful oder ihrer Mutter geschildert wird. Oder ich hoffe und bange mit Sarah und ihrer Schwester Nina ob ihrer Hilflosigkeit mit der sie den Ungerechtigkeiten gegenübertreten und doch nichts ändern können, u.a. weil sie als Frauen zur damaligen Zeit keinerlei Rechte hatten. Doch dann bewundere ich den Mut, die Hartnäckigkeit und die Standfestigkeit zu ihren innersten Überzeugungen, trotz aller Anfechtungen und Schikanen immer wieder ihre Stimme zu erheben. Sarah und Nina entzünden eine Lunte und es ist bewundernswert, dass es solche Frauen gegeben hat. Gerade das ausführliche Nachwort zeigt, wie viel Wahrheit und Realität in diesem Buch steckt. Man kennt die Probleme der Sklaverei im Allgemeinen, aber hier in der Geschichte, so detailliert und genau an Personen geschildert, geht es nochmals viel mehr unter die Haut und das Leben von damals wird Wirklichkeit. Hier noch drei Zitate, die die tolle Schreib- und Ausdrucksweise des Buches zeigen: -Ein Sklave sollte wie der Heilige Geist sein - man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht aber er schwebt immer eifrig um einen herum. -Die Herbstsonne erhob sich über den Hafen und verquirlte hinter den Wolken ihr Eigelb. -Nachwort: Lange vor ihrem Auftritt in der Öffentlichkeit hatte sie schon einiges erlebt: das intensive Verlangen nach einem Beruf, zerplatzte Hoffnungen, Verrat, einseitige Liebem, Einsamkeit, Selbstzweifel, Entfremdung und ein Umfeld aus erdrückendem Schweigen. Mir war als wären ihr Flügel nicht trotz, sondern aufgrund all dieser Erfahrungen gewachsen. Autorin: Sue Monk Kidd hatte sich in den USAS bereits durch das Buch -Die Bienenhüterin-, das erst ein Geheimtipp war, dann zum internationalen Bestseller wurde, einen Namen gemacht. Auch -Die Meerfrau- stand monatelang auf den Bestsellerlisten. -Die Erfindung der Flügel- sorgte in den USA gleich nach Erscheinen für großes Aufsehen. Die Filmrechte hat sich Oprah Winfrey gesichert. Sue Monk Kidd lebt mit ihrer Familie in South Carolina. Mein Fazit: Ein Meisterwerk, ein kostbares Buch, ein ganz besonderer Schatz. -Geht mitten ins Herz.- Ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit. Von mir eine absolute Leseempfehlung und 5* Sterne mit Zusatzstern.

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Schon mit "Die Bienenhüterin" hatte Sue Monk Kidd damals mein Herz erobert und nachdem "Die Erfindung der Flügel" Anfang des Jahres erschien, wusste ich ganz genau, dass ich es unbedingt lesen musste. Und es hat sich auch gelohnt - dieses Buch war so besonders, so einfühlsam und ergreifend und wunderbar! Im Mittelpunkt der Geschichte, die Anfang des 19. Jahrhundert beginnt, stehen zwei Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Auf der einen Seite Sarah Grimké, Tochter eines reichen Plantagenbesitzers, die mit ihren Brüdern und Schwestern in einem schönen Anwesen in Charleston wohnt; auf der anderen Seite Hetty, eigentlich Handful, eine der vielen Sklavinnen des Hauses. Zu Sarahs elften Geburtstag wird Handful ihr als Geschenk überreicht, doch Sarah hält nichts von der Sklaverei und so wird Heandful kein gewöhnliches Dienstmädchen für sie - es entsteht vielmehr so etwas wie eine Freundschaft zwischen den Mädchen, in der Sarah Handful sogar das Leben und Schreiben beibringt und einen Freibrief schreibt, in dem sie um Handfuls Freiheit bittet. Allein diese Gegenüberstellung und die Verwebung der beiden Geschichten mteinander, machten das Lesen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Denn die Kapitel, die aus Sarahs und diejenigen, die aus Handfuls Sichtweise geschrieben waren, wechselten sich ab, ergänzten sich auf wunderbare Weise und machten die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten der beiden besonders deutlich. Denn eines hatten Sarah und Handful ganz bestimmt gemeinsam: Es handelte sich bei beiden um überaus starke Frauen, stolze Persönlichkeiten. Sie waren damit allerdings nicht die einzigen: Auch Sarahs jüngere Schwester Angelina, die von allen nur Nina genannt wurde, so wie auch Handfuls Mutter waren eigenwillige, mutige und selbstsichere Charaktere - Persönlichkeiten, wie es sie viel zu selten zu der Zeit gab. Was Handful und Sarah außerdem verband: Beide litten unter Unterdrückung - Handful, aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres minderwertigen Status als Sklavin, Sarah, wegen der simplen Tatsache, dass sie eine Frau war und ihre Träume und Wünsche aus diesem Grund nicht verfolgen durfte. Sue Monk Kidd hat einen wunderbar bildhaften und leichten Schreibstil, trotz allem war das Buch keine leichte Kost. Gerade die Stellen, in denen die Behandlung der Sklaven geschildert wurde und welche Strafen für ihren "Ungehorsam" erdacht wurden, gingen mir wirklich an die Nieren und lösten in mir stets ein Gefühl der tiefen Erschütterung aus. Diese Unterdrückung und Unterordnung der schwarzen Bevölkerung werde ich nie nachvollziehen können und ich war froh, dass Sarah und später auch Nina ebenfalls kein Verständnis dafür zeigten und irgendwie versuchten, so gut sie eben konnten, dagegen anzugehen. Übrigens zeigt sich hier auch eine Besonderheit des Romans: Realität und Fiktion gehen nämlich Hand in Hand: Während Handfuls Geschichte zum größten Teil den Gedanken der Autorin entsprungen ist (was sie allerdings nicht weniger authentisch macht), stimmt der Handlungsstrang von Sarah und Angelina Grimké weitgehend mit den tatsächlichen Geschehnissen überein. Etwas, das man erst im Nachwort erfährt und was das Buch bei mir noch intensiver nachwirken ließ, denn die Schwestern gab es wirklich und sie haben sich beide sowohl für die Rechte der Sklaven, als auch für die Rechte der Frauen eingesetzt. Mich hat das Schicksal von Sarah und Handful unheimlich mitgenommen. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, in die Geschichte hineinzufinden und ich habe es genossen, die beiden Frauen auf ihrem Lebensweg zu begleiten, gleichzeitig, haben mich viele Kapitel allerdings auch mit Wut und Frustration zurückgelassen. Nichtsdestotrotz ist es wunderbar, wie diese Frauen ihr eigenes Schicksal in die Hand genommen haben und versucht haben, es zum besseren zu wenden - ob es ihnen gelungen ist, lasse ich dabei mal offen, für diejenigen, die das Buch selber noch lesen wollen. Bei "Die Erfindung der Flügel" handelt es sich um ein emotionales und einfühlsames Buch, eines, das man nicht einfach wegpackt und damit abschließt, sondern über das man noch einige Tage später nachdenkt. Wie wäre es einem selber zu dieser Zeit wohl ergangen? Wie hätte man sich selber in diesen Situationen verhalten? Mich hat das Buch und die Geschichte der beiden Frauen nachhaltig berührt, sodass ich es tatsächlich jedem weiterempfehlen würde, dem nach einer empfindsamen und besonderen Erzählung ist, die größtenteils sogar wahren Geschehnissen nachempfunden ist. Von mir gibt es, ohne zu zögern, 5 von 5 Sternen für dieses wunderbare Buch und jetzt bin ich mir noch sicherer, dass ich alles von Sue Monk Kidd lesen muss, was sie bereits veröffentlicht hat und hoffentlich noch veröffentlichen wird.

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Zu ihrem 11. Geburtstag erhält Sarah, Tochter eines Richters am Obersten Gerichts und zudem Plantagenbesitzers, die Vormundschaft für die kleine Sklavin Handful/Hetty – so absurd es für unsere Ohren klingen mag, das war doch zu der Zeit in den Südstaaten der USA das normale Leben. Handful konnte aus Sicht ihrer Familie froh sein, dass sie nicht zur Arbeit auf einer anderen Plantage verkauft wurde, nein sie konnte in der Nähe der Familie bleiben und als Kammerzofe für die junge Miss Sarah arbeiten. Doch was dann geschah, konnte niemand ahnen. Sarah, die ihr Geschenk zunächst gar nicht annehmen wollte, versuchte das Beste aus der Situation zu machen. Sie und Handful freunden sich an, Sarah gibt der neuen Freundin Unterricht und öffnet ihr damit die Tür zu einem neuen Horizont. Doch die Umwelt versucht dies zu verhindern. Hinzu kommt, dass die Plantage der Familie Grimké äußerst streng geführt wird, auch kleinste Verfehlungen werden mit Peitschenhieben bestraft. Handfuls Mutter hingegen versucht Sarah psychologisch unter Druck zu setzen und damit die Freilassung ihrer Tochter zu erzwingen. So gerät Sarah in eine aussichtslos erscheinende Lage. Ferner hegt Sarah einen Berufswunsch, der für Mädchen zu der Zeit in den Südstaaten als völlig indiskutabel gilt, denn sie möchte Anwältin werden. Eindrucksvoll, ergreifend und geradezu fesselnd schreibt die Autorin Sue Monk Kidd über die Unmenschlichkeit der Zeit der Sklaverei und darüber, ob es möglich ist, dass einem Menschen Flügel wachsen und er frei sein kann. Abwechselnd erzählt sie in imposanter Sprache die Geschichte aus Sarahs und Handfuls Sichtweise. Der fiktive Roman Sue Monk Kidds basiert in Teilen auf die tatsächliche Lebensgeschichte der Sarah Moore Grimké (1792 – 1873). Mich hat die Geschichte und der hervorragende Schreibstil der Autorin gefesselt und ich vergebe dem Buch fünf von fünf Sternen.

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Die 11 jährige Sarah, wohlbehütete Tochter eines reichen Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geschenk. Die zehnjährige Hetty „Handful“, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Sarah mag Hetty und das sie Hetty nicht die Freiheit schenken darf, bringt sie ihr verbotenerweise das Lesen bei, und beide werden Freundinnen. Doch das Leben und ungewöhnliche Ereignisse trennen immer die Wege beider. Irgendwann hofft Sarah, das sie Hetty doch noch die Freiheit schenken kann. Wer kennt und liebt, „Vom Winde verweht“? Dieses spielt auch in Charleston um die gleiche Zeit. Es geht um Sklavenhaltung und die ersten Aufstände gegen die Sklaverei aus dem Norden. Wer Südstaatenromane liebt, sollte sich dieses Buch unbedingt mal ansehen. Die Sprache ist dabei modern gehalten und leicht zu lesen. Man erfährt einerseits das Leben aus Sarahs Sicht, ebenso wie aus der Sicht des schwarzen Sklavenmädchen Hetty, wobei mir ihre Sicht einfach am besten gefallen hat. Trotz Eingesperrt sein, führen die Sklaven ein schweres und arbeitsreiches Leben aber verzweifeln selten. Sie nehmen ihr Schicksal hin aber aufgeben und brechen lassen sie sich nicht. Hetty und ihre Mauma halten zusammen und planen natürlich immer wieder freizukommen, zur Not mit illegalen Mitteln. Ob sie es am Ende schaffen, müsst ihr aber selbst lesen.Ich fand es sehr spannend und lehrreich erzählt und auch sehr bildhaft erzählt. Außerdem berührt das Schicksal beider Frauen, die jeder auf ihre Weise, dem Leben trotzen.LESEN!!!!

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