Rezensionen zu
Totenhaus

Bernhard Aichner

Die Totenfrau-Trilogie (2)

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Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss, dass hier die Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt … Wie der Buchrücken es vorgibt, wird in diesem zweiten Band die Jägerin zur Gejagten. Vom Inhalt her, ist dieses Buch schon anders als der erste Teil - aber deswegen keineswegs schlechter! Ich selbst habe Band 1 vor diesem zweiten gelesen und bin der Meinung, dass man das auf jeden Fall tun sollte. Denn es kann sonst gut sein, dass man sowohl vom Schreibstil als auch von den Charakteren abgeschreckt ist. In der Leserunde auf Lovelybooks, bei der ich zu diesem Buch teilgenommen habe, wurde auch heftigsten diskutiert, ob Totenhaus ein Thriller ist. Hier kann ich sagen: Wer nicht nur auf Verfolgungsjagden, heldenhafte Cops, Herumgeballer und blutige Szenen aus ist (gut, letzteres kommt auch ab und an mal im Totenhaus vor ;-)), sondern auf eine ganz spezielle, düstere Atmosphäre, besondere Charaktere, keine Ermittler und dem Gefühl, "wissen zu wollen, wie es weiter geht", dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Die Geschichte selbst lebt, wie gesagt, nicht von einer klassischen Spannung, sondern von den Charakterzügen der Personen und dem Versteckten, dem "zwischen-den-Zeilen-lesen" und dieser ganz außergewöhnlichen Atmosphäre. Aktionen gibt es hier nicht große in Form von Ballereien, etc., sondern von offenen Fragen, die nach und nach von Blum geklärt werden wollen. Damit auch zu Blum selbst: Ja, sie hat schon 5 Menschen auf dem Gewissen und ja, da kommen noch ein paar dazu. Und ja, verdammt noch mal ('tschuldigung an dieser Stelle ;-)), das Buch ist stellenweise unrealistisch und ja, andere Menschen vertrauen ihr trotzdem, auch wenn sie ein Mörderin ist - und wer damit nicht klarkommt, der soll doch bitte, bitte einfach Band 1 lesen. Dankeschön, an dieser Stelle von mir. :-) Wenn man ihren Charakter nicht akzeptiert oder sie und ihr Handeln nicht versteht, könnte das eventuell, aber nur gaaaaaanz eventuell daran liegen, dass man sich vielleicht, aber auch nur vielleicht vorher mit ihrer Vorgeschichte hätte informieren müssen, welche - ja, Überraschung! - zum Glück nicht noch einmal in der ganzen Ausführlichkeit zu Beginn des zweiten Buches beschrieben wird. Denn diese Vorgeschichte hat da nichts, und überhaupt gar nichts zu suchen. Es ist so gut wie es ist. Punkt. Wer diesen Absatz nicht verstanden hat: Es ging in der Leserunde des Öfteren darum, dass manche nicht mit dem Charakter Blum warm wurden... Damit zum Schreibstil, der auch immer wieder kritisiert wird - manchmal frage ich mich, warum man sich nicht auf etwas Neues einlassen kann? Ich - und es ist immer noch eine persönliche Meinung - finde diesen wie im ersten Buch grandios. Etwas vollkommen Neues. Anderes. Besonderes. Und darauf kann man sich schon mal einlassen, denn es ist für mich durchaus eine Art kleines literarisches Kunstwerk. Und auch ich bin kein Freund über die Gedankenstriche als Kennzeichung der wörtlichen Rede, doch die passen einfach zum Stil des Autors und des Buches. Also von mir auf jeden Fall Daumen hoch für dieses wunderbare, außergewöhnliche und durchaus spannende Buch! Fazit: Eben etwas ganz besonderes, das sicherlich nicht jeder mag. Aber es lohnt sich, sich auf diese Trilogie einzulassen, einfach, weil es endlich mal ein anderer Thriller ist, der nicht nach Schema F läuft!

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Rezension - Totenhaus von Bernhard Aichner (Hörbuch) Der Hype um Bernhard Aichner zum Start seiner Brünhilde Blum Fortsetzung ist enorm. Die Medien stürzen sich auf den Tiroler, wollen sein Erfolgsgeheimnis rauskitzeln, dabei ist es so naheliegend und einfach: Aichner ist einfach er selbst und schreibt genau das nieder, was ihm in den Sinn kommt. So wird Bernhards Kopfkino auch für uns sichtbar/spürbar und das freut uns sehr! Zum perfekten, harmonischen Kopfkinoerlebnis braucht es aber nicht immer nur eine perfekte Schreibe, sondern auch eine besondere Stimme: Wolfram Koch Mit seinem geradlinigen, einfühlsamen Sound gibt er Aichners Blum ein schönes, abgerundetes Gesamtbild,...ja er lässt sie sogar noch weiblicher und auch verletzlicher erscheinen. Durch seine Art Wörter zu betonen, haben die kurzen Sätz enorme Kraft und beißen sich wunberbar im Hirn des Hörers fest. Er kann aber auch anders: Nicht nur die bedachte Sprechweise liegt ihm anscheinend im Blut, sondern auch die Kunst, Aichners Einwortsätze, stakkatoartig, immer schneller werdend, vorzutragen. Eine Wucht. Koch steigert das Temperament so gekonnt, wird immer schneller, zieht das Lesetempo an, baut somit Spannung auf. Hinten raus packt er den Hörer nochmal, indem er die Ruhe bewahrt und den Absatz gelassen zu Ende führt. Klare Empfehlung!

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Totenfrau

Von: Birgit Rittermann aus Neuenstadt a.K.

14.06.2015

Sehr spannend und packend. Volles Verständnis für Blum

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