Rezensionen zu
Totenhaus

Bernhard Aichner

Die Totenfrau-Trilogie (2)

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€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Diese Story ist der 2te Teil der Brünhilde Blum Reihe und kann (und WIRD) deshalb sicherlich Spoiler zum ersten Teil enthalten, wer die Reihe selbst verfolgen möchte sollte die Rezi nicht lesen! Der Zuhörer wird jäh in die Story geworfen indem er hören darf, dass Blum stirbt! Ein ganz fieser Cliffhanger ganz am Anfang des Buches der einen bis zum Ende hin schockiert zurücklässt. Danach wird alles von Anfang an erzählt, Blum ist mit ihren Kindern im Urlaub in Griechenland und genießt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, denn sie fällt fast vom Glauben ab, als sie in einer Zeitschrift eine Plastik der Leiche einer Frau auf einem toten Zebra sitzen sieht, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wer ist sie gewesen? Warum schaut sie GENAU aus wie Blum?! Soll das etwa ein schlechter Scherz sein? Sie spürt, dass sie das Thema verfolgen muss und bricht ihren Urlaub abrupt ab und reist nach Wien um sich das „Ausstellungsstück“ selbst anzusehen. Noch während sie in Wien tiefer in ihre eigene Geschichte reinrutscht als ihr lieb ist, wird in Innsbruck die erste Leiche exhumiert und die von ihr achtsam versteckten Leichenteile fallen auf und werfen sofort den Verdacht auf sie. Sie muss flüchten und weiss schnell nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist und wem sie überhaupt noch trauen kann. Das Ende kommt sehr unerwartet und überhaupt habe ich mich oft sehr erschreckt ob der Grausamkeit und der Wendungen der Geschichte. Der Stil ist wie schon im ersten Teil sehr aussergewöhnlich, Aichner spielt mit Worten und ist kein Mensch der wortreichen Umschreibungen. Der Schreibstil ist kurz und prägnant, viele Sätze bestehen nur aus einem einzigen Wort. Das ist am Anfang ziemlich nervig und erscheint wie eine Auflistung, aber sobald man in der Story drin ist, wird es entweder weniger oder man merkt es einfach nicht mehr. Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass der 2te Teil einen anderen Sprecher hat. Ich fand Christian Berkel aus dem ersten Teil leider absolut nicht überzeugend. Ganz anders als Wolfram Koch! Er brilliert mit einer sehr angenehmen Stimme, schafft es den sehr schwierigen Schreibstil flüssig und authentisch rüberzubringen und haucht den Charakteren durch unterschiedliche Stimmlagen wirklich Leben ein! Entgegen der vielen schlechten Kritiken zu diesem Teil kann ich die Meinung NICHT teilen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und finde, dass sich dieser Teil auf keinen Fall hinter dem ersten verstecken muss. Mindestens genauso bizarr, spannend und unterhaltsam mit einem deutlich besseren Sprecher! 8 Stunden, die wie im Fluge umgegangen sind. Klare Hörempfehlung von mir, mit dem Hinweis, dass der geneigte Hörer an manchen Stellen hartgesotten sein muss, dann manches ist ziemlich eklig, aber dafür wird er mit einem perfiden Thriller und einer furchtlosen Blum belohnt. Spannung von vorn bis hinten!

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Eigentlich dachte ich nach dem Ende von „Totenfrau“ dass die Geschichte der Bestatterin Brünhilde Blum erzählt sei. Doch sie geht weiter. Auf einem Innsbrucker Friedhof wird bei einer Exhumierung eine schockierende Entdeckung gemacht. In einem Sarg werden Leichenteile von mehr als einer Person gefunden! Schnell ist klar, dass dafür nur eine verantwortlich sein kann, nämlich die Bestatterin: Blum. Währenddessen ist Blum auf dem Weg nach Wien, zu einer Ausstellung, von der sie im Urlaub in einer Zeitschrift gelesen hat. Schockiert hat sie ihr eigenes Gesicht als plastinierte und auf einem Zebra hergerichtete Leichenskulptur gesehen. Wie kann das sein? Wer war die Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht? Und wie kam ihre Leiche in diese Ausstellung, auf dieses Zebra? Blum spürt, dass sie dieses Rätsel lösen muss, es lässt sie nicht los. Gleichzeitig muss sie flüchten und sich verstecken. Sie findet eine Verbindung zu der Zebrafrau und damit durch Zufall auch ein Versteck – doch ist sie hier nicht ebenfalls in großer Gefahr? Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, genau wie den ersten Teil. Der Stil ist ungewöhnlich, viele kurze Sätze, oft nur aus einem Wort bestehend. Wolfram Koch liest entsprechend, man muss sich hier hineinhören und sicher ist es auch eine Geschmacksfrage. Ich fand es nach einer gewissen Eingewöhnung irgendwie faszinierend. Viele Rezensenten schreiben, man müsse den ersten Teil nicht zwingend kennen. Einerseits stimme ich da zu, die wichtigsten Handlungspunkte werden wiederholt, so dass man sich ein Bild davon machen kann, was geschehen ist und was Blum getan hat. Doch um die ungewöhnliche Figur Blum und ihre Handlungsweise auch nur ansatzweise zu verstehen, sollte man meiner Meinung nach zuerst „Totenfrau“ lesen oder hören. Die Geschichte selbst ist wieder keine leichte Lektüre. Es wird grausam und blutig, manche Beschreibungen waren regelrecht ekelhaft, dennoch wollte ich immer weiterhören. Streckenweise sank das Spannungslevel leider etwas ab, aber ich war zwischendurch eher dankbar für kleine Erholungspausen in all dem Grauen. Insgesamt ein sehr besonderer Roman, der sicher nicht allen gefallen wird. Auch ich war mir lange nicht sicher, im Rückblick hat er mir aber eigentlich sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Und es wird einen dritten Band geben, noch ist Blums Geschichte nicht beendet!

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Kann Spoiler zu Bd.1 "Totenfrau" enthalten Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht wusste, dass die Geschichte um Blum, der Totenfrau, eine Trilogie wird. Umso besser, dass ich Teil eins schon gelesen habe. In "Totenfrau" haben wir schon erfahren, dass Blum, die Bestatterin ist, die Mörder ihres Mannes umgebracht hat und die Leichen zu anderen Verstorbenen in die Särge gelegt hat. Genialer Plan, wie Blum gedacht hat! Bei einer Exhumierung tauchen allerdings zwei Köpfe und vier Beine in einem Sarg auf und natürlich fällt der Verdacht sofort auf Blum, die sich nun auf der Flucht befindet. Band 2 knüpft nahtlos am ersten Teil an, weshalb ich empfehle unbedingt "Totenfrau" zu lesen, bevor man mit "Totenhaus" startet. Auch um die etwas eigenwillige und doch sehr schräge Brünhild Blum kennenzulernen und zu erfahren, warum sie so ist, wie sie nun mal ist. Bernhard Aichners etwas anderen Schreibstil muss man mögen, wenn man die Geschichte um Blum lesen möchte. Die Sätze wirken teilweise etwas abgehackt und ich muss gestehen, dass ich mich in Bd. 1 zuerst damit ziemlich schwer getan habe. Wenn man sich aber darauf einlässt, kommt man in den Genuss eines ganz besonderen Leseerlebnisses, denn durch die kurzen Sätze fühlt man sich ab und an etwas gehetzt und man kann sich dadurch gut in Blums Seelenleben einfühlen. Bernhard Aichner hat es geschafft, mit der Hauptfigur Brünhilde Blum eine perfekte Anti-Heldin zu schaffen, die mir immer symphatischer wird. Eine fünffache Mörderin...Hört sich etwas verrückt an aber ich mag Blum! Dieses Mal führt Aichner uns mit Blum in ein Hotel im Schwarzwald! Die Location ist sehr atmosphärisch und öfter fühlte ich mich an Stephen Kings "Shining" erinnert. "Totenhaus" ist allerdings kein Horrorroman um das vorweg zu nehmen. Es fällt mir schwer etwas zur Story zu sagen, denn ich möchte niemanden spoilern und wer "Totenfrau" gelesen hat, kommt um "Totenhaus" sowieso nicht herum! Versteht sich von selbst, dass wieder einige Leichen Blums Weg pflastern und das nicht nur beruflich. Ich finde den Charakter der Bestatterin sehr interessant, denn in ihr wohnt eine skrupellose Mörderin, die sich durch nichts aufhalten lässt und eine liebevolle Mutter zweier Töchter, der man das wiederum gar nicht zutrauen würde. In "Totenhaus" erfahren wir auch etwas mehr zu Blums Lebensgeschichte, was sehr interessant ist. Wie in "Totenfrau" beschrieben, ist Brünhilde adoptiert und hatte eine sehr schlechte Kindheit voller Entbehrungen und seelischen Grausamkeiten, die man sich noch nicht mal vorstellen möchte. Kein Wunder, dass sie nach dem Mord ihres so sehr geliebten Ehemannes auf Rache aus ist. Blums verstorbener Mann gab ihr endlich Liebe und die Familie war sehr glücklich. Endlich nahm jemand Blum so an, wie sie ist, was man von ihren Adoptiveltern nicht sagen konnte. Nun fehlt ein existentieller Teil in Blums Leben, womit sie sich nur schwer abfinden kann und Blum tut mir unendlich leid! Die Spannung baut sich in Bd. 2 langsam auf um dann geballt zuzuschlagen! Gerade im letzten Drittel des Thrillers konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen um dann zu einem offenen Ende und einem gewaltigen Cliffhanger zu gelangen, der mir das warten auf Bd. 3 alles andere als leicht macht! Auf der anderen Seite bin ich fast etwas traurig, dass die Trilogie bald endet und ich mich von Blum verabschieden muss. Allerdings habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt: "Totenhaus" ist nicht immer logisch Kann man aber auch mal über darüber wegsehen, erwarten den Leser spannende und atmosphärische Lesestunden! Ich freue mich auf Band 3 und bin gespannt, wie die Geschichte um Blum enden wird und ich hoffe, dass es kein böses Ende für die mir so liebgewonnene Bestatterin, geben wird!

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Bernhard Aichner Totenhaus Thriller ORIGINALAUSGABE Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten,13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-442-75455-7 € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90 * (* empf. VK-Preis) Verlag: btb Erscheinungstermin: 17. August 2015 Zum Inhalt: Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss, dass hier die Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt … Meine Meinung: Brünhilde Blum ist endlich zurück. Mir hatte der 1. Teil dieser Trilogie Totenfrau ja total gut gefallen, deshalb wollte ich jetzt auch schnell den 2. Teil Totenhaus lesen. Ich muss auch sagen, dass man schon den 1. Teil Totenfrau gelesen haben sollte, um Totenhaus richtig verstehen zu können. Der Schreibstil war wieder total flüssig und spannend gehalten, ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen. Bernhard Aichner hat einfach einen ganz besonderen Schreibstil. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass die Nebencharaktere nicht so leicht zu durchschauen waren, es waren ständig überraschende Wendungen enthalten, die das Buch einfach spannend gehalten haben. Außerdem finde ich bei beiden Büchern die Titel absolut passend gewählt. Mir waren die Handlungen von Blum und den anderen Beteiligten in diesem Buch aber etwas zu weit hergeholt und abstrus, es war mir wirklich etwas zu unrealistisch. Ich möchte dennoch auf jeden Fall den Abschluss der Trilogie auch noch lesen. Dieser spezielle harte Schreibstil, gepaart mit einer außergewöhnlichen Hauptprotagonistin, macht diese Reihe einfach zu etwas Besonderem Alles in allem kann ich das Buch allen Thrillerfans nur empfehlen. Mir hat es wieder sehr viel Spass gemacht, auch wenn ich den ersten Teil Totenfrau noch etwas besser fand. Ich bin jetzt gespannt auf den Abschlussband, den ich kaum erwarten kann. Ich vergebe diesem Buch gute 4 Sterne.

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Auf dem Innsbrucker Friedhof werden bei einer Exhumierung in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Es kann sich nur um Mord handeln. Und nur die Bestatterin Blum, die die Toten damals eingebettet hat, kommt als Täterin in Frage. Jetzt ist sie auf der Flucht und sucht Schutz an einem Ort, den sie besser niemals betreten hätte…. „[…] Weil sie sterben wird. Weil sie auf diesem Teppich liegen bleiben und tot sein wird.“ (S. 7) Meinung Auch in diesem zweiten Teil kann mich Bernhard Aichner mit seinem Schreibstil überzeugen. Ich liebe es, wie knallhart, kühl und fast schon emotionslos er schreibt. So klar und brutal. Das passt einfach zu hundert Prozent auf diese ebenso harte, packende, faszinierende aber gleichzeitig schockierende Geschichte rund um die Bestatterin Blum. Blum ist für mich auch in diesem zweiten Band wieder die wichtigste Person ohne die der Schreibstil nicht funktionieren würde und umgekehrt. In Totenfrau haben wir erlebt, wie sie den Tod von Mark rächt, seine Mörder erbarmungslos jagt und zerstückelt. Ganz im Stil von Dexter. Dieser zweite Teil ist zwar auch immer noch total abgedreht und zum Teil krank, aber dieses Mal war die Geschichte weit weniger brutal, fast schon harmlos im Vergleich. Wir erleben erst, wie sie versucht, sich vor allem seelisch über Wasser zu halten. Wir erleben Blum als liebevolle, fürsorgliche Mutter, die alles für ihre Kinder tun wür. Bis ihr Leben zunächst wegen eines Bildes in der Zeitung und dann noch wegen einem Erbschaftsstreits, der dafür sorgt, dass der Sarg von damals geöffnet wird, erneut komplett aus den Fugen gerät. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als abzutauchen. Ohne ihre Kinder, bei fremden Menschen, an einem Ort der ihr zum Verhängnis wird. Einem Ort, an dem die Menschen fast noch kranker sind, als Blum selbst. Dieses Mal konnte mich Aichner mit der Handlung komplett fangen, auch wenn ich sie teilweise wieder etwas unrealistisch fand. Es gab keine langwierigen, faden Stellen sondern ging alles rasant und dennoch in angenehmer Geschwindigkeit voran. Dabei überraschte er mich mit vielen Wendungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte Nach wie vor ist für mich der Schreibstil und Blum, die Verbindung zwischen diesen beiden Komponenten, die wahre Kunst an Aichners Buch, was die Geschichte fast schon nebensächlich macht. Fazit Mit Totenhaus konnte mich Aichner wieder überzeugen. Zwar finde ich nach wie vor, dass die Handlung streckenweise wirklich unrealistisch ist. Aber dieser einzigartige, rasante, brutale, fast schon emotionslose aber doch packende Schreibstil mit dieser außergewöhnlichen Protagonistin – das sind Punkte, die das Buch ausmachen, eine Komposition, die unter die Haut geht.

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Wer Bernhard Aichners Thriller-Bestseller „Totenfrau“ gelesen hat, für den war es eigentlich fast schon absehbar: Irgendwie lief damals für Bestatterin Brünhilde Blum, die im Alleingang den Mord an ihrem Ehemann rächte und dabei auch über Leichen ging, alles ein wenig zu glatt – gerade was die Entsorgung ihrer Opfer anging, die Blum zum Teil im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit anderen Toten in kleinen Einzelteilen mit in den Sarg packte. Und genau dies wird ihr nun zum Verhängnis, denn aufgrund eines Erbschaftsstreits wird eine Exhumierung ausgerechnet an einem der Gräber vorgenommen, das die Mutter von zwei Töchtern damals als Abladeplatz umfunktioniert hat und bringt Blum zwei Jahre nach ihrem Rachefeldzug plötzlich in arge Erklärungsnot. Das ist aber zunächst gar nicht mal Blums Hauptproblem in der Fortsetzung „Totenhaus“, denn eigentlich ist die Bestatterin nach einer verstörenden Entdeckung im Urlaub vorrangig mit der Suche nach ihrer eigenen Identität beschäftigt, denn wir erinnern uns: Blum wurde im frühen Kindesalter von Pflegeeltern adoptiert und hat ihre leiblichen Eltern nie kennengelernt. Die Reise in die eigene Vergangenheit führt Blum zu einem verlassenen Hotel im Schwarzwald und man muss kein großer Horror-Experte sein, um fast unweigerlich Parallelen zu Stephen Kings Klassiker „Shining“ zu ziehen – schließlich bedient Bernhard Aichner diesen Vergleich mit einer entsprechen Referenz schon selbst. Nun ist „Totenhaus“ natürlich deshalb kein Horror-Roman, das Setting bringt aber auch als leichter Abklatsch immer noch einen gewissen Reiz mit sich und dient für Blum nicht nur der Selbstfindung, sondern ist zugleich auch ihr Zufluchtsort, während in der Heimat ihr Leben durch die unheilvolle Entdeckung auf dem Friedhof vom totalen Einsturz bedroht ist. Neben dem atmosphärischen Schauplatz punktet der zweite Band der Blum-Trilogie auch wieder mit dem sehr eigenwilligen Schreibstil Aichners, der wie schon in „Totenfrau“ erneut sehr stakkatoartig und frei von jeglichen Ausschmückungen ist und durch die kurzen und oft abgehackt wirkenden Sätze wieder ein enorm hohes Tempo erzeugt. Und während dieser Stil im Vorgänger perfekt den kompromisslosen Blutrausch Blums untermalte, hat er im zweiten Band noch eine ganz andere Wirkung: Während der Protagonistin immer mehr die Kontrolle über ihr eigenes Leben entgleitet und sie zunehmend in Panik gerät, überträgt sich diese extreme Unruhe und Hektik durch Aichners Erzählweise auch fast 1:1 auf die Leser, sodass man sich gut in die Bestatterin hineinversetzen kann und selbst mit einem ungesund hohem Puls durch die Handlung rast. Kommen wir nun aber zum großen Schwachpunkt dieser Fortsetzung: Bereits im Auftaktband hat es sich der Autor in Bezug auf die Story oft ein wenig zu einfach gemacht: Zielpersonen wurden zu schnell ermittelt, Blums Morde liefen zu reibungslos ab und die Hauptfigur überstand selbst brenzligste Situationen mit einer recht unglaubwürdigen Leichtigkeit. Das ist in „Totenhaus“ wieder ähnlich, zudem ist die Geschichte selbst diesmal auch sehr abenteuerlich konstruiert, basiert auf unglaublich vielen Zufällen und wird fast mit jedem Kapitel immer absurder – teilweise wird es so haarsträubend, dass Bernhard Aichner selbst mit seinem mörderischen Erzähltempo nicht mehr über offensichtliche logische Schwächen hinwegtäuschen kann. Wer also einen realistischen Thriller sucht, der sollte um Blums zweiten Auftritt besser einen ganz großen Bogen machen. Ist man jedoch bereit, über Logiklöcher großzügig hinwegzusehen und legt den Fokus stattdessen lieber auf atemlose Unterhaltung und eine trotz aller Unglaubwürdigkeiten packende Story, so bekommt man auch mit „Totenhaus“ wieder einen spannenden Pageturner geboten – an das Niveau des ersten Romans kann Aichner aber leider nicht ganz anknüpfen.

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literarischer Thriller

Von: monster aus Freising

11.09.2015

„Totenhaus“ von Bernhard Aichner ist der zweite Teil einer Trilogie um die Bestatterin Brünhilde Blum. Und man sollte den ersten Band unbedingt vor Genuss des zweiten lesen, denn Blum ist so ein komplexer und verschrobener Charakter und ihre Taten in der Vergangenheit so radikal und ausserhalb aller Normen, dass man sie und ihr Verhalten sonst nicht richtig zuordnen kann. Ob man sie wirklich versteht bleibt jedem Einzelnen vorbehalten und man muss es auch nicht für gut befinden, was sie so treibt. Aber selten habe ich eine Hauptperson kennengelernt, die bei mir solch ambivalente Gefühle ausgelöst hat und die ich dennoch interessant fand. Ebenfalls sehr speziell ist der Schreibstil des Autors in dieser Reihe. Ich kenne seine anderen Werke nicht aber hier macht er daraus eine richtige Kunstform und wie von anderen Rezensenten schon gesagt, finde ich, dass diese Form sehr gut zu Blum und ihrer burschikosen Art passt. Deshalb würde ich diesen Roman in die Kategorie literarischer Thriller einordnen, wobei der Thrill im Gegensatz zum ersten Teil diesmal relativ lange auf sich warten lässt. Ein bisschen gestört habe ich mich daran, dass die Bösewichte so schräg und garstig waren, dass sie fast wie ihre eigenen Karikaturen agiert haben. Und dass einiges einfach prinzipiell etwas überzogen oder unrealistisch war. Hier bevorzuge ich eigentlich mehr die solide Schiene aber alles in allem passen die Heldin, die Gegner und der Erzählstil schon zusammen. Mein Fazit also: Nicht ganz so gut wie der erste Band, halt ein typischer Mittelteil. Aber dennoch lesenswert und ich werde den Abschlussteil sicherlich auch lesen.

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Fesselnd

Von: CogitoLeider

10.09.2015

Aha, es wird eine Trilogie - nun, der zweite Teil hat seine Stärken, ist schön verwickelt und durchaus spannend. Allerdings hat sich für mich eindringliche Erzählstil ein bisschen abgenutzt. Bernhard Aichner ist auch hier wortgewaltig, beschreibt Blums innere Vorgänge bis ins Detail, durchaus gekonnt und mitreißend, aber doch auch eintönig. Unterstützt wird dieser Eindruck sicherlich auch durch den Sprecher Wolfram Koch, der auch in 'Totenhaus' eher zur Eintönigkeit neigt. Das ist nicht schlimm, entspricht doch sehr gut der Intention des Autors, der eher mit leisen Worten das Grauen schildert, in das Blum gerät - die arme Frau!! Dabei erscheint mir das langsam so absurd, dass ich abgeschaltet habe. Nur jeweils kurz, aber eben lange genug, um sagen zu können: es hat mich nicht so gepackt, wie 'Totenfrau'. Natürlich kann das auch andere Gründe haben, natürlich ist auch diese Rezension absolut subjektiv. Allerdings finde ich, Bernhard Aichner und Wolfram Koch machen ihre Sache insgesamt sehr gut. Der eine erfindet eine spannende Geschichte um eine sehr ungewöhnliche (hoffe ich wenigstens) Frau, die im Vergleich zu ihren Mitmenschen denn doch och immer sympathisch ist und der man jeden Mord verzeiht, schon deshalb, weil sie irgendwie und tief in unseren Herzen doch eventuell gerechtfertigt sein könnten, wenn man mal den humanistischen Geist und den Glauben an die Gerechtigkeit durch den Staat ganz vergisst. Schreibe ich mich hier gerade um Kopf und Kragen? Nun, ihr wisst, was ich meine. Natürlich ist Selbstjustiz böse! Nur Tyrannenmord ist eine andere Sache - und Notwehr sowieso! Genug mit der Moral, zurück zum Buch: Es ist spannend und blutrünstig und genau das Richtige für alle, die 'Totenfrau' gehört oder gelesen haben und denen es gefallen hat. Und das Ende ist so schön, da muss einfach auch noch der dritte Teil sein. Fazit? Meiner Meinung nach nicht ganz so fesselnd wie 'Totenfrau', auf alle Fälle aber außergewöhnlich und interessant.

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