Rezensionen zu
Das Küstengrab

Eric Berg

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Sie waren Freunde fürs Leben und doch fehlt einer... Als Lea nach Jahren wieder auf die Heimatinsel Poel kommt ist nichts mehr wie es war. Bei einem Unfall verliert sie das Gedächtnis und so erfährt sie nicht nur, dass ihre Schwester verunglückt ist, auch um ihre frühere Clique gibt es ein Geheimnis. Denn Julian, Leas Ex-Freund, ist spurlos verschwunden und es scheint als wäre jemand von ihren Freunden daran beteiligt. Nur was ist vor 23 Jahren wirklich passiert? Und wo ist Julian? „Das Küstengrab“ ist der erste Krimi, den ich von Eric Berg gelesen habe. Was mir gefallen hat, war die gute Erzählart des Autors. Ich liebe die Küste, das Meer und die Atmosphäre auf den Inseln. Hinzu kommt, dass Eric Berg Gegenständen, Personen und auch den verschiedenen Orten Leben eingehaucht hat. Alles wirkte so real für mich, ich hatte sofort Gesichter vor Augen, fühlte mich als Teil der Clique und musste unbedingt erfahren, was passiert ist. Das Lea als Protagonistin auch noch an einer Amnesie leidet und sie, ebenso wie wir Leser, auf die Suche gehen muss, war schon sehr spannend. Jeder ist in Verdacht und jede Person könnte sowohl etwas mit Leas Unfall zu tun haben, bei dem auch ihre Schwester starb, als auch mit dem Verschwinden von Julian. Und was damals passiert ist, steht im Focus. Schließlich gab es Handlungen, die nur wegen der eigenen Vertuschung stattfanden. Nur warum? Was ist passiert? Schön ist auch, dass es Eric Berg schafft, die Gruppendynamik von früher, aber auch die Rollenverteilung der einzelnen Personen in der Gruppe, so darzustellen, dass man es glaubt. Die Jugendlichen von damals sind ja nun erwachsen, trotzdem hat jeder seine Merkmale, die man heute noch erkennt, aber es gibt auch Unterschiede, die gut gelöst wurden. So gab es das kleinste Glied der Gruppe, Pierre, der nun als Inselarzt fungiert und vom Charakter her gewachsen ist. Andere Mitglieder lernt man erst mit der Zeit so richtig kennen, oder hat gleich schon eine Antipartie ihnen gegenüber. Die Spannung dieses Krimis ist immer greifbar. Zwar passieren auch Dinge, die von früher erzählt werden, trotzdem kribbelt es beim Lesen und durch meine verschiedenen Verdächtigungen habe ich jede Seite des Buches genossen. Mein Fazit: Endlich wieder ein sehr guter Krimi. Ich muss gestehen, dass ich alles mochte. Poel als Handlungsort, die verschiedenen Personen, aber auch das Geheimnis an sich. Eric Berg als Autor werde ich mir ganz sicher merken.

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Sie waren Freunde fürs Leben und doch fehlt einer... Als Lea nach Jahren wieder auf die Heimatinsel Poel kommt ist nichts mehr wie es war. Bei einem Unfall verliert sie das Gedächtnis und so erfährt sie nicht nur, dass ihre Schwester verunglückt ist, auch um ihre frühere Clique gibt es ein Geheimnis. Denn Julian, Leas Ex-Freund, ist spurlos verschwunden und es scheint als wäre jemand von ihren Freunden daran beteiligt. Nur was ist vor 23 Jahren wirklich passiert? Und wo ist Julian? „Das Küstengrab“ ist der erste Krimi, den ich von Eric Berg gelesen habe. Was mir gefallen hat, war die gute Erzählart des Autors. Ich liebe die Küste, das Meer und die Atmosphäre auf den Inseln. Hinzu kommt, dass Eric Berg Gegenständen, Personen und auch den verschiedenen Orten Leben eingehaucht hat. Alles wirkte so real für mich, ich hatte sofort Gesichter vor Augen, fühlte mich als Teil der Clique und musste unbedingt erfahren, was passiert ist. Das Lea als Protagonistin auch noch an einer Amnesie leidet und sie, ebenso wie wir Leser, auf die Suche gehen muss, war schon sehr spannend. Jeder ist in Verdacht und jede Person könnte sowohl etwas mit Leas Unfall zu tun haben, bei dem auch ihre Schwester starb, als auch mit dem Verschwinden von Julian. Und was damals passiert ist, steht im Focus. Schließlich gab es Handlungen, die nur wegen der eigenen Vertuschung stattfanden. Nur warum? Was ist passiert? Schön ist auch, dass es Eric Berg schafft, die Gruppendynamik von früher, aber auch die Rollenverteilung der einzelnen Personen in der Gruppe, so darzustellen, dass man es glaubt. Die Jugendlichen von damals sind ja nun erwachsen, trotzdem hat jeder seine Merkmale, die man heute noch erkennt, aber es gibt auch Unterschiede, die gut gelöst wurden. So gab es das kleinste Glied der Gruppe, Pierre, der nun als Inselarzt fungiert und vom Charakter her gewachsen ist. Andere Mitglieder lernt man erst mit der Zeit so richtig kennen, oder hat gleich schon eine Antipartie ihnen gegenüber. Die Spannung dieses Krimis ist immer greifbar. Zwar passieren auch Dinge, die von früher erzählt werden, trotzdem kribbelt es beim Lesen und durch meine verschiedenen Verdächtigungen habe ich jede Seite des Buches genossen. Mein Fazit: Endlich wieder ein sehr guter Krimi. Ich muss gestehen, dass ich alles mochte. Poel als Handlungsort, die verschiedenen Personen, aber auch das Geheimnis an sich. Eric Berg als Autor werde ich mir ganz sicher merken.

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Nachdem mich Eric Berg mit seinem Roman Das Nebelhaus schier begeistert hat, musste ich natürlich auch Das Küstengrab lesen. Auch dieses Buch konnte mich fesseln und begeistern. Warum sollt ihr jetzt erfahren. Der Autor erzählt die Geschichte aus zwei Perspektiven. Da wäre einmal Lea. Wir lernen sie kurz vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus kennen. Sie hat den Entschluss gefasst nach Poel zu reisen um ihre offenen Fragen hoffentlich klären zu können. Lea lebt eigentlich in Südamerika und kann sich nicht mehr erinnern warum sie überhaupt die Weite Reise auf sich genommen hatte. Auch ist es ihr ein Rätsel warum sie nach über 20 Jahren wieder Kontakt zu ihrer Schwester Sabina hatte. Wir erleben also eine Frau mit vielen Fragen. Wir können ihre Unsicherheit spüren und nachvollziehen und wollen wie Lea Antworten finden. Auf Poel angekommen, freut man sich das die alte Clique wieder zusammen gefunden hat aber es ist einem als Leser schon vorab klar, dass etwas im Argen lag - schließlich gab es einen merkwürdigen Unfall mit Todesfolge und Amnesie. Einerseits ist das Vertrauen aus Jugendzeiten noch da, andererseits benehmen sich die Freunde von damals zunehmend merkwürdig. In Rückblenden, die vier Monate vor dem Autounfall spielen, erzählt Eric Berg die Geschichte aus der Sicht von Sabina. Der Leser erfährt hier nach und nach warum erst Sabina und später auch Lea nach Poel gekommen sind und wie es zum Unfall kam. Sabina ist im Vergleich zu Lea sehr selbstbewusst was vermutlich auch mit ihrem Beruf zusammen hängt, denn Sabina ist Polizistin. Beide Charaktere haben ihren ganz eigenen Charme. Die Sympathie zu den jeweiligen Personen hat sich im Laufe des Lesens sehr verschoben. Der Autor führt die beiden Handlungsstränge klug zusammen und als Leser beginnt man zu verstehen, was passiert ist. Trotzdem gibt es bis zum Ende des Buches immer wieder kleine Dinge die die Spannung erhalten. Am Ende erfuhr ich etwas über Lea, dass ich so nicht erwartet hatte. Ich blieb überrascht und sprachlos zurück. Eric Berg erzählt klug, schnörkelos und spannend. Seine Sprache ist gerade in Bezug auf den Schauplatz und die Geschehnisse sehr bildhaft. Ich konnte den Wind sprüen und auch das Grauen. Fazit Ein Roman den Krimifans und jene die es werden wollen unbedingt lesen sollten!

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Von dem Autor Eric Berg hatte ich schon viel Positives gehört, nur war es mir bisher nicht gelungen ein Buch von ihm zu lesen, weshalb "Das Küstengrab" somit das erste Werk ist, was ich von ihm gelesen habe. Lea kehrt nach einem schweren Unfall, der ihr fast das Leben gekostet hat, an den Ort des Schreckens zurück. Sie will erfahren wie es vor vier Monaten zu diesem Schicksalsschlag in ihrem Leben kam, bei dem zu allem Überfluss ihre ältere Schwester Sabina starb. Doch kann sie ihren ehemaligen Freunden wirklich trauen? Wahrscheinlich nicht, denn deren Erzählungen widersprechen sich... Dieser Krimi war für mich auf jeden Fall mal etwas ganz Neues und Besonderes, da der zu behandelnde Fall nicht im Vordergrund stand, sondern die Protagonisten der Geschichte. Alle Charaktere werden detailliert dargestellt und deren Wandel aufgezeigt, was mir sehr gut gefiel. Der Fall wird aus mehreren Zeiten beleuchtet, denn mal befinden wir uns in der nahen Gegenwart, dem September 2013, mal vier Monate zuvor und mal 23 Jahre vor diesen Ereignissen. Auch die Perspektiven wechseln. Geht es um die Hauptakteurin Lea wird uns das Geschehen aus der Ich- Perspektive aufgezeigt, geht es um die anderen, so erfahren wir dies aus der dritten Person heraus und bekommen intensive Einblicke in das Leben und Denken der einzelnen Personen. Die Spannung in diesem Krimi wird nur sehr langsam aufgebaut, was ich als sehr erfrischend empfand und entlädt sich am Schluss in einem fulminanten Ende, das es in sich hat und das Herz eines jeden Krimiliebhabers höher schlagen lässt. Fazit: Besser als jeder Tatort, ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen. Ein Must- Read aus dem Krimigenre!

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Der Schatten einer tiefen Schuld

Von: Blümchen aus Dresden

03.03.2015

Dreh- und Angelpunkt dieses mehr oder weniger als Kriminalroman zu bezeichnenden Romans ist „der Palast“, eine Ruine in der einsam-idyllischen Landschaft der mecklenburgischen Insel Poel. Dort trafen sich in der Zeit vor und um die deutsche Einheit fast täglich sechs Jugendliche, die auf der Insel zuhause waren. Ihre Gemeinschaft war – wie man als Leser schnell erfährt –nicht von absoluter Zuneigung bestimmt, sondern eher davon, dass sie nur sich hatten und junge Leute dünn gesät waren rund um das kleine Dorf Kaltenhusen. Als eines Tages einer der Jugendlichen unter mysteriösen Umständen verschwindet, löst das eine Entwicklung aus, die auch nach über 20 Jahren noch nachwirkt. Eric Berg erzählt in diesem Buch von Schuld, von Vergessen, von nie realisierten Träumen und Rivalitäten. Das Buch hat mich mitgenommen, aber nicht von Anfang an gefesselt. Trotzdem war es interessant, die Lebenswege der unterschiedlichen Charaktere zu verfolgen und Leas Suche nach der Vergangenheit mitzuerleben. Ein wenig Schwierigkeiten bereitet haben mir die unterschiedlichen Zeitebenen, auf denen der Roman erzählt wird. Ein Erzählstrang beschäftigt sich mit den Ereignissen im Jahr 1990, ein weiterer mit der Gegenwart und ein dritter mit einem Zeitpunkt ca. 4 Monate vorher, als die Hauptcharaktere einen schweren Autounfall hatten. Gerade die letzten beiden Ebenen führten bei mir gelegentlich zu Verwechslungen, da sie so nahe beieinanderliegen. Ich musste überlegen „ist das jetzt vor 4 Monaten passiert oder gerade eben?“ Das fulminante, überraschende und mit vielen Wendungen gespickte Ende entschädigt aber dafür. Aller paar Seiten ist nichts mehr wie es eben noch schien und das hat mir imponiert, auch wenn vielleicht nicht alle Details bis ins Kleinste durchdacht und in sich stimmig sind. Insgesamt fand ich den Roman lesenswert und habe mich gut unterhalten.

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Im Jahr 1990 steht ein 18Jähriger auf der Ostdeutschen Insel Poel vor seinem großen Traum, die Welt zu bereisen. Schon seit einiger Zeit haben seine gleichaltrigen Freunde, die sich seit Jahren in einer alten Klosterruine treffen, begonnen, sich aufgrund von Ausbildung und Studium in alle Winde zu verteilen. Doch der Traum wird nicht in Erfüllung gehen. 23 Jahre später kehrt seine frühere Freundin, die Fotografin Lea, und ebenfalls Cliquenmitglied auf die Insel zurück. Seit einem schweren Verkehrsunfall auf Poel vor vier Monaten bei dem ihre ältere Schwester Sabina getötet und sie selbst schwer verletzt wurde, leidet sie unter Amnesie. Sie kann sich nicht mehr an die Gründe für ihre Rückkehr nach Poel, ihren Aufenthalt dort und den Unfall erinnern. 1990 hatte sie mit dem Unfalltod ihrer Eltern einen scheren Verlust zu verkraften und sich fast vollständig abgekanzelt, bis sie ihren späteren Mann kennenlernte, ihn wenig später heiratete und noch im gleichen Jahr mit ihm nach Argentinien zog. Auf der Suche nach ihrer Erinnerung und dem Grund für den Verkehrsunfall trifft sie auf ihre Freunde, die noch alle auf Poel leben mit Ausnahme von Julian, der seit dem damaligen schicksalhaften Sommer vermisst wird. Lea trifft auf ihre früheren Freunde, die ihrem Alltagsleben auf der Insel nachgehen. Für die Freunde ist es eher ungewöhnlich, ihr nach vier Monaten erneut zu begegnen. Lea scheint sich charakterlich geändert zu haben, doch jeder knüpft unbeirrt an die alten Zeiten an. In all den Jahren hat sich niemand bemüht mit ihr Kontakt aufzunehmen, keiner von ihnen hat an ihrem weiteren Schicksal Interesse gehabt und umgekehrt. Natürlich hat Lea viele Fragen, doch je mehr sie Erkundigungen einholt, desto größer werden die Unsicherheiten der Cliquenmitglieder, deren Aussagen sich schließlich nicht immer gänzlich decken. Unterschwellig weiß Lea, dass ihr die für sie wichtigen Ereignisse und Erinnerungen bewusst verweigert werden. Anfangs hatte ich kurz Schwierigkeiten die Vor- und Zunamen der Freunde und ihrer Beziehungen zueinander richtig zuzuordnen. Eine Auflistung im Anhang wäre auch im weiteren Verlauf hilfreich gewesen. Ich erinnere mich selbst noch gut an das Jahr 1990 und finde die Darstellung der Ereignisse realistisch und die Charaktere der Dorfbewohner einschließlich der Freunde glaubhaft. Die Geschehnisse und die darin beinhaltete Problematik nach der Öffnung der Grenzen werden angerissen, aber nicht langweilend ausgeführt. Allerdings hat mir der Hintergrund von Sabina gefehlt, die doch sechs Jahre älter als die Freunde war und zu diesem Zeitpunkt längst ins Berufsleben eingetreten sein musste. Zweifeln lässt mich auch die Tatsache, dass das Elternhaus der beiden Schwestern so lange leer gestanden haben soll. Die Konstruktion der Geschichte finde ich gelungen, auch manches Detail hat seine Erklärung. Der Wechsel in die Ich-Erzählperspektive von Lea brachte mir den persönlichen Blick von ihr auf die Geschehnisse. Durch die Aufgliederung auf drei Zeitebenen wurden einige spannungssteigernde Cliffhanger erzeugt. Ich wollte unbedingt wissen, wie der Unfall passieren konnte und habe das Buch dank des leicht lesbaren Schreibstils schnell lesen können. Zum Ende hin gab es denn noch eine unerwartete Wendung und ganz zum Schluss eine unvermutete Erklärung des Unglücks.

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Nachdem ich von "Das Nebelhaus" viel Gutes gehört habe, hat mich auch der zweite Kriminalroman von Eric Berg interessiert. In "Das Küstengrab" geht es um die Aufarbeitung der Vergangenheit. Zur Story: Lea kehrt nach 23 Jahren zum ersten Mal in ihr Heimatdorf auf der Insel Poel zurück. Zusammen mit ihrer Schwester Sabine gerät sie jedoch in einen Autounfall. Ihre Schwester stirbt und sie bleibt mit Narben und einer Amnesie zurück. Lea versucht, die verloren gegangenen Erinnerungen wiederzufinden. Was ist kurz vor dem Unfall geschehen? War es überhaupt ein Unfall? Und was geschah vor 23 Jahren, als ihr Freund auf mysteriöse Weise verschwunden ist? Dabei lernt sie ihre alten Freunde von einer ganz anderen Seite kennen und muss lernen, dass das beschauliche Leben in Poel nicht so ist, wie es scheint... Meine Meinung: Ähnlich wie in "Die Lichtung" von Linus Geschke, ist "Das Küstengrab" kein blutiger Krimi, sondern punktet vielmehr durch eine spannende Erzähltechnik, die die Vergangenheit nur Stück für Stück offenbart. Die Charaktere sind schön beschrieben und bleiben bis zum Schluss geheimnisvoll, sodass fast jeder als Mörder in Frage kommen könnte. Besonders spannend waren einige Andeutungen am Anfang des Buches. So wusste man, dass beispielsweise fünf Menschen sterben werden. Wie das passiert, wurde erst später geklärt. Leider war der Showdown und einige Todesfälle etwas zu blass und harmlos. Es herrschte zwar eine spannende Grundstimmung, aber diese war eher konstant vorhanden und die großen Spannungsmomente fehlten. Auch das Verhalten einiger Personen war nicht wirklich nachvollziehbar. Fazit: Ein klassischer Krimi mit überzeugenden Charakteren. Leider fehlte das gewisse Etwas, sodass ich "Das Küstengrab" mit 4 Sternen bewerte.

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Die grundverschiedenen Schwestern Lea und Sabina verbrachten ihre Kindheit und Jugend vor der Wende auf der Ostsee-Insel Poel. Lea gehörte einer Clique von Gleichaltrigen an, die sich regelmäßig in einer Ruine – von ihnen „Palast“ genannt – traf, und in Julian fand sie ihre erste große Liebe. Die 6 Jahre ältere Sabina dagegen war immer eine Außenseiterin. Unmittelbar nach dem Mauerfall – Lea war gerade 18 geworden – verunglückten ihre Eltern tödlich, Julian und sie trennten sich und kurz darauf verschwand er spurlos. Die junge Frau dagegen lernte den Argentinier Carlos kennen, dem sie in seine Heimat folgte. Der Kontakt zur Schwester und den Freunden brach damals ab. Nun, 23 Jahre später, erhält Lea, inzwischen geschieden und eine erfolgreiche Fotografin, einen Anruf, der sie veranlasst, sofort nach Poel zu reisen. Doch das Wiedersehen mit Sabina und den Jugendfreunden, die – bis auf Julian, dessen Schicksal unklar ist - alle noch im gleichen Ort leben, endet tragisch: Bei einem schweren Auto-Unfall kommt Sabina ums Leben, Lea wird lebensgefährlich verletzt. Nach etlichen Operationen und langem Krankenhausaufenthalt körperlich zwar wieder hergestellt, leidet sie jedoch an Amnesie. Das heißt, sie kann sich weder erinnern, wie es zu dem Unfall gekommen ist, noch warum sie nach fast einem Vierteljahrhundert in ihre alte Heimat zurückgekehrt und was während ihres kurzen Aufenthaltes dort geschehen ist. 4 Monate später sucht sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus die Insel erneut auf, um mit Hilfe der Freunde diese Lücken zu schließen. Doch deren Berichte und Verhalten werfen nur noch mehr Fragen auf. Zutiefst verunsichert, wem sie glauben soll und trauen kann, bekommt die Frau allmählich das Gefühl, dass den anderen ihre Amnesie gar nicht ungelegen kommt, da sie offenbar etwas vor ihr verbergen wollen. Aber Lea gibt nicht auf und nähert sich langsam der furchtbaren Wahrheit. Resümee: Die Handlung ist dramaturgisch hervorragend angelegt: 2 Handlungsstränge machen den Leser in Rückblenden nach und nach mit den Ereignissen vor 23 Jahren bzw. während Leas Besuch vor 4 Monaten vertraut. Eine dritte Ebene schildert die gegenwärtige Entwicklung aus Sicht der mittlerweile gut 40-jährigen Frau. Je weiter das Geschehen fortschreitet, um so mehr bewegen sich die Stränge aufeinander zu, um am Schluss endlich vollständig miteinander zu verschmelzen. Die stets präsenten zentralen Fragen sind dabei zum einen, was mit dem einst spurlos verschwundenen Julian geschehen ist; wird sein Schicksal jemals geklärt werden? Andere betreffen die einstigen Zukunftsträume der mittlerweile erwachsenen Freunde: Konnten sie verwirklicht werden, unter welchen Bedingungen geschah oder misslang dies, wie haben die jeweiligen Entwicklungen das Leben jedes Einzelnen und ihre Beziehungen zueinander beeinflusst? Dabei fand ich die zugrunde liegende Thematik an sich schon sehr interessant: Lea leidet an einer Gedächtnisstörung, kann sich nicht erinnern, warum sie vor 4 Monaten zum ersten Mal nach 23 Jahren wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist, was sich während der kurzen Zeit ihres Besuchs ereignet hat und wie es zu dem schweren Unfall gekommen ist. Sie ist auf die Infos der so unterschiedlichen ehemaligen Freunde angewiesen, weiß aber nicht, wem sie glauben kann. In Kombination mit den oben genannten zentralen Frage ist dies eine psychologisch höchst brisante Konstellation. Hinsichtlich der Spannung muss man differenzieren: Der Handlungsverlauf wird umso spannender, je weiter das Geschehen fortschreitet und erreicht nach einigen überraschenden Wendungen seinen Höhepunkt gegen Schluss. Anfang und Mittelteil dagegen sind schwerpunktmäßig auf die Ausarbeitung und Entwicklung der ganz unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten ausgerichtet. Dies ist unter menschlich-psychologischen Aspekten enorm spannend, da man einen „Knall“ angesichts der vielen zutage tretenden Reibungspunkte und Verstrickungen kommen sieht. Beides – Spannung durch den Geschehensverlauf und durch die psychologische Pointierung der Charaktere – kumuliert am Schluss. Fazit: Ein in vielerlei Hinsicht spannendes Buch mit einer interessanten Thematik!

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