Rezensionen zu
Das Küstengrab

Eric Berg

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Vor 4 Monaten hatte Lea auf der Insel Poel - ihrem Heimatort – einen Autounfall. Leider verlor sie dabei ihre Schwester Sabina und Teile ihres Gedächtnisses. Was wollte sie auf der Insel, auf der sie seit 23 Jahren nicht mehr war? Und warum war sie überhaupt mit Sabina unterwegs, mit der sie fast genauso lange keinen Kontakt mehr hatte? Wie kam es zu dem Unfall? Als sie endlich aus dem Krankenhaus entlassen wird, entschließt sich Lea noch einmal nach Poel zu fahren um Licht in ihre Dunkelheit zu bringen. Vielleicht erinnert sie sich ja vor Ort an den Tag des Unfalls, vielleicht leben ja noch ihre Freunde von damals auf der Insel und vielleicht kann ihr einer von ihnen dabei helfen sich zu erinnern. Leider kehrt ihre Erinnerung nicht 'einfach so' wieder zurück. Ihre Jugendfreunde wohnen tatsächlich noch alle auf Poel. Mike, Jacqueline, Margrethe, Harry und Pierre sind noch da, aber freuen sie sich wirklich über ihre Rückkehr? Was zunächst nach einer 'heilen Welt' aussieht, entpuppt sich Stück für Stück als nicht ganz so 'rosa'. Neid, Missgunst, Alkoholprobleme... das schöne Bild bröckelt vor Leas Augen dahin. Sagen ihr ihre 'Freunde' tatsächlich die Wahrheit? Was ist bloß passiert - damals? vor 4 Monaten? heute? Und erweist Lea sich und den anderen einen Gefallen damit, alles ans Licht zu bringen... Fazit Ein guter spannender Krimi mit einigen unerwarteten Wendungen, dessen Lösung bis ans Ende für mich nicht ersichtlich war. Nana Spier liest richtig gut und man kann die einzelnen Charaktere sehr gut unterscheiden ohne das sich die Stimme 'verstellt' anhört. An der ein oder anderen Stelle war die Geschichte einen Hauch langatmig und ich persönlich brauche auch nicht unbedingt eine Romanze innerhalb eines Krimis, aber trotzdem hat es mir richtig Spaß gemacht, dieses recht spannende Buch zu hören und von daher habt ihr meine Empfehlung :0) Viele Grüße von der Numi

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Autor Eric Berg hat mich mit seinem Klapptext zu seinem zweiten Werk "Das Küstengrab" unheimlich neugierig gemacht und mich mit dem sagenhaften Cover gleich zu dem Buch geführt. Ich lerne gerne neue Autoren kennen, und da ich sein Debüt "Nebelhaus" nicht kannte, wollte ich mir nun mit seinem nächsten Werk ein Bild des Autors machen. Die Begeisterung der bisherigen Leser ist sehr hoch und gerade sein Debüt wurde in höchsten Tönen gepriesen und gelobt. Dementsprechend groß war meine Vorfreude, aber dementsprechend hoch waren auch meine selbst gesteckten Erwartungen... Erschienen im Limes Verlag (http://www.randomhouse.de/limes/) Inhalt: "Eine abgelegene Insel. Eine verschworene Gemeinschaft. Eine gemeinsame Vergangenheit, die sie verbindet. Zum ersten Mal nach 23 Jahren kehrt Lea in ihr winziges Heimatdorf auf der Insel Poel zurück. Doch der Besuch endet in einem schrecklichen Unglück. Bei einem rätselhaften Unfall kommt Leas Schwester ums Leben, Lea selbst wird schwer verletzt und leidet seither an Amnesie. Vier Monate nach dem Unfall reist Lea gegen den ausdrücklichen Rat ihrer Ärztin erneut nach Poel. Sie will herausfinden, was sie im Mai auf die Insel führte und wie es zu dem Unfall kommen konnte. Sie selbst kann sich an diese Zeit auf Poel nicht erinnern und ist auf die Hilfe ihrer alten Freunde angewiesen – doch deren Berichte widersprechen sich. Die Jugendfreunde scheinen ein Geheimnis vor Lea zu verbergen, das weit in ihre gemeinsame Vergangenheit reicht …" Schreibstil: Der Schreibstil des Autors eric Berg gefällt mir sprachlich sehr gut, der Autor weiß wo er sich bewegt, und was er mitteilen will. Selbstbewusst und mit einem Spürsinn für Spannung und Mystik greift er die Story und die Geschehnisse auf und sorgt für haltlose Neugier beim Leser. Wenn der Autor vom Dorfleben, von der Insel, der Freundschaft, der Vegetation und Geflogenheiten berichtet und unheimlich interessante Passagen und Fakten bringt, dann habe ich das Gefühl, er ist sich seiner Schreiberei absolut sicher. In den Ermittlungen, Befragungen und auf der Suche nach Antworten, was an diesem Maitag passiert sein mag empfinde ich den Krimi etwas unsicher und konstruiert. Das kann aber auch daran liegen, dass ich in den vergangenen Wochen gleich drei hochkarätige, komplexe und äußerst intelligente Krimi und Thriller regelrecht bewundert und verschlungen habe. Diesen ausgefeilten Schreibstil finde ich hier nicht, ich möchte aber auch keine Birnen mit Äpfeln vergleichen. Denn dieser Krimi hat seinen Schwerpunkt definitiv woanders als in wilder Morderei, schwerwiegender Polizeiarbeit und Blutvergießen. Der Krimi von Eric Berg liest sich leicht und flott, der Leser kann sich gut an die Seite von Lea Mahler stellen und spürt genau, welcher Motivation sie folgt um den tragischen Tod ihrer Schwester Sabina aufzuklären und Antworten zu finden und die Lücken der Amnesie zu schließen. Von Argentinien zurück in die Pampa nach Poel, zurück ind die Vergangenheit, zurück in die "alte Ruine", der Treffpunkt der Clique. Krimiautor Eric Berg besitzt einen ganz besonderen Stil, das zeigt sich schon nach wenigen Seiten in seinem spannenden Prolog der erste Fragen und Mutmaßungen aufwirft. Hier ist der Leser zum Mitdenken und Mithandeln animiert. Das ist spannend und macht Lust auf mehr. Leider ebbt diese Spannung dann auch schnell wieder ab und wird zu einem erzählenden Krimi, den man dann eher von außen betrachtet, bis gegen Ende der Ermittlungen der Spannungsbogen enorm rasant und spitz wieder aufgebaut wird und sich die Puzzleteile fügen. Der Klapptext lässt eine vielversprechende Story erwarten. Anfangs geht es auch gründlich mit vielerlei Spannung und Spuren und Passagen weiter. Das gefiel mir alles auch noch recht gut. Aber nach vielen Seiten kommt der Autor noch immer nicht zum Kern der Handlung, bzw. zum Kern der Suche nach Antworten. Es wird mehr und mehr zäh und vieles wiederholt sich einfach. Autor E. Berg beschreibt das Geschehen unterschiedlichen Standpunkten, er wechselt zwar geschickt die Perspektiven aus Kindheit und der heutigen Situation, trifft alte Bekannte, Schulfreunde und neue Wege tun sich auf, baut aber eher flache Spannungsebenen. Loben möchte ich, dass Bestsellerautor Eric Berg mit seiner Art des Schreibens und mit seinem feinen Händchen Bilder im Kopf des Lesers erzeugt und lebendig werden lässt. Das Geschilderte ist so nah und sehr real. Der Einstieg in das Buch ist etwas ganz Spezielles und schraubt zudem die Erwartungen des Lesers extrem hoch. Das war für mich das Eigentor zum Sternabzug, meiner Ansicht nach. Er trifft anfangs den Nerv der Zeit und wartet mit einem verworrenen Thema in der der Dorfgemeinschaft auf. Leider schwächelt die Umsetzung in der Spannung, so dass das Gelesene wenig Höhepunkte aufweist. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang und die Wortwahl angenehm und flüssig. Keine schwere oder anspruchsvolle Kost. Auflockerung bringen die unterschiedlichen Sichtweisen und die grandiosen Schauplätze im Umland von Mecklenburg und der Ostsee, eine Inselidylle. Charaktere: Der Autor Eric Berg hat eine zunächst unüberschaubare Anzahl von Potagonisten erschaffen, die zwar sehr authentisch und sehr real wirken, aber anfangs schwer einzuordnen sind. Allen voran natürlich Lea Mahler, die nach einem Autounfall nicht nur ihre Schwester Sabina verloren hat, sondern auch Teile aus ihrem Gedächtnis und ihrer Erinnerung. Lea kommt nach knapp 23 Jahren zurück aus Argentinien in ihr Heimatdorf auf der idyllischen Ostseeinsel Poel. Ihre neuerliche Rückkehr ist nicht aus freien Stücken, sie sucht Antworten und hat sich gegen den Rat der Ärzte auf den Weg nach Poel gemacht. Hier bietet der Autor durch die Augen von der jungen Lea großes Kopfkino, was mir sehr gut gefällt. Dann erleben wir die ganze Dorfgemeinschaft, wie sie so typisch ist. Wir treffen alte Bekannte aus der Kindheit von Lea und dem Treffpunkt der alten Ruine. Alles wirkt, wie sie realer nicht sein könnte. Die derbe Sprache, der Zusammenhalt, aber auch die Rangordnungen der Clique werden gut geschildert und kristallisieren sich noch im Erwachsenenalter heraus. Nach und nach deckt Lea bei ihren Recherchen neues auf, und ihr Puzzle nimmt erschreckende Formen an. Wir erfahren aus den Einzelschicksalen von Damals und das Hier und Jetzt. Auch die vielen interessanten Nebenrollen sind mit viel Herz und Sinn erschaffen und bieten eine vollkommen runde Kullisse, aber auch sagenhaftes Potential. Schauplätze: Hier glänzt der Autor mit gutem Geschick, ein besonderer Pluspunkt. Denn Eric Berg bringt die alte Heimat und Kinderstube auf dem Ostseeörtchen der Protagonistin Lea sehr gut in den Krimi ein, zudem spielt er mit den hiesigen Sitten und Bräuchen, was mir sehr gut gefällt. Die Tiere, die Natur, die Küste, das Meer und die unbeschwerte Kindheit draußen. Viel küstennaherund aber auch dörflicher Einfluß und Lokalkolorit verwebt er in seine Handlung. Äußerst interessant und für mich eine tolle Besonderheit in dem eher langatmigem Fluß der recherchen und Ereignisse. Der Autor bietet aber nicht nur örtliche Kulissen, er bietet dem Leser auch einen Blick in die Welt von geschundenen Seelen und kranken Psychen. In eine Machenschaft aus Neid, Gier, Rache und Missgunst, die zum Tod anderer führt. Hier hat der Autor eine galante Mischung aus Haupt- und Nebenrollen erschaffen, die gut harmoniert und zu einer runden Story verwoben wird. Meinung: Leider hat mich dieser Kriminalroman in vielen Punkten nicht ganz überzeugt. Auch wenn ich Krimis liebe, sollten die vielen Stärken und Potentiale und das Können, was der Autor definitiv besitzt, auch genutzt und ausgebaut werden, sonst bin ich leider etwas enttäuscht und verliere den Lesespaß. Ein Krimi sollte aber auch so spannend sein, dass es nicht zur Gedultsprobe wird, das Ende lohnt zwar das Durchhalten, aber ein spannendes und turbulentes Ende ist leider nicht die ganze Miete. Großer Minuspunkt ist für mich die wenige Spannung, die leider den Mittelteil des Buches einnimmt. Anfang und Ende sind top. Dadurch entstehen viele Längen und das Gelesene erscheint zäh. Der Prolog war so appetitanregend, dass sich der Autor leider ein Beinchen gestellt hat. So waren meine Erwartungen einfach zuuuu hoch, alsdass ich mich zu mehr Sternen hätte bewegen können. Dennoch würde ich gern mehr vom Autor lesen, um seine Entwicklung zu erfahren, denn Können hat er, er muss es meiner Meinung nach nur vollständig nutzen und ausschöpfen. Ich werde mir sein Erstlingswerk mal vornehmen und mein Bild abrunden. Nun möchte ich natürlich auch die vielen Stärken nennen, die dieses Buch besitzt und mir große Freude bereitet hat und das Lesen für mich doch gewiss zum Erlebnis gemacht hat. Eric Berg hat mich mit seinem filmreifen und bildhaften und sehr angenehmen Schreibstil überzeugt und mich mehr als begeistert, er hat einfach den Lokaltouch, den ich auch in diesem Krimi für mich erhofft habe. Das zeigt sich auch an den Schauplätzen, Namen und Geflogenheiten. Zudem hat er tolle Schauplätze und sehr intensiv und eindringliche Charaktere erschaffen. Eine Mischung aus Sympathie, Unverständnis, Überraschungen und Verständnis. Sehr wunderbar abgestimmt. Zudem ist der Beginn des Buches ganz besonders. Großes Kopfkino und viele Facetten. Ganz großartig, aber eben nicht alles für einen Spitzenkrimi. Cover / Buch: Das Cover, so besonders wie speziell. Das Cover zog direkt meine Blicke an. Der Titel macht neugierig und der Klapptext verspricht Krimi und Ermittlungen pur! Eine Küste, ein Leuchtturm, gedeckte Beigetöne. Es läd zu Assoziationen ein. Das mag ich. Zum Autor: "Seit Jahren zählt Eric Berg zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. 2013 verwirklichte er einen langgehegten schriftstellerischen Traum und veröffentlichte seinen ersten Kriminalroman. Das Nebelhaus begeisterte Leser wie Kritiker gleichermaßen und stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Fazit: Der Krimi ist definitiv sehr idyllisch, leicht mystisch und verworren, aber wenig komplex. Dieses Werk besitzt viel Potential und der Autor muss es nur komplett ausschöpfen, dann wäre auch ich ganz begeistert gewesen. Meine zu hohen Erwartungen und der sehr spannende und interessante Prolog habenzu hohe Erwartungen geweckt, die leider nicht in allen Punkten erreicht und erfüllt werden konnten. 3,5 Sterne für die grandiosen Stärken im Buch.

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In diesem Krimnalroman von Eric Berg, geht es um eine Clique die auf der Insel Poel aufgewachsen ist. In ihrem kleinen Dorf gab es nicht viele Kinder, also haben sie sich zusammengetan und allerlei Unsinn getrieben. Die Clique bestand damals aus Mike, Harry, Margarethe, Lea, Jacqueline, Julian und Pierre. Doch im Jahr 1990 war nicht nur der Mauerfall ein großes Thema bei den damals (ca.)18-jährigen. Ihr Freund Julian ist in diesem Jahr spurlos verschwunden. Man hat nie nach ihm gesucht, da zu diesem Zeitpunkt viele junge Menschen einfach abgehauen sind. Lea und ihre Schwester Sabina haben im selben Jahr ihre Eltern verloren. Während Lea nach Argentinien ausgewandert ist, wurde Sabina später Polizistin. Die beiden haben sich komplett aus den Augen verloren, denn eigentlich mochten sie sich noch nie. Die ältere Sabina war immer neidisch auf ihre jüngere Schwester und deren Freunde. Der Krimi wird in zwei Teilen erzählt. Lea ist mittlerweile um die 40, Fotografin und geschieden. Sie ist aus für sie unerklärlichen Gründen zurück auf die Insel und hatte dort einen schweren Autounfall, bei dem ihre Schwester Sabina ums Leben kam. Lea selbst erlitt zahlreiche Verletzungen und kann sich an fast nichts mehr erinnern. Auf Anraten ihrer Ärztin geht sie zurück auf die Insel, wird aber von ihren ehemaligen Freunden nicht gerade freudig empfangen. Während die einen schweigen oder lügen, bekommt sie von anderen kryptische Nachrichten. Alle haben sich sehr verändert und wirken sehr unglücklich. Was ist seit damals passiert? Was hatte sie auf der Insel zu suchen, hat etwa Julians Verschwinden etwas damit zu tun? Warum musste ihre Schwester sterben? Zufall? Schicksal? Mord? Die Geschichte von Lea wird in Ich-Form und in der Gegenwart (September 2013 - nach dem Unfall), erzählt. Sie schlittert etwas planlos durch die Geschichte, denn da sie ohne Erinnerung ist, muss sie sich auf die Erzählungen ihrer Freunde verlassen. Der zweite Teil der Geschichte wird von Leas Schwester Sabina in der dritten Person erzählt. Allerdings vier Monate zuvor, denn sie kam bei dem Autounfall ums Leben. Die Schwestern halten nicht viel voneinander und aus Sabinas Sicht ist Lea gar nicht so unschuldig und nett. Das macht die Geschichte natürlich noch spannender. Man erfährt gleich zu Beginn warum sie auf der Insel ist. Das Verschwinden von Leas Ex-Freund Julian gibt bis heute Rätsel auf. Sie wird gebeten, sich noch einmal umzuhören und etwas neues herauszufinden. Sie schnüffelt herum und das stößt natürlich auf Widerwillen bei den verschwiegenen Einwohnern. Denn sie haben tatsächlich etwas zu verbergen ... soviel ist sicher. Ist das Sabinas Todesurteil? Hin und wieder gewährt auch einer der Einwohner einen Blick hinter die Kulissen, aber hauptsächlich wird die Geschichte von Lea und Sabine getragen. Bleibt noch eine letzte Frage: Wird Lea je ihr Gedächtnis wiedererlangen? Soviel sei gesagt: Am Ende steht zumindest der Leser der Wahrheit Auge um Auge gegenüber. Fazit: Die Geschichte war leicht und flüssig zu lesen. Die Zeitsprünge haben überhaupt nicht gestört und es blieb immer spannend. Da der Autor die Story aus verschiedenen Blickwinkeln und Zeiten erzählt, kann man sich wunderbar in die Geschehnisse hineindenken.

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Der 21. Mai 2013 ist der Tag, an dem sich das Leben der 41-jährigen Lea Mahler für immer veränderte. Erstmalig seit 23 Jahren war sie wieder auf Poel, traf auf ihre sechs Jahre ältere Schwester Sabina und hatte einen schweren Autounfall, bei dem sie selbst schwer verletzt wurde und ihre Schwester noch an der Unfallstelle verstarb. Jetzt, vier Monate später, ist sie körperlich wieder genesen, doch seit dem Unfall leidet sie an Amnesie. Diese betrifft nicht ihre gesamte Vergangenheit, aber sie kann sich nicht an den Tag des Unfalls erinnern und auch Erinnerungen von vor 23 Jahren sind verschwunden. Nach ihrem Weggang aus Poel mit ihrem zukünftigen Mann Carlos Hérnandez, von dem sie zwischenzeitlich geschieden wurde, lebte sie fast ein Vierteljahrhundert in Buenos Aires und arbeitete erfolgreich als Fotografin. Warum nur war sie nach Poel zurückgekehrt? Am 3. September 2013 beschließt sie, nochmals nach Poel zu reisen. Vielleicht gelingt es ihr vor Ort herauszufinden, was sie vor vier Monaten dort wollte. Wer weiß, vielleicht trifft sie ja auf ihre alte Clique (Mike, Jacqueline, Margrethe, Harry oder Pierre) und einer von ihnen kann ihr helfen, ihre Erinnerungen wieder zu erwecken. Einst gehörte auch Julian zur Clique, doch er verschwand einfach eines Tages. Er hatte schon immer eine Weltreise geplant und diese wohl angetreten. Doch kaum auf Poel angekommen, wird sie lediglich von Pierre Feldt, der mittlerweile der ortsansässige Arzt ist, mit offenen Armen aufgenommen. Obwohl Pierre ihr in dieser Zeit immer zur Seite steht, scheint zwischen ihm und dem Rest der ehemaligen Clique irgendwas vorgefallen zu sein. Es ist fast so, als hätten sie alle ein Geheimnis vor ihr, aber etwas wirklich Greifbares, womit sie das belegen kann, findet Lea nicht. Was ist es, dass ihre ehemaligen Freunde ihr gegenüber so reserviert machen? Warum scheint nicht einer von ihnen zufrieden oder gar glücklich mit seinem Leben zu sein? Wieso redet niemand offen mit ihr? Lea weiß nicht, ob es ihr gelingen wird herauszufinden, was ihre ehemalige Clique vor ihr verheimlicht, aber zumindest will und muss sie herausfinden, warum sie vor vier Monaten schon einmal auf Poel war. Doch was ist, wenn ihr Gedächtnisverlust sie vor einer zu traumatischen Erinnerung schützen will? Geheimnisse auf Poel! Der Plot wurde abwechslungsreich und durchaus spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Figuren, die einst vor langer Zeit eng befreundet waren, jetzt doch recht distanziert miteinander agieren und wie sich nach und nach herauskristallisiert, warum sie dies tun. Allerdings empfand ich die Geschichte doch recht vorhersehbar, was etwas die Würze an der Story genommen hat. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Hier muss ich allerdings gestehen, dass mir die Figur der Lea nicht unbedingt sympathisch war. Irgendwas war an ihr, dass mich immer wieder irritiert hat, ohne dass ich es genau benennen kann. Die Figur des Pierre hingegen empfand ich entzückend erarbeitet, wobei mich hier das Gefühl beschlich, dass es solche Männer wohl wirklich nur in der Literatur gibt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, hätte mir jedoch in einigen Szenen etwas mehr Dramatik gewünscht, die mich mitreißt. Alles in allem kann ich jedoch sagen, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

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Das Küstengrab ist ein packender Roman, der wenig vorhersehbar ist. Der Autor Eric Berg überzeugt durch die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren ebenso, wie der Charakterisierung der Insel Poel, auf der die Hauptfigur die Bruchstücke ihrer Erinnerungen zusammensetzt. Berg verbindet dies mit einem angenehmen Schreibstil. http://blog.martinkrauss.eu/2015/04/24/eric-berg-das-kuestengrab-bin-ich-ich/

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Alles in allem ist das Buch gut. Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, auch wenn sie zwischendurch ein wenig dahin plätschert. An manchen Stellen war mir die Geschichte ein wenig zu langatmig, da wurde zu viel erklärt und die Spannung geriet dadruch ins Stocken. Diese Erklärungen waren allerdings auch notwendig, um einiges besser zu verstehen. Ich glaube sonst hätte es auch nicht so ausgehen können, wie es ausgegangen ist. Lea war mir sympathisch. Ich denke zwar, dass ich an einigen Stellen anders gehandelt hätte, aber wie sie gehandelt hat ist für mich durchaus realistisch und nachvollziehbar. Die anderen Charaktere waren mir teilweise weniger sympathisch, aber alles in allem machen genau diese Antipathien auch einen guten Teil beim Lesen aus, der sonst irgendwie gefehlt hätte. Und vermutlich auch die Spannung minimiert hätte. Auf den ersten Seiten musste ich mich erstmal mit dem Buch anfreunden. Nachdem dies geschehen war, bin ich sehr gut mit dem Schreibstil des Autoren zurecht gekommen. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Der Autor verwendet gute Satzformulierungen und nicht zu viele Fremdwörter, aber dennoch genug. Kleine Schwächen, was die Spannung betrifft hat es, aber sonst kann ich nur positiv über dieses Buch schreiben.

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Cliquenwirtschaft - Sippenwirtschaft

Von: BeautyPeaches

20.04.2015

Das Cover zeigt ein typisches Ostsee-Postkartenbild. Doch dass es einem Kriminalroman gerecht wird, wurde hier ein düsteres Wolkengebilde gewählt. "Typisch deutscher Krimi" war mein erster Gedanke, als ich anfing das Buch zu lesen. Wie in den von mir vorher gelesenen Büchern springt auch dieser Krimi in verschiedenen Zeitzonen hin und her. Aktuell befinden wir uns im September 2013, welcher sich abwechselt mit der Zeit 4 Monate vorher, aber auch Rückblenden der Jugendzeit der Protagonisten werden öfters eingeblendet. Sich in die verschiedenen Zonen rein zu finden, ist aber kein Thema, da es im September aus Lea ihrer Sicht erzählt wird und 4 Monate vorher ihre Schwester Sabina die Haupt-Protagonistin ist. Die Clique bestand damals aus Julian, der vermisst wird; aus Mike, dem Anführer; aus Harry, dem Mitläufer; aus Pierre, dem Unscheinbaren; aus Lea, dem Cliquenliebling; aus Margrethe, die Zornige und Jaqueline, die Labile. Nun, nach 23 Jahren scheint es, als ob sie sich nicht mehr viel zu sagen haben. Sie haben sich auseinander gelebt, haben sich verändert. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit gibt es nicht mehr. Doch bei Lea, die nach dem Unfall vor 4 Monaten an einer Amnesie leidet, sind noch Fragen offen: Wo ist Julian? Was ist vor 23 Jahren passiert? Was ist vor 4 Monaten nach ihrer Rückkehr aus Argentinien auf Insel Poel passiert? Der Autor versteht es nicht nur, die Leser zu verwirren, sondern hat mit seinen Worten auch die Insel Poel schön in Szene gesetzt. Beim Lesen kamen mir Bilder einer Ostsee-Insel der DDR in der Nachwendezeit - ältere Häuser und Anwesen, die dem Zerfall drohen, weil nur wenige Bewohner nach der Wende dort verblieben sind - Einöde, Langeweile, gähnende Leere. Wenn ich nicht vor 2 Jahren dort gewesen wäre, würde ich nicht wissen, dass dort durchaus ein paar schöne Urlaubsfleckchen erschaffen wurden. Alleine da mein Heimat-Bundesland Thüringen 2 Mal erwähnt wurde (wenn auch nur nebensächlich), hat der Autor bei mir schon Pluspunkte gewonnen. Hauptsächlich aber natürlich deshalb, weil es wirklich eine sehr spannende Geschichte ist. Durch den simplen Anfang weiß man schon, dass Julian etwas passiert ist, aber die ganze Zeit bekommt der Leser nicht wirklich raus, wer diese Verantwortung trägt. Gewiss bekommen nur wenige Leser noch vor dem Ende raus, wer was eigentlich war. Ein Zitat aus dem Buch hat mir besonders gefallen: "Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war" (Francoise Sagan). Zum Schluss kann ich sagen: Cliquenwirtschaft - Sippenwirtschaft - ein gut durchdachtes Konzept - ein perfekte Geschichte - ein überraschendes Ende und ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Konnte es immer kaum erwarten, das Buch weiter zu verschlingen und nun muss ich mir unbedingt auch von Eric Berg: "Das Nebelhaus" zu Gemüte führen. Ich kann euch das Buch ans Herz legen.

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Ich habe noch nie etwas von Eric Berg gelesen, aber er hat mir mit diesem Buch Lust auf mehr gemacht. Ich wurde von diesem Krimi sofort gefesselt, was vielleicht auch daran lag, dass es nicht einfach nur ein Krimi ist, sondern ein Krimi mit Geschichte. Hauptsächlich mit Geschichte aus den Tagen rund um den Mauerfall. Der Leser ist Lea immer ein Stück voraus, da parallel zum gegenwärtigen Geschehen, auch die Ereignisse des ersten Urlaubs auf Poel erzählt werden. Den ersten Urlaub verbrachte sie mit ihrer Schwester Sabina auf der Insel. 23 Jahre lang hatten sie sich nicht mehr gesehen. In der gegenwärtigen Erzählung liest man von Leas Bestreben Licht ins Dunkel zu bringen und am liebsten würde man ihr helfen...aber sie kann sich nur auf ihre alten Freunde verlassen und hoffen das diese die Wahrheit erzählen. Lea hat ihre Schwester verloren und auch ein wenig sich selbst. Sie ist nicht mehr wie früher. Anscheinend war sie etwas abgehoben, wurde mehr von ihren Eltern gemocht als ihre Schwester, könnte man meinen, und genau das hat sie anscheinend auch immer gegenüber Sabina ausgespielt. Ihre Schwester Sabina hatte leider gar keinen direkt im Dorf, der irgendwie auch nur annähern in ihrem Alter war. Sie war immer allein und konnte nur von weitem Lea und ihrer Clique zusehen bzw. ihr Lachen hören. Sabina ist so ziemlich das Gegenteil von ihrer Schwester. Robust und gerade aus...sie wirkt etwas verbittert, aber kann vielleicht auch einfach nicht anders... Im Laufe des Buches merkt man wie verschiedenen die Clique eigentlich war bzw. in den letzten Jahren geworden ist.

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