Rezensionen zu
Sprechen wir über Eulen - und Diabetes

David Sedaris

(3)
(4)
(4)
(0)
(1)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

mal etwas anderes

Von: Franziska Mayer

08.04.2015

ich kannte diesen Autoren vor diesem Buch noch nicht. Kurzgeschichten sind normal nicht so meins, lese lieber lange Geschichten und doch konnte mich dieses Buch überzeugen. Es bestand aus 25 Kurzgeschichten und einem Gedicht, wobei man alle voneinander unabhängig lesen kann. Die einen Geschichten sind besser, die anderen schlechter. Ich werde auf jeden Fall wieder ein Buch dieses Autoren lesen, da er wie ich glaube die Geschehnisse bisschen übertrieben darstellt. Denn die Kurzgeschichten erzählen aus seinem Leben, was ab und zu echt interessant sein kann. Bei diesem Buch fand ich auch das Cover sehr originell.

Lesen Sie weiter

Ich hatte noch nie von David Sedaris gehört, der schon einige Bücher geschrieben hat und davon werde ich auch das ein oder andere noch lesen. Das Buch besteht aus 25 kurzen Geschichten und einem Gedicht. Die Geschichten kann man alle unabhängig von einander lesen, finde ich. Die meisten davon sind aus seinem Leben wobei sie ganz bestimmt überspitzt dargestellt sind. Und ein paar andere sind zwar auch aus der Ich-Perspektive geschrieben aber nicht aus seiner Sicht. Es dauerte dann immer einen Moment bei mir bis ich wusste ob er es aus seiner Sicht oder aus der Sicht von jemand anderem geschrieben hat. Da es 25 Geschichten sind, gibt es immer welche, die einem besser gefallen als andere. Vom Schreibstil sind sie an sich alle gut, allerdings manchmal auch etwas holprig wobei das teilweise auch gut zu den Geschichten passt! Es sind eben autobiographische Geschichten und da muss nicht immer alles Perfekt sein. Die Geschichten beschreiben oft Situationen, die man selbst so oder so ähnlich kennt und genau das macht es auch sympathisch. Ich bin zwar manchmal der Meinung gewesen, dass Sedaris es zu weit getrieben hat, es einfach zu sehr überspitzt dargestellt hat, aber das ist absolut Geschmackssache. Am besten haben mir die Geschichten: 'Nur eine kurze E-Mail', 'Obama!!!!', 'Schlange stehen', 'Guter Junge', 'Eulen verstehen verstehen', 'Nein zur Gesundheitsreform, und warum ich mein Land zurückhaben will' und 'Müll' gefallen. Bei den genannten Gesichten musste ich oft auch laut lachen, weil er die Geschichten einfach unglaublich gut geschrieben hat. Nur eine kurze E-Mail und Nein zur Gesundheitsreform (...) sind zwei Geschichten, die aus der Sicht von Frauen geschrieben wurden. In Guter Junge geht es um einen Jungen, der einen Briefkasten beschmiert hat und dann von einem Mann Zivil festgenommen wird und die Reaktion der Eltern des Jungen. David Sedaris beschreibt dann wie seine Eltern mit der Situation umgegangen wären. Eine Geschichte hat mir persönlich gar nicht zugesagt und das war 'Meeresschildkröten' in der Geschichte hat Sedaris aus seiner Kindheit erzählt. Er schreibt wie er als Kind mit einem Freund Meeresschildkröten mit nach Hause nimmt und sie in ein Aquarium steckt und noch mehr drum herum. Mit der Geschichte konnte ich nichts anfangen und den Gedanken an die armen Tiere fand ich grausam. Im Großen und Ganzen aber eine sehr unterhaltsame Lektüre

Lesen Sie weiter

Interessante Einblicke

Von: CogitoLeider

20.03.2015

Zugegeben, ich habe es nicht so mit Essays. Auch nicht mit Kurzgeschichten. Ich mag lange Geschichten. Aber mal so zwischendurch, warum nicht? Und obwohl ich anfangs irritiert war, fand ich diese Sammlung kleiner Geschichtchen - die sowohl autobiographisch wie auch fiktiv sind, doch sehr unterhaltsam, wenn auch nicht gerade amüsant. Ist wahrscheinlich einfach nicht mein Humor, muss er aber auch nicht. Denn auch ohne Lachen habe ich einige Dinge aus dem Buch für mich herausgezogen. Sollte auch nur noch ein winziger Teil von mir der Ansicht gewesen sein, China wäre ein Land, das eine Reise lohnen würde, ist es damit nun endgültig vorbei. Und eine Darmspiegelung, nun, könnte ich ja mal probieren. Sehr schön fand ich den Blickwinkel eines weitgereisten Anerikaners, der mal nicht so richtig in eine Schublade passen will, andere aber gerne in solchen verstaut. David Sedaris versteht es sehr gut, sich selbst und auch seine Mitmenschen gekonnt und bildlich darzustellen, mit wenigen Sätzen, die noch nicht einmal sehr kunstvoll sind, Szene zu skizzieren, die man sofort vor Augen hat. Schon deshalb, weil sie wunderbar alltäglich und menschlich sind. Fazit? So ganz überzeugt hat mich das Buch zwar nicht, auch, wem es einfach nicht mein Genre ist, aber dennoch war es keine Zeitverschwendung, sondern durchaus eine gute Gelegenheit, den Horizont zu erweitern.

Lesen Sie weiter

In seinem neuesten Band mit 26 zum Teil absurden Alltagsgeschichten entführt Sedaris die Leser unter anderem in den australischen Busch, wo allerlei Getier verborgene Ängste und längst verdrängte Erfahrungen in ihm aufleben lässt; er erzählt von einer durchzechten Nacht mit wildfremden Alkoholikern im Zug von Chicago nach New York, weiht ein in die Geheimnisse der französischen Kieferchirurgie und in die Abgründe des britischen Handwerkertums, verrät seinem präpotenten Patenkind, wie Tagebuchschreiben funktioniert und wozu es gut ist. Sedaris' Stil ist tagebuchähnlich, und tatsächlich ist er auch ein passionierter Tagebuchschreiber, der seine und die Erlebnisse seiner Umwelt akribisch festhält, gleichsam seziert. Ich mag seine Schreibe, die sich selbst wichtig nimmt und gleichzeitig auch wieder nicht. Sedaris hat selten Scham, sich und seine Umwelt in Geschichten der Lächerlichkeit preiszugeben. Gleichzeitig ist ihm bewusst, welchen Stellenwert seine Geschichten (und seine Tagebücher) für die Nachwelt haben: Sie sind belangloses Zeug. Das ist etwas, das wohl jeder Tagebuchschreiber, jede Tagebuchschreiberin nachvollziehen kann. Wie in den Büchern zuvor, schildert Sedaris in kurzen Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven seine Beobachtungen des amerikanischen oder europäischen Alltags und Erlebnisse seiner zahlreichen Reisen. Ob er seine Kindheit aufarbeitet – die Hölle eines amerikanischen Vorortes –, seiner Jugend nachspürt – der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen – oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris’ Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, gelegentlich überraschend und komisch. Oft bleibt mensch aber auch das Lachen im Halse stecken, nimmt eine Geschichte eine tragikomische Wendung. Teilweise gehen die Geschichten abrupt zuende, so, als wenn der Autor nun auch nicht mehr weiß, was er eigentlich sagen möchte, oder die erforderliche Wortzahl erreicht hat und einfach aufhört zu schreiben. Das finde ich verstörend. Und als Dichter ("Sprechen wir über Eulen und Diabetes" endet mit einem Gedicht) gefällt Sedaris mir auch nicht, aber ich denke, damit können wir beide leben. Fazit: Auch wer bislang Sedaris' Kosmos noch nicht kennt, findet in "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" schnell einen Zugang zu seiner Welt, selbst in der deutschen Übersetzung von Georg Deggerich (wenngleich ich die Übersetzungen von Harry Rowohlt noch immer am Liebsten habe).

Lesen Sie weiter