Rezensionen zu
Sprechen wir über Eulen - und Diabetes

David Sedaris

(3)
(4)
(4)
(0)
(1)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Wer behaupten wollte, David Sedaris schreibe und veröffentliche Tagebücher, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, müsste Michelangelo einen Anstreicher nennen. Niemand versteht es besser als Sedaris, Erlebtes in Lesbares zu verwandeln – seit seinem Debüt mit »Nackt« lässt er seine weltumspannende Fangemeinde daran teilhaben, wie er die schmerzlichste Erinnerung in subtile Komik und die banalste Begebenheit in zeitlose Weisheit kleidet. Er ist sein eigener Inquisitor und Hofnarr zugleich – „der herausragende Vertreter des Mein-Leben-als-David-Sedaris-Genres“ (BRIGITTE). In seinem neuesten Band mit absurden Alltagsgeschichten entführt uns Sedaris unter anderem in den australischen Busch, wo allerlei Getier verborgene Ängste und längst verdrängte Erfahrungen in ihm aufleben lässt; er erzählt von einer durchzechten Nacht mit wildfremden Alkoholikern im Zug von Chicago nach New York, weiht uns ein in die Geheimnisse der französischen Kieferchirurgie und in die Abgründe des britischen Handwerkertums, verrät uns und seinem präpotenten Patenkind, wie Tagebuchschreiben funktioniert und wozu es gut ist, und lehrt uns, Eulen zu verstehen. Es gibt kaum ein besseres Mittel gegen schlechte Laune als die Komik von David Sedaris – in 26 Geschichten und einem Gedicht macht er voller Scharfsinn aus den kleinen und großen Dramen des Lebens einen guten Witz. (Amazon) Man kann einfach keine kurze Zusammenfassung über die Bücher von David Sedaris schreiben, darum habe ich mir die Zusammenfassung von Amazon geliehen. Mittlerweile habe ich alle Bücher des Autors gelesen, außer "Das Leben ist kein Streichelzoo" und das wird sicherlich auch noch hier einziehen. Wie auch in fast allen seiner anderen Bücher, plaudert Sedaris wieder aus dem Nähkästchen. Über seinen Freund Hugh, seine Familie, seine Kindheit, seine Reisen, seine Schwächen und Peinlichkeiten und lässt wirklich nichts aus. Ich habe mich wieder köstlich amüsiert, wenn David in seiner gewohnt schnoddrigen Art von seiner Darmspieglung erzählt. Dass man über ein ernstes Thema so lachen kann, schaffen nicht viele und Sedaris ist der Meister. Es fällt ihm auch nicht schwer, seine Liebe zu einem eben erst kennengelernten Libanesen mit einem Instand-Haferbrei zu vergleichen. "Binnen Minuten fertig aber genauso nahrhaft wie das Original." (Seite 143) Außerdem gibt es in diesem Buch auch noch 6 Kurzgeschichten und ein Gedicht, die mir auch sehr gut gefallen haben. Der Knaller war die Geschichte eines Mannes, der komplett ausrastete, weil in seinem Bundesstaat die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt wurde. Das muss man einfach gelesen haben. Ich bin wieder total begeistert und vergebe für "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" 5 von 5 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle Menschen mit schwarzem Humor. Hoffentlich lässt uns der Autor nicht so lange warten, bis er ein neues Buch veröffentlicht. © Beate Senft

Lesen Sie weiter

Ich hatte von David Sedaris bereits zwei Bücher gelesen: "Ich ein Tag sprechen hübsch" und "Besser wird's nicht". Allerdings habe ich ihn danach ein wenig aus den Augen verloren. Als mir nun dieses Buch ins Auge fiel (nicht nur wegen dem Namen des Autors, wenn ich ehrlich bin, sondern auch weil ich einen kleinen Eulen-Tick habe), war mir klar, dass ich es lesen muss! Und ich wurde nicht enttäuscht. Kaum jemand schafft es, seine Umwelt mit so offenen Augen (und auch einmal mehr als nur einem Augenzwinkern) zu beobachten und so humorvoll und klug zu beschreiben. Man bekommt keinen Roman, aber eine Sammlung von interessanten, lustigen und zum Nachdenken anregenden Geschichten. Und das sagt jemand, der ansonsten kaum Kurzgeschichten liest. Selbstverständlich wird seine Form von Humor nicht für Jedermann das Richtige sein. Versteht man seinen schwarzen Humor, geprägt von sehr viel Ironie, nicht, könnte man schnell davon ausgehen, dass dieser Mann ziemlich fremdenfeindlich und alles andere als politisch korrekt ist. Versteht man ihn jedoch, kann es passieren, dass man mehr als nur einmal laut auflacht und sich freut, dass seine eigenen Gedanken durch ihn in Form gebracht wurden. Ein für mich absolut empfehlenswertes 5-Sterne-Buch!

Lesen Sie weiter

Vorsicht, Spoiler! David Sedaris’ Buch ist mir vor einigen Monaten schon als englischsprachiges Taschenbuch in einem Buchladen aufgefallen, zum einen wegen des Designs und zum anderen wegen des zugegebenermaßen seltsamen Titels. Warum sollte man über Eulen im Zusammenhang mit Diabetes sprechen? Sobald man aber weiß, dass es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt und die ersten Episoden gelesen hat, ist eines klar: Sedaris schreibt sehr, sehr unterhaltsam! Er entführt uns Leser in verschiedene Abschnitte seines Lebens. Auf seiner Kindheit in einem amerikanischen Vorort liegt dabei ein besonderer Fokus, er erinnert sich beispielsweise leider nur an die schlechten Dinge, die sein Vater zu ihm sagte, z.B. zehntausendmal “Alles, was du anpackst, geht schief.” Und auch 2008, als Sedaris’ Buch auf Platz eins der Times-Bestsellerliste steht, hat sein Vater nur folgenden Kommentar übrig: “Nun, auf der Liste des Wall Street Journal ist es nicht die Nummer eins.” Er beschreibt Geschichten aus seiner Jugend, mit den ersten Jobs als Modell für Kunststudenten und in einem Naturkost-Restaurant und ohne eine Ahnung, was er eigentlich mit seinem Leben anstellen will. Und auch seine zahlreichen Reisen als Autor kommen nicht zu kurz. Er berichtet, dass er im Flugzeug gerne ein paar Sätze der Landessprache des Ziellandes mit dem Programm Pimsleur einstudiert. Dabei lernt er beispielsweise “Wir sind nicht von hier. Wir wollen Mineralwasser” auf Deutsch. Wie hilfreich, oder? Er beobachtet auch gern seine Mitreisenden und deren Kleidungsstil und Verhalten. Natürlich sind auch Eulen und Diabetes Themen seiner Erzählungen. Alle Geschichten sind in einer Art Tagebuchform verfasst und sind selten länger als 15 Seiten. Glücklicherweise nimmt sich Sedaris dabei nicht allzu ernst und weiß, dass seine Leser wohl keine Lust auf einen langen Roman, sondern auf Unterhaltung in Kurzform haben.

Lesen Sie weiter