Leserstimmen zu
Der Pinienhain

María Dueñas

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Drei Leben zwischen Spanien und Kalifornien

Von: dubh aus Hamburg

08.01.2015

Literaturdozentin Blanca Perea ist Mitte 40 und lebt in Madrid, als ihr Mann sie verlässt, um eine neue Familie zu gründen. Mit ihrem gebrochenen Herzen geht Blanca an eine kleine Universität in Kalifornien, wo sie mit einem Stipendium den Nachlass des ebenfalls spanischen Professors Andrés Fontana sichten und ordnen soll. Was anfangs sicherlich auch als Flucht von Blanca gesehen wurde, entwickelt sich in als spannendes Projekt und sie lernt nicht nur neue Menschen kennen, sondern auch einiges über die transatlantischen Beziehungen. Dabei taucht sie in bis in die 50er Jahre in Spanien ein... Die spanische Philologin und Professorin der Universität Murcia, Maria Dueñas, die bereits mit "Das Echo der Träume" - ihrem Debütroman - einen großen Erfolg gelandet hat, hat schon an nordamerikanischen Universitäten unterrichtet, so dass sie bei ihrem neuen Buch vielleicht auch eigene Erfahrungen eingebracht hat. Auch in diesem Roman geht sie - ebenfalls wie in ihrem Erstling - bis in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs zurück und erzählt die Geschichte in drei Zeitebenen: so lernen wir, zusätzlich zu den Erlebnissen Blancas, den jungen Andrés Fontana kennen, der in den 20ern und 30ern in Spanien aufwächst und nach der Machtergreifung Francos nicht mehr in sein Land zurückkehrt. Gut zwanzig Jahre später kommt der junge Student Daniel Carter, der spätere Auftraggeber Blancas und ehemaliger guter Freund Andrés', ins franquistische Spanien. Die Autorin verknüpft diese Zeitebenen geschickt, auch wenn ich anfangs wirklich aufpassen musste, zu begreifen, wann die Perspektive gewechselt hat. Mit der Zeit gibt sich das aber und ich habe die schöne, ruhige Erzählweise Dueñas' wirklich genossen. Auch wenn man sicherlich am Ende nicht völlig überrascht wird, so fand ich den Ausgang dennoch spannend und habe mich auf knapp 600 Seiten wirklich sehr gut unterhalten gefühlt. Besonders die Figuren - und damit meine ich nicht nur Blanca als Hauptfigur - habe ich als sehr interessant und durchaus liebevoll gezeichnet gefunden. Fazit: Kein Liebesschmöker, sondern ein ruhig erzählter Roman um eine sympathische Hauptfigur und das spannende Leben zweier Männer.

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