Rezensionen zu
Das Haus der verschwundenen Kinder

Claire Legrand

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Mit “Das Haus der verschwundenen Kinder” ist der Debütroman von Claire Legrand, der bereits als bestes Jugendbuch 2012 ausgezeichnet wurde, nun auch auf deutsch beim Heyne Verlag erschienen. Die zwölfjährige Victoria ist gern in allen Lebenslage die Beste, die Erste, und liebt Ordentlichkeit sowie Vorhersehbarkeit. Wie gut, dass die Kleinstadt, in der sie mit ihren Eltern und der Haushälterin lebt, und deren Einwohner genauso aufgeräumt ist. Victoria hat nur einen einzigen “Freund”, den Außenseiter Lawrence, den Victoria aber stets nur als ihr Projekt betrachtet. Bis Lawrence schließlich eines Tages spurlos verschwindet und die Erwachsenen anfangen, sich merkwürdig zu benehmen… Claire Legrands Kinder-/Jugendroman ist bereits optisch ein wahrer Hingucker – nicht nur das Cover selbst ist geheimnisvoll, ansprechend und macht neugierig, sondern auch die innere Gestaltung hat mich begeistert. Zehn schwarz-weiße, ganzseitige Illustrationen von Sarah Watts bebildern nämlich die Handlung und tragen so ein wenig zum Gefühl bei, in einem Märchenbuch zu lesen. Was mir desweiteren unheimlich gut gefallen hat: es gibt bei dieser Hardcover-Ausgabe keinen Schutzumschlag, stattdessen ist das Buch also direkt bedruckt – eine schöne Abwechslung ohne lästige Schutzumschläge. Die Handlung selbst besitzt alles, was man sich für ein Kinder- & Jugendbuch nur wünschen kann – eine phantasievolle und fesselnde Geschichte mit etwas Gruselfaktor. Während des Lesens entstehen fantastische Bilder im Kopf, weil die Autorin es mit ihren Worten sofort schafft, die Vorstellungskraft zu aktivieren. Die Geschichte um das Waisenhaus von Mrs. Cavendish gleicht manchmal einer Märchengeschichte, besitzt aber stellenweise auch durchaus einen lehrreicheren Charakter. Victoria ist als Protagonistin dem Leser nicht unbedingt von Anfang an sympathisch, denn welches zwölfjähriges Mädchen ist schon so streng mit sich selbst und perfektionistisch? Aber Victorias Wandlung von diesem verschlossenen, ambitionierten Mädchen zu einer mutigen Freundin ist dafür umso ansprechender. Mrs. Cavendish dafür ist die typische böse Führerin eines Waisenhauses und erinnerte mich stets ein wenig an die böse Hexe aus Hänsel und Gretel. Überhaupt findet man hin und wieder kleinere Parallelen zu verschiedenen Märchengeschichte, was den Charakter solch einer nur verstärkt. “Das Haus der verschwundenen Kinder” ist ein unheimlich spannender und phantasievoller Kinder- & Jugendroman, der einer leicht grusligen Märchengeschichte gleichkommt und beste Unterhaltung bietet.

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Die Aufmachung des Buches ist wirklich gelungen. Das Cover stellt Victoria und Lawrence da, wie sie auf dem Weg zum Cavendish Haus sind. Im Innenteil gibt es tolle Bilder und immer wieder gezeichnete Käfer, die durchs Bild krabbeln. Die silbernden Buchstaben des Titels heben sich leicht vom Buchdeckel ab, so dass man es einfach gerne in die Hand nimmt. Der Schreibstil erinnert an einen Tim-Burton-Film. Die Stimmung ist düster, die Personen skurril. Es ist speziell und lässt zwei Möglichkeiten zu: Man wird das Buch lieben oder hassen. Ich empfehle daher jedem erstmal eine Leseprobe und wem diese nicht zusagt, der sollte von dem Buch lieber die Finger lassen. Ich hatte mit dem Stil meine Schwierigkeiten und konnte mich nur schwer in die Geschichte hineinfinden. Das liegt aber wirklich an mir und nicht an der Geschichte. Ich mag lieber geradlinige echte Personen und konnte mit den surrealen Protagonisten in diesem Buch wenig anfangen. Die ersten 130 Seiten ziehen sich etwas in die Länge, auch wenn der Aufbau der Geschichte nicht langweilig ist. Durch die Befragung der Nachbarn über Lawrence's Verschwinden, lernen wir Victoria und die Einwohner des Ortes kennen. Mich nervte, dass das Mädchen in keinem Gespräch eine Antwort bekam. Immer wurde das Gespräch unterbrochen oder es kamen nur kryptische Anspielungen. Das hat mich eher gelangweilt als Spannung aufgebaut. Victoria wirkt am Anfang mit ihren Ansichten ziemlich snobistisch und nicht sehr sympathisch. Als sie dem Verschwinden ihres Freundes Lawrence dann auf den Grund geht, wird sie mit jeder Zeile menschlicher. Wer viele Gruselbücher - und Filme gesehen hat, der merkt schnell, dass es in diesem Buch keine großen Überraschungen gibt. Alles war schon mal so oder so ähnlich vorhanden. (Witzigerweise musste ich auch immer an Räuber Hotzenplotz denken, da konnten die Kinder doch auch nicht aus dem Haus des böses Zauberers fliehen). Im zweiten Drittel entwickelt die Geschichte Tempo, aber es steigt auch der Grusel- und Ekelfaktor. Kinder, die nicht der guten Moral von Belleville folgen, werden in der Besserungsanstalt von Ms Cavendish "in Ordnung" gebracht. Die Eltern stehen ebenfalls im Bann der Leiterin des Erziehungsheims. Weshalb es ansonsten auch niemand merkt, dass die Kinder verschwinden. Durch Victorias Nachfragen gerät sie selbst in das Visier der Heimleiterin und nimmt den Kampf auf. Durch die Altersempfehlung ab 12 hätte ich niemals mit dieser Brutalilät gerechnet (wenn man das so sagen kann). Ich habe mir etwas ganz anderes unter diesem Buch vorgestellt und war dadurch entsetzt. Vielleicht sind die Kids von heute härter, als ich damals, aber ich würde es trotzdem nicht an diese Zielgruppe weiterempfehlen. Das Ende lässt Spielraum für weitere Bücher. Leider bleiben für mich auch viele Fragen ungeklärt (oder ich hatte den roten Faden verloren?!). Fazit: Ich bin unter den falschen Voraussetzungen an dieses Buch herangegangen und konnte mit den surrealen Personen und der düsteren Stimmung nicht viel anfangen. Wer Tim-Burton-Filme mag und leichte Horror Schockmomente liebt, dem könnte dieses Buch gefallen. Ich denke es ist wirklich Geschmackssache. Wegen der Längen und offenen Fragen vergebe ich drei Sterne.

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Unterhaltsames Jugendbuch nicht nur für junge Leser

Von: Alexander aus Borgholzhausen

26.11.2014

Belleville ist scheinbar ganz normaler Ort, doch in Wirklichkeit ist er alles andere. Denn die Leute an dem Ort scheinen in einem seltsamen Konkurrenzkampf sich zu befinden. Victoria ist einer der Bewohnerin der Nachbarschaft. Auf den ersten Blick ist sie "nur" ehrgeizig, in ihrer Art zu leben, auf den zweiten, ist es ganz sicher nicht bloß Ehrgeiz. Aber nicht nur sie ist eine interessante Protagonistin, die die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zieht. An diesem Ort gibt es noch ein Kinderheim, das erschauern lässt. Denn da verschwinden Kinder, alle die unangenehm auffallen. Manche kehren später, in einer "verbesserten Version" wieder zurück, manche bleiben verschwunden. Als der Freund von Victoria verschwinden, begibt sich das Mädchen auf die Suche nach den Antworten. Der Roman ist flüssig geschrieben und angenehm zu lesen. Spannend und interessant erzählt, mit einem Hang zum Geheimnisvollen, Mystischen. Es hat mir sehr gut gefallen.

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Claire Legrands Buch „Das Haus der verschwundenen Kinder“ ist ihr Debütroman und wurde von der New York Public Libary als bestes Jugendbuch 2012 ausgezeichnet. Es geht um: Victoria, die ihren durchgeplanten Alltag im ordentlichen und beschaulichen Belleville lebt – bis ihr Freund Lawrence im düsteren Kinderheim von Mrs. Cavendish verschwindet, aus dem alle Kinde völlig verändert zurückkehren..wenn sie denn zurückkehren. Die Idee der Autorin gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Eine scheinbar ganz normale Kleinstadt in der plötzlich viele unheimliche und seltsame Dinge geschehen, die alle im Zusammenhang mit dem gruseligen Kinderheim stehen: Das gibt es viele Möglichkeiten. Mich hat die Art und Weise wie Claire Legrand das Thema umgesetzt hat nicht recht überzeugt. Die Hauptfigur Victoria war mir von Anfang an eher unsympathisch, wirkt sie doch viel zu kontrolliert und zudem ziemlich arrogant. Toll dagegen fand ich den schludrigen Lawrence, Victorias „Projekt“, der so gar nicht den Ansprüchen und Erwartungen entspricht. Die Darstellung von Mrs. Cavendish und dem Kinderheim hat mir auch sehr gefallen, hier wurden immer wieder ein paar spannende Details eingestreut. Schön fand ich definitiv auch Victorias Entwicklung und ihre Erkenntnis Freunde gewonnen zu haben, da haben sich einige ihrer negativen Charakterzüge doch noch verflüchtet, trotzdem bin ich nie richtig warm geworden mit ihr. Abschließend wäre noch zu sagen, dass ich das Ende nicht mochte, da ich ein großer Fan von Happy Ends bin und es deshalb ermüdend fand, dass sich die ganze Geschichte wohl bald wiederholden würde.

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Bewertung

Von: a2b aus Leipzig

02.11.2014

Das Buch "Die verschwundenen Kinder" von Claire Legrand ist 315 Seiten stark und in einen farbig, illustrierten Hardcover eingefasst. Das Papier ist aus recyclingfähigen Papier und damit umweltfreundlich aufgelegt. Im Buch sind einzelne, kindgerechte Zeichnungen in schwarz-weiß gehalten. Das Layout ist so gestaltet das Schriftgröße und Zeilenabstand für jüngere Leser geeignet ist. Auch der Fremdwortanteil ist sehr gering. Ein geübter Leser könne das Buch in ca. 5 Std. durchlesen. (Vorsicht Spoiler) Victoria aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist eine mustergültige Schülerin die auf Ordnung und Fleiß sowie Gehorsam einen hohen Wert legt. Freunde dagegen hat sie nur einen, Lawrence, aber nur um aus ihn einen anständigen Jungen zu machen. Als dieser jedoch verschwinden wirft sie ihre Grundsätze über den Haufen und zeigt, wie wichtig eine tiefere Freundschaft ist. Schade ist das der Roman in eine surreale Story verfällt, um wohl die Fantasie der jugendlichen Leser anzuregen. Das Ende ist nicht wirklich überrachend, aber der Epilog lässt Freiräume für eine Fortsetzung. Insgesamt ist das Buch eine sichere Empfehlung für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Für Ältere (ab 16 Jahren) ist das Buch nicht zu empfehlen und mit einem Preis von UVP 14,99 € auch recht teuer.

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Meine Meinung zu diesem Buch

Von: Amelie P. aus Bremen

27.10.2014

Was würdest Du tun, wenn auf einmal Dein einziger Freund verschwindet und sich alle um Dich herum seltsam benehmen? Die 12-jährige Victoria ist eigentlich ein sehr höfliches Mädchen, das das tut, was man ihr sagt. Doch als ihr einziger Freund Lawrence verschwindet und seine Eltern behaupten, er wäre bei seiner Großmutter, wird sie misstrauisch und fängt an nachzuforschen. Jetzt kommt ihr auch das Kinderheim von Mrs. Cavendish komisch vor, denn noch nie hat jemand in dem Haus ein Kind gesehen. Mrs. Cavendish sieht auf den ersten Blick hübsch, nett und vertrauensselig aus. Sie kann auf gar keinen Fall etwas mit den verschwundenen Kindern zu tun haben, denkt Victoria. Doch dann kriegt sie Zweifel. Was hat der Papierflieger mit der Aufschrift "Hilf mir" damit zu tun, der ihr bei einem Besuch in der Küche von Mrs. Cavendish vor die Füße geflogen ist? Die Autorin Claire Legrand hat ihre Idee gut umgesetzt. Das Buch liest sich sehr gut; ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil man einfach nie weiß, was als nächstes passiert. Realistische und fantastische Gegebenheiten vermischen sich in dieser Geschichte. Ich empfehle dieses Buch für alle, die gerne spannende und auch leicht gruselige Geschichten lesen, wo man auch selbst miträtseln kann.

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Meine Bewertung Ich nahm dieses Buch an einem verregneten Tag in die Hand und war sofort in Belleville und an der Seite von Viktoria. Besonders toll und das hatte ich auch noch nie, war, dass die Story des Buches am gleichen Datum begann, wie ich zu lesen begann, am 10. Oktober. Als ich Viktoria kennen lernte, war sie mir von Anfang an zu perfekt. Ein Mädchen, welches gegen keine Regeln verstößt und immer das tut, was man ihr sagt. So ein Mädchen hat nie viele Freunde und so war es auch, außer Lawrence, der ganz anders war, als sie, über den ich leider nicht ganz so viel erfahren habe, denn die Geschichte dreht sich eindeutig um Viktoria. Weiterhin spannend ging es weiter, dass in der Geschichte plötzlich sämtliche Kinder verschwanden, darunter auch Lawrence und niemandem, außer Viktoria fiel das auf. Also machte sie sich auf die Suche und ihre Suche trieb sie immer mehr zu dem Heim von Mrs. Cavendish… Eine Frau, die nach außen sehr nett erscheint, dies jedoch eine Maske ist. Was sie vor hat, beschreibt folgende Textstelle sehr gut: „Sie will sie zurechtbiegen. Eine Stadt wie Belleville hält nicht viel von eigenartigen Kindern oder hässlichen Kindern, oder Kindern, die nicht immer tun, was normal ist. Und da kommt sie ins Spiel.“ (S.129) Als Viktoria sich dann in das Haus von Mrs. Cavendish aufmachte, um Lawrence zu suchen, war ich zunächst sehr gespannt, was mich in dem Haus alles erwartet. Nach und nach wurde mir jedoch klar, dass die Geschichte abschweift. Es ging plötzlich weniger um Lawrence und die anderen Kinder, sondern die Seltsamkeiten des Hauses wurden besprochen. Schade, wirklich schade. Es ist ein Jugendbuch, aber ich bin mir auch in Hinsicht auf das Ende nicht sicher, ob es ein Ende für ein Jugendbuch ist. Mir als Erwachsene hat es leider nicht gefallen. Es war alles zu weit hergeholt und nicht ganz logisch. Ein Haus der ganz besonderen Art. Nun aber das RIESEN Lob! Die Gestaltung des Buches hat mich wahnsinnig fasziniert. Da wurde in Hinsicht auf die Umschlaggestaltung und die Innenillustration sehr gute Arbeit geleistet. Und weil ich euch diesen Anblick nicht vorenthalten möchte, könnt ihr auf meinem Blog einen kleinen Einblick bekommen… Fazit Ein schönes Jugendbuch, welches eine ganz besondere Geschichte um ein allzu perfektes Mädchen in einer zu perfekten Stadt erzählt. Der Aufbau der Geschichte war gut, leider nahm das mysteriöse Haus nachher zu viel Platz in der Geschichte ein. Ich hätte mir weiterhin die Geschichte der Kinder gewünscht. Trotzdem ein tolles Buch für zwischendurch.

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Von: Clara aus Gap

22.10.2014

Ich habe dieses Buch zu meinem 14 Geburtstag gekriegt und sofort angefangen zu lesen weil allein der Einband etwas Magisches hat. Dieses Buch ist gefühlvoll, auch wenn man das nur zwischen den Zeilen lesen kann, weil so etwas in Belleville ja nicht gesagt werden darf. Es ist mitreisend und man will gar nicht mehr zum Lesen aufhören und zum Schluss wird es richtig gruselig. Durch den Epilog gibt es eigentlich kein Ende, weil man sich sehr gut vorstellen kann, wie es weitergeht. Ich hätte das Buch erst ab 13 Jahren freigegeben, weil es sonst passieren kann das man sich zu sehr in die Sache reinsteigert, weil Victoria ja auch mit zwölf geholt worden ist... Super Buch umbedingt weiterempfehlen!!!! :)

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