Leserstimmen zu
Das Haus der verschwundenen Kinder

Claire Legrand

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Von: mir aus Hier

16.04.2018

In dem 2012 erschienenen Fantasythriller von Claire Legrand geht es um die 12-jährige Victoria, die in einer nahezu perfekten Kleinstadt, Belleville, lebt. Als Victoria bemerkt, dass einige Kinder aus Belleville, unter anderem ihr bester Freund Lawrence, spurlos verschwinden und es niemanden zu interessieren scheint, beginnt sie nachzuforschen und stößt dabei auf Bellevilles dunkle Geheimnisse... Der Schreibstil der Autorin ist, meiner Meinung nach, eher ungewöhnlich. Sie beschreibt oft sehr bildlich, was mir persönlich gut gefällt. Thematisiert wird, abgesehen von Freundschaft auch Perfektion, beziehungsweise, dass man nicht perfekt sein muss. Die Grausamkeit und Kälte dieser erzwungenen Perfektion wird von der Autorin sehr anschaulich dargestellt. Ein deutlicher Nachteil ist, dass die Storyline ab einem bestimmten Punkt im ungefähr zweiten Drittel leicht zu erahnen ist. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gefallen, aber ich kann mir anhand der skurrilen Geschichte vorstellen, dass die Meinungen sich da sehr spalten. Man muss sehen, ob das Buch etwas für einen ist, wobei man kein Problem mit Insekten haben sollte. Auch das vorgegebene Alter von circa 12 Jahren sollte wohl eher individuell als passend beziehungsweise unpassend angesehen werden.

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Rezension

Von: Maryna

16.04.2018

(Der Text kann Spoiler enthalten) "Das Haus der verschwundenen Kinder" ist ein Fantasie-Roman von Claire Legrand aus dem Jahr 2012. In dem Roman geht es um ein Mädchen namens Victorin, die nach Perfektion strebt. Als sie bemerkt das ihr bester und einziger Freund Lawrence, den sie anfangs nur als Projekt bezeichnet, verwindet, merkt sie wie wichtig er ihr ist. Auf der Suche nach ihm landet sie im Cavendish-Heim... Ich finde das Buch sehr interessant, weil es geheimnisvoll und spanennd ist. Es enthält viele Leitmotive, das wichtigste sind die schwarzen Käfer, die in bestimmten Situationen im Buch auftauchen. Ich finde die Illustrationen sehr gelungen, allerdings enthält das Cover des Buches Fehler, denn im Buch hat die Hauptfigur Victorin blonde Haare ,auf dem Cover aber braune. Außerdem zeigt das Cover eine Situation , die im Buch nicht vorkommt. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Es wurden viele ausdrucksstarke Adjektive benutzt . Am Buch hätte ich auszusetzen, dass es an manchen Stellen sehr vorausschauend ist. Der Jugendroman ist für Leser die zu Fantanasyromanen und Abenteuern neigen, super geeignet.

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Rezension über das Buch (Vorsicht Spoiler!)

Von: Schüler aus Berlin

16.04.2018

Im Jugendroman "Das Haus der verschwunden Kinder" geschrieben im Jahr 2012 von Claire Legrand, geht es um eine Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen, die nach einem Ereigniss noch mehr verstärkt wird... Ich finde das Buch sehr spannend. Die Autorin hat es sehr gut sprachlich gestaltet. Das einzige was mich am Buch stört, sind die Bilder. Erstens sind sie nicht realistisch, zweitens tauchen sie nur weit nach dem Ereigniss auf und drittens es gibt viel zu wenig Bilder im Buch. Der Stil der Autorin ist sehr gut, weil sie viele verschiedene Wörter verwendet. Ausserdem beschreibt sie die Ereignisse sehr ausführlich, was hilft, sich in die Situationen hineinzuversetzen. Das Thema Freundschaft ist sehr wichtig für das Buch, weil es ohne dieses Thema nicht zum Ereigniss geführt hätte, bei welchem sich die Hauptpersonen besser kennlernen. Ich würde das Buch weiterempfehlen, weil es sehr spannend geschrieben ist. Ausserdem ist das Buch einbisschen gruselig, deswegen nichts für schwache Nerven!

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Belleville - in diesem kleinen Städtchen ist der Name Programm. Die Menschen sind darauf bedacht, alles perfekt und ordentlich zu machen, alles, was außer der Norm läuft, ist verpönt. Selbst die Kinder streben dem Vorbild ihrer Eltern nach, so auch die 12jährige Victoria, für die Ehrgeiz und Ideale an erster Stelle stehen. Freunde hat sie dadurch keine - bis auf den gleichaltrigen Lawrence Prewitt, der eigentlich so gar nicht zu ihrem Weltbild passt. Er ist verträumt, schludrig und sein Herz hängt nicht an guten Noten, sondern an der Musik, in der er sich regelrecht verlieren kann. Seine Freundschaft sieht Victoria allerdings eher als Projekt, als Herausforderung, ihn auf den rechten Weg zu bringen. Doch eines Tages ist er verschwunden und an die Ausreden seiner Eltern, dass Lawrence bei seinen Großeltern ist, glaubt Victoria keine Sekunde. Keiner scheint zu wissen, wo er ist und ihr fällt auf, dass auch andere Kinder plötzlich nicht mehr da sind. Die Erwachsenen verhalten sich immer seltsamer und die Spur führt Victoria zu dem düsteren Anwesen des Kinderheims von Mrs Cavendish. Victoria muss mehr als einmal über ihren Schatten springen, um das Geheimnis aufzudecken, das ihr kleines Städtchen schon seit Generationen fest im Griff hat. Meine Meinung Das Cover hat mich hier schon irgendwie magisch angezogen, obwohl ich so überzeichnete Figruen nicht so gerne mag. Aber es passt auf jeden Fall perfekt zur Geschichte. Diese wird aus der Sicht der jungen Victoria erzählt und ist vom Stil her sehr schön zu lesen, ohne dass man merkt, dass es eher ein Kinderbuch ist. Die Autorin transportiert eine sehr dichte Atmosphäre mit einer leicht gruseligen Stimmung, die sich durch die ganze Handlung zieht. Victoria ist auf den ersten Blick ein eher unsympathisches Mädchen. Sie ist ehrzeigig, lügt nie, hat keine Geheimnisse und will immer und überall die Beste sein. Eine Note 2 wäre für sie eine Katastrophe, denn sie möchte es allen recht machen und setzt hohe Maßstäbe an sich selbst - wie auch an andere. Aber sie liebt auch die Herausforderung und setzt gerne ihren Willen durch. Ihr Freund hingegen, ihr "Projekt" Lawrence, ist das genaue Gegenteil. Ihn stört es nicht, wenn mal der Hemdzipfel aus der Hose hängt, wenn die Noten nicht ganz so erstklassig sind oder was andere über ihn denken. Als er verschwindet kreisen Victorias Gedanken nicht als erstes darum, vielleicht einen Freund zu verlieren, sondern diesen ungewohnten und ungemütlichen Zustand zu bereinigen, den sie in ihr kleines, perfektes System nicht einordnen kann. Sie macht dabei eine große Wandlung durch, wobei ihr auch gerade ihre innere Stärke hilft, die Gefühle außer Acht zu lassen und mit Mut und Verstand ihren Plan durchzusetzen - denn ein Versagen kommt für das Mädchen überhaupt nicht in Frage. Ihre Neugier treibt sie weiter und schließlich entdeckt sie, dass eine perfekte Welt ohne Makel keine "wirkliche" Welt sein kann. Ungeachtet ihres radikalen Charakters habe ich sie ins Herz geschlossen, denn trotz ihrem Perfektionismus, ihres Siegeswillen und Ordnungsticks kann sie aus ihren Eigenschaften das positive ziehen und wie alle anderen Menschen auch möchte sie im Grunde ihres Herzens auch nur gesehen, akzeptiert und angenommen werden, so, wie sie ist. Das ganze hat mich vor allem gegen Ende ein bisschen an Coraline von Neil Gaiman erinnert, denn die ganze Handlung durchzieht eine etwas skurrile, makabere Stimmung, von der ich mich leicht gefangen nehmen lassen konnte. Was mir als Thema bei Coraline oft nicht greifbar rübergebracht wurde, konnte Claire Legrand sehr zielgerichtet und ungeschminkt vor Augen führen. Die Gesellschaft in dieser Geschichte ist hier sehr ignorant, jeder ist so auf sich selbst und seinen kleinen Horizont beschränkt, dass das Schicksal Einzelner vollkommen nebensächlich und unrelevant ist. Die Botschaft, dass jeder so bleiben soll, wie er ist, mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Fehlern und seiner Individualität kommt hier sehr gut an. Gerade in der heutigen Zeit, wo es heißt, dass jeder so frei ist wie nie zuvor, wird man so vielen Dogmen ausgesetzt (gerade auch die Kinder), dass die wirklich wichtigen Werte dabei oft vergessen werden. In der Mitte des Buches wurde die Handlung kurzzeitig etwas gestreckt, was die Spannung am Ende aber wieder gut aufgefangen hat. Als richtig gruselig hab ich es jetzt nicht empfunden, aber für ein Kind könnte es schon unheimlich sein. Vor allem manch grausame Strafen und Lieblosigkeit der Eltern sind sehr prägnant und es wird zum Schluss auch ziemlich abgefahren. Im Vordergrund stehen immer wichtige Eigenschaften wie Mut, Selbstvertrauen und Freundschaft. Die Schwarzweiß Zeichnungen im Buch haben mir persönlich jetzt nicht so gut gefallen und erinnern in ihrem Stil an Kinderbücher von früher. Witzig fand ich die kleinen Käfer, die überall auf den Seiten verteilt auftauchen und eine wichtige Rolle spielen. Fazit Ein sehr skurriles, phantastisches Abenteuer mit einem leichten Gruselfaktor. Wichtige Werte werden vermittelt, in der heutigen genormten Gesellschaft nicht unterzugehen und die Individualität jedes Menschen zu akzeptieren.

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In diesem Buch geht es hauptsächlich um die zwölfjährige Victoria Wright und ihren besten Freund Lawerence. Victoria führt ein sehr spezielles Leben. Es ist alles geordnet und läuft nach festen Plänen ab. Wenn etwas abweicht ist es schlecht und für Victoria nicht akzeptabel. Sie legte eigentlich keinen großen Wert auf Freundschaften, aber sie hat irgendwann entschieden sich mit Lawrence anzufreunden und vor allem aus ihm einen neuen einen besseren Lawrence zu machen. So würde sie von allen Lob und Anerkennung erhalten. Nach und nach wurde Lawrence für sie aber zu einem echten Freund und für sie zu einem sehr wichtigen Mensch. Als er plötzlich verschwindet kann Victoria das nicht einfach so akzeptieren. Seltsame Dinge geschehen plötzlich in ihrem Heimatstädtchen Bellville und Victoria möchte diesen Dingen auf den Grund gehen. Es hat augenscheinlich etwas mit den merkwürdigen schwarzen Käfern und dem Erziehungsheim von Mrs Cavendish zu tun. Victoria beginnt Nachforschungen anzustellen und wird mehrfach davor gewarnt man sagt ihr „sei vorsichtig“ „Du bist ein braves gehorsames Kind“ eigentlich ist sie das durch und durch, und es widerstrebt ihr sich den Regeln zu widersetzen, aber sie muss einfach raus finden was genau in Bellville vor geht. Es soll alles wieder seine Ordnung haben. Der Schreibstil ist einfach gehalten. Es wird berichtet was Victoria erlebt und was sie fühlt, aber eben durch einen Erzähler. Zu Anfang ist es von Stil her etwas langweilig und ich brauchte einen Moment um mich daran zu gewöhnen. Nicht, weil der Stil schlecht oder schwer ist, sondern, weil er speziell ist. Vor allem muss man sagen, dass Victoria ein merkwürdiges Kind ist, was mich gedanklich immer wieder hat abschweifen lassen. Somit fiel es mir nochmal schwerer in den Stil rein zu finden. Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf und beginnt nicht erst nach 200 Seiten. Sehr angenehmen, denn gerade für junge Leser ist es sinnvoll, dass es schnell spannend wird und sie Grund haben weiterzulesen. Im Buch selbst finden wir immer wieder Zeichnungen und kleine Bilder auf den Seiten. Auf vielen Seiten sind Käfer drauf. Auf den anderen Bildern sind immer mal wieder Szenen aus dem Buch zu sehen. Ich mag das sehr. Bei den Protagonisten bin ich in einem Zwiespalt irgendwie finde ich Victoria nicht wirklich freundlich und sympathisch, aber ich kann sie trotzdem verstehen und mögen. Also ganz sicher bin ich mir immer noch nicht. Lawerence erinnert mich, abgesehen von seinen Haaren, an manche Charaktere aus anderen Büchern, aber was man mitbekommt wirkt liebenswert und sympathisch. Von den Erwachsenen möchte ich gar nicht soviel verraten, weil das schon eine Menge vorweg nehmen würde. Die Geschichte hat einen überraschenden Verlauf und ich habe wirklich mit etwas völlig anderem gerechnet, aber ich werde nicht mehr verraten. Ich bin auch bei meinem Fazit in einem Zwiespalt. Eigentlich bin ich bei dem gesamten Buch in einem Zwiespalt. Ich mag es, ich mag es stellenweise nicht. Ich hatte mich sehr drauf gefreut, aber irgendwie auch was anderes erwartet. Ich finde es für junge Leser sinnvoll, aber zum Teil auch nicht sinnvoll, weil es zu gruselig ist. Mich hat immer wieder Victoria beschäftigt, weil sie so viele Eigenschaften hat, die sie nicht wirklich gesund auslebt, ob das für Jugendliche gut ist zu lesen sei mal dahin gestellt. Allerdings hat sie auch wirklich Eigenschaften, die sich jeder zum Vorbild nehmen sollte. Für mich ist es wirklich ein Buch, über das ich keine feste Meinung habe. Je nach Blickwinkel ändert sich meine Wahrnehmung und Meinung zu der Geschichte und den Protagonisten. Insgesamt mochte ich es das Buch zu lesen, aber es war keins der Bücher bei denen es richtig bamm gemacht hat. Also gebe ich dem Buch vier von fünf Eulen und wünsche Euch viel Spaß damit. Ich bin gespannt auf andere Meinungen zu dem Buch :)

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Worum geht's? Victoria, Schulbeste und Vorzeigetochter, fühlt sich in ihrer Heimatstadt Belleville pudelwohl. Dort ist alles so perfekt und geregelt, wie sie es mag. Nur ihr Freund Lawrence passt nicht in Victorias tadelloses Leben. Lawrence liebt Musik (so eine Zeitverschwendung!) und träumt gerne vor sich her (so ein Unsinn!), doch Victoria hat es sich selbst zur Aufgabe gemacht, aus ihm einen gesellschaftstauglichen jungen Mann zu machen. Als Lawrence eines Tages verschwindet und nicht einmal seine Eltern ihn zu vermissen scheinen, wird Victoria stutzig. Plötzlich wird ihr bewusst, dass alle Kinder Bellevilles, die nicht eifrig und wohlerzogen sind, in Mrs Cavendishs Heim gebracht werden. Wer von dort zurückkehrt, ist eine Verkörperung von Artigkeit. Aber die meisten Kinder kehren niemals zurück. Victoria ist sich sicher: In dem abgelegenen Haus geht es nicht mit rechten Dingen zu. Sie begibt sich auf die Suche nach Hinweisen und ist felsenfest davon überzeugt, Lawrence zurückzuholen – ohne zu ahnen, welch schauriger Wahrheit sie damit immer näher kommt... Meine Meinung: Mit ihrem Debüt „Das Haus der verschwundenen Kinder“ hat mich Claire Legrand auf den ersten Blick neugierig gemacht. Das bezaubernde Cover und der geheimnisvolle Klappentext haben mich sofort davon überzeugt, mich ohne weitere Umwege in das beschauliche Städtchen Belleville begeben zu müssen, in dem alles und jeder perfekt zu sein scheint. Denn wer nicht perfekt und regelkonform ist, so wie Lawrence, verschwindet auf seltsame Weise und niemand scheint sich darum zu sorgen. Gemeinsam mit Protagonistin Victoria, einer wissbegierigen und strebsamen Vorzeigetochter, die der Sache als einzige auf den Grund gehen will, stürzt man sich in ein schauriges Abenteuer voller düsterer Geheimnisse. Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite gepackt. Ich war sofort verliebt in den Stil, das Setting und die tollen Illustrationen, die der Handlung tatkräftig zur Seite stehen und die mysteriöse Stimmung unterstützen. Leider hielt meine anfängliche Begeisterung in ihrer Stärke nicht so lange an, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kaum ist Lawrence verschwunden und der Plot um die rätselhafte Suche nach Victorias Freund in Gang gesetzt, hält sich die Geschichte viel zu lange an Vermutungen, Theorien und geschmiedeten Plänen auf. Bis Victoria ihren Überlegungen endlich Taten folgen lässt, dauerte es für mich – angespannt und neugierig, wie ich war – viel zu lange. Doch das Durchhalten hat sich voll und ganz gelohnt: Übersteht man die langatmige Planungsphase Victorias, wird es einem mit Spannung pur gedankt! Victoria ist eine Protagonistin, die es einem zu Beginn nicht einfach macht. Denn im Grunde ist Victoria ein Charakter, der einem in jedem anderen Buch bis zur letzten Seite unsympathisch bleiben würde: Sie ist die Beste ihrer Schule und trägt diesen Fakt hochnäsig wie keine zweite durch ihr Städtchen. Sie ist penibel und kleinlich und duldet nichts, was gegen die Regeln verstößt. Und als wäre das noch nicht nervig genug, ist sie auch noch furchtbar stolz darauf, den zurückhaltenden Lawrence zu ihrem „ganz persönlichen Projekt“ gemacht zu haben, um ihn zu einem gesellschaftstauglichen jungen Mann umzuerziehen. So viel Überheblichkeit, Selbstverliebtheit und Arroganz, wie Victoria sie verströmt, ist für einen Protagonisten eigentlich ein absolutes No-Go! Trotzdem hat es Victoria nach dem unglücklichen Start in Windeseile geschafft, mich für sich zu gewinnen. Ja, Victoria ist stets sehr von sich überzeugt und bleibt bis zur letzten Seite eine Besserwisserin, aber zugleich ist sie auch eine sehr starke und mutige Persönlichkeit. Victoria lässt sich von nichts und niemandem unterkriegen, beweist jede Menge Willenskraft und Tapferkeit und zeigt im Laufe der Geschichte auch mehrmals, dass sie in Wahrheit ein großes Herz besitzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kinderbuch-Protagonisten, die erst lernen müssen, sich selbst und ihre Stärken zu schätzen, weiß Victoria von Anfang an sehr gut, wo ihre Stärken liegen. Sie dagegen lernt mit der Zeit, sich nicht nur durch ihre Leistungen zu definieren, und sich nicht nur auf ihr kluges Köpfchen, sondern auch auf ihr Herz zu besinnen. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto skurriler und schauriger werden die Geschehnisse und Wahrheiten, die Victoria aufdeckt. Dass es in Mrs Cavendishs Waisenhaus nicht mit rechten Dingen zugeht, ist einem als Leser schon bewusst, bevor man das Buch überhaupt aufschlägt! Doch selbst die ersten schaurigen Vermutungen und Eindrücke, die man während des Lesens erhält, kommen nicht an das heran, was sich im Inneren des Hauses wirklich abspielt. Claire Legrand hat sich für ihren Roman ganz bizarre und groteske Sachen und Wesen erdacht, die mir mehr als nur ein paar Male eine eiskalte Gänsehaut beschert haben. Die Autorin konnte mich mit den grausigen Ideen absolut überzeugen. Dennoch kann ich keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen: In „Das Haus der verschwundenen Kinder“ steckt jede Menge Stoff für gruselige Albträume! Zarte Gemüter sollten es sich lieber zweimal überlegen, ob sie sich dem Horror wirklich aussetzen wollen. Im kompletten Gegensatz zu den schaurigen Ereignissen steht der Schreibstil der Autorin. Claire Legrand schreibt so leicht und märchenhaft, dass sich „Das Haus der verschwundenen Kinder“ tatsächlich wie ein modernes Märchen liest. Sie zaubert Bilder in den eigenen Kopf, die einen mitten in die Geschichte zwischen den Buchdeckeln versetzen, und zieht so stark in ihren Bann, dass man gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören mag. Beinahe scheint es, als hätte Mrs Cavendish einen über die Seiten hinaus in ihre Fänge gezogen, aus denen es ohne Victorias Hilfe kein Entrinnen mehr gibt. Bis zur letzten Seite erweist sich die Geschichte als atmosphärischer Pageturner, den man nach einem gelungenen Epilog nicht ohne gruselige Hintergedanken zurück in sein Regal stellt. Fazit: „Das Haus der verschwundenen Kinder“ von Claire Legrand ist ein Debüt, das mich absolut überrascht hat – im schaurig-schönen Sinne! Die Geschichte der eifrigen Victoria, die sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Freund (oder eher „Projekt“) macht, steckt voller düsterer Geheimnisse, die mir so manchen eiskalten Schauer über den Rücken gejagt haben. Die Protagonistin macht es einem mit ihrer speziellen, arroganten Art zunächst nicht einfach und auch die Geschichte flaut nach einem aufregenden Start erst einmal wieder ab, doch das Durchhalten lohnt sich: Ab der zweiten Hälfte wird es grausig, erschütternd und spannend! Die gruseligen Elemente der Autorin haben mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich all die vorangegangenen langatmigen Kapitel beinahe völlig verdrängt hätte. Seltsam, skurril, schockierend – für mich ein genialer Lesespaß! Aber Achtung: Diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven! Für „Das Haus der verschwundenen Kinder“ vergebe ich 4 Lurche.

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Mit “Das Haus der verschwundenen Kinder” ist der Debütroman von Claire Legrand, der bereits als bestes Jugendbuch 2012 ausgezeichnet wurde, nun auch auf deutsch beim Heyne Verlag erschienen. Die zwölfjährige Victoria ist gern in allen Lebenslage die Beste, die Erste, und liebt Ordentlichkeit sowie Vorhersehbarkeit. Wie gut, dass die Kleinstadt, in der sie mit ihren Eltern und der Haushälterin lebt, und deren Einwohner genauso aufgeräumt ist. Victoria hat nur einen einzigen “Freund”, den Außenseiter Lawrence, den Victoria aber stets nur als ihr Projekt betrachtet. Bis Lawrence schließlich eines Tages spurlos verschwindet und die Erwachsenen anfangen, sich merkwürdig zu benehmen… Claire Legrands Kinder-/Jugendroman ist bereits optisch ein wahrer Hingucker – nicht nur das Cover selbst ist geheimnisvoll, ansprechend und macht neugierig, sondern auch die innere Gestaltung hat mich begeistert. Zehn schwarz-weiße, ganzseitige Illustrationen von Sarah Watts bebildern nämlich die Handlung und tragen so ein wenig zum Gefühl bei, in einem Märchenbuch zu lesen. Was mir desweiteren unheimlich gut gefallen hat: es gibt bei dieser Hardcover-Ausgabe keinen Schutzumschlag, stattdessen ist das Buch also direkt bedruckt – eine schöne Abwechslung ohne lästige Schutzumschläge. Die Handlung selbst besitzt alles, was man sich für ein Kinder- & Jugendbuch nur wünschen kann – eine phantasievolle und fesselnde Geschichte mit etwas Gruselfaktor. Während des Lesens entstehen fantastische Bilder im Kopf, weil die Autorin es mit ihren Worten sofort schafft, die Vorstellungskraft zu aktivieren. Die Geschichte um das Waisenhaus von Mrs. Cavendish gleicht manchmal einer Märchengeschichte, besitzt aber stellenweise auch durchaus einen lehrreicheren Charakter. Victoria ist als Protagonistin dem Leser nicht unbedingt von Anfang an sympathisch, denn welches zwölfjähriges Mädchen ist schon so streng mit sich selbst und perfektionistisch? Aber Victorias Wandlung von diesem verschlossenen, ambitionierten Mädchen zu einer mutigen Freundin ist dafür umso ansprechender. Mrs. Cavendish dafür ist die typische böse Führerin eines Waisenhauses und erinnerte mich stets ein wenig an die böse Hexe aus Hänsel und Gretel. Überhaupt findet man hin und wieder kleinere Parallelen zu verschiedenen Märchengeschichte, was den Charakter solch einer nur verstärkt. “Das Haus der verschwundenen Kinder” ist ein unheimlich spannender und phantasievoller Kinder- & Jugendroman, der einer leicht grusligen Märchengeschichte gleichkommt und beste Unterhaltung bietet.

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Meine Meinung zu diesem Buch

Von: Amelie P. aus Bremen

27.10.2014

Was würdest Du tun, wenn auf einmal Dein einziger Freund verschwindet und sich alle um Dich herum seltsam benehmen? Die 12-jährige Victoria ist eigentlich ein sehr höfliches Mädchen, das das tut, was man ihr sagt. Doch als ihr einziger Freund Lawrence verschwindet und seine Eltern behaupten, er wäre bei seiner Großmutter, wird sie misstrauisch und fängt an nachzuforschen. Jetzt kommt ihr auch das Kinderheim von Mrs. Cavendish komisch vor, denn noch nie hat jemand in dem Haus ein Kind gesehen. Mrs. Cavendish sieht auf den ersten Blick hübsch, nett und vertrauensselig aus. Sie kann auf gar keinen Fall etwas mit den verschwundenen Kindern zu tun haben, denkt Victoria. Doch dann kriegt sie Zweifel. Was hat der Papierflieger mit der Aufschrift "Hilf mir" damit zu tun, der ihr bei einem Besuch in der Küche von Mrs. Cavendish vor die Füße geflogen ist? Die Autorin Claire Legrand hat ihre Idee gut umgesetzt. Das Buch liest sich sehr gut; ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil man einfach nie weiß, was als nächstes passiert. Realistische und fantastische Gegebenheiten vermischen sich in dieser Geschichte. Ich empfehle dieses Buch für alle, die gerne spannende und auch leicht gruselige Geschichten lesen, wo man auch selbst miträtseln kann.

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