Rezensionen zu
Faceless

Terry Hayes

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Inhalt: In einem New Yorker Billighotel wird die verstümmelte Leiche einer Frau gefunden. Mit Säure wurde ihr Gesicht und die Finger verätzt, die Zähne wurden entfernt und so ist eine Identifizierung nahezu unmöglich. Zum Glück kennt der leitende Ermittler einen Spezialisten, der sich selbst Pilgrim nennt. Pilgrim hilft bei den Ermittlungen und stößt dabei auf einen Terroristen, der die flächendeckende Vernichtung der Vereinigten Staaten plant. Wird es Pilgrim schaffen, den Terroristen rechtzeitig zu stoppen? Leseeindruck: Terry Hayes hat mit ‘Faceless‘ einen Thriller geschrieben, dessen Geschichte sich recht langsam entwickelt und bei dem man sich beim Lesen nicht unbedingt die Fingernägel vor Spannung abkaut. Den Schreibstil des Autors fand ich sehr angenehm, allerdings springt er im ersten Drittel des Buches sehr oft hin und her, sowohl zwischen verschiedenen Personen und ihren Handlungssträngen als auch zwischen verschiedenen Zeitebenen, was es mir erst einmal etwas schwer gemacht hat, einen Lesefluss zu entwickeln. Da ich aber durch Pendeln ein regelmäßiger Leser bin, konnte ich gut an der Geschichte dran bleiben und je besser ich die Hauptfiguren kennenlernte, desto besser fand ich mich in die Handlung, die ab der Mitte des Buches auch definitiv an Geschwindigkeit und Spannung zunimmt. Über Pilgrim erfährt man einiges, aber der amerikanische Agent blieb doch irgendwie ungreifbar, was mich vielleicht bei einem anderen Buch gestört hätte. Aber hier fand ich es für diese spezielle Figur sehr passend. Von seinem Gegenspieler erfährt man ab seiner Kindheit genau, wie es zu seiner Radikalisierung kommt und wie er seinen Plan für einen Anschlag entwickelt und verwirklicht. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen, ist aber in dieser Ausführlichkeit zugegebenermaßen nicht typisch für einen Thriller und erklärt gleichzeitig wieso ‘Faceless’ fast 800 Seiten lang ist. Wem dickere Bücher keine Angst einjagen und wer nicht von der ersten Seite ab Action und Spannung braucht, um ein Buch genießen zu können, dem könnte ‘Faceless’ gefallen. Ich habe jedenfalls angeregte Lesestunden mit dem Buch verbracht und werde sicher auch die weiteren Bände rund um Pilgrim lesen, die der Autor geplant hat – es soll eine Trilogie werden.

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Ein Kampf jenseits von Gut und Böse

Von: Carmen Vicari

09.03.2015

In einem schäbigen Hotel in New York wird die entstellte Leiche einer Frau gefunden. Das Hotelzimmer ist klinisch rein, keine Spuren können gefunden werde. Auch bei der Frau ist es schwierig zu identifizieren. Zum einen lag sie in einem Säurebad, zum anderen wurden ihr die Fingerkuppen und Zähne entfernt. Pilgrim macht sich auf die Suche nach dem Mörder und entdeckt dabei eine Verschwörung, die größer ist, als er es zunächst dachte… Das Buch kommt einem zunächst sehr schwer vor. Mit rund 800 Seiten, die auch noch voll und recht klein beschrieben sind, bietet das Buch eine Menge Lesestoff. Der Mord auf den ersten Seiten wird dann zunächst erst einmal zweitrangig. So dass man sich fragt, wie passt dieser zum Rest der Geschichte. Auch bekommt man als Leser immer mehr Informationen, die man zunächst gar nicht zu sortieren kann. Kurze Kapitel, die dann auch noch mit einem Spannungsbogen oder einem Cliffhanger enden, treiben den Lesefluss immer weiter voran. Der Schreibstil ist der schön, eingängig und fesselnd. Allerdings ist der Autor in seiner Schreibe auch sehr detailverliebt. Er beschreibt z.B. ausgiebig die Orte, Landschaften, Erinnerungen. Auch verfügt er über ein großes Spezialfachwissen und beschreibt dem Leser z.B. wie man akribisch jemandem bei lebendigem Leib die Augäpfel raus operiert und welche Nerven, Bänder etc. wann wie wo durchtrennt werden müssen. Das erste führte dann doch zu einigen Längen, die es zu überwinden gilt. Denn unter den ganzen Beschreibungen von z.B. Orten leidet dann doch die Spannung. Dennoch ist es interessant, was nicht zuletzt dem Schreibstil des Autors zu verdanken ist. Das zweit war mir dann manchmal schon zu viel. Ich bin jetzt nicht die Sorte Leser, die das wirklich in dem Detaillierungsgrad wissen muss und möchte. Am Anfang ist die Geschichte sehr verwirrend und man erkennt die ganzen Zusammenhänge nicht. Doch nach und nach wird es klarer und die Verwirrungen lösen sich auf. Dabei ist alles für den Leser nachvollziehbar, logisch und in sich schlüssig. Auch ist nichts extrem überzogen oder unrealistisch. Es könnte durchaus so ablaufen. Das Buch bietet sehr viel Handlung und manchmal kam es mir so vor, als würde das Buch während des Lesens immer weiter wachsen. Man las und las und dennoch nahmen die Seiten nicht wirklich ab. Der Autor verlangt dem Leser doch ein gewisses Durchhaltevermögen ab, belohnt ihn dann aber auch immer mal wieder durch Szenen, die man durchaus als humorvoll bezeichnen kann. Sicherlich hätte man das Buch um einiges kürzen können, doch kann man Buch genießen und abschalten. Fazit: Durchhaltevermögen muss man bei dem Buch ebenso mitbringen wie einen starken Magen, doch es lohnt sich, denn der wirklich schöne Schreibstil des Autors lässt den Leser das Buch genießen und eine interessante und spannende Geschichte entdecken. Sollte es einen zweiten Teil geben, werde ich ihn mir auf jeden Fall zulegen.

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