Rezensionen zu
Sommernachtsfrauen

Keith Donohue

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Der männliche Erzähler der Geschichte erwacht auf dem Fußboden seines Badezimmers. Er wurde nieder geschlagen. Eine blutende Kopfwunde und eine kurze Bewusstlosigkeit sind die Folge. Doch nicht nur das. Ein alter Mann – vielleicht sein toter Vater – (er scheint sich da nicht immer so sicher zu sein) sitzt nun neben ihm auf dem Badewannenrand, sieben Fahrräder liegen auf dem Rasen und acht (fast) nackte Frauen in seinem Bett. Alle Frauen haben eine Geschichte zu erzählen, nicht selten versuchen sie den noch namenlosen Protagonisten vorher zu töten. Sie beichten ihre Lebensgeschichte, in der ein Mann eine große Rolle spielt, selten jedoch eine gute. Alle Frauen stammen aus mehreren Epochen, und so verschieden stellen sich auch ihre Erzählungen dar. Der Leser bekommt ein Märchen über die Frau erzählt, die einen Mann liebte, der des Nachts zum Bär wurde, er taucht in die mittelalterliche Hexenverfolgung ein, geht mit einer Frau zur See, die sich als Mann verkleidet, schürft im amerikanischen Goldfieber mit oder muss sich mit dem Sklaven-Dasein auseinander setzen. Alle Frauen tragen ein Schicksal und ein Geheimnis mit sich, dessen wahrer Zusammenhang sich erst am Ende des Buches offenbart. »Sommernachtsfrauen« sind acht Geschichten über die Schicksale unterschiedlicher Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten. Acht Geschichten, eingewoben in eine Handlung, die so verworren und seltsam erscheint, das von Anfang an nur ein Ende vorgesehen sein kann. Diese acht Frauenschicksale, der teils sehr starke Erzählstil und die Hoffnung, das Ende möge anders sein als vermutet, treibt den Leser zum Weiterlesen an. Das Buch beschäftigt einen, auch wenn es zugeklappt auf dem Tisch liegt. »Sommernachtsfrauen« ist nicht unbedingt ein Frauenbuch, auch wenn der Titel dies vermuten lässt. Im Gegenteil, so empfand ich den Protagonisten nie als sympathisch, konnte mich aber auch nur selten mit den Frauen identifizieren. Zu Beginn wirkt die Handlung wie der erregende Wunschtraum eines Mannes und immer wieder stieß ich auf Ungereimtheiten im Handlungsablauf, die den Lesefluss hemmten. Die fast schon verrückt anmutende Story rund um die acht Frauengeschichten will einfach nicht so richtig passen. Außerdem fehlt dem Buch die Prämisse. Diese wird am Ende auf zwei Seiten kurz nachgeschoben, doch das war zu wenig, um aus dem Buch einen zusammenhängenden Roman zu machen. Keith Donohue erzählt die Geschichte von einem Mann und acht Frauen. Und auch wenn das Ende eine Erklärung für all diese Geschichten und die Zusammenhänge bietet, fehlt es den »Sommernachtsfrauen« an Entwicklung. Die acht Geschichten für sich alleine als Story-Band hätten, meiner Meinung nach, wunderbar funktioniert. Vor allem die erste Geschichte, die sehr märchenhaft daherkommt, gefiel mir sehr gut. Den Protagonisten, der am Ende Jack heißen wird, und sein wirres Dasein hätte es nicht gebraucht. Fazit: Schön geschrieben, ziemlich wirre Handlung, aber durchaus mit einer interessanten Idee, die mehr Logik verdient hätte. Mehr unter http://www.nicole-rensmann.de/2014/01/05/rezension-sommernachtsfrauen-von-keith-donohue/

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Frauen im Wandel der Zeit

Von: Kerry aus Berlin

09.03.2014

Es ist Juni und mitten in der Nacht wacht Jack auf. An sich nichts ungewöhnliches, Bedürfnisse scheinen zu rufen. Doch kaum im Bad angekommen, ereilt ihn ein Schlag auf den Schädel und er bricht zusammen. Er hat nur noch eine Wahrnehmung: Blut, dass sich ausbreitet, sein Blut. Als sich der Nebel langsam in seinem Kopf lichtet, erblickt er eine ihm vage bekannte Gestalt in seinem Bad. Es könnte sein Vater sein, nur das dieser bereits seit einigen Jahren tot ist. Doch damit nicht genug, in seinem Schlafzimmer findet er acht schlafende Frauen vor - wo kommen sie her und wer sind sie? Sicherheitshalber zieht er sich wieder ins Bad zu seinem "Vater" zurück, doch sie bleiben nicht lange unter sicht. Eine der Frauen erscheint im Bad und ist so wütend auf Jack, dass sie versucht, ihn umzubringen. Mit Müh und Not gelingt es dessen Vater, die Frau soweit zu beruhigen, dass sie ihnen ihre Geschichte erzählt. Im Laufe der Nacht werden die beiden Männer noch weitere Geschichten erfahren, Geschichten über Frauen in den verschiedenen Zeitepochen Amerikas, über ihr Leben in der jeweiligen Gesellschaft und das es zu keiner Zeit leicht war, als Frau geboren worden zu sein. Den Anfang macht Dolly, eine Ureinwohnerin Amerikas, die mit Stammesnamen Shax´saani S´ee heißt, was Puppe der Jüngsten Tochter bedeutet. Als sie geboren wurde, als jüngstes von zehn Kindern, war ihr Vater schon verstorben. Sie wuchs den Traditionen gemäß auf und dennoch, Dolly war anders, hatte Abenteuergeist und ließ sich nicht bremsen. Mit 13 Jahren begegnete sie einem Mann, der ihr gesamtes Leben verändern sollte ... Dollys Geschichte jedoch ist erst der Anfang, der Anfang einer Nacht und nur die erste Geschichte einer langen Reihe von Lebensbeichten der übrigen Frauen ... Frauen im Wandel der Zeit! Der Plot wurde sehr detailliert und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass eine jede Frau ihre eigene Geschichte erzählt hat und das Leben einer jeder sich grundlegend von denen der anderen Frauen unterschieden hat. Der Leser wurde somit in einzelnen Episoden immer wieder in eine andere Zeit der amerikanischen Geschichte entführt. Die Figuren wurden sehr authentisch angelegt, jedoch fehlte es ihnen, gerade auf Grund der Kürze ihrer jeweiligen Geschichten, etwas an Tiefe. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, empfand jedoch die Passagen zwischen den einzelnen Episoden, sprich Lebensberichten der Frauen, teilweise als etwas in die Länge gezogen - ich wollte halt einfach wissen, was die nächste Frau erlebt hat, wie ihr Leben aussah.

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