Leserstimme zu
Ein Schatten von Verrat und Liebe

Ende gut - alles gut?

Von: Herbstrose aus 87772 Pfaffenhausen
03.03.2018

Wir sind in Philadelphia im Jahr 1778. Jamie ist zurückgekommen, er und seine Schwester Jenny waren nicht auf dem untergegangenen Schiff, aber Claire ist jetzt mit Lord John verheiratet. Die Armee der Briten zieht sich aus Philadelphia zurück, mit ihnen William, der inzwischen erfahren hat, dass er der uneheliche Sohn von Jamie ist. Außerdem sind in der britischen Armee noch Denzell Hunter als Militärarzt mit seiner Schwester Rachel. Die Kontinentalarmee unter General Washington formiert sich neu und Jamie und Claire schließen sich der Truppe an. Auch Lord John ist dabei, allerdings als Kriegsgefangener, außerdem Ian als indianischer Kundschafter. Es kommt zur Schlacht von Monmouth. Claire wird schwer verletzt und Jaimie quittiert den Dienst. Zunächst wohnen sie in Philadelphia bei Fergus und Marsalie, wo inzwischen auch Jamies Schwester, die verwitwete Jenny, wohnt. Dort beschließen sie, mit der gesamten Familie nach Fraser‘s Ridge zurück zu gehen, um das abgebrannte Haus wieder aufzubauen. Lallybroch 1980. Roger geht mit William Buccleigh MacKenzie, Rogers Urahn der versehentlich durch die Steine in die Gegenwart gekommen ist, zurück ins 18. Jahrhundert, da sie den von Rob Cameron entführten Jemmy dort vermuten. Sie kommen aber nicht wie berechnet an, sondern Jahrzehnte früher, etwa Ende der 1730er Jahre. Jemmy jedoch konnte seinem Entführer entkommen und ist wieder bei Brianna. Diese beschließt nun, mit ihren Kindern Jemmy und Mandy ins 18. Jahrhundert zurück zu gehen, um Roger zu suchen. Wird sie ihn finden? In „Ein Schatten von Verrat und Liebe“, dem achten Band der Highland-Saga, nimmt Diana Gabaldon, in ihrem gewohnt angenehmen Schreibstil, den Leser wieder mit auf eine abenteuerliche Zeitreise ins Amerika des 18. Jahrhunderts sowie nach Schottland im Jahr 1980. Sehr genau recherchiert und historisch korrekt führt sie ihn in die Schlacht von Monmouth zwischen der britischen Armee und der Armee der amerikanischen Südstaaten und schreckt auch vor brutalen Kampfszenen nicht zurück. Innig und liebevoll lässt sie ihre Leserschaft teilhaben am Familienleben der Frasers und ihrer mittlerweile großen Verwandtschaft. Gefühlvoll und äußerst plastisch erlebt man die einzelnen Szenen und wird mit großer Lust am Detail durch die Landschaften geführt. Die in den vorhergehenden Büchern lieb gewonnenen Protagonisten sind nun nicht mehr die Jüngsten, doch geblieben ist die tiefe Liebe und das unendliche gegenseitige Vertrauen, was Gabaldon wieder wunderschön und sehr poetisch zum Ausdruck bringt. Mehrere Handlungsstränge ziehen sich durch das Buch, treffen zusammen, kreuzen und verflechten sich. Erzählt wird wieder meist aus der Ich-Perspektive von Claire, aber auch im Erzählstil aus Sicht der anderen Protagonisten. Dadurch ergeben sich interessante Perspektiven und immer wieder neue Aspekte, was das Geschehen ungemein belebt aber manchmal leider dazu führt, dass man gelegentlich mal kurz den Überblick verliert. Ein Personenverzeichnis, das im Taschenbuch nicht enthalten ist, wäre hier sehr hilfreich. Manche Passagen sind für meinen Geschmack etwas langatmig ausgefallen, da hätte man vielleicht etwas kürzen können. Das überraschende Eintreffen von Neuankömmlingen in Fraser’s Ridge lässt auf den 9. Band hoffen, der wohl 2018 noch herauskommen wird. Fazit: Für Fans der Highland-Saga ist auch dieser Band wieder ein Muss und ein erfreuliches Treffen mit alten Bekannten.