Leserstimme zu
Ein Traum am Kaminfeuer

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Eher ein Heimwerker- als ein Weihnachtsroman

Von: Monika Stutzke aus Berlin
18.12.2014

Amelia und ihr Mann Jack leben in einer kleinen 2-Zimmerwohnung, sie ist klein, aber sie sind glücklich. Amelia steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und besinnt sich ihrer Vorhaben, die sie erledigen wollte, bevor sie 30 wird. Ein Punkt auf der Liste war, auf dem Land zu wohnen. Sie wagen es, sie kaufen sich ein Häuschen, das aber ziemlich heruntergekommen ist. Mit dem wenigen Geld, welches ihnen noch zur Verfügung steht, müssen sie sehr haushalten, was heißt, dass viele Arbeiten, die in dem Haus zu erledigen sind, von ihnen selbst ausgeführt werden müssen. Sie packen es an. Amelia kündigt ihren Job und hat unfreiwillig Zeit für das Haus. Jack, der noch immer in London arbeitet, muss pendeln. Jack hat mit dem Kauf des Hauses aber noch anderes im Sinn, was mit Amelias Lebensplanung so gar nichts zu tun hat ... Oft passiert es, dass Paare sich trennen oder streiten, während sie ein Haus bauen. Amelia und Jack, bislang in London ansässig, kaufen sich ein Haus, bei dem an allen Ecken etwas renoviert oder neu gemacht werden muss. Sie müssen mit dem Geld sehr haushalten, denn nachdem Amelia gekündigt hatte, wurde ihnen auch der Darlehensantrag zum Kauf eines Hauses nicht bewilligt. Nun heißt es mit dem auszukommen, was da ist und das ist nicht immer leicht. Während Jack weiter seiner Arbeit nachgeht und leider nicht dazu kommt, Amelia während des Umbaus zur Seite zu stehen, wie er es versprochen hat, kümmert sich Amelia derweil um die Bewohnbarmachung von Haus und Garten. Glücklicherweise stehen ihr zwei junge Männer zur Seite, Spencer und Callum, die beiden Enkel der Vorbesitzerin. Während sich Jack immer weiter von ihr entfernt, nachdem er feststellen musste, dass sie beide nicht den gleichen Lebenstraum hat, fühlt sich Amelia immer mehr zu Callum hingezogen. Ich hatte mich so auf das Weihnachtsbuch der Autorin gefreut, nachdem ich von dem Buch "Ein Kuss unter dem Mistelzweig" so begeistert war. Leider ist außer dem wunderschönen Cover nichts weiter vorhanden, was nur in etwa einem Weihnachtsroman ähnelt. Das Buch beginnt im Mai eines Jahres und endet zu Weihnachten. Nach dem Kauf des Hauses hoffen die beiden, dass sie Weihnachten mit ihren Umbauarbeiten fertig sind. Das ist das Ziel und leider auch alles, was an Weihnachten in diesem Buch erinnert. In dem Buch ist der Dreh- und Angelpunkt der Kauf des Hauses und dessen Bewohnbarmachung. Bei jedem einzelnen Zimmer darf der Leser erfahren, was neu gemacht werden soll, wo es im argen liegt. Es folgt eine Beschreibung, wie es aussieht, wenn es fertig ist und welche Möbelstücke dort ihre Endstelle erhielten. Mit ihrem leichten und lockeren Schreibstil macht die Autorin es dem Leser leicht, der Geschichte zu folgen. Die Protagonisten sind sympathisch, auch wenn Amelia einige Male nicht weiter denkt als sie sollte. Sie gibt Geld aus, ohne nachzufragen, obwohl sie und Jack größere Anschaffungen gemeinsam überdenken wollten. Amelias Freunde und auch ihre Mutter sind eine Bereicherung, die man einfach mögen muss. Sehr naiv ist sie auch ihrem Vater gegenüber, bei dem sie schon seit Jahren die Vogel-Strauß-Politik bewerkstelligt. Es ist ein Buch über den Kauf und die Renovierung eines Cottages auf dem Land. Gefühlsmäßig ging es mir nicht tief genug, Probleme wurden angeschnitten, aber nicht weiter verfolgt. Auch wenn es nicht das versprochene Weihnachtsbuch ist, entschädigen der angenehme Schreibstil und bereiten dem Leser ein paar schöne Lesestunden.