Rezension zu
Der Tag, an dem der Sommer begann

We are family

Von: De Bichergeck
26.08.2017

Das Cover hat auf mich auf den ersten Blick eher nichtssagend gewirkt. Doch es ist ein Roman voller Wärme und emotionaler Tiefe über Familie, Vertrauen, Verlust und den Mut zu einem Neuanfang. Drei Protagonistinnen, dreier Generationen mit ihren sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Lebensphasen, versuchen auf ihre ganz persönliche Art, den männlichen Verlust in der Familie zu verarbeiten und zu kompensieren. Die Probleme und Sorgen der drei sind sehr alltagsnah und authentisch und obwohl sie alle drei sehr unterschiedlich sind und andere Nöten sie beschäftigen, konnte ich mich extrem gut in jede einzelne von Ihnen reinfühlen und mich auch selbst wieder finden. Man lernt als Leser die Hauptprotagonisten sehr gut und tiefgründig kennen. Man kann sich Lydia, Honor und Jo auch im realen Leben sehr gut vorstellen. Der Zusammenhalt zeigt, wie es eigentlich heutzutage noch immer sein sollte. Das Buch ist sehr feinfühlig in einer verständlichen Sprache geschrieben, sodass ich nicht in Versuchung geriet, es aus der Hand legen zu wollen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Honor, Jo und Lydia erzählt, sodass man immer mittendrin ist in der Gefühlswelt und den inneren Empfindlichkeiten. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, ihre Charaktere in der Unterschiedlichkeit und den persönlichen Lebensabschnitten und Liebesbeziehungen glaubhaft. Erleben darf man als Leser auch Liebe, verschiedene Lebensformen, Mut, Denkweisen und viele Emotionen. "Doch sie war nicht vor die Wahl gestellt worden. Sie ist vor die Realität gestellt worden." (S. 326) Familie ist alles, das hat die Autorin mir wieder eindrucksvoll vor Augen geführt!❤ Meinen Dank geht an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!