Rezension zu
Todesstiche

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Todesstiche

Von: Thrillertante
02.02.2016

Jennifers Lewis` Tochter Emma hält sich als Austauschschülerin in Sevilla auf. Mitten in der Nacht bekommt Jennifer einen Anruf ihrer Tochter, dass sie sich in Untersuchungshaft befindet, weil sie einen Mord begangen haben soll, was diese allerdings vehement abstreitet. Jennifer macht sich sofort auf den Weg nach Spanien um ihrer Tochter beizustehen und zu helfen. Dort angekommen wachsen bald Zweifel an Emma`s Version und Jennifer muss nach und nach erkennen, dass sie sich in ihrer Tochter vielleicht doch geirrt hat! Oder nicht...? Als ich den Klappentext von "Todesstiche" gelesen habe, war es sofort um mich geschehen und ich musste dieses Buch einfach lesen. Jennifer Lewis hat ihr ganzes Leben ihren Kindern gewidmet und ihre vielversprechende Karriere auf Eis gelegt um voll und ganz Mutter zu sein. Mir kam es eher so vor, als hat sie sich selbst komplett aufgegeben, um ihren Kindern einfach alles zu ermöglichen. Natürlich ist Jennifer sehr stolz auf ihre Kinder, vor allem auf ihre Älteste Emma, die von allen nur gelobt wird, ein ganz toller und gerechtigkeitsliebender Mensch ist und nur die besten Noten hat. Vielmehr habe ich den Charakter Emma als verzogene und verwöhnte Göre in "Todesstiche" kennenlernen dürfen. Undankbar, verschlossen und verlogen. Doch wie es oft so ist, ist nichts so wie es scheint... Jennifer Lewis ist eine sehr engagierte Mutter, engagierter, als es vielleicht normal ist. Sie vergöttert ihre Kinder und ihr Mann, der Anwalt ist und arbeitet, hat so gut wie gar nichts in der Kindererziehung zu melden. Vielleicht zweifelt er gerade weil er vielmehr Abstand hat an der Geschichte seiner Tochter, was bei seiner Frau natürlich nicht gut ankommt. Viel mehr sieht sie das alles als einen persönlichen Angriff gegen sich selbst und leider ist sie in der Liebe ihrer Kinder so verbohrt, dass sie schlecht andere Meinungen zulassen kann. Jennifer engagiert einen Privatdetektiv, der ihr helfen soll, die Unschuld ihrer Tochter zu beweisen. Plötzlich lernt sie ihre Tochter ganz neu kennen und ihre heile Welt, die sie sich aufgebaut hat, gerät ins Wanken. "Todesstiche" hat mich von Seite eins an gefesselt und ich gebe zu, dass ich die Protagonistin Jennifer mit meinen eigenen Mutterqualitäten verglichen habe. Wenn man mal ganz tief in sich reinhört, wird man sicherlich einige Gemeinsamkeiten mit Jennifer finden. Natürlich liebt man sein Kind und natürlich will man seinem Kind glauben, nur war ich sehr erschrocken, dass Jennifer selbst das Offensichtliche mit fadenscheinigen Theorien zu erklären versucht. Was ist wirklich geschehen? Jennifer muss erkennen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kennt, wie sie glaubt und die Wahrheit tut manchmal weh. Nina Darnton legt einen Roman vor, in dem der Leser selbst hin- und hergerissen ist und sich gut in Jennifer hineinversetzen kann. Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung Sevillas mit der ein oder anderen Hintergrundgeschichte zu Sehenswürdigkeiten der spanischen Stadt. An Spannung mangelt es der Geschichte um Jennifer und ihrer Familie bestimmt nicht und mich hat der Roman mehr als gefesselt, sodass es mir schwer fiel das Buch beiseite zu legen. Wenn man dann am Ende angelangt ist, setzt die Autorin nochmal einen drauf, was mir sehr gefallen hat! Gerne mehr davon und so gebe ich eine absoulte Leseempfehlung!