Leserstimme zu
Unschuld

Gelesen im September

Von: Mama007
02.10.2015

Juhu! Jonathan Franzen! Ich liebe diesen Autor und seit den Korrekturen habe ich wohl alles von ihm gelesen was es gibt. Nun also das neue Buch: Unschuld, hier als Vollversion auf gut 28 Stunden Lese-, äh, Hörerlebnis. Generell höre sehr selten Hörbücher weil ich reell weniger Zeit & Muße habe um etwas ruhig anzuhören, als mal eben noch 10 Seiten zu lesen. Und beim Lesen höre ich auch was der Junge Mann gerade anstellt. Beim HÖREN eher nicht. Trotzdem, hin und wieder habe ich Hörbücher. Hier also: Unschuld. Die Geschichte von Pip 8eigentlich: Purity!), die aus den USA nach Bolivien geht um ihr Leben auf irgendeine Weise, eher unbestimmt, zu verbessern, verwoben mit der Geschichte von Andreas, dem Ex-DDR-Dissidenten. Mehr sei nicht gesagt. Wie immer bei Jonathan Franzen gehen die Personen an die Grenze des Zumutbaren, sie sind einem fast unangenehm nah, weil sie leider oft uns so ähnlich sind. Sie treffen irgendwie unrationelle Entscheidungen, scheitern an den Tücken des Alltags und gerade wenn man denkt dass es läuft, läufts eben gerade nicht. Der subtile Humor und das Scheitern an den eigenen Entscheidungen oder gerade dem Sich-Nicht-Entscheiden-Können hat auch dieses neue Buch von Franzen zu einer Herausforderung für mich gemacht. Ob ich das Buch als LESEversion mehr genossen hätte – möglich. Denn 28 Stunden Hören, auch wenn es so angenehme Lesestimmen sind wie Sascha Rotermund und Walter Kreye, sind schwierig. Mehrfach bin ich darüber eingeschlafen, was NICHT an der Geschichte lag sondern an diesem angenehmen Vorgelesen-Bekommen. Ich glaube, ich lese dann doch lieber selber.