Leserstimme zu
Kennen Sie diesen Mann?

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Kennen Sie diese schöne Geschichte?

Von: Jasmin
04.09.2015

Mithilfe von Briefen von seinen Freunden und seinem Vater, soll es David wieder gelingen sein verlorenes Gedächtnis zurückzugewinnen. In diesen Briefen schreiben seine Angehörigen über die schönen und weniger schönen Momente seines Lebens. Dazu gehört nicht nur seine kurzzeitige Fasziniation für den Totenkult und Philosophen sondern auch sein, nicht immer leichtes, Familienleben. Man liest aber nicht nur über David's Leben sondern auch das aktuelle Leben der Schreibenden. Sowohl der Titel des Buches als auch der Klappentext haben mich angesprochen, weshalb für mich klar war dass ich das Buch unbedingt lesen musste.Leider hat mich dieser ein wenig in die Irre geführt, da ich mir dachte ich erfahre wie es aus David's Sicht ist sein Gedächtnis zu verlieren und plötzlich nichts mehr über sich selbst und seine Vergangenheit zu wissen. Dem war nicht so, doch trotzdem konnte mich der hochgepriesene Carl Frode Tiller mit seinem Buch begeistern. Das Buch gliederte sich in drei große Teile, der Erzählung seines besten Freundes, seines (nicht biologischen) Vaters und seiner besten Freundin mit der er auch eine Beziehung hatte. Besonders fasziniert haben mich die zahlreichen, bunten Charaktere. Es fiel mir als Leser sehr leicht, mich mit ihnen zu identifizieren, da alle sehr tiefgründig beschrieben und dargestellt werden. Interessant war auch, dass manche der Personen in meheren Sichtweisen erschienen und in den Augen der unterschiedlichen Personen auch anders dargestellt wurden. Sehr spannend! Auch David wurde in den verschiedenstens Lichtern dargestellt und obwohl seine Lebensgeschichte dargestellt wurde, habe ich nicht das Gefühl ich würde ihn am besten kennen. Durch die Beschreibung seiner Freunde, lernt ich viel mehr über diese beschreibende Personen als über ihn selbst. Der Schreibstil von Carl Frode Tiller geht sehr stark in die Tiefe und wird als Meister der Psychologie bezeichnet. Zweifellos ist sehr gut überlegt was und worüber er schreibt, während er aber nicht auf schwere Fremdwörter zurückgreift sondern mit klarer, einfacher Sprache erzählt. Das lässt die Briefe auch sehr viel realer und authentischer wirken. Das Thema Gedächnisverlust, finde ich sehr interessant aber darauf ist man in diesem Buch leider gar nicht eingegangen. Das finde ich sehr schade, schließlich war das einer der Hautpgründe wieso ich dieses Buch lesen wollte. ~ FAZIT ~ Die Geschichte war sehr interessant und es war spannend so viele unterschiedliche Charaktere kennen zu lernen, mit denen man sich identifizieren kann. Leider hatte ich mir eine ganz andere Geschichte unter dem Klappentext vorgestellt, weshalb meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Dennoch vergebe ich vier Sterne und lege euch das Buch ans Herz, wenn ihr an faszinierenden psychologischen Profilen interessiert seit.