Rezension zu
Die Jägerin - Auftrag

Großes Kino!

Von: Bodhi
17.12.2020

MEIN FAZIT: Lori Anderson ist Kopfgeldjägerin in Florida, erfolgreich, tough, intelligent. Aber sie ist auch alleinerziehende Mutter einer leukämiekranken Tochter, und die Krankenhausrechnungen sind hoch. Da kommt ihr der neue lukrative Auftrag wie gerufen: sie soll einen Kautionsflüchtigen aus Virginia abholen und rechtzeitig wieder zur Verhandlung zurückbringen. Kein Problem. Hinfahren, festnehmen, heimfahren. Da sie keinen Babysitter für ihre Tochter hat, nimmt sie Dakota mit. Doch was ihr Boss Lori als ein Kinderspiel verkauft hat, entwickelt sich zum Alptraum: hinter JT, dem Flüchtigen sind nämlich nicht nur die Cops her, sondern auch konkurrierende Gangs und Mafia Mobs, denn JT hat belastendes Material über einen Ring von Kinderschändern, denen er das Handwerk legen will. Und dass Lori und JT vor Jahren ein Paar waren, ist eigentlich nur ein sekundäres Problem für Loris Job….und merke: nehme nie ein Kind auf einen solchen Job mit, denn Alpträume werden war und Kinder können entführt werden. Über 440 Seiten nimmt uns die Autorin – selbst ausgebildete Kofpgeldjägerin – auf einen atemberaubenden Roadtrip mit, bei dem nichts ist, wie es eingangs scheint. In Rückblenden erfährt man einiges aus Loris und JTs Vergangenheit, und rast dann in der Gegenwart wieder mit den beiden durch die Lande. Dieser Thriller ist schnell, actiongeladen und spannend, und wäre verfilmt garantiert ein Blockbuster. Hier gibt’s Verfolgungsjagden, Kämpfe, Verbrechen und eine Protagonistin, die sich nicht hinter Lara Croft verstecken muss. Also, Ms Broadribb lässt es krachen! Der Plot ist intelligent gestrickt und so gut gemacht, dass es noch zum Ende hin einige Überraschungen gibt. Auf dem Titel des Romans wird Lee Child zitiert, mit „Absolut gelungen (…) ein Buch ganz nach meinem Geschmack.“, und tatsächlich sind sich Broadribb und Child in ihrem Stil relativ ähnlich. Lori Anderson und Child’s Actionheld Jack Reacher sind ähnlich tough und ähnlich in ihrem rationalem Denken und Kämpfen. Wer Reacher mag, wird auch Anderson lieben. Ich war bestens unterhalten, und dadurch, dass die Autorin selbst als Kopfgeldjägerin gearbeitet hat, fand ich den Roman auch sehr authentisch (ok, vielleicht waren einige Kampfszenen nicht so authentisch, aber hey, sind sie das denn generell in Büchern und Filmen?), aber den Rest hab ich ihr komplett abgekauft. Ich warte schon auf die Nachfolgebände! Klasse Heldin, klasse Story: Daumen hoch!!