Leserstimme zu
Sie mussten nach links gehen

Eine schöne, aber nicht ganz ausgereifte Geschichte

Von: cozybibliophilie
26.11.2020

Im Frühjahr 1945 das KZ Groß-Rosen befreit wurde, hat der Krieg ein Ende. Für Zofia beginnt nun die Suche nach ihrem kleinen Bruder Abek, der einem anderen KZ zugeteilt wurde. Nur die Hoffnung darauf ihren Bruder wiederzusehen hält Zofia am Leben… • Das Cover des Buchs ist schlicht, zeigt aber gut, worum es in der Geschichte geht. Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und flüssig. Ein nettes Detail sind die Kapitelüberschriften. Abek und Zofia haben sich ein eigenes Lied bzw Gedicht ausgedacht „von A(bek) bis Z(ofia)“ und die Kapitelüberschriften sind die Buchstaben des Alphabets. Man erlebt am Anfang des Buchs mit, wie Zofia damit zurecht kommt wieder frei zu sein, welche psychischen und körperlichen Probleme sie durch die Gefangenschaft hat und auch, wie ihre Umgebung auf die Rückkehr reagiert. Dahingehend hätte ich mir auch noch etwas mehr gewünscht, da die meisten Themen eher grob angerissen wurden. Natürlich begleitet man Zofia dann auf der Suche nach ihrem Bruder. Es wird gut dargestellt, wie die Suche nach einem Vermissten damals ablief. Wie viele Organisationen es für die Suche gab, Listen, auf die sich Suchende und Gesuchte eintragen konnten usw. Leider fehlte mir auch hier etwas Ausführlichkeit. Auf ihrer Reise lern Zofia die unterschiedlichsten Menschen kennen. Jeder hat eine andere Zeit im Krieg erlebt, eine andere Vergangenheit, die ihn jetzt prägt. Die verschiedenen Charaktere haben eine gute Bandbreite abgedeckt, aber leider fehlte mir auch hier etwas Tiefe. Die Auflösung der Geschichte hat mir leider nicht so gut gefallen, da sie für mich deutliche Logiklücken hat. Man muss aber dazusagen, dass es sich hierbei um einen Jugendroman handelt (was ich zunächst nicht wusste) und daher eventuell einiges etwas oberflächlicher gehalten wurde, damit es dem Alter der Leser gerecht bleibt.