Rezension zu
A single night

interessante Mädelsclique und nette Lovestory, aber leider sehr schleppende Handlung

Von: Sarahs Büchertraum aus Heiligengrabe
27.07.2020

„A single Night“ ist der Auftakt der „L.O.V.E.“-Reihe von Ivy Andrews. Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen, die nun, unter einem Pseudonym, mit der Geschichte von Libby und Jasper ihr Verlagsdebüt feierte. Ich bin eine ganze Weile, um das Buch herumgeschlichen. Zum Einen reizt mich die Thematisierung der Modewelt nicht all zu sehr, andererseits war ich doch neugierig aufgrund des College-Dings. Letztendlich hat die Neugierde gesiegt. Der angenehme und leichte Schreibstil, machte mir den Einstieg in die Geschichte recht einfach. Diese beginnt mit er allerersten Begegnung von Libby und Jasper auf der Fashion Week in New York, wo er einen Preis entgegennimmt. Denn Jasper Chase hat sich gemeinsam mit seinem besten Freund Ian bereits einen Namen in der Modebranche gemacht. Der Abend der Preisverleihung und die anschließende unvergessliche Nacht stellen das Leben beider auf den Kopf. Als Libby anderthalb Jahre danach ihren Studienplatz an der Plymouth antritt, kreuzen sich ihre Wege erneut. Doch Jasper scheint ein komplett anderer Mann geworden zu sein, und Libby Wiedersehensfreude bekommt einen jähen Dämpfer. Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, was ich von der Geschichte erwartet habe. Vielleicht eine ganz süße Lovestory mit einigem Auf und Ab und einem interessanten Hintergrund. Leider jedoch wurde vieles wirklich bis in letzte Detail beschrieben und damit unnötig in die Länge gezogen. Die Liebesgeschichte nahm so richtig erst nach 250 Seiten an Fahrt auf. Vorher plätscherte sie mehr oder weniger vor sich hin, und es war eher ein Begleiten von Libby und Jasper in ihrem Alltag, in dem sich vieles – logischerweise – um die Mode dreht. Zu Beginn waren mir Libby und Jasper sympathisch. Sie schien eher das graue Mäuschen zu sein, das sich hohe Ziel gesetzt hat, und noch lernen muss sich durchzusetzen. Jasper war schien ein starker Charakter zu sein, der mit vollem Eifer seiner Leidenschaft nachging. Besonders seine Loyalität Ian gegenüber gefiel mir sehr. Mit dem Wechsel in die Gegenwart, waren bei Jasper und Libby ein paar Veränderungen eingetreten. Bei ihr drehte sich alles nur um Jasper, wie er damals war und wie er jetzt ist. Wie Libby ihr Studium nebenbei schaffte, war mir echt ein Rätsel. Mit Jasper war es allerdings auch nicht anders. Seine Wandlung zum Bad Boy und das Getue, er erkenne Libby nicht, waren für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, zumal er in Gedanken an niemand anderes dachte. Alles, was ich mir beim Lesen wünscht, war, dass sie sich endlich aussprechen. Leider kamen durch dieses ewige In-die-Länge-ziehe auch keine Gefühle bei mir an. Am Anfang spürte ich definitiv die Anziehung und den Reiz, aber das Geturtel zum Ende konnte ich nicht nachvollziehen. Eine frühere Aussprache habe ich mir auch in dem Handlungsstrang von Jasper und Ian gewünscht. Dieser „Zickenkrieg“ und Ians stetes Genörgel und sein Neid waren echt nervig. Die Auflösung – natürlich erst kurz vor Schluss – fand ich interessant und verständlich, wenn ich es auch etwas klischeebelastet finde. Aber auch hier hätte doch einfach schon früher mal die Möglichkeit eines klärenden Gesprächs bestanden … Mit am interessantesten fand ich die Mädelsclique um Libby. Sie unterschieden sich in mehreren Dingen familiärer Hintergrund, Vorlieben, Herkunft – waren aber doch immer füreinander da. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei der ein oder anderen noch eine interessante Story zu erzählen ist … weiß zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht, ob ich sie verfolgen werde. Nach dem Beenden von Libbys und Jaspers Geschichte fühlte ich mich ehrlich ein wenig geschafft. Auf Dauer war die Story doch eher schleppend und die langen Kapitel nahmen mir die Lust ... Vielleicht hätten auch einfach insgesamt ein paar Seiten weniger und mehr Tempo in der Handlung schon den Unterschied gemacht. Ich vergebe 3 von 5 Sterne.