Rezension zu
MAGIC: The Gathering - Die Kinder des Namenlosen

Gesang und Diebeskunst

Von: Buchperlenblog
06.05.2020

Die Kinder des Namenlosen siedeln sich im großen Multiversum an, dass dem Kartenspiel MAGIC entspringt. Dieses gibt es bereits seit 1993 und ist wohl das erste Sammelkartenspiel dieser Art. Ich persönlich hatte bisher keine Berührungspunkte damit, aber wie ich schnell festgestellt habe: Das macht gar nichts! Denn wir bewegen uns in einem Teil dieses Multiversums, ohne wirklich Vorwissen mitbringen zu müssen. Die Bewohner von Verlasen, einem kleinen Dorf in Anfurten sehen sich einer ständigen Bedrohung gegenüber. Dämonen und Geisterwesen durchstreifen die Wälder und holen sich die Seelen der Dorfbewohner. Das Schutzlied, welches Tacenda seit einigen Jahren für sie singt, wiegt sie in Sicherheit, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Als die Eltern der beiden Schwestern mit den magischen Gaben getötet werden, will man den Herrn des Herrenhauses, Davriel Cane, gesichtet haben. Doch was treibt ihn an, die Seelen seiner Untertanen zu stehlen? Tacenda wird von ihrer Wut auf den Fürsten getrieben, und stattet ihm einen Besuch ab – mit einem Eispickel bewaffnet. Die ersten zwei, drei Kapitel des Buches hatte ich ein wenig Probleme, das muss ich zugeben. Die Einführung von Tacenda und ihrer Schwester Willia war mir zu allgemein, zu wenig detailliert. Ich hatte keine genaue Vorstellung von ihr, konnte mich nicht in ihr frühes Leid hineinversetzen. Das ändert sich, sobald Fürst Davriel nebst seiner illustren Dämonenhorde erscheint. Dieser Charakter ist herrlich angelegt. Er ist snobistisch, selbstverliebt, ein wenig überheblich und wunderbar sarkastisch. Ein amüsanter Antiheld im besten Sinne! Dass sich die Wege der jungen Tacenda und des Fürsten, der lieber Nickerchen hält als sich um die Belange seiner Untertanen zu kümmern, verstricken, wirkt sich auf beide Seiten in guter sowie schlechter Weise aus. Das Abenteuer ist ein wenig verworren, und hier und da spitzen karge Hintergrundinformationen raus, mit denen ich (noch) nicht viel anzufangen wusste, die aber den Lesefluss nicht behinderten. Da es sich hierbei um eine Reihe handeln soll, bin ich doch sehr gespannt, ob wir näheres in künftigen Büchern erfahren werden, die sich mit dem Fürsten Davriel beschäftigen. Im Herbst geht es jedoch erst einmal mit dem Auftakt einer weiteren MAGIC-Reihe los, das dadurch vermutlich bald wieder in aller Munde sein dürfte. Wer ein wenig Erfahrung in der Welt der Rollenspiele mitbringt, dem fallen auf jeden Fall die typischen Klassen ins Auge, denen die Charaktere angehören. Willia ist die klassische Kriegerin, Tacenda eine Bardin, die mit ihren Liedern unterstützend in das Kampfgeschehen eingreift. Fürst Davriel besitzt eine besonders interessante magische Fähigkeit, mit deren Hilfe er Zauber und Talente aus den Köpfen der Menschen stehlen kann, um sie selbst zu verwenden. Auch ist die Rede immer wieder von Priestern, Helden, Paladinen und was sich noch so in einem Rollenspiel finden lässt. Eine helle Freude also für Spielbegeisterte!