Leserstimme zu
Gott wohnt im Wedding

Toller Roman, der eine Brücke zwischen den Generationen schlägt

Von: Jennifer
07.12.2020

Der eindeutige Titelheld des Romans ist eindeutig das Haus. In diesem Haus wird geboren, gelebt, gestritten, gestorben! Mit Präzision und eindrucksvollen Bildern berichtet die Autorin von einem Berlin vor Jahrzehnten und in der Gegenwart. Spannend lässt sie Menschen darin wohnen, die vieles trennt, wie die Nationalität, die Lebensträume, der materielle Besitz, die aber auch vieles verbindet: Zuneigung, Hilfsbereitschaft, auch in schwierigen Zeiten. Der Autorin gelingt es dabei, nicht nur den Bogen zu schlagen zwischen verschiedenen Jahrzehnten, zwischen verschiedensten Menschen, sondern auch zwischen den Generationen, wenn etwa der Großvater mit der Enkelin nach Berlin reist und die Vergangenheit wieder auferstehen lässt. Ein spannendes aber auch lehrreiches Buch, das viele Entbehrungen beschreibt - ob Verrat im Dritten Reich oder Armut von Flüchtlingen, aber auch sehr lebendig die Charaktere beschreibt. Ein Buch über Menschen, dabei sehr menschlich, obwohl eigentlich ein Haus der Erzähler ist! Absolut lesenswert, wenn auch nicht als leichte Strandlektüre geeignet. Dieses Buch wird noch lange nachhallen.