Leserstimme zu
Vielleicht wird morgen alles besser

Große Leseempfehlung!

Von: Märchenbuch
07.01.2019

Nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat, wächst der 6-jährige Ercole, zusammen mit seiner älteren Schwester Asia, beim Vater in Turin auf. Die Geschwister müssen früh lernen Verantwortung zu übernehmen, denn ihr Vater ist nicht in der Lage, sich um die beiden Kinder und den Haushalt zu kümmern. Er ist ein Säufer, hält die Familie mit dubiosen Gelegenheitsjobs über Wasser und kommt tagelang nicht nach Hause. So übernimmt Asia früh die Mutterrolle für Ercole, kocht, begleicht Rechnungen und zahlt die Miete. Dennoch bewahren die Kinder die Fassade einer funktionierenden Familie, denn unter keinen Umständen sollen Gutmenschen, oder gar das Jugendamt, von ihrer Situation erfahren. Trotz der schwierigen Umstände, ist Ercole ein zufriedener und unbeschwerter Junge. Er ist ein fröhlicher Zeitgenosse und als er sich in die gleichaltrige Viola verliebt, die aus guten Verhältnissen stammt, schwebt er im siebenten Himmel. Doch als sein Vater eines Tages von der Polizei verhaftet wird und Asia verkündet, mit ihrem Freund zusammenzuziehen, türmt Ercole mit seinem Fahrrad und macht sich auf die Suche nach seiner Mutter. Und so beginnt eine turbulente Zeit für Ercole. Mit seiner positiven und unbeschwerten Art, ist mir Ercole sofort an Herz gewachsen. Mutig stellt er sich seinen Lebensumständen, bedauert sich nicht und macht das Beste aus seinem Alltag. Er erzählt die Ereignisse rückblickend aus seiner Perspektive und dabei gelingt es dem Autor großartig, sich in Ercoles Gefühlwelt hineinzuversetzen. Bis zum Ende der Geschichte, wird ein Spannungsbogen aufrechterhalten und man kann stets mitfiebern und gespannt sein, ob der Junge seine Mutter aufspüren wird und ob er jemals die Gründe ihres Verschwindens erfährt. Obwohl es um schwierige Familienverhältnisse und vernachlässigte Kinder geht, verströmte die Geschichte Optimismus und Hoffnung und war gleichzeitig sehr bewegend. Eine große Leseempfehlung!