»Aufgeben? Das kommt für mich nicht in Frage.«

Als Oberschwester Ingrid aus der Serie »In aller Freundschaft« ist sie einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Ingrid ist streng, aber immer freundlich und gerecht. Was die Fernsehkameras nicht beleuchten, ist der Mensch, der sich hinter der Rolle verbirgt – die Träume, Wünsche, Tränen, Enttäuschungen. Trotz vieler Widrigkeiten fasst sie den Entschluss, Schauspielerin zu werden und sich von diesem Traum nicht mehr abbringen zu lassen.

Kammann besucht die Schauspielschule und lernt mit Anfang 20 den 30 Jahre älteren Regisseur Wilhelm Semmelroth kennen. 30 Jahre sind die beiden ein Paar. Anfangs ist er derjenige, der die Dinge anpackt, später kehren sich die Verhältnisse um - Semmelroth wird pflegebedürftig und sie ist es, die ihn versorgt und bis zu seinem Tod pflegt.

Nach seinem Tod steht Kammann mit leeren Händen da. Sie kämpft sich durch Trauer und Leid und bekommt in der Serie »In aller Freundschaft« ein Engagement, das ihr die Existenzängste nimmt. Für die über 50-Jährige ein unglaublicher Glücksfall.

Nach 16 Jahren ein neuerlicher schwerer Einschnitt: die Diagnose Makuladegeneration. Jutta Kammann nimmt die Lebens-Zügel wieder selbst in die Hand und entscheidet, in die Seniorenresidenz Augustinum zu ziehen. Endstation? Nicht für sie. Kammann lernt dort noch einmal echte Freundschaft und Vertrauen kennen.

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Jutta Kammann
© Robert Brembeck

Jutta Kammann wurde 1944 in Heidenheim geboren. Nach einer schwierigen Kindheit im Nachkriegsdeutschland geht sie mit 20 Jahren nach Köln und schafft dort die Aufnahme an die Schauspielschule Bochum. Zur selben Zeit lernt sie den 30 Jahre älteren Regisseur Wilhelm Semmelroth kennen, mit dem sie 30 Jahre liiert ist. Kammann spielt an großen Bühnen wie dem Schillertheater in Berlin. Darüber hinaus ist sie in zahlreichen Fernsehserien wie »Derrick« und »Siska« zu sehen.
Nach Semmelroths Tod steht Jutta Kammann vor dem Nichts und muss sich nach Jahren, die sie mit der Pflege von Semmelroth verbracht hat, beruflich neu aufstellen. 1998 übernimmt sie die Rolle der Oberschwester Ingrid in der Serie »In aller Freundschaft«, die sie 16 Jahre lang ausfüllt. Aufgrund einer Augenerkrankung scheidet sie 2014 aus der Serie aus und zieht in die Seniorenresidenz Augustinum. Dort lernt sie eine neue, tiefe Art der Freundschaft kennen. Kammann ist Botschafterin der Langau, einer barrierefreien Erholungsstätte für Menschen in schwierigen Lebenssituationen im Allgäu.

Interview mit Jutta Kammann

1

»Rothaarig und wild entschlossen«. Ist der Titel des Buches zugleich Ihr Lebensmotto?

Wild entschlossen in jedem Fall. Als Mensch und Schauspielerin bestand mein Leben nicht nur aus Glamour und Glanz. Ich hatte viele Hürden zu meistern und trotzdem nie das Licht am Ende des Tunnels aus den Augen verloren. Ohne ein gehöriges Maß an Entschlossenheit wäre mein Leben sicherlich anders verlaufen.

2

Wie war es für Sie, über Ihr Leben zu schreiben?

Es war für mich sehr bereichernd, mein Leben noch einmal Revue passieren zu lassen. In den Monaten, in denen ich daran gearbeitet habe, bin ich noch einmal in die schönen, aber auch in die schmerzhaften Momente meines Lebens eingetaucht.
Ich durfte erleben, dass es ein großer Unterschied ist, ob man sich kurz an schwierige Zeiten erinnert und den Gedanken wieder wegschieben kann, oder ob man versucht, den Gefühlen auf den Grund zu gehen. Durch das Buch ist mir vieles klarer geworden, mit einigen Dingen konnte ich dadurch auch abschließen.

3

Sie spielten 16 Jahre lang die Oberschwester Ingrid in der Serie »In aller Freundschaft«. Bekommen Ihre Fans Geheimnisse vom Set zu lesen?

Aber ja. Am Bildschirm bekommen die Zuschauer nur das zu sehen, woran dramaturgisch lange gearbeitet wurde. Im Buch erzähle ich aber nicht nur von kuriosen Begebenheiten, sondern gebe auch einen Einblick in den Alltag einer Serien-Schauspielerin.
Die Atmosphäre am Set genieße ich immer noch sehr. Deshalb freut es mich, dass ich einmal im Jahr zu in »Aller Freundschaft« als Gastschauspielerin zurückkehren darf.

4

Was können Ihre Leser aus Ihrer Geschichte für Ihr eigenes Leben mitnehmen?

Nie aufgeben, egal wie dunkel die Zukunft aussieht. In jungen Jahren dachte ich, dass ich das selbst schaffen muss. Inzwischen durfte ich lernen, wie bereichernd Freundschaften sind. Wenn es etwas ist, was die Leser mitnehmen können, dann ist es das: die Hoffnung nicht zu verlieren und Freundschaften als großes, unbezahlbares Geschenk zu betrachten.

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