Wer die Gabe hat, hat die Verantwortung ...

Was ist das nur für ein geheimnisvolles Licht, das im verbotenen Garten von Schloss Lilienfels sein Unwesen treibt? Daliah und Rahim sind die Einzigen, die das grüne Nachtfeuer sehen können. Und als sie der Erscheinung folgen, beginnt ein unglaubliches Abenteuer: Ihnen offenbart sich eine Welt, die aller Gefühle beraubt ist. Daliah und Rahim fürchten, dass auch die Menschen nicht mehr sicher sind. Aber bei dem Versuch, beide Welten zu retten, spielt die Zeit gegen sie …

Ein Feuerwerk aus Farben – das sieht Daliah, wenn sie andere anschaut. Sie nimmt Gefühle als bunten Schimmer in der Luft wahr und diese Gabe zeigt ihr auch verborgene Kreaturen. Doch in deren Welt lauert Gefahr!

Eine magische Kinderbuch Reihe, die das Portal in eine fantastische Welt öffnet und Jungs und Mädchen ab 10 Jahren Lesevergnügen bereitet.

Daliah Bernstein

Daliah Bernstein

Niemals hätte Daliah damit gerechnet, dass sie Schloss Lilienfels und seinen wunderschönen Garten eines Tages verlassen muss. Ihr neues Zimmer in der Stadt bewohnt sie mit ihrem kleinen Bienenfresser Reggae, der das Schloss ebenso schmerzlich vermisst wie sie.
Daliah hat ein feines Gespür für die Geheimnisse der Natur und eine ganz besondere Begabung: Sie kann Gefühle als bunten Schimmer in der Luft sehen.

Rahim al-Esfahani

Rahim al-Esfahani

Rahim ist kaum auf Schloss Lilienfels angekommen, da macht er auch schon Bekanntschaft mit einem dunklen Geheimnis des Gartens. Oje – und ausgerechnet hier wollen seine Eltern in Zukunft wohnen?
Zum Glück ist Rahim nicht nur aufmerksam und clever, sondern auch fest entschlossen, seinen Vater und die kleine Schwester Esme zu beschützen. Und mit wem könnte er dieses Abenteuer besser bestreiten als mit Daliah?

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Wie heißt das Geschäft von Daliahs Eltern?


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Überraschung im Umzugskarton

Der Vogel legte den Kopf schief, mit seinen rot schimmernden Augen sah er Daliah aus dem Käfig heraus an. Vielleicht wollte er fragen, was das alles zu bedeuten hatte. Warum
man ihn aus seinem riesigen Vogelhaus geholt und stattdessen in eine Wohnung mit grauen Wänden gesperrt hatte. Wohin der schöne Garten verschwunden war …
»Weißt du, mir gefällt das auch nicht«, flüsterte Daliah und steckte einen panierten Mehlwurm durch das Gitter. Aber nicht einmal mit diesem Leckerbissen ließ der kleine
Bienenfresser sich heute locken. »Du kannst dein Futter nicht mehr selbst jagen, Reggae. Es tut mir wirklich leid.« Beleidigt plusterte der Vogel sein buntes Federkleid – erst die blau schimmernde Brust, dann den rot und gelb leuchtenden Rücken.
Daliah seufzte und sah zum Fenster hinaus. Hier in der Stadt gab es keine Wiese, auf der sich die Insekten tummelten, hier gab es nur Asphalt. Eine sauber geschnittene Hecke
begrenzte den Parkplatz, sie war der einzige Grünstreifen weit und breit. Als Daliah den Kopf reckte, erkannte sie ihren Vater, der in der Einfahrt neben dem Umzugswagen stand. Er sprach mit dem Fahrer, unterschrieb auf einem Klemmbrett und griff dann beherzt nach dem letzten Karton, um ihn ins Haus zu tragen.
Der Fahrer startete den Motor und das Fahrzeug schaukelte bedächtig auf die Straße hinaus. Einen Augenblick später näherten sich Schritte auf der Treppe. Die Tür zu Daliahs neuem Zimmer schwang auf und ihr Vater stellte die Kiste ab.
»Ich helfe dir später beim Ausräumen«, versprach Anton Bernstein und fuhr sich mit dem Arm über die feucht glänzende Stirn.
Es war ein warmer Freitag mitten im Juli. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel herab. Aber was nutzte der schönste Sonnenschein, wenn man keine Freunde in der Nachbarschaft hatte? Ausnahmsweise wünschte Daliah sich prasselnden Regen und ein Gewitter. Das hätte wenigstens zu ihrer Stimmung gepasst. Für den Umzug war Daliah sogar vom Unterricht befreit worden. Dabei wäre die Schule sicher weniger anstrengend gewesen als der Abschied von Schloss Lilienfels.
»Schon okay«, murmelte Daliah. »Ich hab es nicht eilig mit dem Auspacken.« Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie alle Kisten sofort zurück ins Schloss bringen lassen. Die
Sachen hier zu verteilen, machte diesen kargen Raum noch lange nicht zu ihrem neuen Zuhause.
»Gleich um die Ecke ist ein Spielplatz«, schlug Anton vor. »Falls du etwas frische Luft schnappen willst.«
»Papa, ich bin zwölf!« Daliah verdrehte die Augen. »Was soll ich auf dem Spielplatz? Fragen, ob jemand einen Babysitter braucht?«
Die Augenbrauen ihres Vaters hoben sich ein Stück. Das war die einzige Reaktion auf den schnippischen Tonfall seiner Tochter.
Verlegen biss Daliah sich auf die Unterlippe. Ihre Eltern konnten nichts für den Umzug, und schon gar nichts konnten sie dafür, dass Schloss Lilienfels nun einem Fremden gehörte. Trotzdem war Daliah wütend. Das Anwesen war nach dem Tod des alten Besitzers einfach verkauft worden. Dabei war Justus von Lilienfels fast wie ein Großvater für Daliah gewesen. Seit sie denken konnte, hatte er den südlichen Teil des Schlosses bewohnt. Bei schönem Wetter hatte er mit einer qualmenden Pfeife in seinem Strandkorb auf der Veranda gesessen. Dann umschwebte ihn der Duft von Vanille und Honig, den Daliah so gern mochte. Noch besser waren allerdings der Kakao und die Kekse gewesen, die es bei Justus gab.
Bevor Daliah in allzu tiefes Bedauern darüber versinken konnte, dass diese wunderbare Zeit nun Vergangenheit war, räusperte sich ihr Vater. »Oder willst du lieber ein paar
belegte Brötchen vom Bäcker holen?« Diese Idee klang schon besser als der Vorschlag mit dem Spielplatz. »Deine Mutter braucht mich unten im Laden. Die Pflanzen hätten
erst nächste Woche geliefert werden sollen. Aber nun sind sie da.« Er seufzte. »Und wir können sie nicht einfach in der Verpackung stehen lassen.«
In diesem Punkt war Daliah ganz seiner Meinung. »Nein, das wäre ein Verbrechen. Ich kann gehen«, sagte sie schnell, nahm einen Geldschein aus der Hand ihres Vaters entgegen und ergänzte mit einem frechen Grinsen: »Aber noch lieber würde ich gehen, wenn ich Quarkbällchen mitbringen darf.«
Anton Bernstein musterte seine Tochter nachdenklich und liebevoll zugleich. »Also gut.« Er zog noch einen Schein aus der Tasche seiner ausgefransten Jeans. »Nimm gleich zehn Stück, die haben wir uns heute verdient, würde ich sagen.«
»Das würde ich auch sagen!«, stimmte Daliah zu. Sie versprach Reggae, gleich wieder da zu sein, und hatte schon die Hälfte der Stufen hinter sich, als ihr Vater ihr von oben etwas nachrief.
»Einfach nach rechts die Straße runter!«
»Ich weiß!«, gab Daliah zurück.

Schon bei der Ankunft mit dem Auto hatte sie ihre neue Nachbarschaft eingehend studiert. Die Bäckerei war mit ihrem großen Schaufenster und den Tischen an der Straße nicht zu übersehen. Im Inneren duftete es nach frischem Brot und Kaffee. Daliah musste nicht lange warten. Sie gab an der Theke ihre Bestellung auf und verließ das Café mit zwei vollen Tüten.

So eine Bäckerei in der Nähe war praktisch, das musste Daliah zugeben. Hätte man sie jedoch vor die Wahl gestellt, jederzeit einkaufen gehen zu können oder weiterhin auf Schloss Lilienfels zu leben, dann hätte Daliah sich für das alte Anwesen entschieden. Jemand, der selbst nie dort gewesen war, konnte das wahrscheinlich nicht verstehen.
Jemand, der weder die tiefe Stille der Bibliothek kannte, noch den Geruch der alten Fässer im Weinkeller. Daliah hingegen war jeder Winkel vertraut. Sie hatte sich nachts auf den Dachboden geschlichen, wenn das Mondlicht durch die milchigen Fenster schien. Und sie hatte auf ihren langen Streifzügen durch den Schlossgarten die Zeit vergessen.
Die Erinnerung an den wunderschönen Garten und seine Blumen bescherte Daliah eine Gänsehaut. Sie dachte an die Spuren aus Licht und Schatten auf dem Waldboden, an den sanften Wind in den Baumkronen. Sein Flüstern hatte von uralten Geheimnissen erzählt, in einer Sprache, die Daliah fremd geblieben war. Nur ihren bedeutungsvollen Klang, den hatte sie verstanden. Leider war es nicht möglich gewesen, mit jemandem über die Geheimnisse des Gartens zu sprechen. Die Erwachsenen hätten sie für verrückt erklärt, und die anderen Kinder in der Schule sowieso. Allerdings hatte Daliah jede einzelne Beobachtung in ein Tagebuch geschrieben. Sie hatte immer fest daran geglaubt, dass der Garten aus einem bestimmten Grund zu ihr sprach. Sie hatte darauf gehofft, dass er sein Geheimnis eines Tages mit ihr teilen würde. Doch mit dem Umzug war alle Hoffnung dahin. Ab sofort war Daliah der Zutritt zum Grundstück verboten. Und das Geheimnis von Schloss Lilienfels würde für immer geheim bleiben. Das war mit Abstand das Schlimmste an der ganzen Situation.
In der Nacht vor dem Umzug war Daliah deshalb richtig wütend geworden. So wütend, dass sie das Tagebuch gepackt und es zwischen den Birken am Waldrand vergraben hatte. All die Zeichnungen, die gepressten Blüten, besonders schöne Federn und gesammelte Notizen. Wie hätte sie das alles vergessen sollen, wenn das Tagebuch sie ständig daran erinnerte?
Ganz in der Nähe erklangen jetzt die Glocken der Kirche und rissen Daliah aus ihrem Tagtraum. Und in diesem Moment stellte sie fest: Sie brauchte das Tagebuch gar nicht, um in Gedanken bei ihrem Garten zu sein. Wahrscheinlich würde sie Schloss Lilienfels nie vergessen können.

Ein Windspiel ertönte, als Daliah das BlütenReich betrat. So hieß das Geschäft ihrer Eltern, das im neuen Haus direkt unter der Wohnung lag. Im Laden sorgte eine Klimaanlage für das Wohlbefinden der Pflanzen. Es war nicht ganz so heiß wie draußen auf der Straße, trotzdem erschien Rosalie Bernstein mit hochrotem Kopf zwischen den Tischen, wo die Pflanzen darauf warteten, in bunte Töpfe gesetzt zu werden.
»Ach, du bist es, Schatz!« Sie lächelte ihre Tochter an und klopfte sich feuchte Erde vom Hemd. Eine Lotusblüte war auf den schwarzen Stoff genäht und Rosalie zupfte stolz an
einem der Ärmel. »Das sieht gar nicht schlecht aus, oder? Ich habe noch ein paar Hemden in deiner Größe bestellt, falls du mal im Laden aushelfen möchtest.«
»Jap, wirklich super.« Daliah versuchte, sich die fehlende Begeisterung nicht anmerken zu lassen. »Welche Bedeutung hat die Blüte noch mal?«
»Der Lotus steht für Reinheit und die Kraft der Veränderung. Einfach perfekt für unser BlütenReich, findest du nicht?« Ein Funkeln lag in den Augen der Botanikerin. Gemeinsam mit ihrem Mann hatte Rosalie Bernstein jahrelang den Garten auf Schloss Lilienfels gepflegt. »Weißt du«, sagte sie nun zu Daliah, »wir haben uns immer mit Leidenschaft um die Pflanzen von Justus gekümmert. Aber das hier sind unsere eigenen Kinder.« Sie zeigte stolz auf die großen und kleinen Gewächse um sie herum. »Deine Geschwister, könnte man sagen.«
»Du meinst wohl Stiefgeschwister«, rutschte es Daliah heraus. Sie hatte es gar nicht böse gemeint, aber das Funkeln in den Augen ihrer Mutter erlosch. So ein Mist! Es war schon wieder passiert. Vor Schreck presste Daliah die Tüte mit den Quarkbällchen an sich.
»Liebes …« In der Stimme ihrer Mutter erkannte Daliah etwas, das nach Reue klang. Und etwas, das noch viel schlimmer war: Besorgnis. »Ich weiß, das alles ist nicht einfach für dich. Aber falls wir etwas tun können …«
»Schon okay, immerhin gibt es belegte Brötchen und Quarkbällchen gleich nebenan«, unterbrach Daliah ihre Mutter, bemüht um einen gut gelaunten Tonfall. Sie füllte das Gebäck in eine Schale und stellte fest, dass sie die Tüte wohl etwas zu fest gedrückt hatte. »Schau mal, die sehen aus wie Ufos!«
Die Bemerkung brachte das Lächeln zurück auf die Lippen ihrer Mutter. »Und, schmecken sie auch so?«
»Nach Alien meinst du?« Daliah nahm einen prüfenden Bissen. »Nein«, sagte sie mit vollem Mund. »Die sind in Ordnung.« Und bevor ihre Mutter das leidige Thema noch
einmal ansprechen konnte, war Daliah schon die Treppe hinauf verschwunden.

Reggae nahm ihre Rückkehr schweigend zur Kenntnis. Überhaupt hatte er seit dem Umzug aus dem Schloss keinen Ton mehr von sich gegeben. Als wollte der kleine Bienenfresser damit seinen stillen Protest zum Ausdruck bringen. Sein vergnügtes Glükk glükk! fehlte Daliah mindestens so sehr wie der Garten. Niedergeschlagen sank sie auf eine der Kisten. Nach wie vor hatte Daliah keine Lust, ihr neues Zimmer einzurichten. Aber was blieb ihr anderes übrig, wenn sie nicht den Rest ihres Lebens in einem leeren, kargen Raum verbringen wollte, der an eine Gefängniszelle erinnerte?

Daliah öffnete die erste Kiste. Schuhe, Winterjacken und Kleiderbügel kamen zum Vorschein. Sie räumte alles in den Schrank und nahm sich den nächsten Karton vor.
Bettzeug, ein Wecker und alte Kuscheltiere. Daliah entwischte ein leises Fluchen. Dieses Zimmer war viel zu klein. Wo sollte der ganze Kram hin?
Sie hatte gerade beschlossen, die Kiste auf den Dachboden zu stellen, da entdeckte sie einen braunen Umschlag. Er klemmte zwischen Rosa, dem Plüschkaninchen, und
Einem namenlosen Teddybären. Daliah hatte diesen Umschlag nie zuvor gesehen. Gehörte der überhaupt zu ihren Sachen? Sie griff danach und warf einen Blick hinein.
Da stockte ihr der Atem. Plötzlich spürte Daliah ihren Herzschlag schnell und heftig in der Brust.
Unmöglich! Das konnte nicht sein.
Der Umschlag landete samt Inhalt auf dem Teppich. Es kümmerte Daliah nicht, dass dabei trockene Erde auf den Boden rieselte. Denn vor ihr lag das Tagebuch.
Das geheime Tagebuch, das sie gestern Nacht im Garten vergraben hatte.
»Wie bist du hier reingekommen?«, flüsterte Daliah. Niemand hatte von ihrem Ausflug in den Wald gewusst. Und wenn ihre Eltern sie beobachtet hätten, wäre Daliah nicht um ein ernstes Gespräch beim Frühstück herumgekommen. Aber die beiden hatten kein Wort über nächtliche Ausflüge oder ein Buch verloren. Und der alte Justus von Lilienfels konnte auch nichts damit zu tun haben, denn er lag auf dem Friedhof.
Daliah atmete tief ein und wieder aus. Es war verdammt unheimlich, ein Buch zu finden, das man eigenhändig in ein Loch gelegt und mit Erde bedeckt hatte. Aber da war noch etwas: Daliah empfand Erleichterung.


Sie war froh! So froh, ihr Tagebuch wiederzuhaben. Es zu vergraben, war nicht richtig gewesen. Das spürte Daliah ganz deutlich, nun, da es so schmutzig vor ihr lag. Justus
von Lilienfels hatte ihr das Tagebuch vor langer Zeit geschenkt. Die Buchdeckel waren mit goldenen Gravuren und gezeichneten Blüten verziert. Eine magnetische Lasche hielt die Seiten fest verschlossen.
»Wie hast du das nur angestellt?«, murmelte Daliah, plötzlich überwältigt von ihrem schlechten Gewissen. Sie hatte das Buch im Garten zurückgelassen! Selbst in den Augen ihres kleinen Bienenfressers glaubte Daliah ein empörtes Funkeln zu erkennen. Einen Moment lang schwiegen sie beide, dann klopfte es an der Tür. In letzter Sekunde ließ Daliah das Tagebuch unter ihrem frisch bezogenen Kopfkissen verschwinden.
»Alles in Ordnung bei dir?« Der Anblick von trockener Erde auf dem Teppich war nichts Besonderes für Rosalie. Als Botanikerin hatte sie viel Zeit mit dem Nährboden der Pflanzen verbracht. Trotzdem stutzte sie. »Was ist denn hier passiert?«
»Die Erde war in einem Umschlag«, erklärte Daliah und ließ den anderen Teil der Wahrheit absichtlich aus. »Habt ihr den in die Kiste gepackt?«
Nachdenklich runzelte Rosalie die Stirn. »War da noch etwas drin? Getrocknete Beeren, Schoten oder Samen vielleicht? « Sie nahm den Umschlag an sich. Ihre Tochter schüttelte den Kopf. »Nicht?«, fragte Rosalie. »Das ist merkwürdig.«
»Ich geh dann mal den Staubsauger holen«, erklärte Daliah betont unschuldig. »Warte, der ist schwer«, warf ihre Mutter ein. »Ich trage ihn für dich nach oben.« Damit war Daliah einverstanden.

So eifrig wie an diesem Tag hatte sie noch nie den Staubsauger an sich gerissen und ihr Zimmer gesaugt. Als Daliah schließlich das Fenster öffnete, um die Erde aus ihrem Kopfkissen zu schütteln, lag der Parkplatz schon im Schatten der anderen Häuser. Es war spät geworden. Über den Dächern färbte sich der Himmel in einem leuchtenden Orange. Und das geheime Tagebuch lag neben dem Vogelkäfig, als wäre es nie fort gewesen.
Seufzend kramte Daliah Klebstoff sowie einen Füller aus ihrem Federmäppchen. Nicht irgendeinen Füller, sondern den mit der grünen Tinte. Sie hatte nie einen anderen Stift benutzt, um in das Tagebuch zu schreiben. Auf der nächsten freien Seite notierte Daliah das Datum. Dann schrieb sie eifrig weiter:

Geheimnis #42: Obwohl ich das Tagebuch gestern im Wald bei Schloss Lilienfels vergraben habe, lag es heute in einer der Umzugskisten. Wer das Buch ausgegraben haben könnte, ist mir ein Rätsel.

Zum Beweis klebte Daliah ein wenig Erde neben ihre Notiz.
Eine Bodenprobe konnte nie schaden. Während der Klebstoff trocknete, atmete Daliah tief durch. Sie hatte auf Schloss Lilienfels schon so einiges erlebt. Aber dass Gegenstände
von selbst den Ort wechseln konnten, war neu.
Erschöpft lehnte Daliah sich zurück. Es war ein langer Tag gewesen. Und am Montag begann die letzte Schulwoche vor den Sommerferien. Daliah konnte sich nicht entscheiden, was schlimmer war: dass sie noch fünf Tage in der Schule überstehen musste oder dass sie dazu verdammt war, die gesamten Ferien außerhalb des Gartens zu verbringen.
»Was meinst du?«, flüsterte Daliah und sah zu Reggae hinüber. »Werden wir das Schloss jemals wiedersehen?«
Aber Daliah bekam keine Antwort. Und als sie an diesem Abend zu Bett ging, hoffte sie inständig, dass Reggae nicht beschlossen hatte, für den Rest seines Lebens zu schweigen …

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