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Holly Miller im Interview zu ihrem Roman »Ein letzter erster Augenblick«

Holly Miller im Interview zu ihrem Roman »Ein letzter erster Augenblick«

Ein so herzzerreißender wie hoffnungsvoller Roman über Träume, das Schicksal und das Suchen, Finden und Verlieren der Liebe.

Liebe Holly Miller, bitte erzählen Sie uns etwas über Ihre Lebenssituation und die vielleicht wichtigsten Stationen in Ihrem Leben.

Ich wuchs in Bedford (UK) auf und habe es von klein auf geliebt, zu lesen und zu schreiben. Ich habe immer davon geträumt, Autorin zu werden, also habe ich (als Teil meines Universitätsstudiums) Kreatives Schreiben studiert. Nach meinem Abschluss habe ich eine ganze Reihe von Jobs bekleidet, von denen die meisten irgendwas mit Schreiben zu tun hatten – im Bereich Marketing, als Creative Copywriter sowie als Redakteurin für Zeitschriften. Dazu schrieb ich in meiner Freizeit – vor der Arbeit und an den Wochenenden. Seit ich den Verlagsvertrag für Ein letzter erster Augenblick unterschrieben habe, habe ich das große Glück, mich als Vollzeitautorin versuchen zu können – ein Traum ist wahr geworden. Heute lebe ich in Norfolk (UK), zusammen mit meinem Mann und unserem Hund.

Bitte erzählen Sie uns ein wenig über sich selbst – Ihre Hobbys, wie Ihr Leben im Moment aussieht, was Sie noch für Ziele im Leben haben.
Ich arbeite momentan als Vollzeitautorin, darauf liegt also mein täglicher Fokus. Ich versuche, circa sechs bis sieben Stunden pro Tag zu schreiben und halte mich dabei größtenteils an die zeitlichen Vorgaben, die auch in Büros gelten. Ich setze mich zwischen acht und neun Uhr an den Schreibtisch und mache eine Stunde Mittagspause. Ich bin schon immer ein früher Vogel gewesen – als ich noch festangestellt war und vor der Arbeit schrieb, fing ich manchmal sogar schon um vier Uhr morgens an. Ich bin abends für die Arbeit am Manuskript nicht zu gebrauchen, mein Gehirn beginnt am späten Nachmittag herunterzufahren.
Meine Interessen jenseits des Schreibens gelten dem Lesen (ich bin ein echter Bücherwurm) und dem Sport – hauptsächlich dem Laufen. Ich habe vier Marathons absolviert und hoffe, dass in Zukunft noch weitere hinzukommen. Ich hatte dieses Jahr sogar einen Platz beim London Marathon ergattert, der traurigerweise wegen Covid-19 ins Wasser fiel, aber ich hoffe, dass ich 2023 teilnehmen kann.

Was macht Sie wütend?
Wenn Menschen rücksichtslos oder unhöflich sind.

Wenn Sie ein Lebensmotto haben – wie lautet es?
Ich weiß nicht, ob man es als »Motto« bezeichnen kann, aber ich versuche, so zu leben, dass ich nichts bereuen muss. Wenn man mit vollem Herzen hinter seinen Entscheidungen steht und dabei immer versucht, andere Möglichkeiten einzukalkulieren, dann muss man keine Energie darauf verschwenden, zurückliegenden Entscheidungen oder Ereignissen nachzutrauern.

Beteiligen Sie sich an karitativen Tätigkeiten oder unterstützen Sie Hilfsorganisationen? Falls nicht, gibt es Organisationen oder Projekte, deren Unterstützung Sie in Erwägung ziehen?
Ich spende jeden Monat diversen Tierhilfsorganisationen. Ich habe Tiere schon immer geliebt, und ich bin der Ansicht, dass die Tiere unsere Stimme brauchen, um für ihre Rechte einzutreten.

Erzählen Sie uns bitte fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich liebe es, zu reisen und verschiedene Länder kennenzulernen.
2. Ich bin ein großer Theatergänger, besonders Musicals haben es mir angetan.
3. Mein Mann besitzt ein Motorrad, also verbringen wir viel Zeit damit, die Gegend auf zwei Rädern zu erkunden.
4. Ich habe einmal an einem Kajakrennen in Großbritannien teilgenommen, dessen Strecke nonstop über 125 Meilen – also knapp 200 Kilometer – ging und das extrem anstrengend war.
5. Ich liebe Hörbücher und schaffe etwa eines pro Woche während meiner morgendlichen Gassi-Runden mit unserer Hündin.

Über das aktuelle Buch und das Schreiben

Warum haben Sie mit dem Schreiben begonnen?
Ich schreibe im Grunde, seit ich alt genug war, einen Stift zu halten. Als wir Kinder unseren ersten Computer bekamen, hat mein Bruder an ihm gespielt, während ich ihn zum Schreiben von Geschichten benutzt habe. Ich habe es immer geliebt, Geschichten zu erfinden und sie aufzuschreiben, und ein Bücherwurm bin ich ebenfalls seit sehr jungen Jahren.

Was inspiriert Sie? Woher nehmen Sie Ihre Ideen und Geschichten?
Wenn ich ein gutes Buch lese, inspiriert es mich dazu, eine bessere Schriftstellerin zu sein. Ich gehöre zu jenen Leuten, die Gefallen daran finden, die Welt um sich herum zu beobachten, einfach zuzuschauen und die Dinge auf sich einwirken zu lassen, also vermute ich mal, dass die Ideen aus meinem Alltag stammen. In der Regel ploppen sie einfach so in meinem Kopf auf – aber wenn ich genauer darüber nachdenke, dann sind sie für gewöhnlich das Ergebnis von etwas, das mir vor Wochen, Monaten oder vielleicht sogar Jahren begegnet ist und das sich durch mein Unterbewusstsein schließlich an die Oberfläche hervorgearbeitet hat.

Bitte skizzieren Sie den Inhalt Ihres aktuellen Buches in wenigen Sätzen.
Ein letzter erster Augenblick ist die Geschichte von Callie und Joel, die das erste Mal in dem Café aufeinandertreffen, in dem Callie arbeitet. Joel umgibt ein Geheimnis – er hat Träume, die ihm vorhersagen, was mit seinen Freunden und Angehörigen in der Zukunft geschehen wird, das Gute wie das Schlechte. Um sein eigenes Herz zu schützen, hat Joel sich geschworen, sich niemals wieder zu verlieben – aber er kann gar nicht anders, als sich in Callie zu vergucken, die ihre ganz eigenen Probleme hat, sich aber auch in ihn verliebt. Das Paar ist noch nicht lange zusammen, da träumt Joel von Callies Zukunft – und die beiden müssen sich entscheiden, wie sie mit diesem Traum umgehen sollen.

[Achtung, Spoiler! Die Antwort auf die nächste Frage verrät das Ende des Buchs.]

Welche Szene fiel Ihnen am schwersten beim Schreiben?
Die Szene am Flussufer, in der Callie stirbt, war wahrscheinlich die schwierigste von allen. Es ist die wichtigste Stelle im Buch, und ich wusste, dass ich sie nicht vermasseln darf. Ich habe sie sehr oft umgeschrieben, und ich gebe zu, dass ich währenddessen sogar ein paar Tränen vergossen habe, was sehr ungewöhnlich für mich ist – ich weine nämlich niemals beim Lesen meiner eigenen Geschichten! Viele Leser haben mir berichtet, dass sie ebenso an jener Stelle geweint haben, was mich insgeheim etwas freut, denn so hat sich all die Arbeit gelohnt.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Ich liebe das Kapitel, in dem Callie und Joel auf einer Hochzeit eingeladen sind und zusammen in den See springen, der an das Hotel, in dem die Feier stattfindet, angrenzt. Nur kurze Zeit später wird für die beiden vieles schieflaufen, in diesem Moment jedoch sind sie glücklich und unbeschwert. Dieser Moment ist der perfekte Schnappschuss und genau so, wie Joel und Callie als Paar sind – lebenslustig und total verliebt ineinander.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Joel hat definitiv einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Seine Figur war so interessant zu zeichnen – er ist sehr süß und hat ein großes Herz, er ist lustig und großzügig, auch wenn er ständig all die Dinge mit sich herumschleppt, die ihn quälen. Ich wollte so viel wie möglich über ihn schreiben.

Gibt es irgendwelche Handlungsorte im Roman, zu denen Sie eine besondere Beziehung haben?
Waterfen basiert lose auf einem Naturschutzgebiet ganz in der Nähe meines Wohnorts, wo mein Mann einige Jahre gearbeitet hat. Graces und Callies Trauerweide hat ebenfalls eine reale Entsprechung ganz in meiner Nähe (man kann auf sie klettern und die Welt von oben mit ganz anderen Augen betrachten, so wie es Callie und Grace taten). Und der Ort in Lettland, wo Callie Finn trifft, basiert auf einer Urlaubsreise nach Lettland, die ich einige Jahre zuvor mit meinem Mann gemacht hatte.

Hat Ihr gegenwärtiges Buch autobiografische Elemente? Greifen Sie während des Schreibens auf persönliche Erfahrungen zurück? Basiert Ihr Buch auf tatsächlichen Gegebenheiten?
Das Buch stützt sich nicht auf wahre Gegebenheiten – glücklicherweise habe ich niemals so etwas erleben müssen wie Joel und ich kenne auch niemanden, dem das passiert ist –, aber einige Elemente basieren tatsächlich auf meiner Lebenserfahrung. Callies Liebe für die Natur beispielsweise ist inspiriert von meinen Mann und seiner Hingabe für die Tierwelt sowie von der Zeit, in der er in einem Naturreservat gearbeitet hat. Und Joels Tierliebe entspringt meiner eigenen. Zudem kann ich mich definitiv mit Callies Ambitionen identifizieren. Einfach loszuziehen und etwas Besseres aus seinem Leben zu machen – ich glaube, wir kennen alle diese Stimme in unserem Kopf, die uns manchmal fragt: »Mache ich genug aus meinem Leben? Hole ich alles aus jedem Augenblick heraus? Was hält mich zurück?«

Wie haben Sie für Ihr aktuelles Buch recherchiert?
Ich habe sehr viel recherchiert, was die Natur-Aspekte in diesem Buch angeht – wobei ich das Meiste aber aus den Erfahrungsberichten meines Mannes und seiner Arbeit im Naturschutzgebiet gezogen habe. Ich habe viel Zeit damit zugebracht, ihn Dinge zu fragen wie: »Worin besteht der Unterschied zwischen dem Ruf eines Vogels und seinem Gesang? Welche Pflanzen würden in diesem oder jenem Monat an einem Fluss wachsen?« Er hat sehr viel Geduld bewiesen, indem er all meine Fragen beantwortet hat.

Was sollen Ihre Leser lernen oder mitnehmen, wenn Sie Ihr Buch lesen?
Ich hoffe, dass mein Buch Leute dazu bewegen kann, darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutet zu lieben – den Mut, den es manchmal dafür braucht, und die Opfer, die man oftmals erbringen muss. Außerdem hoffe ich, den Leser*innen Wertschätzung gegenüber der Natur mitgeben zu können und sie vielleicht auch dazu anzuregen, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, in unserem Alltag auf die Natur achtzugeben.

Möchten Sie Ihren Leser*innen noch etwas mitteilen?

Lieber Leser, liebe Leserin,
ich danke Ihnen vielmals, dass Sie mein Buch Ein letzter erster Augenblick in die Hand genommen haben. Ich hoffe, es nimmt Sie mit auf eine emotionale Reise und bringt Sie gleichermaßen zum Lachen und zum Weinen. Callie und Joel bedeuten mir sehr viel, und es würde mich so glücklich machen, wenn auch Sie sich in die beiden verlieben würden. »Ein letzter erster Augenblick« ist ein Roman darüber, wie es ist, mit ganzem Herzen zu leben und zu lieben, und ich hoffe, Sie finden es genauso lebensbejahend und aufmunternd bei der Lektüre wie ich beim Schreiben.

Ihre
Holly Miller

Ein letzter erster Augenblick

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