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Nancy Springer

Der Fall des verschwundenen Lords

Ein Enola Holmes Krimi

Ungekürzte Lesung mit Luisa Wietzorek
Ab 12 Jahren
Hörbuch CD
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Sherlock Holmes bekommt Konkurrenz: Jetzt ermittelt seine genauso schlaue kleine Schwester!

Als Enola, die jüngere Schwester von Sherlock Holmes, entdeckt, dass ihre Mutter verschwunden ist, macht sie sich sofort auf die Suche nach ihr. Sie reist dafür heimlich nach London, aber nichts hätte sie darauf vorbereiten können, was sie hier erwartet: Sie wird in die Entführung eines Lords involviert, muss vor mörderischen Gaunern fliehen und sich gleichzeitig vor ihren beiden scharfsinnigen älteren Brüdern verstecken, die auf der Suche nach ihr sind, um sie in ein Internat zu stecken. Wird sie es zwischen all dem Chaos schaffen, ihre Mutter zu finden, den Lord zu retten und dem Internat zu entkommen?

Gelesen von Luisa Wietzorek.

(4 CD, Laufzeit: 4h 10)


Übersetzt von Nadine Mannchen
Originalverlag: Knesebeck Verlag
Hörbuch CD, 4 CDs, Laufzeit: 4h 10min
ISBN: 978-3-8445-3372-9
Erschienen am  18. March 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die Enola Holmes-Reihe

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Rezensionen

Der Fall des verschwundenen Lords von Nancy Springer

Von: Vanessa

06.03.2022

Bei Der Fall des verschwundenen Lords von Nancy Springer handelt es sich um den ersten Band der Enola Holmes-Reihe. Enola Holmes ist die deutlich jüngere Schwester von Sherlock und Mycroft Holmes und sie lebt zusammen mit ihrer Mutter auf ihrem Landsitz in der weiteren Nähe von London. Als ihre Mutter ausgerechnet an ihrem Geburtstag verschwindet, informiert die nun 14-jährige Enola ihre Brüder in London und die örtliche Polizei aber alle Ermittlungen laufen ins Leere. Enola ist tief traurig, weil ihre Mutter ohne sie verschwunden ist und ihr nicht einmal freundliche Worte zum Abschied hinterlassen hat. Während Sherlock in London ermittelt und sogar Verwandte in Frankreich aufsucht, ob diese wissen wo sich seine Mutter aufhalten könnte, plant Mycroft Enolas Internatsaufenthalt. Da Enola aber weiß wie es dort zugeht, und dass die jungen Damen dort in Mode gezwungen werden, die regelmäßig dafür sorgt, dass sie ohnmächtig werden, ihre Organe verschieben oder sogar sterben, plant sie eine Flucht. Die clevere 14-Jährige findet heraus, dass ihre Mutter ihr im Geheimen doch einige Botschaften hat zukommen lassen: ihr Geburtstagsgeschenk ist voller Rätsel und Geheimcodes, die sie nach und nach entschlüsselt und so immer mehr von dem unterschlagenen Geld findet. Ihre Mutter hatte kurz nach dem Tod ihres Mannes angefangen, ihren älteren Sohn zu hintergehen, um ihm so Geld zu unterschlagen, denn rechtlich gehört das Anwesen, das Vermögen und alles auf dem Anwesen Mycroft, was seine Mutter für ungerecht hält. In etlichen Verstecken hat sie ein kleines Vermögen für ihre Tochter versteckt. Diese ist zu Anfang war nicht sicher, was sie mit dem Geld anfangen soll, doch während sie die Planungen für ihren Internatsaufenthalt verfolgt, wird ihr immer klarer welchen Verwendungszweck ihre Mutter vorgesehen hatte: Enolas eigene Flucht. Enola schwingt sich am Tag ihrer Abreise heimlich auf ihr Fahrrad und plant einen weiter entfernt liegenden Bahnhof aufzusuchen und von dort aus nach London zu fahren. Ihr geheimes Gepäck hat sie in Formgebern unter ihrem Kleid versteckt, was es ihr ermöglicht sich als junge Dame auszugeben, was sie auch in London weiterhin vor hat, denn ihre Brüder werden überall nach ihr suchen nur nicht in London und sie werden viele Erscheinungsformen vermuten nur nicht die einer jungen Dame, denn ihre Schwester ist in ihrem Aussehen und ihrem Benehmen alles andere als damenhaft. Unterwegs stößt Enola auf einen Kriminalfall: der 12-jährige Sohn eines Lords wurde offenbar entführt. Als Enola aufdeckt, dass der Junge weggelaufen ist, erfährt die Polizei auch ihren Namen: Enola Holmes. So können ihr ihre Brüder nur auf die Spur kommen und so flüchtet sie sofort weiter nach London. Dort erwartet man sie allerdings schon und entführt sie ebenfalls. In ihrem Versteck erwartet sie aber bereits jemand: der Sohn des Lords wurde offenbar doch entführt. Wie soll Enola sich und den jungen Lord retten ohne direkt ihren Brüdern in die Hände zu fallen? Der Fall des verschwundenen Lords von Nancy Springer ist der erste Band der Reihe. Enola Holmes wird in diesem Band als Detektivin eingeführt, außerdem lernen wir Enolas familiäre Situation näher kennen und erfahren wie es dazu kommt, dass sie alleine in London lebt. Ich kenne bereits den fünften Enola Holmes-Band und habe mich beim Lesen gefragt wieso eine Frau ein junges Mädchen einfach zurücklässt. Ich verstehe zwar inzwischen wieso ihre Mutter gegangen ist (das wird aus Band 1 klar), aber ich verstehe noch immer nicht warum sie ihre Tochter nicht mitgenommen hat. Schon nach dem ersten Band, den Enola ja nur zu einem sehr geringen Teil überhaupt in London verbringt, merkt man wie gefährlich diese Stadt war, was ihre Mutter hätte wissen müssen (beispielsweise auch aus den Zeitungen). Enola berichtet davon, dass vor kurzer Zeit in London eine Prostituierte ermordet wurde. Vielleicht hatte ihre Mutter nicht geplant, dass die Tochter nach London geht, aber dann hätte sie ihr vielleicht genauere Angaben zu ihren Vorstellungen was Enola nun tun soll, machen sollen. Ich finde es unglaublich, dass eine Mutter die 14-jährige Tochter alleine lässt, wenn sie aus genau dem Grund flieht, weil ihre Söhne sie in ihrer Freiheit einschränken. Auch Mycroft und Sherlock werden als ziemlich unsympathische Männer beschrieben. Mycroft ist dabei sogar noch unfreundlicher zu seiner Schwester als sein jüngerer Bruder. Von Sherlock weiß man aus den Original-Geschichten und etlichen Adaptionen ja, dass er ein eher unumgänglicher Typ ist, aber Mycroft besteht auf seiner Rolle als ältester Sohn geradezu, was ihn nicht sonderlich sympathisch wirken lässt. Enola hat zu Anfang eine sehr negative Meinung von sich selbst, was ich nicht verstanden habe, weil ihre Mutter ihr wohl kaum eingetrichtert hat, dass Frauen dumm sind und nichts drauf haben. Woher diese Gedanken bei Enola also kamen, hat sie mich nicht erschlossen. Im Laufe der Handlung entwickelt sich Enola aber und sie beginnt mehr Selbstvertrauen aufzubauen und beginnt mutig ihren Plan zu verfolgen. Das hat mir sehr gut gefallen und hat sie mir recht sympathisch gemacht. Die Handlung lässt sich in zwei Phasen einteilen: zum einen gibt es den Teil auf dem Landgut, und zum anderen ihre Reise und ihren Aufenthalt in London. Beide Teile sind spannend geschrieben und führen erst einmal die Familie, das Problem (das Enola mit ihren Brüdern hat, darauf wird nämlich im fünften Band ebenfalls verwiesen) und vor allem die Protagonistin ein. Die Sprecherin, Luisa Wietzorek, war für mich zu Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber später fand ich diese durchaus passend. Die Stimme klingt noch sehr jung, was gut zur jugendlichen Protagonistin passte. Ich kann mir Enola mit dieser Stimme richtiggehend vorstellen und war am Ende ziemlich begeistert von der Sprecherin. Insgesamt hat mir Der Fall des verschwundenen Lords von Nancy Springer sehr gut gefallen und es empfiehlt sich, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da der erste Band Vorwissen liefert, das notwendig ist, um die späteren Bände zu verstehen. Enola wurde mir durch diesen Band sehr sympathisch und die ausgewählte Sprecherin hat unglaublich gut zur Protagonistin gepasst.

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Amüsanter Auftaktband mit kleinen Schwächen

Von: Chridhe

27.10.2020

"Der Fall des verschwundenen Lords" ist der Auftaktband der bislang 5-bändigen Reihe um die kleine Schwester des ikonischen Ermittlers Sherlock Holmes. Zielgruppe des Romans sind Mädchen zwischen ca. 12 und 15 Jahren, was man der Geschichte bzw. dem Stil des Buches auch abspürt – zumindest, wenn man den Roman als Erwachsene liest bzw. hört. Springer versucht zwar, das England des ausgehenden 20. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen – sowohl das ländliche als auch das städtisch geprägte –, beschränkt sich dabei aber meist auf die Auflistung von unterschiedlichen Pflanzen, Gebäuden und Personen, denen die Protagonistin begegnet, ohne diese aber detailliert zu beschreiben. Hier fällt ganz deutlich auf, dass die Autorin sich stark auf die Fantasie (und vielleicht auch [Lese-]Erfahrung) der Leserin verlässt und wenig Kreativität in die Erschaffung dieser Welt investiert. Ähnliches gilt auch für den inhaltlichen Wechsel von „Ich flüchte vor meinen Brüdern“ zu „Ich muss den verschwundenen Lord finden“: Dieser kam zu abrupt und unmotiviert. Was dann am Ende auch für die Auflösung des Kriminalfalls um den Lord gilt: Mehr zufällig stolpert Enola über den geläuterten Jungen und bringt diesen dann nach einem kurzen Abenteuer unversehens zu Scotland Yard. Die Gestaltung von Enola nimmt hingegen mehr Raum ein: Die Vierzehnjährige beweist von Anfang an, dass sie nicht auf den Kopf gefallen ist. Als ihre Mutter an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, bricht sie nicht in Panik aus, sondern schaltet gleich sowohl die Behörden als auch ihre beiden wesentlich älteren Brüder Mycroft und Sherlock ein. Und da sie im Gegensatz zu diesen mit ihrer Mutter und deren Gepflogenheiten vertraut ist, kommt sie Hinweisen auf die Spur, die den beiden Männern entgehen. Ähnliches gilt, als sie eher zufällig in den Fall des verschwundenen Lords verwickelt wird. Da dieser etwa in ihrem Alter ist (nur zwei Jahre jünger), stößt sie auf Indizien und Zusammenhänge, die den erwachsenen Ermittlern entgehen. Im gleichen Zuge spürt man jedoch auch, dass sie zwar einerseits über ein gewisses Maß an Scharfsinn und Gewitztheit verfügt, andererseits in vieler Hinsicht aber auch noch über eine gehörige Portion Naivität, die zum Teil sicher darauf zurückzuführen ist, dass sie keine anderen Kindern in ihrem Alter kennt und lediglich Kontakt zu ihrer unkonventionellen Mutter (und deren fragwürdigen „Erziehungsmethoden“) sowie zwei Angestellten hatte. Andere würden ihr Verhalten vielleicht auch als Abenteuerlust interpretieren. Denn welche Vierzehnjährige kommt schon auf den Gedanken, sich nur mit etwas Geld und zwei Büchern bewaffnet auf die Flucht vom ländlichen England in die Hauptstadt zu begeben, um dort nach ihrer Mutter zu suchen? Und das Risiko einzugehen, stattdessen Verbrechern und Mördern in die Hände zu fallen? Die übrigen Figuren bleiben relativ blass. Der zwölfjährige Lord wird von einer ähnlichen Naivität bzw. Abenteuerlust getrieben wie sie; seine Motivation bleibt eher unbestimmt (seine Mutter lässt ihm lange, lockige Haare wachsen und kleidet ihn in Samt und Seide, als sei er eine Puppe – was durchaus einen Grund zur Flucht darstellt ;-) ). Interessanter sind da schon Mycroft und Sherlock Holmes, die beiden älteren Brüder von Enola. Diese führen seit vielen Jahren ein eigenständiges, erfolgreiches Leben in London und haben es dort zu Bekanntheit und Wohlstand gebracht. Dass ihre Mutter im Alter von etwa fünfzig Jahren noch einmal ein Kind – Enola – bekommen hat, ist für sie (und die Gesellschaft) ein Skandal, weshalb sie der Mutter nach dem Tod des Vaters auch keinerlei Beachtung mehr schenken. Ganz zu schweigen davon, dass sie keine emotionale Bindung an sie haben. Dabei zeichnen sie sich darüber hinaus durch eine ausgeprägte Frauenfeindlichkeit aus, die zum Teil sicher auch auf das allgemeine Frauenbild der damaligen Zeit zurückzuführen ist. Zu dieser Zeit wird von Frauen der Oberschicht erwartet, dass sie zwar gebildet sind und eine Zierde für ihren Mann, aber keine eigene Meinung besitzen. Eigene Rechte genießen sie ebenfalls nicht wirklich, was z. B. dazu führt, dass Enolas Mutter ihren ältesten Sohn um Geld anbetteln muss, um ihr Leben zu bestreiten. Daher wird sie als Künstlerin, Freidenkerin und Frauenrechtlerin getrieben, sich aus dieser Situation zu befreien – und ihre Tochter Enola ebenfalls, wenn diese sich dessen zunächst auch noch nicht bewusst ist. Gerade die Gegenüberstellung zwischen der Frauenfeindlichkeit der beiden Holmes-Männer und Enolas Einfallsreichtum und Selbstbewusstsein sorgt im Roman für viel Unterhaltung – wenn sich die Herren der Schöpfung über den unterentwickelten Verstand der Weiblichkeit unterhalten, diese aber wiederholt beweisen, dass sie ihnen in der einen oder anderen Hinsicht überlegen sind. Köstlich! Über das Hörbuch Gelesen wird "Der Fall des verschwundenen Lords" von Luisa Wietzorek (*1989). Sie besitzt die richtige Stimme für eine Person in Enolas Alter und vermittelt deren Naivität und Abenteuerlust auf wunderbare Weise. Aber meines Erachtens läuft sie gerade dann zu Höchstleistungen auf, wenn sie in die anderen Figuren schlüpft, ihre Stimme je nach Geschlecht, Persönlichkeit und Situation verändert und so dafür sorgt, dass diese vor dem inneren Auge des Hörers zum Leben erweckt werden. Dies gelingt ihr bei erwachsenen Frauen ebenso wie bei Männern, bei Bediensteten genauso wie bei Gaunern, ihren frauenfeindlichen Brüdern oder dem verschwundenen Lord. Sie hat mich dadurch wunderbar unterhalten und amüsiert! Mein einziger Kritikpunkt sind die extrem variierenden Lautstärken: Deskriptive Passagen sowie Enolas wörtliche Reden zeichnen sich durch eine merklich niedrigere Lautstärke aus als die wörtlichen Reden aller anderen Figuren. Dies fällt vor allem dann auf, wenn man das Hörbuch auf einer niedrigen Lautstärke laufen lässt. Mein Fazit: Ein eher durchschnittlicher, wenn auch alles andere als langweilige Auftakt zu einer interessanten Reihe für Jugendliche, der mich dennoch durch Wietzoreks Sprachstil köstlich unterhalten hat.

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Vita

Nancy Springer

Nancy Springer hat über 50 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben. Sie hat über 2 Millionen Bücher weltweit verkauft und viele Preise für ihr Schaffen gewonnen. Außerdem wurden ihre Werke in 12 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann in Florida.

Zur Autorin

Luisa Wietzorek ist Schauspielerin, Sängerin und Synchronsprecherin – ein waschechtes Berliner Multitalent! 2009 war sie als bezauberndes verzaubertes Rapunzel in der ARD-Märchenverfilmung zu sehen. Im "Tatort – Blackout" berührte sie als Opfer und Täterin Charlotte Wittmann. In Udo Lindenbergs Kultmusical "Hinterm Horizont" eroberte sie von 2011 bis 2013 die Herzen in der Hauptrolle des Mädchens aus Ostberlin. Sie stand für Oskar Roehlers "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" vor der Kamera und spielte unter anderem in "Nele in Berlin" (ZDF) als hippe Schneiderin, als Wildfang Marie in "Dating Daisy" (ARD) und als allwissende Forensikerin im Saarland-"Tatort" mit. Zuletzt war sie 2018 als Miriam Althoff in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen". Als Synchronsprecherin verleiht sie unter anderem Chloë Grace Moretz ("Kick Ass") oder Emma Roberts ("Wir sind die Millers") ihre deutsche Stimme.

Zur Sprecherin

Weitere Hörbücher der Autorin