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Thomas Olde Heuvelt

Echo

Ungekürzte Lesung mit Matthias Lühn
Hörbuch Download
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Der große neue Roman vom Autor des Bestsellers „Hex”

Eigentlich sollte es eine ganz gewöhnliche Bergtour werden, als Nick mit seinem Kletterpartner Augustin zum Mont Maudit in den Schweizer Alpen aufbricht. Doch dann kommt es unterwegs zu einem tragischen Unfall: Augustin stürzt in eine Gletscherspalte, Nick wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert – er wird für immer entstellt sein. Sam, Nicks Lebensgefährte, ist zunächst nur froh, dass sein Freund überlebt hat, aber dann passieren immer mysteriösere Dinge in Nicks Umfeld. Auch Nick selbst verhält sich immer seltsamer, und schon bald wird Sam klar, dass Nick etwas vom Mont Maudit mitgebracht hat. Etwas Böses ...


Aus dem Niederländischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Echo (Luitingh Sijthoff, 2019)
Originalverlag: Heyne TB
Hörbuch Download, Laufzeit: ca. 20h 6min
ISBN: 978-3-8371-5224-1
Erschienen am  25. October 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Rezension zu "Echo - HB"

Von: Zsadista

21.12.2021

Nick geht gern auf Bergtouren, Sam kann damit nichts anfangen. Als Nick mal wieder mit seinem Kletterpartner auf Tour geht, geschieht das Unfassbare. Es gibt einen Unfall. Augustin stürzt in eine Gletscherspalte und Nick trifft ein Felsen. Er überlebt nur knapp und ist ab sofort im Gesicht entstellt. Sam tut sich schwer mit Nick und seinem neuen Aussehen. Er muss erst einmal Abstand halten. Nick muss erst einmal im Krankenhaus gesund werden. Doch so einfach ist das alles nicht. „Echo – HB“ ist ein Psycho-Thriller aus der Feder des Autors Thomas Olde Heuvelt. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Der Sprecher Matthias Lühn hat eine gute Arbeit geleistet. Ich habe ihm gerne gelauscht und an ihm hat der Abbruch des Buches auch nicht gelegen. Die Inhaltsangabe hört sich wirklich spannend und mysteriös an. Ja, was ist das mysteriöse Böse, dass da mitgekommen ist. Und überhaupt, so spannend. Ja, da wäre ich froh gewesen. Leider bekommt man eigentlich im Prolog schon auf die Festplatte gedrückt, was dieses Geheimnis soweit ist. Gut, also war das Buch eigentlich nach guten 8 Minuten für mich schon erledigt. Meine Frage, warum muss man so ein Geheimnis schon am Anfang eines solchen Romans erzählen? Warum sollte ich dann noch den Rest des Buches lesen oder hören wollen? Das Hörbuch hat, ich glaube es waren 465 Kapitel. Bis zu Kapitel 108 bin ich gekommen. Und bis dahin habe ich mich schon durchgequält. Wird erzählt, wie die Tour auf dem Berg war? Nein. Nick liegt direkt am Anfang schon im Krankenhaus. Gut, später schreibt Nick Tagebuch und man wird etwas eingeweiht. Aber spannend ist da auch etwas anderes. Dafür wird man Tonnenweise mit englischen Wörtern überschüttet. Ständig, immer, gefühlt in jedem Satz. Ist das neu? Ist das hip? Muss das jetzt so sein? Ich weiß es nicht, aber es nervt ungemein. Und das dreimal, wenn man es in einem Hörbuch hört und noch am überlegen ist, was gemeint ist und der Sprecher schon vier Sätze weiter ist. Ansonsten? Sam distanziert sich von Nick. Dafür fällt er durch Bars und sabbert an anderen Männern herum. Dabei hat er Nick noch nicht einmal ohne Verband gesehen. Ja, er hat wohl Narben im Gesicht, ja und? Da kann ja nicht viel Liebe sein, wenn das schon stört. Ja, er steht halt eben auf gutes Aussehen. Nein, Sam ist schon mal total unsympathisch. Nick ist jetzt auch nicht gerade der sympathische Typ, geschweige denn eine andere Person in dem Buch. Kurz gesagt, Plot am Anfang soweit aufgelöst, dann ganz viel Langeweile, Geschichten aus der Kindheit und viel zu viele Worte, die man unbedingt auf Englisch sagen musste. Gähn. Ich konnte mit dem Hörbuch wirklich nichts anfangen. Sorry.

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Ein ungewöhnlicher, aber sehr kreativer und innovativer Roman, der sich im Grunde in kein Genre stecken lässt

Von: Clio

07.12.2021

"Echo" ist ein ganz besonderer Horrorroman – ungewöhnlicher, innovativer und kreativer, als erwartet, aber für typische Horrorfans vielleicht etwas zu langatmig. Gerade im Mittelteil beschreibt Heuvelt sehr bildgewaltig und sprachlich opulent durch die Augen von Nick die Obsession des Alpinisten. Wenn der Niederländer die Anziehungskraft eines „neuen“ Berges beschreibt, das Gefühl, gemeinsam mit den anderen am Gipfel zu stehen, sich durch die anbrechende Dämmerung müde den Berg hinunterzukämpfen oder mit plötzlich hereinbrechenden Unwettern konfrontiert zu werden, dann ist man als Hörer hautnah dabei. Heuvelt erzählt in "Echo" von Bergen, die eine Seele haben, beschreibt die Bergbesteigung als Kampf gegen den Berg, die für unseren Protagonisten und seinen verstorbenen Freund teilweise schon etwas Sexuelles hat. "Echo" spiegelt anschaulich die Passion der Bergsteiger für die (Schweizer) Berge – für schwer zugängliche Höhen, die wie Sirenen nach den Extremsportlern rufen, die sich deren Gesang nicht mehr entziehen können, wenn sie ihn einmal vernommen haben. Hochleistungssportler, die die Herausforderung suchen und dabei auch ihr Leben riskieren – zumindest oftmals in den Augen ihrer Lieben, die diese Leidenschaft nicht teilen. Die Geschichte selbst beginnt am Berg Maudit im Kanton Wallis, am 8. August 2018: Der Niederländer Nick erleidet beim Klettern in den Schweizer Bergen einen Unfall. Nicht nur diverse Knochenbrüche trägt er davon, auch sein Gesicht wird entsetzlich entstellt. Doch sein Kletterpartner Augustin bezahlt das Unglück sogar mit dem Leben und endet in einer Gletscherspalte. Aber schon kurz nach dem Unglück gibt Nick seinem amerikanischen Freund Sam zu verstehen, dass es gar kein Unfall war. Zunächst nimmt Sam an, dass Augustin Nick aus irgendeinem Grund nach dem Leben getrachtet und dieser ihn in Notwehr umgebracht hat. Doch rasch erkennt er, dass die Ursache für den Unfall und die Verletzungen vielleicht eine andere ist, schlimmer ist: Warum rennt eine Krankenschwester schreiend weg, als sie Nick ohne Verbände sieht? Warum sterben im gleichen Krankenhaus in einer Nacht 32 Patienten auf mysteriöse Weise? Warum begehen diverse Personen, die Kontakt mit Nick haben, Tage oder Wochen später Selbstmord oder sterben auf andere Weise? Und ist der Nick, der aus dem Krankenhaus entlassen wird, wirklich Sams Nick? Hat der Unfall etwas Dunkles in ihm geweckt, das schon immer da war, aber jetzt aus Tageslicht tritt? Oder ist da etwas in Nick, das dieser vom Berg mit heruntergebracht hat und das jetzt langsam die Herrschaft über ihn übernimmt und eine Gefahr für Sam und alle darstellt, die mit ihnen in Kontakt kommen? Oder ist die Antwort viel einfacher: Leidet Nick unter den psychischen Nachwirkungen des Unfalls und seiner Entstellung (Psychose)? Auf der Suche nach einer Erklärung für die Geschehnisse begeben sich Nick und Sam wieder in die Schweiz, in ein kleines Dorf an Fuß des Maudit. Doch dort stoßen sie nicht nur auf Feindseligkeit, sondern auch auf noch mehr Rätsel: alte Menschen, die sich als Sühneopfer in die Berge begeben, unsterbliche Alpenkrähen, die – so der lokale Mythos – die Seelen der Verstorbenen in sich tragen, schemenhafte Gestalten ohne Augen und stürmische Nächte, in denen das Echo die Menschen heimsucht – die Stimmen der Elenden, des Bösen, das übrig bleibt, wenn das Gute, die Seele, den Körper der Menschen verlassen hat, die auf dem Berg ums Leben gekommen sind. Die Hinweise verdichten sich, dass tatsächlich etwas Übernatürliches, Nichtmenschliches, Böses seine Hand im Spiel hat – und nicht nur den Figuren des Romans den Schlaf raubt, sondern auch dem Hörer, der der Geschichte lieber nicht im Dunkel einer einsamen Wohnung lauschen sollte. Der Hörer/Leser folgt dieser Geschichte durch Tagebucheinträge, Kurznachrichten und Mails der beiden Protagonisten, des Niederländers Nick und seines amerikanischen Freundes Sam. Nick ist ein gutausehender Mann Mitte zwanzig, der in Amsterdam lebt und für Lonely Planet auf Reisen geht. Seit einigen Jahren ist er mit dem Amerikanischer Sam zusammen, einem Party-Boy mit einer Schwäche für Luxus und gutgebaute Schönlinge. Dieser steht unerwartet vor einer Lebensentscheidung: Was ist, wenn es für ihn nach der schrecklichen Entstellung seines Freundes nicht nur um die Frage geht, ob er die Beziehung auch jetzt noch aufrecht erhalten will, wenn sein Partner nicht länger wunderschön ist? Nein, er ist auch mit der Frage konfrontiert: Was ist, wenn der Mann in dem Krankenhausbett zwar wie sein Freund aussieht, aber jemand anderes, etwas anderes ist? Er versichert Sam zwar heute noch seiner großen Liebe, ergreift aber morgen schon die Flucht, als es hart auf hart kommt. Doch getrieben von Schuldgefühlen und seiner Liebe zu Nick, kehrt er an dessen Seite zurück. Es fällt streckenweise schwer, Sam sympathisch zu finden, was für mich auf dessen ständige Überlegungen zu gutgebauten Kerlen zurückzuführen ist und zu seinem etwas seltsamen Verhältnis zum Prometheus-Mythos, seinem ersten Man Crush. Er hat eine Schwäche für Bondage und in gewisser Hinsicht manifestieren Elemente des Prometheus-Mythos sich nach Nicks Unfall in seinem Leben. Etwas … schräg, aber im Gesamtkonzept der Geschichte durchaus schlüssig. Im Gegensatz zu Nick hasst Sam die Berge, was auf einen schrecklichen Brand in seiner Kindheit zurückzuführen ist, als er gemeinsam mit seiner Schwester Julia Urlaub in der Berghütte seiner Großeltern machte und nachts mit den Kohlen des Kamins spielte … Schwerverletzt musste der Großvater seine Frau und die beiden Kinder auf einem Schlitten ins Tal hinabbringen, was bei Sam eine Abneigung gegen Berge, gegen die Kälte, gegen Feuer und Dunkelheit geweckt hat. Den einzelnen Abschnitten/Kapiteln des Buches gehen dabei Zitate von Nietzsche, Stephen King, Bram Stoker, H. G. Wells, Ray Bradbury, H. P. Lovecraft, Mary Wollstonecraft und anderen voran – großen Klassikern der Horrorliteratur –, was die Richtung des Buches vorgibt. Interessanterweise gibt es tatsächlich einen Berg namens Maudit (was auf Deutsch „verflucht“ bzw. „verdammt“ bedeutet und für jeden interessierten Bergsteiger ein großes Warnzeichen sein sollte), der sich aber offenbar nicht dort befindet, wo er vom Autor angesiedelt wird. Der Maudit des Romans ist vom Teufel verflucht, so jedenfalls der örtliche Mythos, und liegt im „Tal der Echos“. Ein Tal bzw. ein Berg, die in keinem Bergführer festgehalten sind, die weder Bergführer noch Bergretter betreten und die die Bewohner der Gegend mit künstlichen und natürlichen Hindernissen versperren, damit sich niemand dorthin begibt. Ein Kritikpunkt darf auch nicht fehlen: Heuvelt verzichtet auf „erzählte“, „erwiderte“, „entgegnete“ und ähnliche Verben und beschränkt sich auf „sagte“, was in einigen Passagen aufgrund der Häufung ausgesprochen nervtötend ist. Ähnlich nervtötend sind die ständig eingeworfenen Anglizismen in deutschsprachigen Sätzen: fuck, bro, stud, trippy, twisted, no match, bitch’n hot tinder date, picturen, redemption cuteness overload, abs: check – packs: check … Da diese aber dazu dienen, Sams oberflächlichen Charakter zu beschreiben und seine besonderen Interessen, kann man über diese irgendwann hinwegsehen. Über das Hörbuch Das Hörbuch zu "Echo" wird von Matthias Lühn gelesen. Die Geschichte liest er sehr anschaulich – er schlüpft regelrecht in die einzelnen Figuren und nimmt den Hörer bzw. die Hörerin in das Grauen der Handlung regelrecht mit hinein. Mein Fazit: Ein ungewöhnlicher, aber sehr kreativer und innovativer Roman, der sich im Grunde nicht in ein Genre stecken lässt. Horror, Mystery, Drama, Liebesgeschichte – hier ist alles dabei. Allerdings verlangt er dem Leser bzw Hörer eine Menge Geduld ab, da der Autor sich sehr viel Zeit nimmt, um seine symbolhafte Geschichte zu erzählen – und das weder in chronologischer Reihenfolge noch aus nur einem Blickwinkel – und sowohl die Horrorelemente als auch die Bergsteigerelemente in allen Details auszugestalten.

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Vita

Thomas Olde Heuvelt wurde 1983 in Nijmegen, Niederlande, geboren. Er studierte Englisch und Amerikanistik an der Radboud Universität Nijmegen und an der University of Ottawa in Kanada, wo er ein halbes Jahr lang lebte. Seine Kurzgeschichte »The Day the World turned upside down« wurde mit dem Hugo Award ausgezeichnet, andere Kurzgeschichten wurden für den Hugo Award und den World Fantasy Award nominiert. Sein Horrorroman »Hex« landete in den Niederlanden auf der Bestsellerliste.

Zur Autor*innenseite

Matthias Lühn

Matthias Lühn, geboren 1970, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie und absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler. Er ist außerdem als Rundfunk- und Synchronsprecher tätig und machte sich im Fernsehen und als Interpret zahlreicher Hörbücher einen Namen.

Zur Sprecher*innenseite

Gabriele Haefs

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Irischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem »Gustav-Heinemann-Friedenspreis« und dem »Deutschen Jugendliteraturpreis« ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis des »Deutschen Jugendliteraturpreises« für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Camilla Grebe und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit verschiedenen Kolleginnen hat sie mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

Zur Übersetzer*innenseite

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