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Manchmal kann auch die größte Liebe dem Schicksal nicht trotzen!

2000: Nach außen hin wirkt Lukes Leben perfekt – wäre da nicht eine Frage, die ihn seit Kindertagen umtreibt: Wer ist seine leibliche Mutter? Als er nach langer Suche schließlich vor dem Anwesen der Malerin Alice steht, ahnt er nicht, dass deren tragische Geschichte nicht nur bei ihm alte Wunden aufreißen wird.
1972: Eigentlich sollte es nur ein ausgelassener Konzertbesuch werden, doch als die 19-jährige Kunststudentin Alice das erste Mal auf Jacob Earl trifft, ist es um sie geschehen. Der Sänger der Band Disciples ist nicht nur unglaublich talentiert und gut aussehend, ihn umgibt auch etwas Geheimnisvolles, dem Alice sich nicht entziehen kann. Aus einer stürmischen Affäre wird bald ein gemeinsames Leben, doch Alice’ Familie und Freunde sind gegen eine Verbindung der beiden. Jacob sei zu ungestüm, zu wankelmütig und würde sie für seine Karriere im Stich lassen. Entgegen aller Widerstände versuchen Alice und Jacob zusammenzuhalten. Aber manchmal sind selbst die größten Hindernisse nichts gegen das, was das Schicksal für einen vorgesehen hat …

Dramatische Liebesgeschichte trifft auf spannenden Pageturner!

Von Bestsellerautorin Clare Empson

Wie viel Wahrheit kann Liebe ertragen, ohne zu zerbrechen?

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Leseprobe

"Eines Tages für immer"

Damals

Alice

London, 1972

Eine vor mich hingeknallte Zeitschrift lässt mich aufblicken.
»Das nenn ich Sexappeal.«
Die Stimme, merkwürdig rau für einen neunzehnjährigen Nichtraucher, gehört Rick. Das Gesicht mit den ausgeprägten Wangenknochen neben meinem pseudokubistischen Stillleben dagegen Jacob Earl, dem dunkeläugigen Sänger der Disciples. Er ist auf der Titelseite von Sounds, mit aufgeknöpftem schwarzem Hemd und schimmernder Brust, zum Objekt der Begierde gemacht wie das Mädchen von Seite drei.
»Gig im Marquee heute Abend. Wir gehen hin«, sagt Rick und mustert meine Leinwand. »Meinst du nicht, der Apfel würde in Blau besser kommen?«
Er sagt es leichthin, hilfsbereit, aber bei jeder seiner tollen Eingebungen merke ich, wie ich wieder in Selbstzweifel verfalle. Bin ich wirklich so gut wie die anderen? Verdiene ich meinen Platz hier, eine von nur zwölf Studierenden des Jahrgangs, die für den Studiengang bildende Kunst an der Slade School of Fine Art angenommen wurden, bekanntermaßen die beste Kunsthochschule des Landes?
Rick gehört zu der Sorte Maler (Schrägstrich Bildhauer, Schrägstrich Keramiker, Schrägstrich Textilkünstler, er kann mit jedem Material glänzen), die eigentlich nicht studieren müssten. Er ist schon wer, der Liebling der Dozenten, das Maskottchen der Akademie, der Geheimtipp der Sammler. Vergangene Woche hat er ein Selbstporträt – sein Gesicht in vertikalen grünen Streifen – an einen Mann verkauft, der sich als der Inhaber des Nobelrestaurants San Lorenzo herausstellte. Ich stelle mir vor, wie Mick und Bianca dort ihre Minestrone schlürfen, während Rick mit seinen stechend blauen Augen auf sie herabfunkelt.
Das Seminar heute Nachmittag, Drucktechnik bei Gordon King, macht mir am meisten Angst. King ist ein ehemaliger Vertreter der Pop-Art (er hat sich vor ein paar Jahren von der Bewegung distanziert und spricht jetzt nur noch abfällig von ihr), seine Arbeiten verkaufen sich für Tausende von Pfund und hängen in der ständigen Sammlung der Whitechapel Art Gallery. Vor vier Jahren kam er in die Slade gerauscht und stellte das Institut für Drucktechnik auf den Kopf. Es heißt, dass er die Macht hat, über Erfolg oder Misserfolg einer Karriere zu entscheiden; jedenfalls verkaufen drei seiner Schützlinge ihre Sachen jetzt in den Kunstgalerien der Cork Street.
Rick ist sein Liebling. Er kann geschlagene fünf Minuten neben ihm stehen und seine Farbwahl preisen.
»Kommt mal her, Leute. Seht euch diese Rosa-, Grün- und Brauntöne an. Seht ihr, wie die Kirschblütenpracht hier mit Schlammgrün und Kackbraun abgesetzt wird? Das ist Farbkalibrierung auf höchstem Niveau.«
Heute arbeite ich an einer Lithografie von einem Baum, meinem Lieblingssujet, und bin voller Hoffnung, dass all die Nächte, die ich über Tonalität und Farbsättigung gebrütet habe, sich endlich auszahlen werden. Nachdem ich die Umrisse meines Baums (eine faszinierende alte Eiche, eigentümlich vermenschlicht) auf einen Kalksteinblock gezeichnet habe, werde ich diesen mit einer beschränkten Palette aus Gelb, Rot, Schwarz und Weiß bespritzen. Darauf habe ich die ganze Woche über hingearbeitet, habe in meinem Studentenzimmer Farben aus kleinen Tuben gemischt, bis ich drei ideale Hauttöne erhielt. Bald werden sich die Äste des Baums in fleischfarbene Gliedmaßen verwandeln und der dicke runde Stamm in einen Torso, die Rippen von Hand herausgearbeitet. Ich werde das Bild Metamorphosis I nennen, ein schön kafkaesker Titel für das erste einer Serie von Baummenschen.
Gordon aber will diese Verwandlung nicht abwarten.
»Nicht schon wieder ein Baum«, sagt er mit verschränkten Armen und verkniffenem Mund und baut sich neben mir auf. »Was ist das nur mit dir und den Bäumen?«
Ich schrumpfe innerlich zusammen. Statt ihm die Stirn zu bieten, wie ich es ständig in Gedanken tue, sage ich schwach: »Ich weiß nicht. Ich mag sie eben.«
»Tja, ich mag Eiscreme, aber ich male das nicht jeden verdammten Tag. Mach mal was Neues. Wir müssen hier endlich eine Entwicklung sehen, das ist unter Abi-Niveau.«
Hinterher im Pub flößt Rick mir Gin Tonic ein und hält meine Hand, während ich heule.
»Ich bin fehl am Platz in diesem Studium, ich schmeiß es hin!«
Diese Szene spielt sich jede Woche ab, immer nach Gordon Kings Seminar.
»Was ist das nur mit dir und den Bäumen?«
Rick kann Gordon perfekt nachahmen, seinen weichen, anglisierten schottischen Tonfall, mit dem er gern die bissigsten Kommentare vom Stapel lässt.
»Der Typ ist ein Tyrann, und du bist sein Opfer. Dagegen müssen wir was unternehmen.«
Er deutet auf mein halb volles Gin-Tonic-Glas.
»Trink aus, Baummädchen. Auf uns wartet ein Konzert.«

Es wäre noch Zeit für einen weiteren Drink, bevor es losgeht, aber der Pub ist gerammelt voll, dreihundert Leute in einem winzigen Raum. Die meisten rauchen, die Luft ist grünlich grau. Rick nimmt meine Hand und zerrt mich durch die Menge.
»Tschuldigung, sorry«, sagt er, während wir auf Füße treten und uns zwischen Pärchen hindurchzwängen. Dann, zwei Meter vorm Tresen, bleibt er abrupt stehen, sodass ich gegen ihn knalle.
»Was ist?«, frage ich, doch Rick antwortet nicht.
Vielleicht sind es seine Pheromone, irgendeine Art von chemischer Energie jedenfalls, weshalb ich auf genau dieselbe Stelle blicke wie er. Jacob Earl steht vorn am Tresen, die Ellbogen aufgestützt, eine Pfundnote in der Hand. Er bestellt Drinks und scheint von einem unsichtbaren Kraftfeld umgeben zu sein – ein ganzer Raum voller Fans, die ihn ansehen, aber nicht berühren können.
Selbst von hinten wirkt er faszinierend, seine dunklen, fast schwarzen Haare, die sich über den Hemdkragen ringeln, seine schmalen Hüften in den engen schwarzen Jeans, die Schlangenlederstiefel.
»Warte, bis er sich umdreht«, sagt Rick, und in dem Moment tut Jacob es.
Er hat ein außergewöhnliches Gesicht, sehr androgyn, aber nicht auf die Art wie Bowie, denn er ist noch hübscher mit sei-nen Locken und den großen braunen Augen, den vollen Lippen. Um den Hals trägt er ein geblümtes Samtband und mehrere Goldketten, und sein Hemd ist wie auf dem Foto fast bis zur Taille offen. Unmöglich, ihn nicht anzustarren.
»Hey, Jacob!«, ruft Rick, worauf der Sänger zu uns hersieht. »Bring uns zwei Ales mit, wenn du gerade dabei bist, ja?«
So etwas traut er sich, verlangt das Unmögliche mit einem optimistischen Grinsen, und oft genug erliegen die Leute seinem Charme.
»Okay«, sagt Jacob gedehnt und lächelt dann ebenfalls. »Pints oder halbe?«
»Pints. Bitte.« Rick reicht einen Pfundschein durch.
»Für deine Freundin auch?«
»Sie ist nicht meine Freundin«, antwortet Rick ein bisschen zu schnell, und Jacob lacht.
»Bist du sicher?«
»Vollkommen sicher. Das ist Alice. Ich bin Rick. Wir gehen zusammen auf die Kunsthochschule.«
»Kunsthochschule? Welche?«
»Die Slade.«
»Hey, Eddie. Eddie!«
Ein anderer ganz in Schwarz gekleideter Typ dreht sich vom Tresen um und sieht uns gelangweilt an.
»Die zwei studieren Kunst«, sagt Jacob. »An der Slade. Kennst du doch, oder? Beste Kunstschule im Land. Du erinnerst dich, worüber wir vorhin gesprochen haben?«
»Ja, logo.«
Was es auch war, Eddie könnte es offenbar nicht egaler sein.
»Vielleicht sollten wir mal mit ihnen darüber reden? Über unsere Idee?«
Eddie zuckt die Achseln, sieht auf seine Armbanduhr.
»Keine Zeit. Wir sind in zehn Minuten dran.«
Jacob nickt, wenn auch widerstrebend, scheint mir.
»Du hast recht, wir sollten uns fertig machen.«
Er schickt ein letztes umwerfendes Lächeln in meine Richtung, und ich merke, wie ich rot werde.
»Also, viel Spaß dann«, sagt er. »Sehen wir uns hinterher noch?«

Während wir auf den Auftritt der Band warten und sich immer mehr Leute in dem dunklen, schachtelartigen Raum drängen, der vor gespannter Erwartung vibriert, kreisen meine Gedanken nur noch um den schönen Sänger. Diese wenigen Sekunden Augenkontakt haben sich geradezu physisch auf mich ausgewirkt: Magenkrämpfe, Herzklopfen, mein ganzer Körper erfasst von einer ahnungsvollen Vorfreude.
Ich nehme an, dass ich die Gruppe mögen werde, alle um mich herum scheinen sie toll zu finden, aber als sie dann endlich die Bühne betreten, lässt die Intensität ihres Eröffnungsakkords – Schlagzeug, Gitarre und ein lang gezogener Vokalton – keinen Raum mehr für Überlegungen. Ich tauche in die Musik ein wie noch nie zuvor. Mein Blick streift die anderen Musiker – den Schlagzeuger, den Bassisten, die Backgroundsänger, zwei Mädchen, ein Typ –, um dann wie magnetisch angezogen immer wieder zu Jacob zurückzukehren. Noch nie habe ich jemanden mit einem derart ungezwungenen Selbstvertrauen erlebt. Er singt so dicht am Mikrofon, dass seine Lippen es fast berühren, und tanzt zwischen den Gesangsstücken über die Bühne, obwohl tanzen nicht der richtige Ausdruck ist für seine hüftschwingenden, schlurfenden Schritte. Bei jedem anderen würde das wahrscheinlich komisch aussehen, nur nicht bei ihm mit seiner schmalen Gestalt und den coolen, zuckenden Bewegungen.
Doch es sind die Songtexte, die mich über eine unsichtbare Schwelle hinweg in einen Zustand versetzen, in dem ich mich kaum noch erinnern kann, dass Jacob Earl irgendwann einmal nicht meine Gedanken beherrscht hat.
Der erste Song, »Sarah«, über die Trennung von einem Mädchen, ist der Inbegriff von Traurigkeit. Ich möchte Sarah sein, möchte in Sarahs Schmerz versinken.
»Schreibt er seine Texte selbst?«, frage ich Rick, ohne von der Bühne wegzusehen.
Rick lacht, ebenfalls ohne den Blick ab-zuwenden.
»Natürlich. Er ist ein Gott.«
Was gibt es über die nächste Stunde zu sagen, in der wir beide völlig in Klang und Visuellem und unseren privaten Fantasien aufgehen? Als Ganzes – der dreiköpfige männliche Act plus Backgroundtrio für heute Abend – scheint sich die Band in permanenter Ekstase zu befinden mit ihren explosiven Riffs, eins länger als das andere, und den ausgedehnten Schlagzeugsolos, die anstrengend sind, weil sie die ganze Aufmerksamkeit beanspruchen. Es sind jedoch die ruhigeren Momente, die mir am besten gefallen, die langsamen, schlafwandlerischen Übergänge in Balladen, deren Texte mit ihrer poetischen Melancholie berühren. Bei dem letzten sehnsüchtigen Lovesong setzt Jacob sich an den Bühnenrand und singt mit amerikanisierter Bluesstimme ins Mikrofon – Honig über ein Reibeisen geträufelt.
Er geht als Erster von der Bühne, eine Hand lässig zum Gruß gehoben, die Gitarre umgeschlungen, wonach der Bassist und der Schlagzeuger beide ein letztes Solo geben, ehe sie ihm hinausfolgen.
Keine Zugabe, nur die Begeisterungsstürme des Publikums.
»Gott, die sind der Wahnsinn.«
»Seine Stimme«, sagt Rick, »David Bowie, nur besser.«
»Sein Gesicht. Mick Jagger, nur hübscher.«
Rick zieht die Augenbrauen hoch und mustert mich schief.
»Und endlich«, sagt er, »beginnt die Eiskönigin zu tauen.«

Clare Empson
© Melanie Woods

Die Autorin Clare Empson

Clare Empson ist Journalistin und arbeitete für überregionale Zeitungen, für die sie so ziemlich über alles berichtete: vom Kollaps der großen Investmentbanken bis hin zu »Tee mit Barbara Cartland« (ganz in pink natürlich, inklusive des Kuchens). Vor acht Jahren zog sie dann aufs Land und gründete den Kultur- und Lifestyle-Blog Countrycalling. Die idyllische Landschaft inspirierte sie zu ihrem ersten Roman, der die dunkle Seite des Paradieses beschreibt. Clare lebt mit ihrem Mann und drei Kindern an der Grenze zwischen Wiltshire und Dorset in England.

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