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Peter Keglevic

Wolfsegg

Roman

Hardcover
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Kraftvoll, archaisch, düster – ein Ausflug in die Abgründe der menschlichen Natur

Ein enges Tal irgendwo in den Bergen: Die 15-jährige Agnes, die so gern ein »Autoschrauber« hätte werden wollen, muss erfahren, wie brutal das Leben sein kann. Wenn die eigene Familie verachtet wird. Wenn jeder jeden kennt und mit jedem eine Geschichte hat. Da stehen dem Missbrauch die Türen weit offen, da wird vertuscht und betrogen, denunziert und getötet, ohne dass der Himmel ein Einsehen hätte. Als der Vater totgeschlagen und die Mutter elendig verreckt ist, hat Agnes nur noch einen Gedanken: Sie muss die »Kleinen«, Bruder und Schwester, vor dem Heim retten, in dem sie einst gelitten hat.

Peter Keglevics dramatischer Roman über Agnes und ein namenloses Tal in den Alpen ist eine Geschichte von alttestamentarischer Wucht – so zärtlich und so brutal erzählt, wie das wohl nur ein Österreicher kann.

»Wuchtig, intensiv und hoch spannend – das ist der neue Roman des österreichischen Autors Peter Keglevic: „Wolfsegg“.«

Ruhr Nachrichten, Andreas Schröter (28. August 2019)

Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60098-5
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Salzburger Land, Österreich

Rezensionen

Eine Sicht auf den Menschen in seiner ganzen Erbärmlichkeit, den Trieb, Schmerz, Elend, Lüge und den Tod

Von: 3lesendemaedels

09.06.2021

Die Schule ist beendet für die 15jährige Agnes. Sie wünscht sich eine Ausbildung, in der sie an Motoren schrauben kann. Doch der Berufsberater verdonnert sie zu einer Lehre, die sie nicht möchte und bei der ein Mädel auch nicht sonderlich willkommen ist. Sie fügt sich, denn sie muss zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Der Vater hat nach dem Tod des Gutsherrn seine Stellung als Förster verloren, die Mutter beutelt arg die Krebserkrankung und zwei kleine Geschwister sind zu versorgen. So wird sie zur Kümmerin der Familie, denn der Vater verschwindet tagelang auf Suche nach Arbeit. Als ihr ein Kollege Gewalt antun will, wehrt sie sich. Der so in seiner Ehre gekränkte sinnt nach Rache und verbreitet Lügen im Ort über Agnes und die ganze Familie. Lügen, die sich in dem Tal in den österreichischen Alpen wie ein Lauffeuer verbreiten und einen sintflutartigen Rachefeldzug in Gang setzen. Welch eine wuchtige und archaische Kraft dieses Buch verbreitet, lässt sich anhand der kurzen Beschreibung nur rudimentär erahnen. Eine Sicht auf die Menschen in seiner ganzen Erbärmlichkeit, den Trieb, Schmerz, Elend, Lüge und den Tod.

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Aufrecht gehen, nicht ducken

Von: Barbara62

30.06.2020

Zu Beginn hat mich das Szenario in "Wolfsegg" des Filmregisseurs Peter Keglevic an Monika Helfers empfehlenswerte Frühjahrsnovität "Die Bagage" erinnert. Beide Romane spielen in den österreichischen Alpen und die im Zentrum stehenden armen Familien sind Außenseiter und als asozial Gebrandmarkte, die im hintersten Winkel eines Tals leben. Beide Autoren fangen die beklemmende Atmosphäre einer engstirnigen, missgünstigen, von Machos dominierten Dorfgemeinschaft inmitten einer übermächtigen Natur großartig ein. Allerdings enden damit die Gemeinsamkeiten, denn während Die Bagage autobiografisch geprägt ist und über vier Generationen reicht, ist das wesentlich brutalere, von Beginn an unheilschwangere Wolfsegg auf die ebenso beeindruckende wie schockierende 15-jährige Protagonistin zugeschnitten, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Ein Mädchen ohne Kindheit In sehr jungen Jahren lastet auf Agnes Walder bereits eine ungeheure Verantwortung. Ihr Vater taucht immer wieder tagelang ab, ihre Mutter leidet an Nierenkrebs im Endstadium. So obliegt Agnes die Sorge für die beiden jüngeren Geschwister, den Garten und die wenigen Tiere auf dem bescheidenen Häuslerhof und die Überwachung der Chemotherapie-Termine der Mutter. Agnes liebt ihre Eltern trotz deren offensichtlicher Defizite. Meist verschwindet die Mutter im „Palast des Schweigens“, erst als ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, werden ihre Warnungen vor Agnes‘ neuem Chef konkreter: "Wie unterm Laub ein Fangeisen, hatte die Mutter gesagt, plötzlich schnappt es zu! Schlagartig verstand Agnes. Sie kannte die Wirkung des Fangeisens." (S. 53)  Und im Hinblick auf die Dörfler rät sie Agnes: "Nichts wird sein, […], du allein bestimmst, wie sie sich verhalten. Wenn du aufrecht gehst, dann ducken sich die Leut‘, wenn du dich duckst, dann treten sie nach dir.“ (S. 156) Der Vater dagegen macht wenig Worte, führt die Tochter aber in sein Handwerk der Waffenkunde, des Schießens und des Weidwerks ein. Vor allem aber zeigt er ihr eine mit Lebensmitteln, Petroleum und einer Solaranlage ausgestattete Berghütte mit Namen Wolfsegg: „Niemand weiß, dass es die Hütte gibt, fuhr er fort. Es gibt keine Pläne von ihr, sie ist nirgendwo registriert und in keinem Kataster eingetragen. Auf keiner Karte verzeichnet, keine Wanderkarte führt hierher. Selbst der Name ist längst vergessen. Hier ist man unerreichbar. […] Du bist die Erste, die davon weiß.“ (S. 93) Bald wird die Hütte zum Zufluchtsort der Waldner-Kinder, denn so wenig sich Agnes zunächst an die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit erinnern kann, so wild entschlossen stemmt sie sich einer Einweisung ins Kinderheim Maria Hilf! entgegen, wo sie als Neunjährige ein knappes Jahr „Marienkind“ war. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung Von Beginn an liegt über der Geschichte ein düsteres Geheimnis, das erst mit Agnes‘ allmählich zurückkehrender Erinnerung stückweise gelüftet wird. Die Geschehnisse, nachvollziehbar trotz ihrer Ungeheuerlichkeit und in einer bildgewaltigen Sprache erzählt, sprengten schließlich mein Vorstellungsvermögen. Wer allerdings wie ich den vollen Lesegenuss haben möchte, sollte vorher weder Klappentext noch detaillierte Rezensionen lesen. Ich hatte das Glück, davor gewarnt worden zu sein, und konnte mir die Spannung bis zum dramatischen Ende vollständig erhalten. Auch Tage nach Beendigung lässt mich das Buch nicht los und gehört zu meinen Lesehighlights 2020.

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Vita

Peter Keglevic, geboren 1950 in Salzburg und gelernter Buchhändler, ist ein TV- und Filmregisseur, ausgezeichnet u.a. mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis. Das Leben in der abgeschiedenen, ländlichen Provinz gehört immer wieder zu seinen Themen (»Die Fremde und das Dorf«, 2014). »Wolfsegg« ist sein zweiter Roman.

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Pressestimmen

»Von allem etwas, vor allem aber ist Keglevics Roman bei aller Grausamkeit und allem Elend ein wunderschönes, sprachlich verzauberndes und ruhig erzähltes Buch.«

Badische Zeitung, Dominik Bloedner (07. December 2019)

»Normalerweise macht ein Kritiker während des Lesens Notizen. Es war unmöglich, so tief war man in ‚Wolfsegg‘ drinnen.«

Kurier, Peter Pisa (07. September 2019)

»Schon ab den ersten Seiten stockt einem der Atem. Äußerst lesenswert!«

Bezirksblatt Telfs (A) (25. September 2019)

»Ein großer Geschichtenerzähler!«

»Mit dem heuer erschienenen Roman ‚Wolfsegg‘ […] beweist er erneut sein Gespür für packende Stoffe, die in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen.«

»Ein Buch, das mit jeder Zeile Herzklopfen bereitet.«

Stuttgarter Nachrichten/Stuttgarter Zeitung (13. November 2019)

»Eine kraftvolle kleine Heldin, deren Schicksal noch lange nachklingt.«

Kronen Zeitung (05. November 2019)

»Ob literarisch oder filmisch, Keglevic widmet sich immer wieder dem Erforschen von Abgründen des menschlichen Seins.«

3sat Kulturzeit (30. September 2019)

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