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Ali Smith

Winter

Roman

Hardcover
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Winter – die kürzesten Tage, die längsten Nächte. Eine Jahreszeit, die uns das Überleben lehrt. Vier Leute, Fremde und Familie, verbringen Weihnachten in einem riesigen Haus in Cornwall, und doch stellt sich die Frage, ob jeder genug Platz findet. Denn Arthurs Mutter Sophia sieht Dinge, die nicht sein können. Arthur selbst sieht andere. Und da sind noch Iris, Sophias Schwester, ewige Rebellin, nach dreißig Jahren wieder zurück, und Lux, eine Fremde, die Arthur als seine Freundin ausgibt. Eine besondere Nacht, voll Streit und Lügen, Erinnerungen und Mythen. Eine besondere Zeit – unsere Zeit.

»Im Großen wie im Detail zündet Smith ein literarisches Feuerwerk ab.«


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Winter
Originalverlag: Hamish Hamilton
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87579-8
Erschienen am  02. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Cornwall, Großbritannien

Rezensionen

Kühle Atmosphäre

Von: elashin.testet

07.09.2021

Eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte auf einem großen Anwesen in Cornwall erzählt uns der Band Winter von Ali Smith. Hier kommen vier Menschen zusammen die aus einer Familie und einer Fremden besteht. Neben der Hausherrin Sophia, ihrem Sohn Arthur, der sie in Begleitung einer fremden Frau Namens Lux besuchen kommt, die er als seine Freundin vorstellt, von der er sich in Wahrheit getrennt hat (Charlotte), kommt noch Sophias Schwester Iris dazu, die seit langem kein gutes Verhältnis zu ihrer verbitterten und verwirrten Schwester hat. Arthur ruft seine Tante an und lädt sie zu diesem Treffen ein, besser gesagt er bittet sie darum dabei zu sein. Auch dieser Band hat wie der Vorgänger bestimmte Themen über die sich die vier unterhalten, diskutieren und ihre Ansichten zum Ausdruck bringen. Ob Digitalisierung oder Migration, es werden aktuelle Themen aufgegriffen und man kann in diesem Buch erkennen wie doch verschiedene Menschen im selben Raum, ganz unterschiedlich denken und Dinge betrachten. Der Schreibstil ist wie im ersten Band melodisch, poetisch und es macht Freude das Buch zu lesen. Es ist eine Art Reflektion von uns selbst und anderen Menschen und passt zu kurzen Tagen und langen Nächten im Winter. Auch hier ist das Cover sehr einfach gehalten und passt für mich gut zum Buch. Alle 4 Bände sind ungewöhnlich und keine einfachen Romane von der Stange, da sie sich mit realen und aktuellen Themen beschäftigen, uns zum Nachdenken bringen, aber auch etwas Fiktives haben und manchmal auch was zum Schmunzeln dabei ist.

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Die vierfache Wahrheit

Von: Bjoernandbooks

23.07.2021

Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe. Arthur, kurz Art, verbringt die Feiertage bei seiner Mutter Sophia in ihrem einstmals herrschaftlichen, heute nahezu verwahrlosten Anwesen in Cornwall. Begleitet wird er von Lux, einer jungen Frau, die er als seine Freundin Charlotte ausgibt, die sich kürzlich von ihm getrennt hat. Aus Sorge um den geistigen Zustand seiner Mutter kontaktiert er deren Schwester Iris, bittet sie, an ihrer Weihnachts-Schicksalsgemeinschaft teilzuhaben, obwohl die Schwestern seit ewigen Zeiten keinen Kontakt zueinander hatten. Das Quartett diskutiert, streitet, geht sich aus dem Weg, findet wieder zusammen, vereint und trennt. Sie sprechen über Vergangenes und Gegenwärtiges, es geht um die Wahrheit, subjektive und objektive, um Politik, Kunst und Familie. „Schönheit ist der richtige Weg, etwas zum Besseren zu verändern. […] Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit Schönheit. Schönheit vorzutäuschen, das geht nicht“. (S. 208) Der zweite Band von Ali Smiths Jahreszeiten-Quartett diskutiert erneut relevante Thematiken der Jetzt-Zeit. Mit der bereits aus „Herbst“ bekannten kraftvollen und gleichzeitig höchst poetischen Sprache schafft sie erneut einen Mikrokosmos aus in diesem Fall vier Menschen, der verhandelt, was dem personalen Kleeblatt wichtig erscheint und für uns als von Bedeutung ist. Im Zentrum stehen dieses Mal vor allem die Themen Umweltverschmutzung, Migration und Flucht sowie Digitalisierung, die Smith immer wieder einstreut und aufblitzen lässt. Virtuos bedient sie sich dabei aus dem Repertoire ihrer großen sprachlichen Fähigkeiten und arbeitet sich vor allem an der Frage „Was ist Wahrheit und was ist Wahrnehmung?“ konsequent ab. Wie auch schon in „Herbst“ gelingt es Smith mit großer Raffinesse subtilen Humor und ernste, wichtige Gegenwartsthemen miteinander zu verknüpfen. Über Art, der einen Blog namens „Art in Nature“ führt und sich dabei mit einem hohen Maß an Lakonie über vermeintlich Randständiges in der Natur auseinandersetzt, bringt Smith die Umwelt-Thematik ins Spiel, die durch die Umweltaktivist*innen-Tätigkeit von Arts Tante Iris auf die Spitze getrieben wird. Jedes Thema wird von den vier Protagonist*innen auf unterschiedliche Weise betrachtet, bewertet und diskutiert. So geht es stets um mehrere Ebenen, die inhaltliche wie auch die das Thema bearbeitende. Jede*r hat seine eigene Wahrheit, bringt diese in den Diskurs ein, was gerade in Zeiten fortschreitender Digitalisierung – Arts Ex-Freundin macht sich mit der Zeit seinen Blog zu eigen, ohne die neue Autor*innenschaft kenntlich zu machen – zu neuen Formen von Wahrnehmung und Realität führt. Sinnbildlich steht dafür auch ein körperloser Kopf, der aus Sophias Gesichtsfeld herausgetreten ist und sie nun mutmaßlich begleitet, aber nur von ihr gesehen werden kann – ein Mahnmal für die heutige Zeit der Unzuverlässigkeiten! Ali Smiths „Winter“ knüpft nahtlos an „Herbst“ an – auch wenn ich den ersten Band noch ein kleines bisschen innovativer empfunden habe. Ein wahrlich literarisches Fest, das mich begeistert, beeindruckt hinterlässt und das zum Nachdenken einlädt!

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Vita

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit »Herbst« kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize sowie auf Platz 6 der SWR-Bestenliste.

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Silvia Morawetz

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

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Pressestimmen

»›Winter‹ von Ali Smith: Jeder Satz ist wie eine wärmende Decke.«

»Dieser Schriftstellerin beim freien Denken zuzuschauen, ist nicht nur ein großes Vergnügen. Es kommt einem Akt der Befreiung gleich.«

Ingrid Mylo / Badische Zeitung (19. December 2020)

»Eine moderne Spukgeschichte, die viele ›Geister‹ der jüngsten Vergangenheit, Verdrängtes und Vergessenes zum Leben erweckt.«

»Die Moral dieser Weihnachtsgeschichte ist jedenfalls klar: Wer Differenz aushält, gewinnt.«

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