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Über Menschen

Roman

Bestseller Platz 1
Spiegel Hardcover Belletristik

HardcoverNEU
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Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

»Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.«

Denis Scheck / SWR Fernsehen lesenswert (25. März 2021)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87667-2
Erschienen am  22. März 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Brandenburg, Deutschland

Rezensionen

Ein Buch, von dem ich nicht wollte, dass es endet!

Von: miss_lia48

12.05.2021

INHALT: Dora hat genug von dem Chaos bzgl. Corona und Lockdown, von ihrer komplizierten Beziehung mit Robert, von dessen apokalyptischen Horrorszenarien bzgl. der Pandemie und der Umweltzerstörung, von den stets negativen Nachrichten in den Medien, und von dem hektischen Treiben in der Stadt. Die Menschheit scheint immer mehr den Verstand zu verlieren. Sie muss hier definitiv weg! Sie hat ein altes Gutsverwalterhaus auf dem Land gekauft, in Bracken – ein Dorf in Brandenburg mit 285 Einwohnern. Ohne Möbel, ohne Auto, mit einem sanierungsbedürftigen Haus und einem vernachlässigten Garten in der Größe eines halben Fußballfeldes, versucht sie ihr Glück. Mithilfe von YouTube möchte sie die botanische Katastrophe in einen romantischen Landhausgarten mit Gemüsebeet verwandeln. Und ihren Job in der Werbeagentur führt sie im Homeoffice aus. Doch dann sind da noch die Nachbarn: Mehrere AfD-Wähler, hinter der Mauer der kahlrasierte „Dorfnazi“ und ein vernachlässigtes Mädchen. Trügt die ländliche Idylle etwa mehr, als vermutet? MEINUNG: Meine Erwartungen an das Buch waren nach den vielen positiven Stimmen, groß. Ich war gespannt, was mich bei Juli Zehs neuem Buch erwarten würde. Zuvor hatte ich bereits „Unterleuten“ gelesen, was mir etwas zu ruhig gewesen war, und „Neujahr“, das mich trotz dem weniger authentischen Ende, sehr beeindrucken konnte. Von Anfang an gefielen mir bei „Über Menschen“ das Setting sowie die Vorstellung, vor dem Wahnsinn in der Welt, flüchten zu können. Dora tat mir leid und ich war fassungslos, welchen Schikanen sie in ihrer Beziehung ausgesetzt war. „Ihr gemeinsames Leben verwandelte sich in ein Korsett aus Regeln.“ Als Robert ihr wegen Corona auch noch die Spaziergänge mit ihrer Hündin „Jochen-der-Rochen“ verbieten wollte, war ich froh, dass sie sich dies nicht länger gefallen lassen wollte! Besonders gut ist Juli Zeh die Zusammenstellung der unterschiedlichen und vielschichtigen Charaktere gelungen. Diese wirken lebendig und authentisch, sodass man als Leser*in schnell im Dorf ankommt. Nach und nach lernt Dora ihre Nachbarn kennen und diese Entwicklungen habe ich mit großem Interesse verfolgen dürfen. Ich mochte, in welche Richtung sich das Buch thematisch entwickelt hat, ohne, dass ich hier zu viel verraten möchte. Zwar habe ich anfangs wieder etwas Zeit benötigt, um in die Handlung hineinzufinden - die erste Buchhälfte über gab es für mich einige Längen und der Teil hat mich eher an „Unterleuten“ erinnert, bei dem es mir ähnlich erging. Aber ich hätte nicht gedacht, dass die Lektüre mich noch so sehr für sich einnehmen könnte. Denn spätestens ab der Hälfte fand ich die Handlung so eindrücklich und bewegend - sie hat mich festgehalten und nicht mehr losgelassen! Das war so ein Buch, von dem ich nicht wollte, dass es endet, obwohl es später so unglaublich traurig war. Ich wollte noch eine Weile bei Dora in Bracken bleiben... Der Inhalt hallt noch immer in mir nach und ich werde ihn wohl nicht so schnell vergessen. FAZIT: Juli Zeh ist ein großartiger Gesellschaftsroman gelungen, der das aktuelle Geschehen der Pandemie und dessen Auswirkungen aufgreift. Für mich mit der Botschaft: Egal, auf welche Leute wir treffen – hinter jedem von uns steckt ein Mensch. Das sollten wir nicht vergessen… Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4,5/5 Sterne!

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Ein Coming-of-Age-Roman für Ü-30-Jährige.

Von: Literaturina

08.05.2021

TW: Tod eines Elternteils, Hirntumor, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Suizid, Covid-19, finanzielle Sorgen Dieses wunderbare Buch habe ich zum Großteil innerhalb eines Tages verschlungen! Es ist nach „Unter Leuten“ vor einigen Jahren mein zweiter Roman von Juli Zeh und garantiert nicht mein letzter! Auch war es mein zweites Buch, in dem nicht nur im Nachwort (wie beispielsweise bei „Was wir Frauen wollen“ von Isabel Allende), sondern auch im Plot selbst Bezug auf Corona genommen wird, ja teils sogar eine zentrale Rolle spielt. Vorwiegend am Anfang, während in der zweiten Hälfte noch einmal ganz andere Themen im Fokus stehen. Das Lesen war für mich zudem ein gelungener Rückblick aufs vergangene Jahr. Das Buch ist eine hochaktuelle und hervorragende Gesellschaftsanalyse, gerade in Zeiten von Corona, Klimawandel, Rechtsextremismus und Rassismus, in Roman-Form gegossen. Noch dazu alles andere als bedrückend, zumindest am Anfang. Schön, wenn man zur Abwechslung mal herzlich über die aktuelle Lage lachen kann - und Respekt, dass das jemand, noch dazu auf so kluge Weise, schafft (obwohl sich seit letztem Jahr ja noch nichts wesentlich geändert hat)! Zugleich schafft Juli Zeh es jedoch, die richtigen und wichtigen Fragen zu stellen – zum Beispiel bezüglich Effizienz und welchen Beitrag jeder einzelne gegen den Klimawandel leisten kann. Oder inwieweit die Corona-Regeln der Regierung in der Praxis und je nach Umfeld umsetzbar, logisch und gerechtfertigt sind. Selbst vor dem schwierigen Thema Rechtsextremismus scheut sie sich nicht: So verwerflich das klingen mag - sie stellt Nazis menschlich und als Menschen dar, die genauso mit Ängsten zu kämpfen haben, wie alle anderen, nur eben mit anderen, aber mit Ängsten, die man dennoch ernst nehmen sollte. Sie macht deutlich, dass niemand wirklich etwas Besseres ist, obwohl sich viele dafür halten - und dass das eines der Hauptprobleme ist, das im Wege steht, wenn man miteinander reden muss. Und das muss man langfristig, um Probleme zu lösen. Es hilft nicht, sie unter den Teppich zu kehren. Die Gesamt-Atmosphäre vom Leben auf dem Brandenburger Land hat etwas sehr Heimeliges und konnte mich absolut abholen, mit der provisorischen Lebensweise der Hauptprotagonistin Dora (und ihrer Hündin Jochen-der-Rochen), die mit Ideenreichtum und Tatendrang versucht, das Beste aus ihrer verzwickten Situation zu machen, während sie gleichzeitig ihre (vorübergehende?) Trennung von ihrem langjährigen Freund verarbeitet. Dabei ist sie stets getrieben von dem Bedürfnis, auf eigenen Beinen zu stehen. Hilfe anzunehmen, ist also nicht ihre Stärke, lernt sie im Verlauf der Geschichte aber gezwungenermaßen. Am Ende wird sie selbst zur wichtigen Helferin. Ein bisschen ist dieses Buch deshalb auch eine Art Coming-of-Age-Roman für Ü-30-Jährige. Und natürlich eine große Empfehlung! Danke an das Bloggerportal und den Luchterhand Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

www.juli-zeh.de

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Pressestimmen

»Mitten ins Herz der deutschen Überforderung schießt Juli Zehs neues Werk: mit viel Witz und Mitgefühl und auch mit einer großen Portion Hoffnung auf eine versöhnlichere Gesellschaft.«

Felicitas Twickel / ZDF aspekte (19. März 2021)

»Der erste echte Corona-Roman, der mitten im Lockdown im Frühjahr 2020 spielt und subtil die gesellschaftlichen und ganz privaten Folgen der Pandemie beschreibt.«

Jörg Magenau / Süddeutsche Zeitung (22. März 2021)

»Unaufgeregt und trotzdem politisch pointiert zeichnet sie das Porträt eines Dorfes mit aussterbender Infrastruktur, prekären Biografien, rechter Gesinnung.

Stephanie Metzger / Bayern2 (22. März 2021)

»Juli Zeh ist mit ›Über Menschen‹ ein großer Wurf gelungen. Der Roman packt und macht es sich und seinem Publikum nicht einfach.«

Nadine Kreuzahler / rbb Inforadio (22. März 2021)

»›Über Menschen‹ blickt unter die Oberfläche von Ideologien und Gesinnungen.«

Stefan Kister / Stuttgarter Zeitung (22. März 2021)

»Juli Zeh erzählt gewandt, findig und szenisch spannend von einer postheroischen Figur, mit Arbeits- statt Angstschweiß, zwischen Durchhalten und Durchhangeln.«

Michael Braun / Kölner Stadt-Anzeiger (23. März 2021)

»Ein versöhnlicher Roman, der nichts Böses verschweigt, aber demonstriert, dass die Welt, weniger ideologisch betrachtet, ein bisschen menschlicher sein könnte.«

Jörg Magenau / Deutschlandfunk Kultur (20. März 2021)

»›Über Menschen‹ ist das Buch der Stunde gerade zu Corona-Zeiten, wo sich so vieles klärt und beschleunigt, samt Abstürzen, Einsamkeit, heilsgewissen Hassausbrüchen.«

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR 3 (22. März 2021)

»Ich würde das wahnsinnig gerne Allen zum Lesen empfehlen, um mal diese ganzen Mauern einzureißen, die irgendwie zwischen den verschiedenen Gruppen existieren.«

Frank Dietschreit / rbb Kultur (19. März 2021)