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Juli Zeh

Über Menschen

Roman

Bestseller Platz 23
Spiegel Hardcover Belletristik

Hardcover
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Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

»Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.«

Denis Scheck / SWR Fernsehen lesenswert (25. March 2021)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87667-2
Erschienen am  22. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Brandenburg, Deutschland

Rezensionen

Vor dem Hintergrund von Corona

Von: katrinb

25.05.2022

Dora lebt in privilegierten Verhältnissen und hat eigentlich alles, was sie sich wünschen könnte. Sie arbeitet in Berlin als Werbetexterin, als Corona über sie und die Welt hereinbricht. Ihre latente Unzufriedenheit und Unruhe bricht sich nun Bahn, sie hält die Großstadt und ihren Freund, einen hysterischen Klimaaktivisten, der nun zusätzlich zum Pandemie-Apokalyptiker geworden ist, nicht mehr aus und zieht mit ihrem kleinen Hund in ein verwahrlostes Haus in der brandenburgischen Provinz, wo sie hofft, zu sich zu kommen. Aber in Bracken ist die Welt alles andere als in Ordnung. Doras unmittelbarer Nachbar ist ein erklärter Nazi, weitere Anwohner entpuppen sich als AfD-Wähler. Dann ist da noch eine alleinerziehende, überforderte Mutter und ein vernachlässigtes Kind… Trotz ihrer Vorbehalte gelingt es Dora, sich letztendlich den Menschen anzunähern und ihnen über alle ideologischen Differenzen hinweg mit Verständnis und Menschlichkeit zu begegnen. Juli Zeh entwirft ein Bild der deutschen Gegenwart, das mir sehr vertraut ist. Ihre Beobachtungen sind treffend, oft witzig und sehr oft habe ich mich in ihrer Protagonistin wiedererkannt. Ihre Zweifel, Sorge und Ratlosigkeit angesichts einer plötzlich unsicher gewordenen Realität kann ich sehr gut nachvollziehen. Das Lebensgefühl in Deutschland angesichts der 2020/21 herrschenden Pandemie ist gut eingefangen, Probleme wie Klimawandel, Tristesse in der Provinz, Bildungsnotstand, Prekariat usw usw. werden angesprochen, es ist fast eine Art Tagebuch, in dem man später nachlesen kann, was 2020/21 deutsche Tagesaktualität war. "Über Menschen" liest sich sehr angenehm und flüssig, Juli Zeh schreibt unterhaltsam und mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich habe ich das Buch in nur zwei Tagen förmlich verschlungen, im Nachhinein hat es mich doch jedoch einigermaßen ratlos hinterlassen. Durch die unmittelbare Nähe zu ihrem Nazi-Nachbarn ist Dora gezwungen, sich ihm auseinanderzusetzen und im Laufe der Geschichte entwickelt sich eine Art von Freundschaft zwischen den beiden. Was will die Autorin damit sagen? Dass auch Rechtsradikale einen guten Kern haben und nette Menschen sein können, wenn man ihnen nur mit Verständnis begegnet? Dass sie nur Opfer der Umstände sind? Dass man ihnen von Mensch zu Mensch begegnen soll? Dass es nur kleinen Hund braucht, um verwahrloste Kinder wieder auf den rechten Weg zu bringen? Ich weiß ja nicht….. Das alles erscheint mir doch etwas platt. Die drei Sterne vergebe ich für die gelungene Schilderung meiner Gegenwart und dafür, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Das war’s dann aber auch.

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Die Autorin sieht genau hin.

Von: kvel

14.02.2022

Text von der Verlagshomepage: Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. »Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.« Denis Scheck / SWR Fernsehen lesenswert (25. März 2021) Meine Meinung – Achtung es wird aus dem Inhalt berichtet: Also ehrlich gesagt störte mich schon einiges in der Erzählung: Dass die Protagonistin sich mehr oder weniger des Mädchens annimmt. Ich fragte mich die ganze Zeit „Was ist mit der Mutter des Mädchens?“. Ich verstand auch nicht den Zustand des Hauses des Nazi-Nachbarn. Oder was soll das für eine Familienbeziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Vater sein. Und wieso sollte sie so große Geldsorgen haben; und warum funktioniert ohne Geld dennoch alles irgendwie. Aber gut, das sind meine Probleme. Sehr gut gelungen fand ich jedeoch, die Entwicklung, die die Protagonistin durchgemacht hat – und ich empfand diese Entwicklung auch keineswegs als unlogisch oder konstruiert. Richtig gut fand ich in diesem Zusammenhang, die Beschreibungen bzgl. den großstädtischen Gutmenschentum, das sich in all seiner Rigorosität und Unbarmherzigkeit nur um das eigene Ego kreist. Während auf dem Lande sich alle Lebenswirklichkeiten im Kleinen tummeln – und jeder Betroffene auf die eine oder andere Weise versucht mit dem Leben klar zu kommen. Diese Herausarbeitungen fand ich wiklich sehr gelungen. Fazit: Lesenswert.

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

www.juli-zeh.de

Zur Autor*innenseite

Events

13. Juni 2022

„Über Menschen und Literatur“, Moderation: Knut Elstermann

20:00 Uhr | Potsdam | Lesungen
Juli Zeh
Über Menschen

Links

Pressestimmen

»Mitten ins Herz der deutschen Überforderung schießt Juli Zehs neues Werk: mit viel Witz und Mitgefühl und auch mit einer großen Portion Hoffnung auf eine versöhnlichere Gesellschaft.«

Felicitas Twickel / ZDF aspekte (19. March 2021)

»Der erste echte Corona-Roman, der mitten im Lockdown im Frühjahr 2020 spielt und subtil die gesellschaftlichen und ganz privaten Folgen der Pandemie beschreibt.«

Jörg Magenau / Süddeutsche Zeitung (22. March 2021)

»Unaufgeregt und trotzdem politisch pointiert zeichnet sie das Porträt eines Dorfes mit aussterbender Infrastruktur, prekären Biografien, rechter Gesinnung.«

Stephanie Metzger / Bayern2 (22. March 2021)

»Juli Zeh ist mit ›Über Menschen‹ ein großer Wurf gelungen. Der Roman packt und macht es sich und seinem Publikum nicht einfach.«

Nadine Kreuzahler / rbb Inforadio (22. March 2021)

»›Über Menschen‹ blickt unter die Oberfläche von Ideologien und Gesinnungen.«

Stefan Kister / Stuttgarter Zeitung (22. March 2021)

»Juli Zeh erzählt gewandt, findig und szenisch spannend von einer postheroischen Figur, mit Arbeits- statt Angstschweiß, zwischen Durchhalten und Durchhangeln.«

Michael Braun / Kölner Stadt-Anzeiger (23. March 2021)

»Ein versöhnlicher Roman, der nichts Böses verschweigt, aber demonstriert, dass die Welt, weniger ideologisch betrachtet, ein bisschen menschlicher sein könnte.«

Jörg Magenau / Deutschlandfunk Kultur (20. March 2021)

»›Über Menschen‹ ist das Buch der Stunde gerade zu Corona-Zeiten, wo sich so vieles klärt und beschleunigt, samt Abstürzen, Einsamkeit, heilsgewissen Hassausbrüchen.«

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR 3 (22. March 2021)

»Ich würde das wahnsinnig gerne Allen zum Lesen empfehlen, um mal diese ganzen Mauern einzureißen, die irgendwie zwischen den verschiedenen Gruppen existieren.«

Frank Dietschreit / rbb Kultur (19. March 2021)

Weitere Bücher der Autorin